Reflexion des Seminars Pädagogische Gesprächsführung & Filmanalyse "Der Rosenkrieg" anhand der Konflikteskalationsstufen nach Friedrich Glasl


Hausarbeit, 2011
19 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Gliederung

1 Reflexion des Seminars Pädagogische Gesprächsführung
1.1 Atmosphäre und soziales Miteinander im Seminar
1.2 Themen und Inhalte des Seminars

2 Filmanalyse „Der Rosenkrieg“ anhand der Konflikteskalationsstufen nach Friedrich Glasl
2.1 Einleitung: Konflikt und Konflikteskalation
2.2 Stufe 1: Verhärtung
2.3 Stufe 2: Polarisation und Debatte
2.4 Stufe 3: Taten
2.5 Stufe 4: Sorge um Image und Koalitionen
2.6 Stufe 5: Gesichtsverlust
2.7 Stufe 6: Drohstrategien
2.8 Stufe 7: Begrenzte Vernichtungsschläge
2.9 Stufe 8: Zersplitterung
2.10 Stufe 9: Gemeinsam in den Abgrund
2.11 Schlussbemerkung

3 Literaturverzeichnis

1 Reflexion des Seminars Pädagogische Gesprächsführung

1.1 Atmosphäre und soziales Miteinander im Seminar

Lasse ich das Seminar Pädagogische Gesprächsführung noch einmal Revue passieren, so sind es vor allem die entspannte, nahezu familiäre Atmosphäre sowie der kollegiale und freundliche Umgang aller Seminarteilnehmer miteinander, die mir sofort ins Gedächtnis kommen. Dabei muss ich bemerken, dass dieses Seminar in einem sehr kleinen Raum stattgefunden hat. Doch wirkte die für diesen kleinen Raum recht hohe Anzahl von Teilnehmern auf mich keinesfalls erdrückend – ganz im Gegenteil! Der große Sitzkreis, welcher in fast jeder Sitzung gebildet wurde, sorgte dafür, dass sich alle Teilnehmer im Blick hatten, sich bei Bedarf austauschen und direkt miteinander kommunizieren konnten, ohne sich umdrehen oder aufstehen zu müssen und auch die Dozentin in die Gruppe integriert wurde. Somit trugen der Raum, sowie dessen Nutzung zu der beschriebenen entspannten und familiären Atmosphäre bei und sorgten für ein gemütliches Miteinander. Zusätzlich wurde durch dieses Setting eine positive und entkrampfte Arbeitsatmosphäre geschaffen, welche sich meines Erachtens in der „klassischen“, eher verschulten Konstellation, mit Sitzreihen und dem Blick der Teilnehmer nach vorne zum Dozenten bzw. zur Referatsgruppe, so nicht darbietet.

Allerdings ist diese positive Arbeitsatmosphäre auch nicht zuletzt den Seminarteilnehmern selbst zu verdanken. Der Umgang miteinander war stets freundlich, die Meinungen anderer wurden akzeptiert, es gab keinerlei Streitereien und wurde etwas vorgetragen, so fiel mir besonders in diesem Seminar auf, dass die vorherrschende Stille von keinerlei unangenehmen Störungen unterbrochen, sondern alles mit großer Aufmerksamkeit verfolgt wurde. Außerdem ist die große Hilfsbereitschaft, die alle Teilnehmer an den Tag legten, zu würdigen. Der Raum wurde bereits vor der Sitzung, entsprechend dem jeweiligen Sitzungsthema, hergerichtet und auch am Ende der Seminarsitzung fanden sich immer freiwillige Helfer, welche die Tische und Stühle wieder in die Ausgangsposition versetzten. Aufgrund des vielgenutzten Einsatzes von Laptop und Beamer zur Veranschaulichung der Seminarinhalte gab es immer wieder technische Schwierigkeiten und Komplikationen. Doch auch hier machte sich die große Hilfsbereitschaft aller Anwesenden bemerkbar, ob durch den Austausch des Beamerkabels oder die Nutzung eines anderen Laptops, die Präsentation konnte immer „gerettet“ werden und die Sitzung weitestgehend wie geplant stattfinden. Selbst wenn manche Teilnehmer es an bestimmten Positionen im Sitzkreis schwer hatten, einen Blick auf die Leinwand zu werfen und damit der Präsentation zu folgen, so waren alle doch überaus aufmerksam und rückten noch enger zusammen, um auch diesen Teilnehmern die Sicht zur Leinwand zu ermöglichen.

