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Das Integrative Modell der menschlichen Handlungsregulation nach Johr in der Therapie der Autismus-Spektrum-Störung (ASS)

Theoretische Grundlagen, therapeutische Anwendung, Fallbeispiele und Forschungsbedarf

Title: Das Integrative Modell der menschlichen Handlungsregulation nach Johr in der Therapie der Autismus-Spektrum-Störung (ASS)

Textbook , 2026 , 21 Pages

Autor:in: Peter Johr (Author)

Pedagogy - Pedagogic Psychology
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Summary Excerpt Details

Die folgende Abhandlung entwickelt das Integrative Modell der menschlichen Handlungsregulation nach Johr zu einem psychopädagogischen Bezugsrahmen für die therapeutische Begleitung autistischer Menschen weiter. Sie verbindet die von Johr formulierten Regelkreise der Orientierungs-, Antriebs-, Impuls- und Handlungsregulation mit etablierten Erkenntnissen der Autismusforschung und klinischen Versorgung.

Dabei werden drei Ebenen konsequent unterschieden, und zwar
Empirische Forschungsbefunde – wissenschaftlich untersuchte Merkmale, Belastungen und Unterstützungsbedürfnisse autistischer Menschen.
Klinische Handlungsempfehlungen – diagnostische und therapeutische Vorgehensweisen, die durch Leitlinien und die vorhandene Evidenz gestützt werden.
Theoretischer Modellbeitrag nach Johr – die integrative Einordnung dieser Erkenntnisse in einen übergreifenden Regelkreis menschlicher Handlungsregulation.

Die Verbindung dieser drei Ebenen ist eine theoretisch begründete Anwendungsperspektive. Eine spezifische Wirksamkeit des Johr-Modells als eigenständiges Therapieverfahren für die Autismus-Spektrum-Störung ist bislang durch die hier herangezogenen Quellen nicht nachgewiesen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkung zur wissenschaftlichen Einordnung

