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Methode der Sequenzanalyse in der objektiven Hermeneutik

Title: Methode der Sequenzanalyse in der objektiven Hermeneutik

Term Paper , 2001 , 11 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Nancy Kunze-Groß (Author)

Pedagogy - Theory of Science, Anthropology
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Summary Excerpt Details

Die qualitative Forschung besitzt mehrere Konzepte zur Analyse von
Dokumenten oder Interviews. Ein solches Interviewanalyseverfahren
ist die objektive Hermeneutik, die mittels verschiedener Verfahren
durchgeführt werden kann. Eines davon ist die Sequenzanalyse,
dessen Erklärung Gegenstand dieser Hausarbeit ist. In der Literatur wird die auf Ullrich Oevermann basierende objektive
Hermeneutik (auch strukturale Hermeneutik genannt) als
theoretisches, methodologisches und methodisches Konzept und als
sozialwissenschaftliche Forschungsmethode zur Textanalyse
bezeichnet (Flick / Kardorff / Steinke, 2000, S. 514; Flick / Kardorff /
Keupp / Rosenstiel / Wolff, 1991, S. 223; Hitzler / Honer, 1997, S.
31). Sie eignet sich zur Rekonstruktion der Spielregeln und
Bedingungen sozialen Handelns (Arbeitskreis Qualitative
Sozialforschung, 1994, S. 103). Dadurch wird das Ziel der objektiven
Hermeneutik deutlich, das darin liegt, latente Sinnstrukturen (d.h. das
sozial Unbewusste) und objektive Bedeutungsstrukturen (d.h.
subjektive Intentionen sind wertlos) von Aussagen und Handlungen
zu rekonstruieren, da nur die objektive Sinnstruktur des Textes in
einer bestimmten Sprach- und Interaktionsgemeinschaft wichtig ist
(a.a.O.; Flick / Kardorff / Steinke, 2000, S. 514; Flick / Kardorff /
Keupp / Rosenstiel / Wolff, 1991, S. 223; Bohnsack, 2000, S. 83;
Hitzler / Honer, 1997, S. 31). [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Objektive Hermeneutik

2.1 Definition

2.2 Geschichte

2.3 Der Strukturbegriff

3. Die Sequenzanalyse

3.1 Die Sequenzanalyse in der objektiven Hermeneutik

3.2 Definition der Sequenzanalyse

3.3 Verfahren der Sequenzanalyse

3.4 Grundprinzipien der Sequenzanalyse

3.4.1 Analyse des spezifischen Fallaufbaus

3.4.2 Dialektik von Allgemeinem und Besonderem

3.5 Voraussetzungen einer gültigen, sequenzanalytischen Auswertung eines Interaktionsprotokolls

4. Schlussgedanken

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Methode der Sequenzanalyse innerhalb der objektiven Hermeneutik fundiert zu erläutern, ihr theoretisches Konzept darzustellen und die praktischen Anforderungen an deren Anwendung sowie die Gütekriterien für den Forschungsprozess zu definieren.

  • Theoretische Grundlagen und Definition der objektiven Hermeneutik
  • Entstehungshintergrund und Anwendungsbereich des Verfahrens
  • Methodisches Vorgehen bei der sequenzanalytischen Auswertung
  • Wissenschaftliche Prinzipien wie die Fallstrukturanalyse und dialektische Begriffsbildung
  • Voraussetzungen zur Sicherstellung der Gültigkeit von Interpretationen

Auszug aus dem Buch

3.3 Verfahren der Sequenzanalyse

Das Verfahren der Sequenzanalyse lässt sich in drei grobe, sich wiederholende Schritte einteilen, die sehr gut in den Ausführungen von Hitzler und Honer (1997, S. 44-46) dargestellt sind:

Zuerst wird das Protokoll der Interaktion genommen und die erste Sequenz herausgefiltert. Zu dieser werden dann verschiedene Deutungen entwickelt, die verständlich, sachlich, vernünftig und wahrscheinlich sein müssen. Dieses Vorgehen nennt man auch die Entwicklung von sinnmachenden Geschichten, auch Lesarten genannt. Das Wissen über innere oder äußere Zusammenhänge darf nicht mit einbezogen werden, da sonst vorschnell falsche Schlüsse gezogen werden können.

