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'Camp'‐ und Kitsch‐Elemente in Pedro Almodóvars Filmen "Entre tinieblas" und "Tacones lejanos"

Title: 'Camp'‐ und Kitsch‐Elemente in Pedro Almodóvars Filmen "Entre tinieblas" und "Tacones lejanos"

Term Paper (Advanced seminar) , 2011 , 36 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jeanette Gonsior (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Summary Excerpt Details

Pedro Almodóvar ist mit seinem beachtlichen Werk von bisher 17 Spielfilmen (seit 1980) längst im Olymp der Filmwelt angekommen: Neben zahlreichen internationalen Preisen und Nominierungen wurde er unter anderem mit zwei Oscars ausgezeichnet: 2000 für "Todo sobre mi madre" (Best Foreign Language Film) und 2003 für "Hable con ella" (Best Writing, Original Screenplay). Auf nationaler Ebene erhielt er 2006 den 'Premio Príncipe de Asturias de las Artes', den höchsten Kulturpreis in Spanien; der spanische Filmpreis 'Goya' wurde ihm für "Mujeres al borde de un ataque de nervios", "Todo sobre mi madre" und "Volver" verliehen (Mejor Director). Kurz: Almodóvar ist spätestens im letzten Jahrzehnt zum kulturellen Exportschlager Spaniens avanciert.

Schon lange vor seinem internationalen Durchbruch war er als schriller und oft subversiver Regisseur der 'movida madrileña' bekannt; viele seiner Filme genießen Kultstatus und gelten als Musterbeispiele einer Politik geschlechtlicher Grenzüberschreitung und sexueller Andersartigkeit. Almodóvar betont jedoch, dass es nicht seine Absicht sei, Normen zu verletzen; er möchte dem Zuschauer lediglich seine Gestalten und deren Verhalten nahebringen: "Überschreitung und Gesetz hängen so eng zusammen, daß ich das Gesetz, schon die Tatsache, daß es existiert, zu ignorieren versuche, ich kämpfe darum, daß es in meinen Filmen gar nicht vorkommt. (…) Was mich betrifft, so ist die Überschreitung nicht mein Ziel, weil sie einen Respekt vor dem Gesetz beinhaltet, eine Anerkennung des Gesetzes, die mir widerstrebt. Deshalb waren meine Filme auch nie gegen das Franco-Regime gerichtet, weil ich die Existenz Francos ganz ein-fach nicht anerkennen wollte. Das ist ein bißchen meine Rache am Franco-Regime: ich will, daß davon keine Erinnerung bleibt und kein Schatten."

Die einzigartige Ästhetik seiner Filme ist geprägt von Kitsch, 'Camp' und 'Pop Art'. Almodóvar, der als „spanischer Andy Warhol“ bezeichnet wurde, betont immer wieder den enormen Einfluss der englischen und US-amerikanischen Pop-Kultur auf sein filmisches Werk: "Me he formado en la cultura del pop (segunda mitad de los 60) inglés y americano. Mi primera influencia fue Andy Warhol, pero sin olvidarme de Lola Flores. En mi vida también he compartido esos extremos, lo más moderno de fuera, junto a lo más castizo de dentro. A principio de los 80, junto a Carlos Berlanga, Fabio, Alaska, las Costus, Bernardo Bonezzi, Sigfrido Martin Begué, Blanca Sánchez..." (...)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Betrachtung: Camp und Kitsch als ästhetische Konzepte

2.1 Susan Sontags Notes on “Camp”

2.2 Camp vs. Kitsch: Eine Abgrenzung

3 Camp- und Kitsch-Elemente in Pedro Almodóvars Filmen …

3.1 Entre tinieblas

3.2 Tacones lejanos

4 Schlussbetrachtung

5 Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, wie Pedro Almodóvar die ästhetischen Konzepte von Camp und Kitsch in seinen Filmen Entre tinieblas und Tacones lejanos einsetzt, um gesellschaftliche Normen zu hinterfragen und eine queere Identität zu konstruieren. Dabei wird analysiert, wie diese ästhetischen Mittel zur Dekonstruktion binärer Geschlechterrollen und traditioneller kultureller Vorstellungen beitragen.

  • Die theoretische Fundierung von Camp und Kitsch im Kontext der Ästhetik.
  • Die Erneuerung religiöser Kitsch-Elemente durch den Camp-Begriff in Entre tinieblas.
  • Die Funktion von Camp-Elementen zur Verdeutlichung der Konstruiertheit von Geschlecht in Tacones lejanos.
  • Die enge Verbindung zwischen Camp, Transvestitismus und performativen Identitätsstrategien.
  • Die parodistische Auseinandersetzung mit spanischen Traditionen und Filmgenres durch Almodóvar.

Auszug aus dem Buch

Die einzigartige Ästhetik seiner Filme ist geprägt von Kitsch, Camp und Pop Art.

Almodóvar, der als „spanischer Andy Warhol“ bezeichnet wurde, betont immer wieder den enormen Einfluss der englischen und US-amerikanischen Pop-Kultur auf sein filmisches Werk:

Me he formado en la cultura del pop (segunda mitad de los 60) inglés y americano. Mi primera influencia fue Andy Warhol, pero sin olvidarme de Lola Flores. En mi vida también he compartido esos extremos, lo más moderno de fuera, junto a lo más castizo de dentro. A principio de los 80, junto a Carlos Berlanga, Fabio, Alaska, las Costus, Bernardo Bonezzi, Sigfrido Martin Begué, Blanca Sánchez... y muchos más, llevábamos un tipo de vida muy parecida a la de la Factory de Warhol. Drogas, drags, fiestas infinitas, y resacas tempranas, hedonismo y el presente como único horizonte, todos nos sentíamos estrellas, pero nadie pensaba en el mercado. (...) Antes de tener éxito en Estados Unidos la cultura y el cine americano ya habían influido en mis películas, siempre desde un punto de vista manchego.

