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Gibt es Rituale in der Pflege?

Titel: Gibt es Rituale in der Pflege?

Essay , 2007 , 9 Seiten , Note: sehr gut

Autor:in: Anja Wolf (Autor:in)

Pflegewissenschaft - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Fazit

„ Pflege sollte mit gesunden Menschenverstand betrieben werden. Der gesunde
Menschenverstand verlangt nach einer Problemlösung, nicht aber nach ritualisierten
Handlungen; um jedoch eine richtige Lösung zu finden, muss die Pflegeperson sich an
Fakten, nicht an Legenden halten.“ (Walsh/Ford,1996, S. 2)

In erster Linie sind die Pflegenden aufgefordert, selbst an sich zu arbeiten. Die Fähigkeit zur Selbstreflektion, das Interesse an Arbeitsgruppen und Qualitätszirkeln sind nur einige Anforderungen, die an das Pflegepersonal gestellt werden. Aber all dies setzt meiner Ansicht nach ein neues Verständnis für die Pflege voraus.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Rituale kritisch betrachtet

2. Eine andere Sichtweise – Warum?

3. Was sind Rituale?

3.1 Das unantastbare „Morgenritual“

3.2 Das veränderte „Morgenritual“

3.3. Die Infektionsprophylaxe

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die kritische Rolle von Ritualen und Routinen im pflegerischen Alltag auf einer Intensivstation und zeigt auf, wie veraltete Gewohnheiten durch Reflexion und evidenzbasierte Anpassungen ersetzt werden können, um die Patientenversorgung zu verbessern.

  • Identifikation und kritische Analyse pflegerischer Rituale
  • Einfluss des Gesundheitsstrukturgesetzes und des DRG-Systems auf die Pflegepraxis
  • Strategien zur Implementierung zeitgemäßer Arbeitsabläufe
  • Optimierung von Patientenbedürfnissen und Infektionsprophylaxe
  • Förderung einer Reflexionskultur im Pflegeteam

Auszug aus dem Buch

3.1 Das unantastbare „Morgenritual“

Der Arbeitsalltag unserer Station setzt sich letztendlich aus vielen kleinen Routinetätigkeiten zusammen. Er beginnt ab 6.00 Uhr morgens mit der Dienstübergabe am Krankenbett. Danach beginnt ohne weiter darüber nachzudenken das allgemeine Wecken der Patienten. Egal ob sie gerade erst eingeschlafen sind, weil sie durch die Geräuschkulisse der Intensivstation keinen Schlaf gefunden haben. Kaum die Augen aufgeschlagen wird der Patient mit den Worten empfangen „Ich möchte sie jetzt waschen“. Diese Frage ist weder Patienten- noch bedürfnisorientiert, trotzdem wird seitens der Patienten insofern sie können, äußerst selten widersprochen. Dabei werden Seifen, Lotionen und Cremes benutzt, die keimreduziert und einen hygienischen Nutzen haben, als könne man sämtliche Gebrechen der Patienten „desinfizierend weg waschen.“ Danach folgt ein sehr beliebtes Ritual: das Betten machen. Es werden Betten gemacht, Bettwäsche gewechselt, insbesondere die geliebten Stecklaken. Ohne einmal darüber nachzudenken wird der Wäschewechsel vollzogen, ganz egal, ob es schmutzig ist oder nicht. Im weiteren Tagesablauf erlebt der Patient weitere festgelegte Rituale wie z.B. die Mahlzeiten, die jegliche individuellen Wünsche und Zeiten vermissen lassen. Die Rolle des Patienten wird so konzipiert, dass sie möglichst mühelos in unseren Ablauf passt. Ich möchte nachfolgend an zwei kleinen Beispielen zeigen, das mit viel Initiative und etwas Nachdruck auch Veränderungen in einem starren System möglich sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Rituale kritisch betrachtet: Das Kapitel beleuchtet, wie Pflegende dazu neigen, althergebrachte Handlungsweisen aus Bequemlichkeit beizubehalten, und untersucht den Widerstand gegen Veränderungen durch das Festhalten an Routinen.

