Wirkungen der Konvergenz von internem und externem Rechnungswesen auf die Rolle des Controllings


Seminararbeit, 2011
51 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung

2 Unterscheidung von internem und externem Rechnungswesen

3 Merkmale des Controllings

4 Überblick über die Gründe und die Entwicklung der Konvergenz
4.1 Begriffsdefinition Konvergenz
4.2 Konvergenzfelder

5 Wirkungen der Konvergenz auf das Controlling
5.1 Überblick
5.2 Veränderte Aufgaben und Instrumente
5.2.1 Management Approach
5.2.1.1 Definition
5.2.1.2 Segmentberichterstattung
5.2.1.3 Goodwill Impairment Test
5.2.2 Projektcontrolling
5.2.2.1 Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte
5.2.2.2 Langfristige Fertigungsaufträge
5.3 Qualifikationsanforderungen an das Controlling
5.4 Organisation des Controllings

6 Möglichkeiten und Grenzen der Konvergenz

7 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Beispiel für die Organisation der Controlling-Abteilung

Abb. 2: Extrinsische Motive zur Förderung der Konvergenz

Abb. 3: Intrinsische Motive zur Förderung der Konvergenz

Abb. 4: Konvergenzbereich von internem und externem Rechnungswesen

Abb. 5: Methoden der Feststellung des Fertigstellungsgrads

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

Die Trennung von internem und externem Rechnungswesen ist eine deutsche Erfindung.1 ZuBeginn stellte die Rechnungslegung ein Instrument dar, mit welchem Informationen über daseigene Unternehmen generiert wurden.2 Durch zunehmende gesetzliche Normierungen undAusrichtungen an Ausschüttungs-, Steuerbemessung und Gläubigerschutz differenzierte sichdas Rechnungswesen in ein internes und externes Rechnungswesen.3 Diese Trennung wirdaber seit Mitte der 1990er Jahre zunehmend hinterfragt und diskutiert.4 Durch die voran-schreitende Internationalisierung und die zunehmenden Orientierung deutscher Unterneh-men am Kapitalmarkt sowie das Anstreben einer einheitlichen Finanzsprache verliehen denIFRS in Deutschland Vortrieb.5 Auch das HGB wurde aus Gründen der Informationssteige-rung durch das BilMoG an die IFRS angenähert.6 Somit verfolgt die Rechnungslegung nachIFRS im Wesentlichen7 und das HGB teilweise8 die gleichen Ziele wie das interne Rech-nungswesen, was zu einer Aufhebung der strengen Trennung des Rechnungswesens führt.9 Diese Konvergenz entfaltet zahlreiche Wirkungen auf das Controlling. Die Qualifikation10, dieOrganisation, die Aufgaben und Instrumente11 sowie die Bedeutung des Controllings im Un-ternehmen werden durch die Konvergenz erheblich beeinflusst.12 Aber wie schon Stephan Remmler in seinem Lied verkündete: „Alles hat ein Ende […]“13 gibt es auch im Bereich derKonvergenz Grenzen.

1.2 Gang der Untersuchung

Die vorliegende Arbeit ist in 7 Kapitel unterteilt. In den ersten Kapiteln werden dem Leser dienötigen Grundlagen vermittelt. So wird in Kapitel 2 zunächst der Unterschied zwischen deminternen und externen Rechnungswesen erläutert. Im nachfolgenden Kapitel 3 werden an-schließend die Merkmale des Controllings aufgezeigt. In Kapitel 4 wird der Leser dann in dasGebiet der Konvergenz eingeführt, indem die Gründe und die Entwicklung der Konvergenzerklärt werden sowie die der Begriff „Konvergenz“ erklärt wird. Anschließend werden in Kapi- tel 5 die Wirkungen der Konvergenz auf die Rolle des Controllings untersucht. Dabei werden explizit bestimmte Instrument und Aufgaben betrachtet. Zudem werden die Wirkungen auf die Qualifikation und Organisation des Controllings aufgezeigt. In Kapitel 6 werden die Möglichkeiten und Grenzen der Konvergenz betrachtet und die Ergebnisse der Arbeit durch den Autor kritisch gewürdigt. Im Kapitel 7, dem letzten Kapitel, wird die Arbeit noch einmal kurz zusammengefasst, um dem Leser am Schluss nochmals einen kurzen Überblick zu gewähren und die Arbeit Revue passieren zu lassen.

