Robotik und Coding als Unterrichtsthema für Schulkinder in den naturwissenschaftlichen und technischen Fächern, das ist leicht vorstellbar. Doch ab wann sollte man damit beginnen und ist es überhaupt notwendig? Dies ist die Leitfrage dieser Arbeit, deren Ergebnis in einem anschließenden Workshop präsentiert werden soll. Beginnend mit einem kurzen Rückblick in die Entwicklung der Medienpädagogik, soll der Begriff der Medienkompetenz angeschnitten und die Bedeutung von Coding in der frühkindlichen Bildung beleuchtet werden. Das Thema der digitalen Teilhabe soll nicht unbeachtet bleiben und wird kurz dargestellt. Es folgt die Darstellung der Methode des Wissenstransfers, welche in Form eines Workshops angedacht ist. Es sollen den Studierenden des Studiengangs Pädagogik der Kindheit und Familienbildung an der Technischen Hochschule in Köln, einige praktische Möglichkeiten medienpädagogischer Arbeit dargestellt und der Fokus auf Robotik und Coding in der frühkindlichen Bildung gesetzt werden. Dabei werden Lernroboter vorgestellt, die von Kindern zwischen 3 und 6 Jahren genutzt werden können.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Frühkindliche Bildung im digitalen Zeitalter
1.1 Von der Bewahrpädagogik zur handlungsorientierten Medienpädagogik
1.2 Medienkompetenz bedeutet lebenslanges Lernen
2 Coding in der frühkindlichen Bildung
2.1 Medienarbeit in der Kita
2.2 Warum Coding?
2.3 Lernroboter
3 Medienpädagogik in der Praxis frühkindlicher Bildung
3.1 Digitale Teilhabe und Soziale Unterschiede
4 Die Methode
5 Fazit
6 Die Roboter - Steckbrief
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Herausforderungen des Einsatzes von Robotik und Coding in der frühkindlichen Bildung und stellt eine konkrete medienpädagogische Methode für Studierende der Kindheitspädagogik vor.
- Historische Entwicklung von der Bewahrpädagogik zur handlungsorientierten Medienpädagogik
- Bedeutung von Medienkompetenz als lebenslanger Lernprozess
- Didaktischer Einsatz und Potenziale von Lernrobotern (wie Bee Bot, Blue Bot, Cubetto und Ozobot) für Kinder im Kita-Alter
- Praktische Vermittlung von Coding-Grundlagen ohne textbasierte Programmiersprachen („unplugged“)
- Soziale Aspekte, Chancengleichheit und digitale Teilhabe in der frühkindlichen Medienpädagogik
- Konzeption und Durchführung eines praxisnahen Peer-to-Peer-Workshops für Studierende
Auszug aus dem Buch
Warum Coding?
Kleinkinder mit dem Thema „Coding“ zu konfrontieren, scheint für viele im ersten Moment ein gewagtes Unterfangen zu sein. Grund dafür, könnte die Befürchtung sein, Kinder zu überfordern und Fähigkeiten abzuverlangen, welche ein abstraktes Denkvermögen erfordern. „Obwohl inzwischen viele Kitas MINT-Fächer (also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) altersgerecht in die frühkindliche Bildung integrieren, steht Coding unter dem Verdacht, zu abstrakt, komplex und zeitraubend zu sein, respektive Kinder im Kita-Alter zu überfordern“ (Daumann, Dinges, Lorig 2018, S.74). Doch die Möglichkeit Kinder bereits im Kita-Alter ein Grundverständnis für das Programmieren und das Prinzip des Algorithmus zu vermitteln, ohne Einsatz von textbasierter Programmiersprache, besteht durch das Aufkommen neuer Lernspielzeuge (vgl. Daumann, Dinges, Lorig 2018, S.69). So ist auch in der Kultusminister Konferenz 2016 das Thema „Algorithmen erkennen und formulieren“ unter dem aufgeführten Kompetenzbereich „5. Problemlösen und Handeln“ zu finden.
Die „Kompetenzen in der digitalen Welt“ umfassen die folgenden sechs Kompetenzbereiche:
1. Suchen, Verarbeiten und Aufbewahren
2. Kommunizieren und Kooperieren
3. Produzieren und Präsentieren
4. Schützen und sicher Agieren
5. Problemlösen und Handeln
6. Analysieren und Reflektieren.
Diese Kompetenzbereiche sind wiederum in differenzierte Teilbereiche kategorisiert. Unter den fünften Punkt „Problemlösen und Handeln“ findet sich die Kategorie:
5.5. Algorithmen erkennen und formulieren:
5.5.1. Funktionsweisen und grundlegende Prinzipien der digitalen Welt kennen und verstehen.
5.5.2. Algorithmische Strukturen in genutzten digitalen Tools erkennen und formulieren
5.5.3. Eine strukturierte, algorithmische Sequenz zur Lösung eines Problems planen und verwenden
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Notwendigkeit und dem Zeitpunkt von Robotik im Unterricht vor und skizziert den Aufbau der Arbeit sowie den geplanten Workshop.
