In folgender Arbeit des Justin handelt es um seine Strategien der Verteidigung, welche er in seinen Apologien zum Besten gibt. Zunächst wird geklärt, was es mit dem Begriff Märtyrer auf sich hat, welche Bedeutungen Martyrien haben und welche Motive es gibt, Märtyrer zu sein oder zu werden. Auch wird beschrieben, welche Wirkung die Martyrien haben.
Der Hauptteil der Arbeit befasst sich mit Justin und seinen Apologien. Justin wird in seiner Person vorgestellt. Sein Wirken wird deutlich. Die Apologien werden ebenfalls ausführlich beschrieben und kommentiert. Besonders hervorzuheben ist, dass die Verfasserinnen sich Gedanken zu Strukturvorschlägen der ersten Apologie gemacht haben, welche vorgestellt werden.
Die erste Apologie wurde auf drei Teilabschnitte eingeteilt. Der erste Teilabschnitt befasst sich mit den Adressaten, an denen die erste Apologie gerichtet ist und dem Glauben als Christ. Im zweiten Teilabschnitt wird deutlich, wie Justin die Christen verteidigt und eine Verbindung zum heidnischen Glauben darstellt. Auch fließen hier Beweise ein, die Justin durch die Darstellung der Propheten und deren Prophezeiungen stärkt.
Der dritte Teilabschnitt beginnt mit einer Rückkehr zu Erzählungen von den Dämonen, die im zweiten Teilabschnitt schon Gehör fanden. Zudem wird hier auf christliche Kultgebräuche eingegangen.
Die zweite Apologie beginnt mit Vorwürfen gegen die Obrigkeit, da alle Christen getötet werden sollen, weil sie zum einen Christen sind und sich zum anderen zu ihrem Glauben bekennen. Justin geht in dieser Apologie im Besonderen auf die Treue zu den Lehren Christi und dessen Todbereitschaft ein und kommt zu dem Schluss, dass Christen keine Lasten besitzen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung (gemeinsam)
1. Martyrien–Klärung des Begriffs (Schmidt)
1.1 Bedeutung der Martyrien (Schmidt)
1.2 Motivation der Märtyrer (Schmidt)
1.3 Wirkung der Martyrien (Schmidt)
2. Justin, zur Person und seinem Leben (Schöttke)
2.1 Leben des Justin (Schöttke)
2.2 Werk des Justin (Schöttke)
2.3 Wirken des Justin (Schöttke)
2.4 Die Apologien des Justin (Schöttke)
3. I. Apologie (Schmidt)
3.1 Erster Teil der I. Apologie (Schmidt)
3.2 Zweiter Teil der I. Apologie (Schöttke)
3.2.1 Prophetenbeweise in der I. Apologie (Schmidt)
3.3 Dritter Teil der I. Apologie (Schöttke)
4. II. Apologie(Schmidt) (Schöttke) zweigeteilt
5. Fazit/Zusammenfassung (gemeinsam)
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Verteidigungsstrategien Justins des Märtyrers in seinen beiden Apologien, um die Rechtmäßigkeit des christlichen Glaubens gegenüber der römischen Obrigkeit zu belegen. Dabei wird untersucht, wie Justin christliche Glaubensinhalte und ethische Vorstellungen mit philosophischen Argumenten sowie alttestamentlichen Prophezeiungen verbindet, um Verfolgungen entgegenzuwirken.