2 Unterscheidung von internem und externem Rechnungswesen

Das Rechnungswesen eines Unternehmens kann grundsätzlich in folgende zwei Teilbereiche gegliedert werden:14

- Internes Rechnungswesenx Externes Rechnungswesen.

Der Gegenstand des internen Rechnungswesens sind Kosten und Leistungen, die sowohl in der Vergangenheit als auch in der Zukunft Betrachtung finden.15

Das interne Rechnungswesen unterliegt keinen gesetzlichen Vorschriften16 und dient alsInformationslieferant an unternehmensinterne Entscheidungsträger.17 Aufgrund dessen lie-gen der Aufbau der Rechenwerke und die Organisation des internen Rechnungswesens inder Hand des Unternehmens.18 Im Gegensatz zum internen Rechnungswesen unterliegt dasexterne Rechnungswesen gesetzlichen Bestimmungen.19 Der Grund hierfür ist, dass die In-formationen des externen Rechnungswesens in Form von handelsrechtlichem und steuer-rechtlichem Jahresabschluss für zahlreiche Adressaten außerhalb des Unternehmens be-stimmt sind.20 Externe Adressaten wären bspw. Beschäftigte, Kapitalgeber, Öffentlichkeit.21 Den Rahmen für das externe Rechnungswesen gibt aber nicht nur das deutsche Recht vor.22 Auch die internationalen Rechnungslegungsstandards sind maßgeblich für bestimmte Unter-nehmen.23

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass das interne und das externe Rechnungswe- sen die Informationsbedürfnisse verschiedener Adressaten innerhalb und außerhalb des Unternehmens decken sollen.24

3 Merkmale des Controllings

Der Begriff Controlling existiert in Deutschland bereits seit den 1960er Jahren.25 Auch seitdieser Zeit sind die Begriffe Controlling, Controller und Controllership nicht eindeutig defi-niert.26 In der Literatur finden sich viele verschiedene Konzeptionen und Definitionen desControllings z. B. die Rationalitätssicherungsfunktion,27 die Koordinationsfunktion,28 dierechnungswesenorientierte Informationsversorgungsfunktion29 etc. Die International Group ofControlling hat den Begriff Controlling als Führungsaufgabe definiert, die erst einmal nichtvon einem Controller wahrgenommen wird. „Dabei ist unter Controlling der gesamte Prozessder Zielfestsetzung, der Planung und der Steuerung im leistungs- und finanzwirtschaftlichenBereich zu verstehen.“ Mit zunehmender Größe des Unternehmens bedarf es bei der Um-setzung des Controllings der Unterstützung der Controller und des Controlling-Bereichs.30 Das Controlling ist also die Schnittmenge aus der Zusammenarbeit der Unternehmensfüh-rung und der Controller. Die Controller geben Aufschluss darüber, wie sich die Aktivitäten derFührungsebene wirtschaftlich auswirken.31

Das Aufgabenprofil des Controllers wurde ebenfalls von der IGC definiert, welches vor allem

- „die Verantwortung für Strategie-, Ergebnis-, Finanz- und Prozesstransparenz, x die ganzheitliche Koordination von Teilzielen und Teilplänen,
- die unternehmensübergreifende Organisation eines zukunftsorientierten Berichts- wesens,
- die Moderation von Managementprozessen zur Unterstützung des zielorientierten Handelns der Entscheidungsträger,
- die Sicherstellung der erforderlichen betriebswirtschaftlichen Daten- und Informati- onsversorgung sowie
- die Gestaltung und Pflege der Controllingsysteme“ umfasst.32

Einigkeit bezüglich der verschiedenen Controlling-Konzeptionen besteht in der Literatur nicht.33 Um Missverständnisse zu vermeiden wird dieser Arbeit die Definitionen der International Group of Controlling zu Grunde gelegt.