Die vorliegende Hauptseminararbeit untersucht, wie Camp- und Kitsch-Elemente in Pedro Almodóvars Filmen Entre tinieblas und Tacones lejanos eingesetzt werden. In Kapitel 2 sollen zunächst die Begriffe Camp und Kitsch definiert und voneinander abgegrenzt werden. Da der Begriff Camp besonders von Susan Sontag geprägt wurde, wird ihr Essay Notes on “Camp” in Kapitel 2.1 herangezogen. Nach dieser Annäherung soll Camp in Kapitel 2.2 von Kitsch abgegrenzt werden, wobei Sontags Anmerkungen zu Camp erweitert werden. Mit dem diskursiven Fundus aus dem zweiten Kapitel soll Almodóvars Erneuerung von religiösem Kitsch durch Camp in Entre tinieblas (1983) betrachtet werden. In Kapitel 3.2 wird untersucht, wie Camp-Elemente in Tacones lejanos (1991) eingesetzt werden, um die Konstruiertheit von Geschlecht zu verdeutlichen. Dabei wird die enge Verbindung zwischen Camp und Transvestitismus beleuchtet.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Werk Pedro Almodóvars ein, verortet ihn im Kontext der movida madrileña und stellt die zentrale Forschungsfrage zur ästhetischen Funktion von Camp und Kitsch in ausgewählten Filmen.

2 Theoretische Betrachtung: Camp und Kitsch als ästhetische Konzepte: Dieses Kapitel definiert Camp anhand von Susan Sontags einflussreichen Thesen und grenzt den Begriff systematisch von Kitsch ab, wobei auch die politische und queer-theoretische Dimension von Camp beleuchtet wird.

3 Camp- und Kitsch-Elemente in Pedro Almodóvars Filmen …: Der Hauptteil analysiert die konkrete Anwendung der Konzepte in Entre tinieblas, wo religiöser Kitsch parodiert wird, sowie in Tacones lejanos, wo Camp zur Dekonstruktion von Geschlechterrollen dient.

4 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, wie Almodóvar durch den bewussten Einsatz von Camp das Artifizielle betont und traditionelle Identitätsentwürfe sowie kulturelle Mythen erfolgreich dekonstruiert.

5 Bibliographie: Ein Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Literatur.

Schlüsselwörter

Pedro Almodóvar, Camp, Kitsch, Susan Sontag, Queer-Theorie, Transvestitismus, Filmästhetik, Spanisches Kino, Identitätskonstruktion, Performativität, Entre tinieblas, Tacones lejanos, Pop-Kultur, Parodie, Geschlechterrollen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die ästhetischen Strategien von Pedro Almodóvar, speziell den Einsatz von Camp- und Kitsch-Elementen als Mittel zur künstlerischen und gesellschaftskritischen Ausdrucksform.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Konzepte Camp und Kitsch, deren Definition, ihre theoretische Abgrenzung sowie ihre praktische Anwendung in Almodóvars Filmen zur Hinterfragung von Normen und Identitäten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie Almodóvar durch die ästhetische Aneignung von Camp und Kitsch bestehende gesellschaftliche und geschlechtliche Binarismen dekonstruiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine filmwissenschaftliche Analyse, die theoretische Ansätze (insbesondere von Susan Sontag und der Queer-Theorie) mit der detaillierten Untersuchung filmischer Mittel und narrative Strukturen kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der filmischen Umsetzung: Zuerst wird die parodistische Nutzung religiöser Ikonographie in Entre tinieblas analysiert, gefolgt von der Untersuchung geschlechtsperformativer Identitäten in Tacones lejanos.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlagworte sind Almodóvar, Camp, Kitsch, Queer-Theorie, Transvestitismus, Identitätskonstruktion und performative Ästhetik.

Wie spielt das religiöse Setting in "Entre tinieblas" eine Rolle für das Camp-Konzept?

Almodóvar nutzt die religiöse Ikonographie als ein „Fundstück“, das er aus seinem ursprünglichen Kontext löst und neu codiert, um eine queere, theatralische Ästhetik zu erzeugen, die das Seriöse des religiösen Inhalts unterwandert.

Inwiefern ist der Transvestitismus in "Tacones lejanos" für die These der Geschlechterkonstruktion relevant?

Der Transvestitismus dient hier nicht nur als ästhetisches Stilmittel, sondern als Demonstration der Performativität von Geschlecht, indem er zeigt, dass Identität ein Prozess der Imitation und Konstruktion ist, statt biologisch determiniert zu sein.

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Details

Title
'Camp'‐ und Kitsch‐Elemente in Pedro Almodóvars Filmen "Entre tinieblas" und "Tacones lejanos"
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Romanistik)
Course
Film(erzählung) und Zeitbezug bei Pedro Almodóvar
Grade
1,0
Author
Jeanette Gonsior (Author)
Publication Year
2011
Pages
36
Catalog Number
V178013
ISBN (eBook)
9783656002192
ISBN (Book)
9783656001690
Language
German
Tags
Pedro Almodóvar Tacones lejanos Entre tinieblas Camp Kitsch movida madrileña Susan Sontag "notes on camp" Dark Habits High Heels Femme Letal Camp und Transvestitismus españoladas queer Parodie Persiflage Ironie Theatralität Künstlichkeit Überzeichnung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jeanette Gonsior (Author), 2011, 'Camp'‐ und Kitsch‐Elemente in Pedro Almodóvars Filmen "Entre tinieblas" und "Tacones lejanos", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178013
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