Die heutige Wissens- und Informationsgesellschaft ist in hohem Maße medienvermittelt. Medien beeinflussen nicht nur unser Denken, unsere Einstellungen und Werte, sondern auch unseren Alltag und Lebensstil in vielfältiger Weise. Wir nutzen selbstverständlich Tageszeitungen, Bücher, Radio und Fernsehen, Video, Mobiltelefone oder das Internet. Das Fernsehen stellt in diesem Zusammenhang ein fast schon traditionelles Medium dar, wohingegen Mobiltelefone und das Internet als „neue“ Medien bezeichnet werden (Bachmair 2010, S. 5). Der technische Fortschritt vollzieht sich mit rasanter Geschwindigkeit, die Auswirkungen auf die einzelnen Bevölkerungsgruppen sind unterschiedlich. Während Kinder und Jugendliche heute mit den neuen Medien aufwachsen und - letztlich auch aufgrund der Gefahren, die die Nutzung der neuen Medien mit sich bringen kann - im Fokus medienpädagogischer Förderung stehen, geraten ältere Menschen zunehmend in Gefahr von der gesellschaftlichen Entwicklung ausgeschlossen zu werden. Im Fokus der Anbieter stehen sie meist nur dort wo sie als zahlungskräftige Klientel gesehen werden. Aufgrund eigener Vorbehalte, Ängste, Lernwiderstände oder anders gelagerter Bedürfnisse findet ein teilweiser Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben statt. Laut Branchenverband Bitkom steht die Nutzung neuer Medien durch ältere Menschen trotz der demografischen Entwicklung in Deutschland noch immer in einem Missverhältnis zur Bevölkerungsstruktur. 20 % der Deutschen sind heute 65 Jahre oder älter, aber nur 11 % der Internet-Nutzer sind Senioren. Der „digitale Graben“ zwischen den Generationen besteht fort (Bitkom 2010a, S. 1).
Ausgehend von der Beschreibung der Lebenssituation und dem Mediennutzungsverhalten älterer Menschen, will diese Arbeit – unter Bezugnahme auf Lernvoraussetzungen, die lerntheoretischen Bezüge und das Konzept des Lebenslangen Lernens - Ansätze zur Förderung der Medienkompetenz älterer Menschen aufzeigen. Abschließend werden exemplarisch bereits bestehende Angebote zur Förderung der Medienkompetenz beschrieben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffliche Grundlagen
2.1 Ältere Menschen
2.2 Medienkompetenz
3 Die Lebenssituation älterer Menschen
3.1 Soziale Lage
3.2 Mediennutzung
3.3 Zugangbarrieren und Hemmschwellen
4 Medienkompetenzentwicklung
4.1 Lernvoraussetzungen älterer Menschen
4.2 Lerntheoretische Bezüge
4.3 Konzept des Lebenslangen Lernens
5 Möglichkeiten medienpädagogischer Förderung
5.1 Ansätze zur Bildungsarbeit mit älteren Menschen
5.2 Angebote zur Förderung der Medienkompetenz
6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Mediennutzung und Medienkompetenz älterer Menschen vor dem Hintergrund des demografischen Wandels. Ziel ist es, unter Einbeziehung lerntheoretischer Ansätze und des Konzepts des lebenslangen Lernens Möglichkeiten aufzuzeigen, wie medienpädagogische Förderung dazu beitragen kann, die Teilhabe älterer Menschen an der digitalen Gesellschaft zu stärken und Barrieren abzubauen.