Ich muss zugeben, dass es mir sogar relativ schwer fällt, die Seminaratmosphäre mit Worten einfach nur zu beschreiben, in meinen Augen muss man einfach dabei gewesen sein und diese Lehrveranstaltung aktiv miterlebt haben, um meinen hier dargestellten Ausführungen folgen zu können. Für mich selbst aber kann ich zusammenfassend in jedem Fall behaupten, dass die angenehme Seminaratmosphäre und der besonders freundliche und kollegiale Umgang miteinander zu einer sehr positiven Lernkultur beitrugen und sie zu derjenigen Veranstaltung werden ließen, die ich während des Semesters am liebsten besuchte.

1.2 Themen und Inhalte des Seminars

Rufe ich mir die Inhalte des Seminars Pädagogische Gesprächsführung noch einmal ins Gedächtnis, so stelle ich fest, dass wirklich jede einzelne Sitzung interessant war und jedes der vielen verschiedenen Themen in ganz spezieller Weise aufbereitet wurde. Was ich damit ansprechen möchte, ist die ungeheure Methodenvielfalt, die dank des entsprechenden Engagements der Referenten in diesem Seminar zum Einsatz kam. Ich erinnere mich wie zu Beginn des Semesters alle Teilnehmer die „Welt der klientzentrierten Gesprächsführung“ durch einen Vorhang betraten, Videos per Beamer ansahen, Rollenspiele aufführten, Kärtchen zuordneten und Fragebögen ausfüllten oder auch bei bestimmten Themen, im Sinne von „Musterbrechern“, der sonst übliche Sitzkreis einer anderen Sitzordnung weichen musste. Insgesamt eine sehr abwechslungsreiche Gestaltung der verschiedenen Seminarsitzungen, welche dabei half, die vermittelten Inhalte zu veranschaulichen und besser zu verstehen.

Die diversen Ansätze, Modelle und Theorien, die in dieser Veranstaltung vorgestellt wurden, bereicherten einerseits mein pädagogisches Fachwissen um neue Beratungsmodelle und Kommunikationsstrategien. Andererseits eröffneten mir einige dieser Ansätze und Modelle auch neue Möglichkeiten im alltäglichen sozialen Umgang mit anderen Menschen. Beispielsweise hilft mir der Ansatz der klientzentrierten Gesprächsführung nach Carl Rogers dabei meinen Freunden nun noch empathischer, wertschätzender und aufrichtiger entgegenzutreten sowie keine vorschnellen Bewertungen meinerseits vorzunehmen, wenn sie mit mir über ihre Probleme sprechen möchten. Ganz besonders hilfreich auch für den Umgang mit den Mitmenschen im Alltag finde ich das Modell der Transaktionsanalyse. Es macht mir Spaß zu analysieren, aus welchem „ich“ eine Person gerade spricht und wie sie sich dementsprechend verhält. Auf diese Art ist es dann möglich ihr angemessen zu begegnen und ihr im passenden „ich“ zu antworten, um gekreuzte Transaktionen zu vermeiden. Beispielsweise ist mir nun klar, dass wenn jemand hilfsbedürftig aus dem „kindlichen ich“ um Unterstützung bittet oder eine Frage stellt, man ihm nicht aus dem „erwachsenen ich“ heraus antworten sollte, da dies dann nicht seinen Erwartungen entspricht und zu Irritationen führen kann. Angebracht wäre es in diesem Falle, der Person mit dem „fürsorglichen Eltern ich“ entgegenzutreten und dementsprechend zu helfen. Ebenfalls sehr alltagstauglich und gut in der Praxis anwendbar ist, wie ich finde, das Modell der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg. Zum einen fand ich die beiden Begriffe der „Wolfssprache“ und der „Giraffensprache“ sehr anschaulich und vor allem einprägsam. Zum anderen finde ich das Modell sehr hilfreich für ein positives soziales Miteinander. Die Hauptaussagen dieses Modells beziehen sich darauf, die Handlungen anderer zu beobachten und anzusprechen, was einem unangenehm aufgefallen ist, ohne dabei von vornherein eine Wertung vorzunehmen. Danach soll man dem Gegenüber seine echten Gefühle offenbaren und dabei keine Interpretationen, Pauschalisierungen oder Projektionen auf „Ersatzgefühle“ vornehmen, sondern dem anderen offenbaren, warum man wirklich unzufrieden ist. Anschließend spricht man sein eigenes Bedürfnis an, welches durch das Verhalten des anderen nicht erfüllt werden kann und bittet ihn seine Handlungen zu ändern oder schlägt eine gemeinsame Lösung vor, wobei nicht mit Sanktionen gedroht werden darf, falls die Bitte nicht erfüllt werden sollte. Somit bietet dieses Modell meines Erachtens die Grundlage für ein besseres gegenseitiges Verstehen und eine für alle Beteiligten angenehme Kommunikationsbasis.