1. Einleitung: Autismus als Herausforderung individueller Handlungsregulation

2. Autismus-Spektrum-Störung: Diagnostische und psychologische Grundlagen

2.1 Diagnostische Einordnung

2.2 Wahrnehmung und sensorische Verarbeitung

2.3 Kognitive Orientierung und Situationsverständnis

2.4 Emotionale Reaktivität und Emotionsregulation

2.5 Motivation, Interessen und persönliche Bedeutsamkeit

3. Das Integrative Modell der menschlichen Handlungsregulation nach Johr

3.1 Grundstruktur des Modells

3.2 Regelkreis A: Orientierungsregulation

3.2.1 Wahrnehmung als Ausgangspunkt

3.2.2 Kognitive Urteilsbildung

3.2.3 Emotionale und soziale Einordnung

3.2.4 Reflexion und Neubewertung

3.3 Regelkreis B: Antriebs- und Handlungsregulation

3.3.1 Bedürfnis- und Motivationsregulation

3.3.2 Ambivalenz und Entscheidungsregulation

3.3.3 Impulsregulation

3.3.4 Handlungsausführung

3.3.5 Handlungseffekt und Rückmeldung

3.4 Das Zusammenwirken beider Regelkreise

4. Therapeutische Diagnostik im Rahmen des Johr-Modells

4.1 Von der Verhaltensbeschreibung zur funktionalen Analyse

4.2 Ein mehrdimensionales Untersuchungsraster

4.3 Differenzialdiagnostische und körperliche Faktoren

5. Therapeutische Interventionsmöglichkeiten

5.1 Grundprinzip: Anpassung der Person und Anpassung der Umwelt

5.2 Interventionen zur Verbesserung der Orientierung

5.3 Interventionen zur Unterstützung emotionaler Regulation

5.4 Interventionen zur Unterstützung von Motivation und Entscheidung

5.5 Kognitive Verhaltenstherapie und andere etablierte Verfahren

6. Besondere Belastungssituationen: Überforderung, Meltdown und Rückzug

6.1 Überlastung als mehrdimensionaler Regulationsprozess

6.2 Prävention durch frühzeitige Entlastung

6.3 Grenzen der Selbstregulation

7. Fallbeispiele zur therapeutischen Anwendung

7.1 Fallbeispiel A: Verlassen einer sozialen Situation

7.2 Fallbeispiel B: Schwierigkeiten beim Aufgabenbeginn

7.3 Fallbeispiel C: Angst vor Veränderungen

7.4 Fallbeispiel D: Rückzug nach einem anstrengenden Arbeitstag

8. Die Rolle von Selbstbestimmung, Beziehung und therapeutischer Haltung

8.1 Selbstbestimmung als übergeordnetes Ziel

8.2 Therapeutische Beziehung und Verständigung

8.3 Vermeidung unnötiger Anpassungsanforderungen

9. Evaluation und empirische Überprüfung

9.1 Kriterien therapeutischen Erfolgs

9.2 Einzelfallbezogene Verlaufsbeobachtung

9.3 Forschungsbedarf für das Modell nach Johr

10. Wissenschaftliche Diskussion: Möglichkeiten und Grenzen des Integrativen Modells

10.1 Der mögliche Beitrag zur psychopädagogischen Therapieplanung

10.2 Die Abgrenzung von etablierten Modellen

10.3 Keine Reduktion von Autismus auf Handlungsregulation

11. Schlussfolgerung: Handlungsregulation as individualisierte therapeutische Aufgabe

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Publikation besteht darin, das Integrative Modell der menschlichen Handlungsregulation nach Johr als psychopädagogischen Bezugsrahmen für die autismussensible therapeutische Begleitung weiterzuentwickeln und systematisch mit klinischen Erkenntnissen zu verknüpfen.

  • Theoretische Grundlagen und Grundstruktur des Johr-Modells (Orientierungs- sowie Antriebs- und Handlungsregulation)
  • Diagnostische und psychologische Grundlagen von Autismus-Spektrum-Störungen (ASS)
  • Funktionale Analyse und mehrdimensionales Untersuchungsraster für die therapeutische Praxis
  • Interventionsmöglichkeiten zur Verbesserung von Orientierung, emotionaler Regulation, Motivation und Entscheidung
  • Umgang mit besonderen Belastungssituationen wie Überforderung, Meltdown und Rückzug anhand praktischer Fallbeispiele

Auszug aus dem Buch

3. Das Integrative Modell der menschlichen Handlungsregulation nach Johr

Das Integrative Modell der menschlichen Handlungsregulation nach Johr beschreibt menschliches Handeln als Ergebnis mehrerer miteinander verbundener Regulationsprozesse. Im Zentrum steht die Annahme, dass Handlungen nicht isoliert aus einzelnen Reizen oder Motiven erklärt werden können. Sie entstehen vielmehr aus dem Zusammenwirken von Wahrnehmung, Orientierung, Bewertung, emotionaler und motivationaler Verarbeitung, Impulsregulation, Entscheidung und Handlungsausführung.

Die Rückmeldung über den Handlungseffekt beeinflusst anschließend die weitere Wahrnehmung und Bewertung. Auf diese Weise entsteht ein dynamischer Regelungszusammenhang.

Für die Anwendung bei ASS ist insbesondere bedeutsam, dass Schwierigkeiten an unterschiedlichen Stellen dieses Zusammenhangs auftreten können. Eine Handlung kann beispielsweise deshalb nicht gelingen, weil eine Situation nicht hinreichend verständlich ist, weil sensorische Reize die Informationsverarbeitung erschweren, weil eine Entscheidung unter Zeitdruck getroffen werden soll oder weil eine Handlung zwar geplant, aber unter den gegebenen Bedingungen nicht umgesetzt werden kann.

Das Modell ermöglicht damit eine systematische Unterscheidung verschiedener Problemkonstellationen, ohne sie sämtlich einer einzelnen psychischen Funktion zuzuschreiben.

Zusammenfassung der Kapitel

Vorbemerkung zur wissenschaftlichen Einordnung: Die Abhandlung führt das Johr-Modell als psychopädagogischen Bezugsrahmen ein und verbindet empirische Befunde, klinische Leitlinien sowie theoretische Modellbeiträge.

1. Einleitung: Autismus als Herausforderung individueller Handlungsregulation: Es wird dargelegt, dass ASS nicht auf Verhaltensauffälligkeiten reduziert werden darf, sondern die individuelle Wahrnehmungs- und Handlungsweise im Zentrum stehen muss.

