Methode der Sequenzanalyse in der objektiven Hermeneutik


Hausarbeit, 2001

11 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Objektive Hermeneutik
2.1 Definition
2.2 Geschichte
2.3 Der Strukturbegriff

3. Die Sequenzanalyse
3.1 Die Sequenzanalyse in der objektiven Hermeneutik
3.2 Definition der Sequenzanalyse
3.3 Verfahren der Sequenzanalyse
3.4 Grundprinzipien der Sequenzanalyse
3.4.1 Analyse des spezifischen Fallaufbaus
3.4.2 Dialektik von Allgemeinem und Besonderem
3.5 Voraussetzungen einer gültigen, sequenzanalytischen Auswertung eines
Interaktionsprotokolls

4. Schlussgedanken

1. Einleitung

Die qualitative Forschung besitzt mehrere Konzepte zur Analyse von Dokumenten oder Interviews. Ein solches Interviewanalyseverfahren ist die objektive Hermeneutik, die mittels verschiedener Verfahren durchgeführt werden kann. Eines davon ist die Sequenzanalyse, dessen Erklärung Gegenstand dieser Hausarbeit ist.

2. Die objektive Hermeneutik

2.1 Definition

In der Literatur wird die auf Ullrich Oevermann basierende objektive Hermeneutik (auch strukturale Hermeneutik genannt) als theoretisches, methodologisches und methodisches Konzept und als sozialwissenschaftliche Forschungsmethode zur Textanalyse bezeichnet (Flick / Kardorff / Steinke, 2000, S. 514; Flick / Kardorff / Keupp / Rosenstiel / Wolff, 1991, S. 223; Hitzler / Honer, 1997, S. 31). Sie eignet sich zur Rekonstruktion der Spielregeln und Bedingungen sozialen Handelns (Arbeitskreis Qualitative Sozialforschung, 1994, S. 103). Dadurch wird das Ziel der objektiven Hermeneutik deutlich, das darin liegt, latente Sinnstrukturen (d.h. das sozial Unbewusste) und objektive Bedeutungsstrukturen (d.h. subjektive Intentionen sind wertlos) von Aussagen und Handlungen zu rekonstruieren, da nur die objektive Sinnstruktur des Textes in einer bestimmten Sprach- und Interaktionsgemeinschaft wichtig ist (a.a.O.; Flick / Kardorff / Steinke, 2000, S. 514; Flick / Kardorff / Keupp / Rosenstiel / Wolff, 1991, S. 223; Bohnsack, 2000, S. 83; Hitzler / Honer, 1997, S. 31).

Die Analysen der fixierten Protokolle von sozialen Handlungen und Interaktionen werden dann als gültig angesehen, wenn die hermeneutische Kunstlehre strikt angewendet wird (Flick / Kardorff / Steinke, 2000, S. 515; Hitzler / Honer, 1997, S. 32; Soeffner, 1979, S. 380). Daher wird die „objektive Rekonstruktion objektiver Strukturen als Grenzwert“ definiert, der dadurch erreicht wird, wenn dauernd die objektiven Hermeneutikvorschriften angewendet werden (a.a.O.; Flick / Kardorff / Keupp / Rosenstiel / Wolff, 1991, S. 224).

2.2 Geschichte

Das Verfahren der objektiven Hermeneutik besitzt seinen Ursprung in einem Großforschungsprojekt namens „Elternhaus und Schule“, dass unter der Obhut von Oevermann und seinen Mitarbeitern Krappmann und Krepper stand (Flick / Kardorff / Steinke, 2000, S. 515f; Flick / Kardorff / Keupp / Rosenstiel / Wolff, 1991, S. 224f; Hitzler / Honer, 1997, S. 33f). Da die Untersuchungen über die Bedeutung der Sprachbarrieren für einen Schulerfolg und der Möglichkeiten des kompensatorischen Unterrichts rein qualitativ durchgeführt wurden, führte dies zur Unvollständigkeit der erworbenen Ergebnisse und zu einer Kritik der verwendeten Methode (a.a.O.).

Noch vor den siebziger Jahren entwickelten Oevermann, Allert, Schütze, Gripp und Konau qualitative Erhebungsverfahren (a.a.O.). Später folgten hermeneutische Auswertungsprozeduren und im Vordergrund stand die amerikanische Kritik am quantitativen, sozialwissenschaftlichen Messen (a.a.O.).

Eigentlich war die objektive Hermeneutik so aufgefasst worden, dass sie die Struktur sozialisatorischer Interaktion mit der Hilfe der Textanalyse rekonstruieren soll (a.a.O.). Aber da dies bedeuten würde, dass die objektive Hermeneutik eine grundlegende Maßoperation aller sozialwissenschaftlicher Forschung wäre, wandte sie sich neben Protokollen sozialisatorischer Interaktion auch Texten (Malerei, Musik,... inbegriffen) zu (a.a.O.).

Des weiteren teilen sich die Gemüter der Autoren, denn Oevermann befasste sich mit den theoretischen Konzepten und sieht die methodologische Seite nicht als gravierender an (a.a.O.). Andere Autoren beschäftigen sich in erster Linie allerdings mit Fallanalysen und der Diskussion der methodischen und theoretischen Verflechtungen (a.a.O.).

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Methode der Sequenzanalyse in der objektiven Hermeneutik
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Institut für Erziehungswissenschaft)
Note
2,7
Autor
Jahr
2001
Seiten
11
Katalognummer
V17753
ISBN (eBook)
9783638222457
ISBN (Buch)
9783656646204
Dateigröße
419 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Methode, Sequenzanalyse, Hermeneutik
Arbeit zitieren
Nancy Kunze-Groß (Autor), 2001, Methode der Sequenzanalyse in der objektiven Hermeneutik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17753

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