Abschließend muss ich noch bemerken, dass die Dozentin, Frau Sailer, über ein beachtliches Theoriewissen verfügte und somit zu jedem Thema interessante und wissenswerte Aspekte beisteuern konnte. Zudem konnte sie meiner Einschätzung nach auf ein großes Repertoire an praktischen Erfahrungen zurückgreifen und dadurch die theoretischen Modelle und Ansätze durch Beispiele aus ihrer persönlichen Praxiserfahrung verdeutlichen. Alle diese Umstände zusammen sorgten meiner Meinung nach dafür, dass in diesem Seminar ansprechende Themen in einer gelungenen Lern-/Lehrsituation vermittelt werden konnten.

2 Filmanalyse „Der Rosenkrieg“ anhand der Konflikteskalationsstufen nach Friedrich Glasl

2.1 Einleitung: Konflikt und Konflikteskalation

Im Rahmen des Seminars Pädagogische Gesprächsführung stellten meine Kommilitonin Jasmin Schmid und ich in einem Referat über zwei Sitzungen das Phasenmodell der Eskalation nach Friedrich Glasl vor. Dieses ist von daher ein sehr interessantes Thema, weil die darin beschriebenen neun aufeinanderfolgenden Stufen, welche die zunehmende Eskalation von sozialen Konflikten beschreiben, eine absteigende(!) Treppe bilden. Friedrich Glasl möchte damit verdeutlichen, wie die Konfliktparteien mit jeder Stufe weiter in einen Abgrund hinabsteigen, aus welchem es – wie im Laufe dieser Arbeit zu erkennen sein wird – am Ende kein Entkommen mehr gibt. Doch sehen wir uns zunächst einmal an, was Friedrich Glasl überhaupt unter einem sozialen Konflikt versteht. Hierbei greift Glasl mehrere bestehende Definitionen auf und analysiert, wie diese die bestehenden Umstände und die Haltungen der Beteiligten während eines Konfliktes beschreiben. Eine verständliche Definition des sozialen Konfliktes, die nach Glasls Ansicht zudem erlaubt deutlich zwischen Konflikt und Nicht-Konflikt zu unterscheiden, liefert Bruno Rüttinger: „Soziale Konflikte sind Spannungssituationen, in denen zwei oder mehrere Parteien, die voneinander abhängig sind, mit Nachdruck versuchen, scheinbare oder tatsächlich unvereinbare Handlungspläne zu verwirklichen und sich dabei ihrer Gegnerschaft bewusst sind“ (Rüttinger 1980, S.22, zitiert nach Glasl 1994, S.14).

Ein sehr anschauliches Beispiel, in welchem eine immer weiter eskalierende soziale Konfliktsituation dargestellt wird, bietet der Film „Der Rosenkrieg“ von Danny DeVito aus dem Jahre 1989. In diesem Film geht es darum, wie aus der einst großen Liebe von Oliver Rose (gespielt von Michael Douglas) und seiner Frau Barbara Rose (gespielt von Kathleen Turner) ein Schritt für Schritt immer stärker eskalierender Konflikt wird, welcher nicht nur ihre Ehe scheitern lässt, sondern schließlich einen Krieg zwischen beiden entfacht, der keine Regeln mehr kennt.

Mein Anliegen ist es, im Folgenden für jede der neun Stufen des Phasenmodells der Eskalation nach Friedrich Glasl zunächst einen kurzen Überblick zu den Einstellungen der Konfliktparteien sowie zu den Vorgängen auf der jeweiligen Stufe zu geben. Anschließend möchte ich anhand des Films „Der Rosenkrieg“ aufzeigen, wie sich der Konflikt zwischen Oliver und Barbara Rose mit den von Glasl beschriebenen Stufen deckt. Damit verfolge ich die Absicht, darzustellen, inwiefern sich der von Glasl theoretisch geschilderte Konflikthergang in diesem Film verdeutlicht.

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Reflexion des Seminars Pädagogische Gesprächsführung & Filmanalyse "Der Rosenkrieg" anhand der Konflikteskalationsstufen nach Friedrich Glasl
Hochschule
Universität Augsburg  (Philosophisch-Sozialwissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Pädagogische Gesprächsführung
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
19
Katalognummer
V177773
ISBN (eBook)
9783640996193
ISBN (Buch)
9783640996537
Dateigröße
484 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konflikteskalation, Eskalationsstufen, Konflikt, Seminarreflexion, Reflexion, Friedrich, Glasl, Rosenkrieg, Filmanalyse
Arbeit zitieren
Alexander Schwalm (Autor), 2011, Reflexion des Seminars Pädagogische Gesprächsführung & Filmanalyse "Der Rosenkrieg" anhand der Konflikteskalationsstufen nach Friedrich Glasl, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177773

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