Zwischen dem Controlling aus Sicht der Wissenschaft und dem Controlling in der Praxisherrschen ebenfalls Unterschiede. Zwar versteht fast jedes Unternehmen unter Controllingdie Aufgaben Informationsversorgung, Koordination, Planung und Kontrolle34 und auch nachder Auffassung von Horváth umfasst das Controlling die zuvor genannten Aspekte.35 Jedochwirken Faktoren wie Unternehmensgröße und Führungsstil auf die Aufgaben des Control-lings im Unternehmen mit ein.36 Das interne Rechnungswesen wird zumeist bei kleinerenUnternehmen als Controlling bezeichnet.37 Nach Küpper beispielsweise umfasst das Control-ling innerhalb der Informationsinstrumente auch das Rechnungswesen38 und auch nach dem IGC wird dem Controller das aus den originären Aktionsfeldern abgeleitete Aktionsfeld „Ge-staltung von Controlling-relevanten Vorsystemen“, also auch das Rechnungswesen, zuge-schrieben.39

Abbildung 1 soll verdeutlichen, wie die Organisation des Controllings im Unternehmen aussehen kann.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Beispiel für die Organisation der Controlling-Abteilung (Quelle: Küpper, H.-U. (2008), S. 551)

Zur besseren Verdeutlichung des Sachverhalts wird hier noch eine Unterscheidung zwischen strategischem Controlling und operativem Controlling vorgenommen.40 Das strategische Controlling bestimmt Chancen und Risiken für das Unternehmen und stellt diese in Zahlen dar.41 Das operative Controlling dient ebenfalls als Unterstützung der Führung durch verschiedene Aufgaben. Darunter auch die Kosten- und Leistungsrechnung.42

Zu erkennen ist, dass das strategische Controlling zukunftsorientiert ist und sich über einen längeren Zeitraum erstreckt. Das operative Controlling hingegen ist vergangenheitsorientiert. Jedoch kann man diese beiden Ausprägungen nicht voneinander trennen - sie ergänzen sich.43 Zudem ist auch an dieser Stelle wieder zu erkennen, dass das interne Rechnungswesen ein Teilstück des Controllings ist.

4 Überblick über die Gründe und die Entwicklung der Konvergenz

4.1 Begriffsdefinition Konvergenz

Die strenge Trennung von internem und externem Rechnungswesen in Deutschland44 gehtauf Eugen Schmalenbach zurück. Seit den 1990er Jahren jedoch wird diese Trennung aberzunehmend diskutiert und hinterfragt.45 Gründe für die Diskussion waren bzw. sind das im-mer komplexer werdende wirtschaftliche Umfeld und die zunehmende Internationalisierung.46 Die Aufhebung bzw. die teilweise Aufhebung wird als Konvergenz bezeichnet47 und bedeutetdie Übereinstimmung von internen Ergebnisrechnungen mit den extern bestimmten Daten.48

Für die Konvergenz werden in der Literatur häufig unterschiedliche Bezeichnungen herangezogen. Die Begriffe Harmonisierung49, Integration50 und zum Teil Konversion51 werden synonym zu Konvergenz verwendet.52

Die zuvor genannten Begriffe bedeuten im Zusammenhang der Konvergenz von internemund externem Rechnungswesen die Annäherung der beiden Rechnungswesen,53 sodass am Ende des Konvergenzprozesses ein vollständig integriertes Rechnungswesen besteht.54 Ob dies möglich bzw. sinnvoll ist, wird im Verlauf dieser Arbeit geklärt.

4.2 Konvergenzfelder

Wie in Punkt 2 bereits beschrieben, erfolgte in Deutschland eine strikte Trennung von inter-nem und externem Rechnungswesen,55 da die beiden Systeme unterschiedliche Zweckeverfolgen.

