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Abt Karl Braunstorfer und die liturgische Erneuerung

Titre: Abt Karl Braunstorfer und die liturgische Erneuerung

Texte Universitaire , 2023 , 24 Pages , Note: Gut

Autor:in: Pater Guerricus Simon Karl (Auteur)

Théologie - Théologie historique, Histoire ecclésiastique
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Die heftigen Diskussionen zwischen liberalen und konservativen Katholiken bezüglich der richtigen Liturgiesprache mögen für Außenstehende nicht nachvollziehbar sein. Dennoch sind sie ein Zeichen für die positive Leidenschaft zur Liturgie, die eine Kommunikation mit dem höchsten Wesen – mit Gott selbst – ist. Diese Leidenschaft impliziert die Sorge um einen würdigen Gottesdienst, um eine Gebetsform, die der Größe Gottes gerecht wird und die im Idealfall das rechte Maß zwischen Reform und Bewahrung findet. Gott versteht jedes Gebet, egal ob es auf Altgriechisch, Latein oder in einer lokalen Volkssprache artikuliert wird. Dennoch ist es legitim, nach der würdevollsten Liturgiesprache für eine konkrete Gemeinschaft zu suchen und nicht immer den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen und die lokale Sprache zu verwenden. Somit waren die Wiederentdecker des Gregorianischen Chorals im 19. Jahrhundert und Reformäbte wie Abt Karl Braunstorfer im 20. Jahrhundert Verfechter einer mutigen Idee: Die Liturgie in einer Sprache zu feiern, die damals von vielen Bevölkerungsschichten intellektuell nicht verstanden wurde: Es geht um die lateinische Sprache. Das Adjektiv intellektuell ist hier entscheidend, den ein intuitives und ontologisches Verstehen entbehrt einer sprachlichen Vorbildung: Egal in welchem Jahrhundert man den Raum, in dem eine würdige Liturgie stattfand, betreten hatte: Durch die Lateinische, Griechische oder Hebräische Sprache war klar: Hier wird mit einem Wesen kommuniziert, dass selbst jede Sprache versteht, aber das kein Mensch je ganz verstanden oder intellektuell durchdrungen hat: dem allmächtigen Gott.
Die religiöse Erfahrung – egal ob innerhalb der Liturgie, in der Natur oder im Kontakt mit einem Menschen – führt in ihrer letzten Konsequenz zur Liturgie mit gesungenem oder gesprochenem Gebet, zum Bekenntnis, zur Verkündigung, zum Bericht von Mythos, Lehre oder sogar zur Aussprache eines Dogmas.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Die Liturgiesprache vom Mittelalter bis zum 21. Jahrhundert

1.1. Einleitung

1.2. Das Mittelalter

1.3. Die Neuzeit

1.4. Die Moderne und die Zeitgeschichte

2. Die liturgische Erneuerung/Bewegung

2.1. Dom Prosper-Louis-Pascal Guéranger OSB und die Abtei Solesmes

2.2. Die Erzabtei Beuron

2.3. Liturgische Erneuerung im Zisterzienserorden (vor Abt Karl Braunstorfer)

3. Abt Karl Braunstorfer

3.1. Martin Luther, Josephinismus und die Früchte der Adelshäuser in Österreich

3.2. Der Konvent von Heiligenkreuz um 1900

3.3. Die frühen Jahre Abt Karls: 1895 bis 1933

3.4. Wirken als Prior und Abt

3.4.1. Abt Karls Liebe zum Stundengebet – Das Marianische Offizium

3.4.2. Zweites Vatikanum

3.4.3. Abt Karls Einstellung zur Pfarrseelsorge

3.5. Wirken als Altabt

3.6. Das Heiligenkreuzer Brevier von 1978

3.7. Seligsprechungsprozess

4. Das Profil eines Reformers

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Leben und Wirken von Abt Karl Braunstorfer im Kontext der liturgischen Erneuerung des 20. Jahrhunderts und beleuchtet seinen maßgeblichen Einfluss auf die monastische Identität des Stiftes Heiligenkreuz.

  • Die historische Entwicklung der Liturgiesprache vom Mittelalter bis zur Gegenwart
  • Die Strömungen und Protagonisten der liturgischen Bewegung im 19. und 20. Jahrhundert
  • Biografische Stationen und das geistliche Wirken von Abt Karl Braunstorfer als Prior, Abt und Altabt
  • Die Umsetzung der Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils im klösterlichen Alltag
  • Die Entstehung des eigenständigen Heiligenkreuzer Breviers von 1978

Auszug aus dem Buch

3.1. Martin Luther, Josephinismus und die Früchte der Adelshäuser in Österreich

Der Reformator Martin Luther war in jungen Jahren selbst Mönch eines Klosters der strengen Augustiner Eremiten gewesen. Als Kritiker der etablierten Kirche sagte er allerdings dem ganzen Mönchtum einen Kampf an. Er und die anderen Reformatoren vollbrachten ab dem 16. Jahrhundert ein trauriges Werk: Innerhalb von circa 100 Jahren vollzog sich ein Niedergang des Mönchtums und eine Abkehr der Historiker vom monastischen Leben als Forschungsobjekt, welche bis zum Wiederaufblühen der historischen Wissenschaft im 19. Jahrhundert dauern würde. Abt Karl gehörte einer Generation von Mönchen an, die nach diesem Niedergang eine Phase des Wiederaufbaues einleiteten.

