Klimaklassifikationen - Unterteilung atmosphärischer Zustände


Hausarbeit, 2009

14 Seiten, Note: 1,3

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Allgemeines

3 Effektive Klimaklassifikationen
3.1 Ansatz nach Penck
3.2 Ansatz nach Köppen/Geiger
3.3 Ansatz nach Troll/Paffen
3.4 Ansatz nach Lauer/Frankenberg

4 Genetische Klimaklassifikationen
4.1 Ansatz nach Flohn
4.2 Ansatz nach Neef

5 Kritische Gegenüberstellung

6 Fazit

7 Literatur

1 Einleitung

„Klassifizieren bedeutet Einordnen von Tatsachenmaterial in ein bestimmtes Ordnungs-system" (Liebscher 1978 zit. in Hupfer 1991:218).

Klimaklassifikationen dienen der Gliederung atmosphärischer Zustände. Sie stützen sich auf typisierte Klimaerscheinungen, den Klimaelementen und Klimafaktoren sowie deren Wirkung auf die Erdoberfläche und geben dies in Klimatypen wieder (Bendix/Lauer 2006:262).

Bereits in der Antike beschäftigten sich die Griechen damit die Erde in unterschiedliche Klimazonen zu unterteilen. Sie legten die Grenzen anhand bestimmter Breitenkreise beziehungsweise bestimmter Licht- und Schattenzonen fest. Darauf aufbauend wurden die Klimate der Erde immer weiter erforscht und die Klimaklassifikationen weiter bearbeitet und erweitert (Knoch/Schulze 1952:3).

Heute wird unterschieden zwischen effektiven und genetischen Klimaklassifikationen. Effektive Klimaklassifikationen teilen Klimazonen mit Hilfe bestimmter Schwellen- oder Mittelwerte einzelner Klimaerscheinungen ein. Die genetischen Klassifikationen hinge- gen stützen sich bei der Einteilung auf die allgemeine Zirkulation der Atmosphäre (Le- ser 2005:431).

In folgender Hausarbeit werden die wichtigsten und bekanntesten Ansätze behandelt und später kritisch gegenübergestellt.

2 Allgemeines

Klima umfasst, als die Gesamtheit aller Klimafaktoren und Klimaelemente, ein sehr breitgefächertes Spektrum an relevanten Parametern für die Einteilung der Erde in Klimazonen. Aus diesem Grund können bei der Klassifikation der weltweit vorkommenden Klimate weitaus nicht alle Einflussgrößen erfasst werden.

Bei den im Folgenden erläuterten Klassifikationsansätzen spiegelt sich wieder auf welch unterschiedliche Art das irdische Klima unterteilt werden kann und wo Grenzen gezo- gen werden.

Gemeinsam haben alle Klassifikationsansätze jedoch, dass ihre Annahmen die Zustän de der Atmosphäre reduzieren und generalisieren, denn die klaren Linien zwischen zwei Klimazonen, wie sie die Forscher auf den kartographischen Darstellungen wiedergeben, gibt es in der Natur nicht (Siegmund 2006:18/19).

„Darin liegt aber gerade ihre Stärke - durch eine geschickte Auswahl relevanter Klimaparameter und anderen Generalisierungen kann man mit ihrer Hilfe einen Eindruck der klimageographischen Verhaltnisse eines Raumes gewinnen" (Siegmund 2006:19).

3 Effektive Klimaklassifikationen

Effektive Klimaklassifikationen verwenden zur Festlegung der Klimagrenzen empirische Daten, wie Schwellen-, Mittel- oder Grenzwerte bestimmter Klimaelemente. Oft werden hierzu Temperatur oder Niederschlagswerte herangezogen. Desweiteren ermöglicht diese Art der Klassifikation durch das genaue Erforschen der Vegetation oder der Hyd- rographie das Einteilen der Klimazonen nach Wirkungsmerkmalen (Bendix/Lauer 2006:267).

Effektive Klimaklassifikationen machen durch ihre datengestützte Einteilung der Klima- zonen eine Darstellung in regionalen oder lokalen Maßstäben möglich (Bendix/Lauer 2006:267).

