Die Bedeutung der Infektionsprophylaxe reflektieren: Bordetella Pertussis


Facharbeit (Schule), 2009
21 Seiten, Note: 1,1

Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Weg der Problemlösung

2 Pertussis
2.1 Kennzeichen
2.1.1 Der allgemeine Aufbau von Bakterien
2.1.2 Der Erreger
2.1.3 Toxine des Bordetella Pertussis- Erregers
2.1.4 Übertragungsweg
2.1.5 Pathogenese
2.2 Epidemiologie
2.3 Klinik
2.4 Komplikationen
2.5 Diagnostik
2.6 Therapie
2.7 Hygienemaßnahmen
2.8 Prävention
2.9 Meldepflicht

3 Die Impfung gegen Pertussis
3.1 Die Keuchhustenimpfung
3.2 Mögliche Nebenwirkungen der Keuchhustenimpfung
3.3 Die „Impfmüdigkeit“

4. Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse

5. Literaturverzeichnis

6 Anhang

1 Einleitung

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

Wie gefährlich kann der Verlauf von Keuchhusten bei Kleinkindern und Erwachsenen sein im Bezug darauf, dass viele Eltern ihre Kinder heutzutage nicht mehr impfen lassen und den eigenen Impfpass auch schon lange nicht mehr in der Hand gehalten haben? Können die Nebenwirkungen der Immunisierung[1] eventuell schlimmer sein als der Krankheitsverlauf? In verschiedensten Medien wird heutzutage von der „Impfmüdigkeit“ berichtet. Die Bevölkerung scheint Angst vor eventuellen Nebenwirkungen einer Vakzination zu haben und sieht dazu die Kindererkrankungen als einfache Erfahrung in der Kindheit an, die jeder einmal durchmachen muss. Oft kommen nun Diskusionen auf, ob es nun generell besser ist sich impfen zu lassen oder lieber nicht.

Es stellt sich nun die Frage, ob es schwere Verläufe von Keuchhusten, gefährliche Komplikationen oder sogar Todesfälle gibt. Diese Fragen sollen in der Facharbeit beantwortet sowie Vor- und Nachteile einer Vakzination am Beispiel Keuchhusten dargestellt werden.

1.2 Weg der Problemlösung

Um den Aufbau des Keuchhustenerregers richtig verstehen zu können, wird zuerst kurz der Aufbau von gramnegativen Bakterien beschrieben.

Danach folgt die Erarbeitung der Krankheit Pertussis. Dies wird der längste Teil der Arbeit sein, da viele Aspekte berücksichtigt werden müssen, um später ein vollständiges Bild der Krankheit zu erhalten. Der Schwerpunkt wird dort auf der Klinik und den Komplikationen liegen.

Der Nächste Schritt wäre dann die Impfung gegen Pertussis sowie deren Risiken und Nebenwirkungen zu erläutern, damit am Ende der Arbeit die Wichtigkeit der Impfung einzuschätzen ist. Der letzte Punkt wird sich abschließend auf den Verdacht der „Impfmüdigkeit in Deutschland beziehen.

2 Pertussis

2.1 Kennzeichen

2.1.1 Der allgemeine Aufbau von Bakterien

Um ein Grundverständnis von Bakterien, Prokaryonten[2], zu gewinnen, wird zunächst kurz der Aufbau von gramnegativen Bakterien[3] erläutert.

Prokaryonten besitzen im Gegensatz zu Eukaryonten[4] keine Zellorganellen und keine Kernmembran. Lediglich Ribosomen für die Proteinsynthese liegen in ihnen vor. Ihr DNS- Faden liegt direkt im Zellplasma und ist an einer Stelle mit der Zytoplasmamembran verbunden. Dies ist das Genom der Bakterie und wird als Kernäquivalent bezeichnet.

Die Zytoplasmamembran wird von einer Zellhülle, die als Murein bezeichnet wird, umgeben. Sie dient als Exoskelett, also als Stützelement. Ebenso ist die Zellhülle eine Permeabilitätsbarriere, dies bedeutet, dass große Moleküle besonders bei gramnegativen Bakterien schwer durch die Zellhülle gelangen können. Außerdem kann die Murein als Virulenzfaktor[5], angesehen werden. Fast alle Zellhüllenbestandteile können die Immunabwehr beeinflussen.