Kaiser Joseph II. war der Sohn der einflussreichen Herrscherin Maria Theresia. Als Kind der Aufklärung installierte er während seiner Regentschaft zwischen 1780 und 1790 ein Staatskirchentum mit weitreichenden Folgen für die katholische Kirche Österreichs: Der Kaiser nahm sich das Recht heraus, in die kirchliche Jurisdiktion einzugreifen, er führte Reformen durch und hob – ohne Abstimmung mit Rom – Klöster und kirchliche Stiftungen auf. Rom versuchte zu intervenieren, aber die Reise von Papst Pius VI. ins josephinistische Wien blieb erfolglos. Joseph II. ist zu Gute zu halten, dass er keinen Kirchenkampf und keine Tötung von Priestern und Ordensleuten anordnete, wie dies im Frankreich der Revolution von 1789 der Fall war.

Er und Martin Luther hatten ohne Zweifel Einfluss auf Stift Heiligenkreuz im Wienerwald, aber der Stifter von Heiligenkreuz – der heilige Leopold – schlägt den Bogen zum Geschlecht der Babenberger: Schon bei den Gründungsurkunden der Babenberger schimmert ein christliches Grundverständnis des eigenen Machtverständnisses durch, welches sich in Klostergründungen im Großraum Wien manifestierte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Liturgiesprache vom Mittelalter bis zum 21. Jahrhundert: Beleuchtet die historische Entwicklung und Bedeutung der Liturgiesprache von den Anfängen im Mittelalter über die Neuzeit bis hin zu modernen Diskussionen im 21. Jahrhundert.

2. Die liturgische Erneuerung/Bewegung: Zeichnet die Entstehung und Ausbreitung der liturgischen Bewegung anhand wichtiger Persönlichkeiten und Institutionen wie der Abtei Solesmes und der Erzabtei Beuron nach.

3. Abt Karl Braunstorfer: Widmet sich ausführlich dem Leben, der Ausbildung und dem vielschichtigen Wirken von Abt Karl Braunstorfer im Stift Heiligenkreuz sowie seiner Rolle beim Zweiten Vatikanischen Konzil.

4. Das Profil eines Reformers: Analysiert die grundsätzlichen Merkmale und Herausforderungen kirchlicher Reformen und fasst Braunstorfers Vermächtnis für das Stift Heiligenkreuz zusammen.

Schlüsselwörter

Abt Karl Braunstorfer, Stift Heiligenkreuz, Liturgische Erneuerung, Liturgiesprache, Gregorianischer Choral, Zweites Vatikanum, Zisterzienser, Breviarium Sancucense, Stundengebet, Klosterreform, Frömmigkeit, Kirchengeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt das Leben, Denken und Wirken von Abt Karl Braunstorfer und bettet sein Handeln in den historischen Kontext der liturgischen Erneuerung des 20. Jahrhunderts ein.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Entwicklung der Liturgiesprache, die Geschichte der liturgischen Bewegung, das monastische Leben im Stift Heiligenkreuz sowie die Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den maßgeblichen Beitrag von Abt Karl Braunstorfer zur Bewahrung und Erneuerung der klösterlichen Traditionen und des Gregorianischen Chorals in Heiligenkreuz wissenschaftlich darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Es handelt sich um eine historische und biographische Untersuchung, die sich auf Archivmaterialien, zeitgenössische Dokumente und einschlägige Sekundärliteratur stützt.

Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Liturgiesprache, den Strömungen der liturgischen Erneuerung, den biografischen Stationen Braunstorfers sowie spezifischen Projekten wie dem Heiligenkreuzer Brevier von 1978.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Zentrale Begriffe sind Abt Karl Braunstorfer, Stift Heiligenkreuz, Liturgische Erneuerung, Gregorianischer Choral, Zweites Vatikanum und Zisterzienserorden.

Welchen Einfluss hatte der Josephinismus auf das Stift Heiligenkreuz?

Der Josephinismus führte im 18. und 19. Jahrhundert zu staatlichen Eingriffen und einem spürbaren Niedergang des klösterlichen Lebens, dessen Spätfolgen erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts schrittweise überwunden wurden.

Welche Bedeutung hat das Heiligenkreuzer Brevier von 1978?

Das Brevier stellt einen gelungenen Versuch dar, die Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils mit den traditionellen zisterziensischen Elementen und dem Latein als Liturgiesprache im klösterlichen Chorgebet zu verbinden.

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Résumé des informations

Titre
Abt Karl Braunstorfer und die liturgische Erneuerung
Université
Hochschule Heiligenkreuz  (Institut für spirituelle Theologie)
Cours
Neue Geistliche Gemeinschaften – Die Freude des Evangeliums
Note
Gut
Auteur
Pater Guerricus Simon Karl (Auteur)
Année de publication
2023
Pages
24
N° de catalogue
V1779919
ISBN (PDF)
9783389209462
ISBN (Livre)
9783389209479
Langue
allemand
mots-clé
Liturgie Liturgiesprache liturgische Erneuerung Pius Parsch Abt Karl Heiligenkreuz Zisterzienser
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Pater Guerricus Simon Karl (Auteur), 2023, Abt Karl Braunstorfer und die liturgische Erneuerung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1779919
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Extrait de  24  pages
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