Die Funktionen des externen Rechnungswesens sind die Ausschüttungsbemessungsfunktion, die Informationsfunktion und die Steuerbemessungsfunktion.56 Die externe Rechnungslegung richtet sich also an verschiedene Adressaten außerhalb des Unternehmens.57

Das interne Rechnungswesen dagegen dient dazu, verschiedene berechtigte Nutzer in verschiedenen Bereichen des Unternehmens mit Informationen in Form von Zahlen zu versorgen, welche auf dieser Zahlenbasis fundierte Entscheidungen treffen können.58 Zu den Informationen, die durch das interne Rechnungswesen bereitgestellt werden, zählt innerhalb der vergangenheitsbezogenen Informationen beispielsweise die Istkostenrechnung. Zu den zukunftsbezogenen die Investitionsrechnung.59

Hinsichtlich der Adressaten von Informationen aus dem Rechnungswesen kann aber nichtstrikt getrennt werden, da auch die Unternehmensleitung an den Jahresabschlüssen interes-siert ist.60 In die andere Richtung sind auch externe Adressaten an internen Rechnungeninteressiert.61

Aufgrund der oben beschriebenen Aufgaben Steuerbemessung und Ausschüttungsbemes-sung des externen Rechnungswesens ergeben sich Unterschiede zwischen den Rech-nungskreisen.62 Auch bilanzpolitische Verzerrungen63 sind Gründe dafür, dass sich das ex-terne Rechnungswesen nicht für die interne Steuerung verwenden lässt.64 Die Entwicklungender letzten Jahre ergaben jedoch Motive, die zu einer Konvergenz der beiden Rechnungs-wesen führten.65

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Extrinsische Motive zur Förderung der Konvergenz(Quelle: In Anlehnung an Lingnau, V./Jonen, A. (2006), S. 8)

Der erhöhte Kapitalbedarf der Unternehmen66 und die steigende Internationalisierung führte dazu, dass immer mehr deutsche Unternehmen ihren Abschluss nach IFRS erstellen. Des Weiteren sind kapitalmarktorientierte Unternehmen dazu verpflichtet einen Abschluss nach den IFRS aufzustellen.67

Die IFRS sind im Gegensatz zum HGB a. F. stark entscheidungsorientiert und verfolgen somit im weitesten Sinne das gleiche Ziel wie die interne Rechnungslegung.68 Als ein weiteres extrinsisches Motiv zur Förderung der Konvergenz ist das KonTraG zu nennen. Nach diesem Gesetz ist im Anhang des Konzernabschlusses die Kapitalflussrechnung und die Segmentberichterstattung anzufügen.69 Die Kapitalflussrechnung und die Segmentberichterstattung fallen in das Aufgabengebiet des internen Rechnungswesens. Hier werden die Segmentangaben und die Segmentabgrenzung vorgenommen.70

Neben den extrinsischen Motiven gibt es aber auch intrinsische Motive.71

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Intrinsische Motive zur Förderung der Konvergenz

(Quelle: In Anlehnung an Lingnau, V./Jonen, A. (2006), S. 8)

Als erstes wird hier der Kostenaspekt betrachtet. Alle Unternehmen müssen ihren Perioden- erfolg aufgrund gesetzlicher Bestimmungen ermitteln. Es wäre für die Unternehmen also ausrein kostenorientierter Sicht vorteilhafter, wenn sie nur auf ein System und zwar auf das, desexternen Rechnungswesens zurückgreifen würden.72 Hierbei ist auch der Zugriff beiderRechnungswesen auf dieselbe Datenbasis anzuführen.73 Außerdem werden Mehrfachspei-cherung, -erfassung und Doppelberechnungen vermieden. All diese Aspekte bergen einezusätzliche Ersparnis.74

Des Weiteren sind die Unterschiede zwischen dem Ergebnis des internen Rechnungswesens und dem des externen Rechnungswesens schwer erklärbar.75 Das interne Rechnungswesen beispielsweise zieht kalkulatorische Größen zur Berechnung des Ergebnisses heran76 und die Ergründung und Erklärung der Unterschiede könnte mehr Zeit in Anspruch nehmen, als die Auslegung bzw. Deutung der Ergebnisse selbst.77