- Analyse der Lebenssituation und spezifischer Mediennutzungsmuster Älterer
- Identifikation von Zugangsbarrieren und psychologischen Hemmschwellen
- Erläuterung lerntheoretischer Grundlagen und lebenslangen Lernens
- Darstellung medienpädagogischer Förderansätze und konkreter Praxisbeispiele
Auszug aus dem Buch
3 Die Lebenssituation älterer Menschen
Der demografische Wandel und die damit steigenden Zahlen älterer Menschen in Deutschland bringen ein verstärktes Interesse an den Lebensbedingungen und der Lebensqualität dieser Bevölkerungsgruppe mit sich. Durch die gestiegene Lebenserwartung verlängert sich die Phase des Ruhestands. Seit 1970 hat sich die mittlere Lebenserwartung von 60-Jährigen in Westdeutschland um rund 5 auf 21 Jahre bei Männern und 24 Jahre bei den Frauen verlängert. Diese zusätzlichen Jahre sind auch gesellschaftspolitisch von wachsender Bedeutung (Stat. Bundesamt 2008, S. 193). Mit dieser verlängerten Lebensspanne sind einerseits positive Erwartungen verbunden, andrerseits sind die Vorstellungen über die Lebensphase Alter von negativen Vorstellungen hinsichtlich körperlicher Gesundheit, sozialer Vereinsamung, Abhängigkeit oder von ökonomischer Unsicherheit geprägt (Lindenberger et al. 2010, S. 7). Die individuellen Unterschiede innerhalb der Gruppe der Älteren sind erheblich, die Gruppe ist nicht homogen (Faltermaier et al. 1992, S. 168).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung von Medien in der heutigen Gesellschaft und stellt die Gefahr heraus, dass ältere Menschen ohne gezielte Förderung von der digitalen Entwicklung ausgeschlossen werden.
2 Begriffliche Grundlagen: Dieses Kapitel definiert die Zielgruppe der älteren Menschen ab Renteneintritt sowie den Begriff der Medienkompetenz in Anlehnung an theoretische Modelle.
3 Die Lebenssituation älterer Menschen: Es werden die sozialen Rahmenbedingungen, die spezifische Mediennutzung sowie die Barrieren und Hemmschwellen analysiert, die den Zugang älterer Menschen zu neuen Medien erschweren.
4 Medienkompetenzentwicklung: Hier werden die Lernvoraussetzungen, lerntheoretische Bezüge sowie das Konzept des lebenslangen Lernens als Grundlage für die Kompetenzentwicklung im Alter dargelegt.
5 Möglichkeiten medienpädagogischer Förderung: Dieses Kapitel zeigt subjektorientierte Bildungsansätze auf und stellt exemplarische Projekte zur Förderung der Medienkompetenz bei Senioren vor.
6 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer verstärkten medienpädagogischen Förderung zur Integration älterer Menschen in eine digitale Gesellschaft.
Schlüsselwörter
Medienkompetenz, ältere Menschen, Mediennutzung, lebenslanges Lernen, demografischer Wandel, medienpädagogische Förderung, digitale Teilhabe, Senioren, Lernvoraussetzungen, Zugangbarrieren, Bildungsarbeit, Medienpädagogik, Internetkompetenz, Lebenssituation, Generationen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Mediennutzung älterer Menschen und den Möglichkeiten, deren Medienkompetenz durch pädagogische Maßnahmen gezielt zu fördern.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Lebenssituation Älterer, Barrieren beim Zugang zu neuen Medien, lerntheoretische Grundlagen sowie Strategien für lebenslanges Lernen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Strategien zur Medienkompetenzentwicklung aufzuzeigen, um älteren Menschen eine aktive Teilhabe an der Wissens- und Informationsgesellschaft zu ermöglichen.
Welche wissenschaftlichen Grundlagen werden verwendet?
Die Autorin stützt sich auf Konzepte des lebenslangen Lernens, verschiedene Lerntheorien wie den Behaviorismus und Konstruktivismus sowie aktuelle Studien zur Mediennutzung.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil analysiert die Lebensbedingungen, die spezifischen Lernvoraussetzungen von Senioren und konkrete Ansätze der medienpädagogischen Bildungsarbeit.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Medienkompetenz, Lebenslanges Lernen, digitale Teilhabe, Senioren und Mediennutzungsverhalten.
Welche Rolle spielt die "Digitale Kluft" in dieser Arbeit?
Die Arbeit thematisiert den "digitalen Graben" zwischen den Generationen, insbesondere die Diskrepanz zwischen der demografischen Bedeutung der Senioren und ihrer geringen Partizipation an digitalen Medien.
Warum wird das Konzept des lebenslangen Lernens so hervorgehoben?
Das Konzept dient als theoretisches Fundament, um Lernen als einen Prozess zu verstehen, der nicht an formale Bildungsphasen gebunden ist, sondern den gesamten Lebenslauf umfasst.
- Arbeit zitieren
- Ulrike Englmann (Autor:in), 2011, Medienkompetenz und Mediennutzung älterer Menschen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177962