3.1 Ansatz nach Penck

Albrecht Penck war 1910 der erste Klimatologe, der seine Klimaklassifikation unter Be- trachtung hydrologischer Aspekte aufstellte. Er betrachtete nicht nur den Niederschlag, sondern ebenfalls die in Abhängigkeit von der Temperatur mit einhergehende Verduns- tung. Regionen in denen die Verdunstung den Niederschlag übersteigt werden als arid bezeichnet, Regionen mit höherem Niederschlag als Verdunstung als humid. Die Gren- ze zwischen dem ariden und dem humiden Bereich wird als Trockengrenze bezeichnet. Dieser Grenzbereich zeichnet sich aus durch ein Gleichgewicht zwischen Niederschlag und Verdunstung und wird auch heute noch oft ,,PENCKsche Trockengrenze" genannt (Bendix/Lauer 2006:270).

3.2 Ansatz nach Köppen/Geiger

Die wohl bekannteste effektive Klimaklassifikation ist die 1918 veröffentlichte Klassifika- tion von Wladimir Köppen. Sie wurde von Köppens Schülern Geiger und Pohl modifi- ziert, weiterentwickelt und 1953 erneut veröffentlicht. Heute ist sie bekannt unter dem Namen Köppen-Geiger-Pohl-System oder Köppen-Geiger Klimaklassifikation (Strah- ler/Strahler 2005:196).

Köppen beschränkte sich bei der Klimazoneneinteilung auf Jahresmittelwerte des Niederschlages beziehungsweise der Temperatur, was es möglich macht jede beliebige Klimastation einer Klimazone zuzuordnen. Ziel der Klimazoneneinteilung nach Köppen war es, die Klimagrenzen näherungsweise so festzulegen, dass sie mit den Grenzen signifikanter Vegetationstypen übereinstimmen (Strahler/Strahler 2005:196).

Mein Streben ist in erster Linie nicht, die Erdraume nach klimatischen Merkmalen zu scheiden, sondern die Klimate selbst in ein gewisses System zu bringen und dann fest-zustellen, wo sie sich finden" (Koppen 1936:8).

Nach Köppen und Geiger wird die Erde in fünf Hauptklimate, beziffert mit den Großbuchstaben A-E, unterteilt, wobei diese dann, wie in Tabelle 1 dargestellt, weiter untergliedert werden und mit Kleinbuchstaben beziffert sind (Schönwiese 2008:239).

Tabelle 1: Klimagürtel und Hauptklimate der Köppen-Geiger-Klassifikation mit Angabe der mi- nimalen und maximalen Monatsmitteltemperatur

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Schönwiese 2008: 239

Hervorzuheben ist weiterhin, dass die Zonen A, B, C und E humide Klimate darstellen und thermisch definiert sind, d.h. durch Temperaturschwellenwerte festgelegt sind. Zone B hingegen ist hygrisch definiert und umfasst alle Trockenklimate. Die Trockengrenze, die die Trockenklimate von den humiden Klimaten trennt bestimmt Köppen nicht nur durch das Verhältnis Niederschlag zu Verdunstung, sondern er betrachtet auch den Wirkungsgrad der Niederschläge, da diese jahreszeitlich stark variieren können. Hierzu entwarf er drei Formeln, die helfen sollen die Trockengrenzen gesondert für jede Region feststellen zu können (Sträßer 1998:13).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

T stellt die Jahresmitteltemperatur in C° dar, r die Niederschlagsmenge in cm, die pro Jahr fallen müsste. Problematisch an dieser Art die Trockengrenze zu bestimmen, ist das richtige Anwenden der Formeln in der Praxis, da Köppen keine quantitativen Merk- male angegeben hat nach welchen die richtige Formel ausgewählt werden soll (Sträßer 1998:13).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Ausschnitt der Klimakarte nach Köppen/Geiger Quelle: Siegmund 2006:23

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Klimaklassifikationen - Unterteilung atmosphärischer Zustände
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Geographisches Institut)
Veranstaltung
Seminar Physische Geographie
Note
1,3
Jahr
2009
Seiten
14
Katalognummer
V177792
ISBN (eBook)
9783640996766
Dateigröße
839 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Penck, Köppen/ Geiger, Troll/ Paffen, Lauer/ Frankenberg, Effektive Klimaklassifikationen, Genetische Klimaklassifikationen, Klimazonen, Klimafaktoren, Klimaelemente
Arbeit zitieren
Anonym, 2009, Klimaklassifikationen - Unterteilung atmosphärischer Zustände, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177792

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