Im zweiten Schritt werden die Verflechtungen und Verwicklungen der Lesarten bestimmt. Auch hier müssen diese sachlich und vernünftig sein. Dabei gilt, dass die Ausführlichkeit der Lesarten eine große Hilfe zum Herausfiltern spezifischer Interaktionsmuster eines Falls darstellt, wobei der Hermeneut stets an der Vernünftigkeit und der Normalität haften bleiben sollte. Dies bedeutet, dass universelle und historische Regeln eine große Rolle spielen und daher genannt und beachtet werden müssen.

Im dritten und letzten Schritt eignet sich der Forscher den tatsächlichen Kontext an und vergleicht mit der empirischen Realisation, welche Lesarten ausgeschlossen werden können. Dabei spielt keine Rolle, welche Lesarten die Handelnden selbst von ihren Taten entwickelt haben, denn sehr selten kennt der Handelnde die volle Bedeutung seiner Handlung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die qualitative Forschung ein und benennt die Sequenzanalyse als zentralen Gegenstand der Untersuchung.

2. Die Objektive Hermeneutik: Dieses Kapitel definiert die objektive Hermeneutik als strukturale Methode, beleuchtet ihre Entstehungsgeschichte und klärt den für das Verfahren zentralen Strukturbegriff.

3. Die Sequenzanalyse: Hier werden die Definition, das methodische Verfahren, grundlegende Prinzipien und die Voraussetzungen für die Validität sequenzanalytischer Auswertungen detailliert erarbeitet.

4. Schlussgedanken: Das letzte Kapitel reflektiert die Verbreitung der Methode in Deutschland und ordnet ihre Einzelfallorientierung sowie die textstrukturelle Ausrichtung kritisch ein.

Schlüsselwörter

Objektive Hermeneutik, Sequenzanalyse, qualitative Sozialforschung, Fallstruktur, latente Sinnstruktur, Interaktionsprotokoll, Lesarten, Textanalyse, strukturale Hermeneutik, methodisches Verfahren, Fallrekonstruktion, Sozialisationsprozess, interaktionistische Forschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit behandelt die Methode der Sequenzanalyse als ein zentrales qualitatives Auswertungsverfahren innerhalb der objektiven Hermeneutik.

Welche Themenfelder werden in der Arbeit primär abgedeckt?

Die Schwerpunkte liegen auf den theoretischen Grundlagen der objektiven Hermeneutik, der Definition des Strukturbegriffs sowie der praktischen methodischen Durchführung und Validierung einer Sequenzanalyse.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist eine präzise Darstellung der Vorgehensweise bei der Sequenzanalyse, um aufzuzeigen, wie latente Sinnstrukturen in sozialen Interaktionen methodisch korrekt rekonstruiert werden können.

Welche methodischen Ansätze werden zur Analyse verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse der maßgeblichen Vertreter und methodischen Ansätze der qualitativen Forschung, insbesondere von Ullrich Oevermann und weiteren führenden Autoren.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung der objektiven Hermeneutik, die Erläuterung des sequenzanalytischen Vorgehens in drei Schritten sowie die Prinzipien der Fallstrukturanalyse.

Welche Schlüsselbegriffe sind für die Arbeit charakteristisch?

Zentrale Begriffe sind neben der Sequenzanalyse und der objektiven Hermeneutik insbesondere die Fallstruktur, das Interaktionsprotokoll und die Erstellung von Lesarten.

Was versteht man in der objektiven Hermeneutik unter dem "Strukturbegriff"?

Strukturen sind nach diesem Verständnis wirklich, zeitlos und steuern das Handeln der Subjekte, wobei sie sich entlang einer Zeitachse verdoppeln oder transformieren.

Warum ist das "Sicheinlassen" auf den Fall bei der Sequenzanalyse so wichtig?

Es dient dazu, vorschnelle Interpretationen und das Einfließen von Vorwissen über innere oder äußere Zusammenhänge zu vermeiden, um eine objektive Rekonstruktion der latenten Sinnstruktur zu gewährleisten.

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Details

Title
Methode der Sequenzanalyse in der objektiven Hermeneutik
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Erziehungswissenschaft)
Grade
2,7
Author
Nancy Kunze-Groß (Author)
Publication Year
2001
Pages
11
Catalog Number
V17753
ISBN (eBook)
9783638222457
ISBN (Book)
9783656646204
Language
German
Tags
Methode Sequenzanalyse Hermeneutik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nancy Kunze-Groß (Author), 2001, Methode der Sequenzanalyse in der objektiven Hermeneutik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17753
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