Einleitung: Die vorliegende Arbeit gliedert sich in drei Teile: In einem ersten Abschnitt wird der historische Hintergrund beschrieben, der die Übernahme von Arabismen ins Spanische erst möglich machte. Zudem wird das Poema de Mío Cid vorgestellt, das als wichtigstes schriftliches Zeugnis des Altspanischen gilt und durch die mündliche Tradition des Epos ein gutes Bild der gesprochenen Sprache der Zeit liefert. In einem zweiten Teil geht es um Arabismen im Allgemeinen – aus welchen Bereichen sie stammen und wie sie ins Spanische gelangten. Im letzten Abschnitt werden Ausrufe, Formeln und Sprichwörter vorgestellt, die auf einen arabischen Einfluss zurückgehen.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Historischer Hintergrund
II.1 Die Zeit des arabisch-romanischen Sprachkontakts in Spanien
II.2 Über das Poema de Mío Cid
III. Arabismen im Spanischen
IV. Interjektionen, Demonstrativa und andere Bestandteile von Ausrufen
IV.1 aba
IV.2 albricias
IV.3 (h)arre
IV.4 evás/ euas/ ebas/ evad/ euad/ ebad/ evat/ euades
IV.5 guay
IV.6 (h)ala
IV.7 asta/ hasta/ fasta/ ata/ hata/ fata/ adta/ adte
IV.8 he/ ahe/ ahé/ fe/ afe/ afé / helo
IV.9 ojalá/ ojala/ oxalá/ oxala/ ojualá
IV.10 ya
V. Formeln und Sprichwörter
V.1 llenar el ojo/ henchir el ojo
V.2 salir a alguien
V.3 Religiöse Formeln
V.4 Segens- und Fluchformeln
V.5 Sprichwörter
VI. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Einfluss der arabischen Sprache auf das Spanische unter besonderer Berücksichtigung von Ausrufen, Formeln und Sprichwörtern. Dabei wird analysiert, wie diese Elemente durch sprachlichen Kontakt in das Altspanische gelangten, wobei das Poema de Mío Cid als zentrales Referenzwerk dient, um die Integration spontaner Äußerungen in die Volkssprache zu beleuchten.
- Historischer Kontext des arabisch-romanischen Sprachkontakts in Spanien.
- Unterscheidung zwischen absichtlichen und unabsichtlichen Entlehnungen (Arabismen).
- Analyse von Interjektionen, Demonstrativa und Ausrufen arabischen Ursprungs.
- Betrachtung von religiösen Formeln, Segens- und Fluchformeln sowie Sprichwörtern.
- Rolle des Poema de Mío Cid als Quelle für die gesprochene Sprache der Zeit.
Auszug aus dem Buch
IV.1 aba
Die Interjektion aba, synonym für cuidado ‚Achtung!, Vorsicht!‘, wird im DRAE, bei Corominas und bei Moliner auf das lateinische apăge (vom griechischen Imperativ ̉άπαγε, einer Kombination aus άπò ‚von‘ und άγειν ‚bringen, führen‘) zurückgeführt. Moliner ordnet den Ausdruck als veraltet und dialektal ein.
Doch Corriente bringt auch das damit zusammenhängende Verb abarse, synonym für apartarse ‚sich trennen, abweichen‘, mit ab ád (aléjate ‚geh weg!, verschwinde!‘) aus dem in Al-Andalus gesprochenen Arabisch zusammen. Bei CREA findet man keine Belege für den Ausruf aba, bei CORDE immerhin einen Beleg aus dem 14. Jh.: „¡Aba, aba!, baquerizos, ¡acorrednos con los perros!“ (Libro de Buen Amor, Juan Ruiz) Auch Corominas führt diese Stelle als erste Dokumentation des Begriffs aba auf. Somit ist klar, dass dieser Ausdruck im Poema de Mío Cid nicht zu finden ist.