In diesem Zusammenhang ist auch die Tatsache zu nennen, dass externe Adressaten zu-nehmend Informationen des internen Rechnungswesens fordern.78 Mit nur einem Rech-nungswesen würde gegenüber allen Adressaten die gleiche Basis verwendet werden.79

Nach einer Befragung diverser Unternehmen stellte sich auch heraus, dass ein weiteres Motiv für die Konvergenz das Verbinden des Anreizsystems für die Managementebene an die Zahlen des internen Rechnungswesens war.80

Die strikte Trennung von internem und externem Rechnungswesen ist eine deutsche Entwicklung. Dieses System findet im Ausland zumeist wenig Akzeptanz. Aufgrund dessen, das viele deutsche Unternehmen im Ausland Niederlassungen unterhalten, erhielt die Konvergenz einen zusätzlichen Vortrieb.81

Bei der Erläuterung der extrinsischen Motive wurde ganz bewusst auf die Entwicklung der deutschen Rechnungslegung aufgrund des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes verzichtet, da diese die Konvergenz entscheidend beeinflusst hat. An dieser Stelle wird aber näher auf die Auswirkungen des BilMoG auf die Konvergenz eingegangen.

Mit dem BilMoG wurde das Ziel verfolgt die deutsche Rechnungslegung an die IFRS anzu- gleichen, jedoch den Aufwand für die Unternehmen so gering wie möglich zu halten.82 Ausschüttungsbemessung und steuerliche Gewinnermittlung werden als Eckpfeiler des HGB beibehalten.83 Dennoch fanden umfassende Änderungen der Rechnungslegung statt.84 So trägt nun auch die Rechnungslegung nach neuem HGB dazu bei, Informationen bereit zu stellen, die als Grundlage für Entscheidungen dienen.85

Jedoch muss das BilMoG hinsichtlich der Konvergenz kritischer betrachtet werden. Die Neuerungen durch das BilMoG führen allenfalls dazu, dass die Unterschiede von internem und externem Rechnungswesen geringer werden.86 Eine Konvergenzförderung im eigentlichen Sinne tritt erst ein, wenn keine Wahlrechte ausgeübt werden bzw. bei Ausübung von Wahlrechten diese realistischere Abbildung des Unternehmens wiedergeben und somit bilanzpolitische Verzerrungen weitestgehend vermieden werden.87

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Konvergenzbereich von internem und externem Rechnungswesen (Quelle: Funk, W./Rossmanith, J. (2008), S. 46)

Das interne und externe Rechnungswesen verfolgen aufgrund dessen ähnliche Ziele88 undkönnten somit die Harmonisierung vorantreiben89 und den Konvergenzbereich zum Teil auf die neue Handelsbilanz ausweiten.90 Das BilMoG mit seiner Auswirkung auf die Konvergenz und dementsprechend auch auf die Rolle des Controllings wird nachfolgend in Punkten wie Projektcontrolling weiter thematisiert.

Ein weiteres Thema innerhalb der Konvergenz, ist die Frage nach der Richtung der Konvergenz.91 Bei der Betrachtung der intrinsischen und extrinsischen Motive wurde die Konvergenzrichtung in den einzelnen Motiven nicht betrachtet. Zwei Möglichkeiten bzgl. der inhaltlichen Bestimmung bestehen:92

1. Internes Rechnungswesen inhaltliche Bestimmung→ Externes Rechnungswesen (Ma- nagement Approach)
2. Externes Rechnungswesen inhaltliche Bestimmung→ Internes Rechnungswesen93

Im internationalen Bereich hat die erste Variante immer mehr Bedeutung erlangt,94 da Inves-toren und Anteilseigner dieselben Informationen erhalten und sich so das Unternehmen„through management eyes“, also aus Sicht der Unternehmensführung, veranschaulichenkönnen.95 In Punkt 5.2.1 wird der Management Approach näher betrachtet. Des Weiterenwird auf die Möglichkeiten und Grenzen der Konvergenz in Punkt 6 näher eingegangen.

