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Morphosyntaktische Sprachwandelprozesse im Siglo de Oro

Untersucht an Cervantes' "Don Quijote"

Title: Morphosyntaktische Sprachwandelprozesse im Siglo de Oro

Term Paper , 2006 , 13 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sabine Husmann (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Einleitung: Während des Siglo de Oro (16./ 17. Jh.) fanden im Bereich der Morphosyntax des Spanischen einige Veränderungen statt, die sich oftmals bereits im Altspanischen angekündigt hatten. Bei Varianten wie beispielsweise diphthongierten und kontrahierten Verbformen oder dem Artikel el/ ell setzte sich nur noch eine der Formen durch. Die Stellung verschiedener Satzteile wurde festgelegt. Der zunehmende italienische Einfluss machte sich bei der synthetischen Superlativbildung mit -ísimo/ –ísima bemerkbar. Es entwickelten sich die modernen Abgrenzungen zwischen ser und estar sowie zwischen tener und haber. Die Verbformen mit Endung –ra wechselten das Tempus und änderten somit auch ihre Funktion.
Mit dieser Arbeit möchte ich auf die morphosyntaktischen Sprachwandelprozesse genauer eingehen und anhand von Cervantes’ Don Quijote die theoretischen Über-legungen mit praktischen Beispielen untermauern. Als Textgrundlage diente mir die Ausgabe von Adolfo Bonilla und Rodolfo Schevill aus dem Jahre 1928. Um den Textumfang zu beschränken, habe ich mich ausschließlich mit dem zweiten Kapitel, Don Quijotes erster Ausfahrt, beschäftigt. In den Zitaten habe ich die Schreibweise dieser Ausgabe beibehalten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Morphosyntaktische Sprachwandelprozesse

1. Pronomen

2. Anredeformen

3. Artikel

4. Verb

5. Andere Wortarten

III. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht morphosyntaktische Sprachwandelprozesse im Spanischen während des Siglo de Oro (16./17. Jahrhundert) unter besonderer Berücksichtigung von Cervantes’ Werk Don Quijote. Das primäre Ziel ist es, theoretische sprachgeschichtliche Entwicklungen anhand konkreter Textbeispiele aus dem zweiten Kapitel des Romans zu illustrieren und zu belegen.

  • Entwicklung von Pronominalsystemen und Objektklitika
  • Wandel von Anredeformen und die Etablierung des modernen "usted"
  • Veränderungen im Verbalsystem, insbesondere bei Tempus und Modus
  • Morphosyntaktische Anpassungen bei Artikeln und anderen Wortarten
  • Einfluss von Fremdsprachen und soziolinguistische Faktoren auf den Sprachwandel

Auszug aus dem Buch

1. Pronomen

Von den bisher vorhandenen graphischen Varianten él und ell des Personalpronomens setzte sich im Siglo de Oro nur die erste Form durch. Im 16. Jh. vollzog sich bei der Verbindung des Dativpronomens mit dem Akkusativ lo/ los/ la/ las aufgrund phonetischer Veränderungen auch eine Veränderung in der Schreibung. So wurde z.B. aus ge lo da die Form se lo da.

Zur Bezeichnung mehrere Individuen wurden nos, vos sowie nosotros, vosotros benutzt. Letztendlich setzten sich aber die zusammengesetzten Formen (nos-otros, vos-otros) durch, da sie nicht wie die anderen Formen in beispielsweise höfischem Kontext auch ein einzelnes Individuum bezeichnen konnten. Zudem wurden nos und vos als Pluralis majestatis gebraucht. Vos in Objektfunktion wurde zu os, doch kann man am Beispiel des Don Quijote sehen, dass diese Entwicklung zu Anfang des 17. Jh. noch nicht abgeschlossen war: „pero no vos lo digo porque os acuytedes ni mostredes mal talante“ (62, 3f.).

Auch im Bereich der Demonstrativpronomen traten Varianten auf. Neben Formen wie aqueste oder aquesse existierten zudem este bzw. esse. Der Gebrauch von aqueste/ aquesse/ … wurde aber immer weiter eingeschränkt. Im Don Quijote treten aquesta, aquestas, aqueste und aquestos insgesamt nur achtmal auf.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung gibt einen Überblick über die morphosyntaktischen Veränderungen des Spanischen im 16. und 17. Jahrhundert und definiert Cervantes’ Don Quijote als primäre Textgrundlage für die Untersuchung.

II. Morphosyntaktische Sprachwandelprozesse: Dieser Hauptteil analysiert detailliert den Wandel von Pronomina, Anredeformen, Artikeln, Verben und weiteren Wortarten, wobei die theoretischen Erkenntnisse durch Zitate aus dem untersuchten Text untermauert werden.

III. Schlussbetrachtung: Das Fazit reflektiert die Erkenntnis, dass Sprache einem permanenten Wandel unterliegt und betont die Bedeutung von gesprochener Sprache sowie externen Einflüssen auf die sprachliche Entwicklung.

Schlüsselwörter

Sprachwandel, Siglo de Oro, Morphosyntax, Don Quijote, Spanische Sprachgeschichte, Pronomen, Verbalsystem, Sprachliche Varianten, Cervantes, Anredeformen, Sprachgeschichte, diachrone Linguistik, Sprachkontakt, grammatische Entwicklung, morphologische Flexion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der diachronen Entwicklung der spanischen Sprache im 16. und 17. Jahrhundert, speziell im Bereich der Morphosyntax.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen den Wandel von Personal- und Demonstrativpronomen, die Entwicklung höflicher Anredeformen, Veränderungen in der Artikelverwendung sowie lautlich und morphologisch bedingte Wandlungsprozesse bei Verben.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, theoretische linguistische Modelle über den Sprachwandel im Siglo de Oro an einem konkreten literarischen Werk – Cervantes' Don Quijote – zu überprüfen und praktisch zu illustrieren.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse, bei der theoretische Erkenntnisse der Sprachgeschichte mit korpusbasierten Belegen aus dem zweiten Kapitel des Don Quijote abgeglichen werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden systematisch Wortarten (Pronomen, Verb, Artikel) analysiert und die im 16./17. Jahrhundert ablaufenden Nivellierungsprozesse sowie orthographische und syntaktische Verschiebungen dargelegt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Sprachwandel, Siglo de Oro, Morphosyntax, Don Quijote, Verbalsystem und Pronominalgebrauch.

Wie verändert sich die Verwendung von Pronomina im Don Quijote?

Es zeigt sich ein Übergang von archaischen Formen und einer noch nicht festgeschriebenen Satzstellung hin zu moderneren Standards, wobei Cervantes noch eine beachtliche Varianz aufweist.

Welche Beobachtung lässt sich bei den Anredeformen treffen?

Der Text dokumentiert den Wandel von der traditionellen Anrede mit "vos" hin zur Etablierung von Formen wie "vuestra merced", was letztlich zur Entwicklung des modernen "usted" führte.

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Details

Title
Morphosyntaktische Sprachwandelprozesse im Siglo de Oro
Subtitle
Untersucht an Cervantes' "Don Quijote"
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Course
Proseminar: "Aspekte des Sprachwandels im Spanischen"
Grade
1,3
Author
Sabine Husmann (Author)
Publication Year
2006
Pages
13
Catalog Number
V177939
ISBN (eBook)
9783640997800
ISBN (Book)
9783640997886
Language
German
Tags
Morphosyntax; Sprachwandel; Siglo de Oro; Cervantes; Quijote
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sabine Husmann (Author), 2006, Morphosyntaktische Sprachwandelprozesse im Siglo de Oro, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177939
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