- Grundlagen des Martyriumsbegriffs und der Märtyrerverehrung in der Alten Kirche
- Biografische und werksgeschichtliche Einordnung Justins des Märtyrers
- Strukturierte Analyse der Verteidigungsargumente in der I. und II. Apologie
- Die Rolle der Prophetenbeweise als zentrales apologetisches Instrument
- Wirkung und Bedeutung der philosophisch geprägten Dogmatik in Justins Schriften
Auszug aus dem Buch
1. Martyrien–Klärung des Begriffs
Als Martyrium wird im Christentum die Hinnahme von Strafen für das Bekennen zum christlichen Glauben bezeichnet. Die Bestrafungen konnten von Feinden der Christen in Ämtern und durch private Personen erfolgen. Mitchristen konnten diese Bestrafungen unter Umständen auch angeregt haben. Das Martyrium lässt sich als Wiederfahrnis bezeichnen. Die Christen selbst sehen „ … es als einen Einsatz reinster und höchster Art.“ Der Begriff des Märtyrers hat sich im Laufe der Zeit auf diejenigen beschränkt, die durch ihre Glaubensbekenntnisse ihr Leben ließen. Idee und Vorstellung des Martyriums und des Märtyrers sind christlichen Ursprungs. Ein Märtyrer ist ein leidender Wahrheitszeuge, ein Blutzeuge, der den Glaubenstod erleidet. In jüngster Vergangenheit ist der Begriff des Märtyrers oder des Märtyrertums meist im Zusammenhang mit Seuchen oder Kriegen verwandt worden. Alle, die ihr Leben im Dienste Jesu und damit im Dienste von Gott stehen, sind damit gemeint. „Der Märtyrer war im Christentum der Prototyp des Heiligen.“
Es bestand für alle Christen die Gefahr ein Martyrium zu erleiden, da die Existenz des Christentums selbst unter scharfer Verfolgung stand. Der Begriff Märtyrer, Blutzeuge, kam um 140/150 in Kleinasien auf. In den Jahren nach 160 bildete sich daraus die Märtyrerverehrung im Gottesdienst heraus.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Martyrien–Klärung des Begriffs (Schmidt): Definition und historische Einordnung des Märtyrerbegriffs sowie dessen Bedeutung, Motivation und Auswirkungen im frühen Christentum.
2. Justin, zur Person und seinem Leben (Schöttke): Detaillierte Vorstellung des Lebens, des Werkes und der schriftstellerischen Bedeutung Justins als bedeutendem Apologeten des zweiten Jahrhunderts.
3. I. Apologie (Schmidt): Umfassende Untersuchung der Struktur und Argumentationsweise der ersten Apologie, unterteilt in ihre drei wesentlichen Beweisabschnitte.
4. II. Apologie(Schmidt) (Schöttke) zweigeteilt: Analyse der zweiten Apologie, die ohne formale Einleitung direkt auf aktuelle Verfolgungsvorfälle und die Vorwürfe gegen die Christen reagiert.
5. Fazit/Zusammenfassung (gemeinsam): Zusammenfassende Bewertung der Verteidigungsstrategien Justins, insbesondere seiner methodischen Verwendung von Prophetenbeweisen und seiner wiederholten Argumentation gegen die Dämonen.
Schlüsselwörter
Justin der Märtyrer, Apologien, Martyrium, Märtyrer, Christentum, Verteidigungsstrategien, Altkirchliche Apologetik, Prophetenbeweise, Dämonenlehre, Logos, römische Obrigkeit, Kirchenväter, Glaubensbekenntnis, Verfolgung, Philosophie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Verteidigungsstrategien, die Justin der Märtyrer in seinen zwei Apologien anwendet, um den christlichen Glauben gegen Vorwürfe der römischen Obrigkeit zu verteidigen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen den Begriff des Martyriums, die Biografie Justins, die detaillierte Analyse seiner Argumentation in den Apologien sowie die Funktion von Propheten als Beweisführung.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Justin durch logische Argumente und den Vergleich mit heidnischen Bräuchen die Unschuld der Christen darlegen und Verfolgungen beenden möchte.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine theologische und literaturgeschichtliche Analyse, die primär auf der Auswertung der Apologien des Justin sowie relevanter Sekundärliteratur basiert.
Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffe des Martyriums, Justins Leben und Wirken, die detaillierte inhaltliche Aufschlüsselung der I. Apologie in ihre drei Teile sowie die Untersuchung der II. Apologie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind: Justin der Märtyrer, Apologien, Martyrium, römische Obrigkeit, Prophetenbeweise, Dämonen, Logos, Glaubensbekenntnis und Verfolgung.
Wie argumentiert Justin gegen die Vorwürfe des Atheismus?
Justin argumentiert, dass Christen keineswegs gottlos sind, sondern den wahren Schöpfer anbeten. Die Verfolgung führt er auf die Arglist böser Dämonen zurück, die die Obrigkeit verblenden.
Warum verwendet Justin heidnische Fabeln in seinen Ausführungen?
Justin nutzt Vergleiche mit heidnischen Mythen (z.B. Herakles), um Gemeinsamkeiten aufzuzeigen und damit die Ungerechtigkeit der selektiven Verfolgung des Christentums gegenüber anderen Traditionen zu verdeutlichen.
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- Bachelor Bettina Schmidt (Author), Jennifer Schöttke (Author), 2011, Martyrium und Martyriumstheologie in der Alten Kirche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178064