Bei gramnegativen Bakterien umgibt die Murein zusätzlich noch eine äußere Membran.

Eine Kapsel besitzen nur einige Bakterienarten. Kapseln können als Virulenzfaktoren oder Antigene wirken (Vgl. Hahn u.a., 2001, S. 19, S. 173 ff.)

2.1.2 Der Erreger

Der Keuchhusten wird durch das Bakterium Bordetella Pertussis ausgelöst.

Es gibt allerdings auch noch Bordetella Parapertussis und Bordetella Bronchiseptica, die die gleichen Symptome verursachen können, allerdings viel mildere Verläufe zeigen. Welcher Erreger vorliegt, kann bei der sogenannten biochemischen Differenzierung herausgefunden werden, indem die Oxidationsreaktion des Erregers untersucht wird (Vgl. Hahn u.a., 2001, S. 320).

Bordetella pertussis ist ein kugelförmiges, aerobes[6] Stäbchenbakterium und gehört zu der sogenannten Hämophilusgruppe[7] (Vgl. Alexander/ Raettig, 1998, S. 196; Warrel, 1990, S. 291).

Zur Kultivierung des Erregers werden spezielle Nährmedien benötigt. Diese werden mit Substanzen angereichert die wachstumshemmenden Stoffe neutralisieren. Bordetellen sind wenig empfindlich gegen Kälte und Austrocknung, aber sehr empfindlich gegen Fettsäuren (Vgl. Warrell, 1990, S. 291; Hahn u.a., 2001, S. 321).

Wie im Abschnitt 2.1.1 beschrieben besitzen gramnegative Bakterien eine Zellmembran, darauf eine Mureinschicht und eine äußere Membran. Das Bakterium Bordetella Pertussis ist zusätzlich umgeben von einer Kapsel. Außerdem besitzt es Pili, die sogenannten Fimbrien. Die Fimbrien dienen der Anheftung an die Wirtszelle (Vgl. Hahn u.a., 2001, S. 320).

Bordetella Pertussis vermehrt sich auf zilientragenden Epithelzellen[8] der Atemwegsschleimhäute (Vgl. URL:http://www.genericassays.com/deu/prod/PI/GA_PI_D_Bordetella.pdf [11.10.2009, 19:00 Uhr]).

2.1.3 Toxine des Bordetella Pertussis-Erregers

Die äußere Membran des Erregers beinhaltet Lipooligosaccharide[9], hierbei handelt es sich um Endotoxine, die erst nach Zerstörung des Erregers freigesetzt werden.

Weitere Oberflächenstrukturen die ebenfalls als Endotoxine fungieren, sind das filamentöse Hämagglutinin und Pertactin. Das filamentöse Hämagglutinin ist ein Protein, das zur Agglutination[10] von Erythrozyten führt. Pertactin ist ebenso ein Protein der äußeren Membran und ein Immunogen. Es löst somit eine Immunantwort aus und kann zur Synthese von Antikörpern verwendet werden (Vgl. Hahn u.a., 2009, S. 302 f.; Hahn u.a., 2001, S.238, S.251, S. 321, URL: http://www.mikrobiologisches-labor.de/html/d-glossar.html [07.12.09, 9:30 Uhr]).

Exotoxine sind wirtsschädigende Proteine, die von dem Erreger nach außen abgegeben werden (URL: http://www.meduniwien.ac.at/sg/files/16/315/bakterien4.pdf [07.12.09, 9:50 Uhr]).

Zu den Exotoxinen zählt man das Pertussistoxin, Adenylat-Zyklase-Toxin, Tracheale Zytotoxin und das dermonekrotische Toxin.

Auf der Abbildung 1 im Anhang kann man deutlich erkennen, dass diese Erzeugnisse außerhalb der Zelle liegen und man bekommt eine Vorstellung wie der Bordetella Pertussis Erreger aussieht.