1 Frühkindliche Bildung im digitalen Zeitalter: Dieses Kapitel beleuchtet den Wandel von der Bewahrpädagogik hin zu einer handlungsorientierten Medienpädagogik und definiert Medienkompetenz als lebenslangen Lernprozess.
2 Coding in der frühkindlichen Bildung: Es wird erörtert, wie Medienarbeit in Kitas verankert ist, warum Coding auch für Jüngste geeignet ist und welche Lernroboter dabei zum Einsatz kommen können.
3 Medienpädagogik in der Praxis frühkindlicher Bildung: Der Hauptteil analysiert die aktuelle Situation von Fachkräften in der Medienpädagogik und diskutiert die Bedeutung digitaler Teilhabe sowie sozialer Unterschiede.
4 Die Methode: Hier wird ein konkreter, viermündiger Workshop für den Studiengang Pädagogik der Kindheit und Familienbildung zur praktischen Anwendung von Lernrobotern detailliert beschrieben.
5 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, betont die Notwendigkeit geschulter medienpädagogischer Leitungen und plädiert für den Abbau von Berührungsängsten.
6 Die Roboter - Steckbrief: Ein übersichtlicher Steckbrief vergleicht verschiedene Lernroboter wie Bee Bot, Blue Bot, Ozobot Evo und Cubetto hinsichtlich Zielgruppe, Steuerung und Kosten.
Schlüsselwörter
Robotik, Coding, frühkindliche Bildung, Medienpädagogik, Lernroboter, Medienkompetenz, Digitalisierung, Kita, Digitale Teilhabe, Algorithmisches Denken, Workshop, Kindheitspädagogik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Möglichkeiten, Chancen und Herausforderungen des Einsatzes von Robotik und Coding in der frühkindlichen Bildung, insbesondere in Kindertagesstätten und im Rahmen der kindheitspädagogischen Ausbildung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den Kernbereichen gehören die historische Entwicklung der Medienpädagogik, die Vermittlung von Medienkompetenz, die altersgerechte Einführung von Coding-Prinzipien sowie die praktische Nutzung von Lernrobotern im Elementarbereich.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Die Leitfrage widmet sich der Überlegung, ab wann und ob es überhaupt notwendig ist, mit Robotik und Coding in der Bildung von Kindern zu beginnen, und wie pädagogische Fachkräfte praxisnah darauf vorbereitet werden können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden in der Publikation verwendet?
Neben einer fundierten Literatur- und Theorieanalyse zur Medienpädagogik und digitalen Bildung wird als methodischer Hauptbestandteil ein konkreter Peer-to-Peer-Workshop für Studierende der Kindheitspädagogik konzipiert und beschrieben.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen vertieft, die praktische Medienarbeit in Kitas analysiert, das Konzept des unplugged Codings vorgestellt sowie Fragen der sozialen Teilhabe und Chancengleichheit bei der Mediennutzung beleuchtet.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Zentrale Keywords sind unter anderem Robotik, Coding, frühkindliche Bildung, Medienpädagogik, Lernroboter, Medienkompetenz, digitale Teilhabe und algorithmisches Denken.
Welche konkreten Lernroboter werden in der Arbeit vorgestellt und verglichen?
Im letzten Kapitel werden die Bodenroboter Bee Bot, Blue Bot, Ozobot Evo und Cubetto anhand detaillierter Steckbriefe bezüglich Altersempfehlung, Steuerung, Ressourcen und Kosten verglichen.
Wie ist der praxisnahe Workshop für die Studierenden aufgebaut?
Der Workshop ist auf vier Stunden ausgelegt, findet in Kleingruppen statt und nutzt den Ansatz „Roboter unplugged“ sowie verschiedene Lernroboter, gefolgt von einer gemeinsamen Reflexion und Feedbackrunde.
Welche Rolle spielen soziale Unterschiede und Chancengleichheit bei der Mediennutzung?
Die Arbeit betont, dass Kinder aus unterschiedlichen sozialen Verhältnissen oft anders an Medien herangeführt werden, weshalb die medienpädagogische Arbeit in Kitas aktiv zur digitalen Teilhabe und zum Abbau von Ungleichheiten beitragen muss.
- Quote paper
- Yuko Nishino (Author), 2019, Robotik und Coding in der frühkindlichen Bildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1779771