5 Wirkungen der Konvergenz auf das Controlling

5.1 Überblick

Das HGB in alter Fassung war für die Unternehmenssteuerung nicht in dem Maße geeignetals die IFRS,96 da wie oben schon erwähnt die Zielsetzungen des HGB a. F. nicht mit denendes internen Rechnungswesens übereinstimmen.97 Dies führte dazu, dass internes und ex-ternes Rechnungswesen getrennt verliefen und die für die Unternehmenssteuerung wesent-lichen Daten aus dem internen Rechnungswesen dem Controlling zur Verfügung gestelltwurden.98

Die IFRS dagegen verfolgen im Wesentlichen die gleichen Ziele, sodass sich das externeRechnungswesen für die interne Unternehmenssteuerung, also dem Controlling verwenden lässt.99 Es müssen also keine zusätzlichen Werte vom internen Rechnungswesen generiert werden und dem Controlling zur Verfügung gestellt werden.100

Durch die Bewegungen im Rechnungswesengefüge steht das Controlling vor neuen Heraus-forderungen.101 Jedoch ist auch hier zu erwähnen, dass die Auswirkungen in der Literaturkontrovers diskutiert werden. Spengler schreibt beispielsweise, dass die Novellierung desHandelsrechts, aber auch die Rechnungslegung nach den IFRS, geringe Auswirkungen aufdie Aufgaben, Instrumente, Qualifikation und Organisation des Controllings haben.102 Dage-gen schreibt Funk, dass das Controlling durch die erweiterten und veränderten Aufgabenbe-reiche durch Internationalisierung besondere Bedeutung erlangt.103 Auch der IGC-Arbeitskreis ließ zu diesem Thema verlauten, dass die Konvergenz zu einer direkten Verbin-dung der internationalen Rechnungslegung mit dem Controlling beiträgt und dazu führt, dasssich das Controlling den neuen Rahmenbedingungen anpassen muss.104

Zu klären gilt es, in wie fern die Meinungen der o.g. Personen zutreffen, d. h. ob sich die IFRS105 bzw. das neue HGB zur (teilweisen) Vereinheitlichung des Rechnungswesens eignen106 und in wie fern sich dadurch Wirkungen auf das Controlling ergeben.107

Gesagt werden kann an dieser Stelle, dass das BilMoG mehr oder weniger stark108 und die IFRS die Konvergenz fördern und somit Wirkungen auf die Rolle des Controllings entfalten.109 Beeinflusst werden nahezu alle die in Kapitel 3 angeführten Aufgabenfelder des Controllings.110 In den nachfolgenden Punkten wird dies verdeutlicht.

5.2 Veränderte Aufgaben und Instrumente

5.2.1 Management Approach

5.2.1.1 Definition

Der Management Approach bedeutet die Übernahme von internen Steuerungsgrößen in dieexterne Rechnungslegung.111

[...]


1 Vgl. Pfitzmayer, K.-H. (2005), S. 95.

2 Vgl. Barth, T./Barth, D. (2008), S. 156.

3 Vgl. Götze, U. (2010), S. 254.

4 Vgl. Weber, J. (2008), S. 237.

5 Vgl. Simons, D./Weißenberger, B. (2008), S. 137f.

6 Vgl. Bieg, H. et al. (2009), S. 1.

7 Vgl. Weißenberger, B. (2006c), S. 44.

8 Vgl. Funk, W./Rossmanith, J. (2011), S. 67f.

9 Vgl. Weißenberger, B. (2006c), S. 44.

10 Vgl. Nobach, K./Zirkler, B. (2006), S. 740.

11 Vgl. Weißenberger, B. (2006c), S. 15.

12 Vgl. Funk, W./Rossmanith, J. (2011), S. 69.

13 http://www.stephan-remmler.de/Stephan%20Remmler/frame.htm (Zugriffsdatum: 31.05.2011).