Das Pertussistoxin hat verschiedene Wirkungen. Es ruft eine Lymphozytose[11] hervor und sensibilisiert den menschlichen Organismus gegenüber Histamin, das an der allergischen Reaktion beteiligt ist und die allergischen Symptome verursacht. Außerdem verstärkt das Toxin die Insulinausscheidung, wodurch eine Hypoglykämie[12] entsteht. Der Mechanismus, wie es zu der tussigenen[13] Wirkung durch das Pertussistoxin kommt, ist noch immer ungeklärt (Vgl. Hahn u.a., 2001, S. 321).

Zur Hemmung der Phagozytose und immunologischer Faktoren führt das Adenylat- Zyklase- Toxin. So kommt es zu einer schnelleren Infektion mit dem Erreger. Außerdem verursacht es eine Hämolyse[14] (Vgl. Hahn u.a., 2001, S. 321; Reuter, 2007, S. 245).

Das Tracheale Zytotoxin schädigt die zilientragenden Zellen des Respirationstraktes und führt zur Ziliostase[15] (Vgl. Hahn u.a., 2001, S. 321).

[...]


[1] Die Impfung wird auch als Immunsierung oder Vakzination bezeichnet.

[2] Prokaryonten: „Einzeller, ohne abgegrenzten Zellkern, wie z.B. Bakterien, Viren“ (Reuter, 2007, S.1508)

[3] Gramnegativ: Das Bakterium nimmt eine rote Färbung an. Grampositive Bakterien hingegen nehmen eine blaue Färbung an (Vgl. Reuter, 2007, S.700)

[4] Eukaryonten: Ein-oder mehrzelliger Organismus mit Zellkern und Zellmembran (Vgl. Reuter, 2007, S. 552)

[5] Virulenzfaktoren: Strukturelemente und Stoffwechselprodukte des Erregers, welche die Infektionskraft beeinflussen (Vgl. Reuter, 2007, S. 1959)

[6] Aerob: Wachstum des Erregers ist nur unter Anwesenheit von Sauerstoff möglich (Reuter, 2007, S 25)

[7] Hämophilusgruppe: Gruppe kleiner, gramnegativer, unbeweglicher Bakterienstäbchen, die keine Sporen bilden (Vgl. URL:http://www.gesundheit.de/roche/index.html?c=http://www.gesundheit.de/roche/ro12500/r14788.000.html [11.10.2009, 18:30 Uhr]).

[8] Zilien: Flimmerhärchen (Vgl. Reuter, 2007, S.2019)

[9] Lipooligosaccharid: Oberflächenmolekül des Erregers mit antigener Wirkung (Vgl. Hahn u.a., 2001, S. 238)

[10] Agglutination: Verklumpung der Erythrozyten (Alexander/Strete, 2006, S. 194))

[11] Lymphozytose: Erhöhung der Lymphozyten im Blut (Vgl. Reuter, 2007, S. 1101)

[12] Hypoglykämie: Blutzuckerwerte liegen unter den Normalwerten (Reuter, 2007, S.839)

[13] Tussigen: Hustenerregend (Vgl. Reuter, 2007, S. 1885)

[14] Hämolyse: Erythrozytenzerstörung (Vgl. Reuter, 2007, S.731)

[15] Ziliostase: Zerstörung der Zilien des Respirationstraktes (Vgl. URL:http://www.felinebb.info/index.asp?content=http://www.felinebb.info/DE/disease/pathogenesis/default.asp [24.11.09, 20:00 Uhr])

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Details

Titel
Die Bedeutung der Infektionsprophylaxe reflektieren: Bordetella Pertussis
Hochschule
Alice-Salomon Hochschule Berlin  (Alice-Salomon Schule Suthfeld)
Note
1,1
Autor
Jahr
2009
Seiten
21
Katalognummer
V177560
ISBN (eBook)
9783640993888
ISBN (Buch)
9783640995943
Dateigröße
523 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bedeutung, infektionsprophylaxe, bordetella, pertussis
Arbeit zitieren
Kristina Schulte (Autor), 2009, Die Bedeutung der Infektionsprophylaxe reflektieren: Bordetella Pertussis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177560

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