2. Eine andere Sichtweise – Warum?: Die Autorin analysiert den Handlungsbedarf infolge ökonomischer Veränderungen im Gesundheitssystem und betont die Notwendigkeit, Pflegeprozesse durch Reflexion zu optimieren.

3. Was sind Rituale?: Hier wird die begriffliche Grundlage für Ritualisierungen in der Pflege definiert und der Übergang von Riten zu Pflegeroutinen theoretisch fundiert.

3.1 Das unantastbare „Morgenritual“: Dieses Kapitel beschreibt kritisch den standardisierten Ablauf des morgendlichen Weckens und Waschens auf der Intensivstation und hinterfragt dessen Nutzen.

3.2 Das veränderte „Morgenritual“: Es wird dargelegt, wie durch Initiative der Stationsleitung die pflegerischen Abläufe patientenorientierter gestaltet und individuell angepasst wurden.

3.3. Die Infektionsprophylaxe: Das Kapitel illustriert anhand eines Beispiels aus der Wundversorgung, wie das Hinterfragen veralteter Standards die Infektionsraten senken und gleichzeitig Ressourcen schonen kann.

Schlüsselwörter

Pflege, Rituale, Stationsleitung, Patientenorientierung, Infektionsprophylaxe, Routinetätigkeiten, Pflegeprozess, Qualitätsmanagement, Gesundheitsstrukturgesetz, Intensivstation, Selbstreflexion, DRG-System, Verbandswechsel, Pflegemanagement, Krankenhausalltag

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen der „Betriebsblindheit“ und der Hinterfragung tief verwurzelter Rituale innerhalb der stationären Pflegepraxis.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die kritische Analyse von Arbeitsroutinen, die Umsetzung von Veränderungen in starren Systemen sowie die evidenzbasierte Anpassung pflegerischer Standards.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, durch die Reflexion des eigenen beruflichen Handelns eine patientenorientiertere und effektivere Pflege zu etablieren, die sich an aktuellen medizinischen Standards orientiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine Kombination aus Selbstreflexion, Hospitationserkenntnissen und dem Vergleich mit aktuellen Fachstudien, um bestehende Praxisabläufe zu evaluieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert konkrete Beispiele, wie das „Morgenritual“ oder die Infektionsprophylaxe, und zeigt auf, wie diese durch konstruktive Führung erfolgreich modernisiert wurden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird vor allem durch Begriffe wie Pflege, Rituale, Patientenorientierung, Infektionsprophylaxe und Qualitätsmanagement charakterisiert.

Wie reagierten die Mitarbeiter auf die angestrebten Veränderungen?

Die Veränderungen stießen anfangs auf Widerstand, insbesondere bei langjährigem Personal, konnten jedoch durch Überzeugungsarbeit und den Nachweis besserer Ergebnisse erfolgreich implementiert werden.

Welchen Einfluss hatte das DRG-System auf die hier beschriebene Station?

Das DRG-System erhöhte den ökonomischen Druck auf das Krankenhaus, was die Notwendigkeit unterstrich, Zeitfresser durch ineffiziente Rituale zu eliminieren und Personalressourcen gezielter einzusetzen.

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Gibt es Rituale in der Pflege?
Hochschule
Christliche Akademie für Gesundheits - und Pflegeberufe Halle gGmbH
Veranstaltung
Praktikumsauftrag im Fach: Führen und Leiten
Note
sehr gut
Autor
Anja Wolf (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
9
Katalognummer
V177755
ISBN (eBook)
9783640994779
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gibt rituale pflege
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anja Wolf (Autor:in), 2007, Gibt es Rituale in der Pflege?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177755
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Leseprobe aus  9  Seiten
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