14 Vgl. Thommen, J.-P./Achleitner, A.-K. (2006), S. 409.

15 Vgl. Hutzschenreuter, T. (2009), S. 297.

16 Vgl. Burger, A./Ulbrich, P. (2005), S. 396.

17 Vgl. Simons, D./Weißenberger, B. (2010), S. 271.

18 Vgl. Thommen, J.-P./Achleitner, A.-K. (2006), S. 410.

19 Vgl. Müller, J./Wildau, N. (2009), S. 28.

20 Vgl. Wöhe, G. (2005), S. 810.

21 Vgl. Funk, W./Rossmanith, J. (2008), S. 5.

22 Vgl. Zülch , H./Hendler, M. (2009), S. 62.

23 Vgl. Ammann, H./Müller, S. (2006), S. 29.

24 Vgl. Wöhe, G. (2005), S. 810f.

25 Vgl. Preißler, P. (2007), S. 15.

26 Vgl. Jung, H. (2007), S. 2.

27 Vgl. Weber, J./Schäffer, U. (2011), S. 41.

28 Vgl. Horváth, P. (2008), S. 129.

29 Vgl. Reichmann, T. (2006), S. 10f.

30 Vgl. Weißenberger, B. (2006c), S. 18.

31 Vgl. Weber, J./Schäffer, U. (2011), S. 19f.

32 Weißenberger, B. (2006c), S. 18f.

33 Vgl. Weber, J./Schäffer, U. (2011), S. 20.

34 Vgl. Becker, W. (2011), S. 309f.

35 Vgl. Horváth, P. (2008), S. VI.

36 Vgl. Becker, W. (2011), S. 309f.

37 Vgl. Troßmann, E. (2008), S. 109.

38 Vgl. Küpper, H.-U. (2001), S. 26.

39 Vgl. Weißenberger, B. (2006c), S. 20ff.

40 Vgl. Ossadnik, W. (2006), S. 72.

41 Vgl. Brecht, U. (2004), S. 96.

42 Vgl. Schroeter, B. (2002), S. 107.

43 Vgl. Brecht, U. (2004), S. 97.

44 Vgl. Mühlberger, M./Langecker, A. (2010), S. 28.

45 Vgl. Simons, D./Weißenberger, B. (2008), S. 137.

46 Vgl. Mühlberger, M./Langecker, A. (2010), S. 28.

47 Vgl. Schaier, S. (2008), S. 122.

48 Vgl. Wollmert, P./Oser, P./Skrik, U. (2010), S. 78.

49 Vgl. Barth, T./Barth, D. (2008), S. 155.

50 Vgl. Hebeler, C. (2003), S. 2.

51 Vgl. Seelinger, R./Kaatz, S. (1998), S. 125.

52 Vgl. Küting, K./Lorson, P. (1999), S. 47.

53 Vgl. Funk, W./Rossmanith, J. (2008), S. 44.

54 Vgl. Jonen, A./Lingnau, V. (2005), S. 283.

55 Vgl. Müller, S. (2008), S. 287.

56 Vgl. Auer, K. (2000), S. 18.

57 Vgl. Wöhe, G. (2005), S. 810f.

58 Vgl. Franz, K.-P./Winkler, C. (2006), S. 32.

59 Vgl. Hebeler, C. (2003), S. 59.

60 Vgl. Bieg, H./Kußmaul, H. (2006), S. 441.

61 Vgl. Daum, A./Petzold, J./Pletke, M. (2007), S. 131

62 Vgl. Haller, A. (1997), S. 271.

63 Vgl. Schredelseker, K. (2002), S. 314.

64 Vgl. Funk, W./Rossmanith, J. (2008), S. 44.

65 Vgl. Lingnau, V./Jonen, A. (2006), S. 5f.

66 Vgl. Bärtl, O. (2001), S. 2.

67 Vgl. Heyd, R. (2001), S. 202.

68 Vgl. Lingnau, V./Jonen, A. (2006), S. 5f.

69 Vgl. Küting, K./Lorson, P. (1999), S. 50.

70 Vgl. Matova, M./Pegler, C. (2010), S. 494.

71 Vgl. Lingnau, V./Jonen, A. (2006), S. 6.

72 Vgl. Ewert, R./Wagenhofer, A. (2008), S. 62.

73 Vgl. Chrubasik, B./Janz, J. (2007), S. 61.

74 Vgl. Küpper, H.-U. (2008), S. 158.