Desweiteren schreibt Corominas, dass außer bei Juan Ruiz immer die Kombination mit einem Pronomen (meist ábate, aber auch ábalas, abáos, etc.) zu finden ist. Lapesa erwähnt, dass der Ausdruck aba/ abá in der volkstümlichen religiösen Literatur des 16. Jhs. auftaucht und heute nur noch in „tres rincones del mundo hispánico“ zu finden ist: in den leonischen Tälern von den Bergen bis nach Zamora, in der ländlichen Sprache von San Luis (in der Mitte Argentiniens) und auf den Philippinen als umgangssprachliches Merkmal.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Arbeit umreißt den historischen Hintergrund, stellt das Poema de Mío Cid als Referenz vor und definiert die methodische Unterscheidung zwischen absichtlichen und unabsichtlichen Arabismen.
II. Historischer Hintergrund: Dieses Kapitel behandelt die Zeit des Sprachkontakts zwischen Arabern und Romanen auf der Iberischen Halbinsel sowie die Bedeutung des Poema de Mío Cid als Zeugnis der altspanischen Sprache.
III. Arabismen im Spanischen: Hier wird der Umfang und die Integration arabischer Entlehnungen im spanischen Wortschatz sowie deren Anpassung an die spanische Phonetik und Grammatik erörtert.
IV. Interjektionen, Demonstrativa und andere Bestandteile von Ausrufen: Das Kapitel analysiert detailliert verschiedene Partikel und Interjektionen, die auf arabische Ursprünge zurückgeführt werden oder in deren Forschung dies diskutiert wird.
V. Formeln und Sprichwörter: Hier werden feste Wendungen, religiöse Ausdrücke sowie Segens- und Fluchformeln untersucht, die oft als Lehnübersetzungen aus dem Arabischen zu verstehen sind.
VI. Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Abstammung vieler Begriffe komplex ist und dass das Poema de Mío Cid ein entscheidendes Dokument für die frühe Verschriftlichung spontaner, gesprochener Sprache ist.
Schlüsselwörter
Arabismen, Spanisch, Iberische Halbinsel, Poema de Mío Cid, Interjektionen, Sprachkontakt, Al-Andalus, Etymologie, Sprachgeschichte, Formeln, Sprichwörter, Mozaraber, Lehnübersetzung, Altspanisch, Linguistik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Untersuchung von Ausrufen, Formeln und Sprichwörtern im Spanischen, die auf einen arabischen Ursprung zurückgeführt werden oder deren Herkunft in diesem Kontext diskutiert wird.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen umfassen den historischen Sprachkontakt zwischen Arabern und Christen auf der Iberischen Halbinsel, die Kategorisierung von Arabismen sowie die sprachgeschichtliche Entwicklung von spontanen Äußerungen und festen Wendungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Abstammung, Bedeutung und den Bedeutungswandel dieser spezifischen Wortgruppen zu beleuchten und dabei besonders die Rolle des Poema de Mío Cid als Quelle der gesprochenen Sprache hervorzuheben.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin folgt der Einteilung von Corriente bezüglich wahrer und falscher Arabismen sowie den Forschungsergebnissen von Kiesler bezüglich Formeln und Sprichwörtern; zudem werden elektronische Korpora (CREA, CORDE) zur Belegsuche herangezogen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Der Hauptteil analysiert spezifische Interjektionen wie "aba" oder "albricias", Demonstrativa und komplexe Formeln wie Segens- und Fluchsprüche im Hinblick auf ihre arabische Etymologie oder deren lautliche Entwicklung.
Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit besonders?
Wichtige Begriffe sind Arabismen, Sprachkontakt, Al-Andalus, Interjektionen, Poema de Mío Cid und die Unterscheidung zwischen absichtlichen und unabsichtlichen Entlehnungen.
Inwiefern beeinflusste die "Aljamiado-Literatur" das Verständnis der Autorin?
Die Autorin führt sie als Beispiel dafür an, wie das Weltbild der Moriscos und die spanische Sprache trotz arabischer Schriftzeichen in Dokumenten widergespiegelt wurden.
Wie erklärt die Autorin den semantischen Wandel bei Fluchformeln?
Am Beispiel der Formel "¡viva la madre que te parió!" zeigt sie auf, dass anfangs positive Segensformeln durch Auslassungen oder Kontextänderungen zu negativen, vulgären Beleidigungen umgedeutet werden können.
- Citar trabajo
- Sabine Husmann (Autor), 2007, Arabismen: Ausrufe, Formeln und Sprichwörter arabischen Ursprungs im Spanischen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177927