75 Vgl. Jonen, A./Lingnau, V. (2005), S. 286.

76 Vgl. Steger, J. (2010), S. 28.

77 Vgl. Hoke, M. (2001), S. 108.

78 Vgl. Wussow, S. (2004), S. 23.

79 Vgl. Graßhoff, J./Melcher, W. (2001), S. 110.

80 Vgl. Ewert, R./Wagenhofer, A. (2008), S. 63.

81 Vgl. Wagenhofer, A. (2008), S. 161.

82 Vgl. Kessler, H. (2009), S. 45.

83 Vgl. Petersen, K./Zwirner C. (2009), S. 5.

84 Vgl. Solmecke, H. et al. (2009), S. 124.

85 Vgl. Göllert, K. (2008), S. 334.

86 Vgl. Böge, H. (2009), S. 245.

87 Vgl. Spengler, W. (2009), S. 221.

88 Vgl. Lorson, P./Melcher, W./Zündorf, H. (2009), S. 45.

89 Vgl. Moussallem, S. (2005), S. 11.

90 Vgl. Lorson, P./Melcher, W./Zündorf, H. (2009), S. 49.

91 Vgl. Funk, W./Rossmanith, J. (2011), S.

92 Vgl. Trapp, R. (2010), S. 268.

93 Vgl. Franz, K.-P./Winkler, C. (2006), S. 61.

94 Vgl. Kirsch, H.-J./Koelen, P./Köhling, K. (2010), S. 200.

95 Vgl. Kühnberger, M. (2007), S. 9.

96 Vgl. Frey, L./Grote, A. (2009), S. 153f.

97 Vgl. Wagenhofer, A. (2005), S. 12.

98 Vgl. Wussow, S. (2004), S. 1.

99 Vgl. Müller, S. (2007), S. 55.

100 Vgl. Spengler, W. (2009), S. 219f.

101 Vgl. Krimpmann, A./Klein, A. (2009), S. 5f.

102 Vgl. Spengler, W. (2009), S. 222.

103 Vgl. Funk, W./Rossmanith, J. (2008), S. 42ff.

104 Vgl. Weißenberger, B. (2008), S. 427.

105 Vgl. Spengler, W. (2009), S. 221.

106 Vgl. Böge, H. (2009), S. 244.

107 Vgl. Günter, S. (2009), S. 398f.

108 Vgl. Krimpmann, A./Klein, A. (2009), S. 5.

109 Vgl. Weißenberger, B. (2006a), S. 613.

110 Vgl. Böge, H. (2009), S. 244ff.

111 Vgl. Horváth, P. (2008a), S. 7.

Ende der Leseprobe aus 51 Seiten

Details

Titel
Wirkungen der Konvergenz von internem und externem Rechnungswesen auf die Rolle des Controllings
Hochschule
Hochschule Albstadt-Sigmaringen; Sigmaringen  (Business & Computer Science)
Veranstaltung
Controlling-Seminar
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
51
Katalognummer
V177502
ISBN (eBook)
9783668674134
ISBN (Buch)
9783668674141
Dateigröße
1017 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Controlling, Rechnungslegung, Rechnungswesen, Konvergenz, Integration, Harmonisierung, Internes Rechnungswesen, Externes Rechnungswesen, Goodwill, Impairment-Test, Langfristige Fertigungsaufträge, Management Approach, Segmentberichterstattung, Selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände, Qualifikationsanforderungen, Organisation, Möglichkeiten und Grenzen
Arbeit zitieren
Tobias Niess (Autor), 2011, Wirkungen der Konvergenz von internem und externem Rechnungswesen auf die Rolle des Controllings, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177502

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