2. Autismus-Spektrum-Störung: Diagnostische und psychologische Grundlagen: Das Kapitel beleuchtet Diagnostik, sensorische Verarbeitung, kognitive Orientierung, emotionale Reaktivität und Motivation bei autistischen Erwachsenen.

3. Das Integrative Modell der menschlichen Handlungsregulation nach Johr: Die Grundstruktur des Modells wird anhand der zwei Regelkreise für Orientierung sowie Antrieb und Handlungsregulation detailliert aufgeschlüsselt.

4. Therapeutische Diagnostik im Rahmen des Johr-Modells: Der Übergang von bloßen Verhaltensbeschreibungen zu einer funktionalen Analyse sowie ein mehrdimensionales Untersuchungsraster werden vorgestellt.

5. Therapeutische Interventionsmöglichkeiten: Es werden konkrete Ansatzpunkte zur Anpassung von Person und Umwelt sowie spezifische Strategien für Orientierung, Emotion, Motivation und kognitive Verhaltenstherapie aufgezeigt.

6. Besondere Belastungssituationen: Überforderung, Meltdown und Rückzug: Das Kapitel analysiert Überlastungsprozesse als Einschränkung der Regulationsmöglichkeiten und diskutiert Präventionsmaßnahmen sowie Grenzen der Selbstregulation.

7. Fallbeispiele zur therapeutischen Anwendung: Anhand fiktiver Fallbeispiele (u. a. Verlassen sozialer Situationen, Aufgabenbeginn) wird die praktische Anwendung des Modells verdeutlicht.

8. Die Rolle von Selbstbestimmung, Beziehung und therapeutischer Haltung: Selbstbestimmung und eine wertschätzende therapeutische Beziehung werden als fundamentale Prinzipien zur Vermeidung unnötiger Anpassungsanforderungen definiert.

9. Evaluation und empirische Überprüfung: Das Kapitel behandelt Kriterien für den therapeutischen Erfolg, einzelfallbezogene Verlaufsbeobachtungen und skizziert zentralen Forschungsbedarf.

10. Wissenschaftliche Diskussion: Möglichkeiten und Grenzen des Integrativen Modells: Es wird erörtert, welchen Beitrag das Modell zur Therapieplanung leistet, wie es sich von etablierten Konzepten abgrenzt und warum Autismus nicht darauf reduziert werden kann.

11. Schlussfolgerung: Handlungsregulation als individualisierte therapeutische Aufgabe: Die Publikation fasst zusammen, dass nicht Belastungsfreiheit, sondern die Verfügbarkeit geeigneter Regulationsmöglichkeiten unter realen Lebensbedingungen das entscheidende Kriterium bildet.

Schlüsselwörter

Handlungsregulation, Autismus-Spektrum-Störung, Johr-Modell, Psychopädagogik, Therapeutische Diagnostik, Sensorische Verarbeitung, Emotionsregulation, Selbstbestimmung, Autismus, Funktionale Analyse, Interventionen, Überforderung, Meltdown, Verlaufsbeobachtung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Wesentlichen?

Die Publikation untersucht, wie das Integrative Modell der menschlichen Handlungsregulation nach Johr als psychopädagogischer Bezugsrahmen für die therapeutische Begleitung autistischer Menschen genutzt werden kann.

Welche zentralen Themenfelder werden in dem Buch behandelt?

Die zentralen Themen umfassen die theoretischen Grundlagen des Johr-Modells, diagnostische und psychologische Grundlagen von ASS, funktionale Diagnostik, Interventionsmöglichkeiten, den Umgang mit Überlastungssituationen sowie ethische Fragen rund um Selbstbestimmung und therapeutische Haltung.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung?

Das Hauptziel besteht darin, menschliches Handeln bei autistischen Menschen nicht als isolierte Reaktionen oder Defizite zu werten, sondern durch ein systematisches Regelkreismodell (Orientierungs- sowie Antriebs- und Handlungsregulation) differenziert zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode bzw. Herangehensweise wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische und konzeptionelle Weiterentwicklung, die empirische Forschungsbefunde, klinische Leitlinien (wie NICE-Leitlinien) und das Johr-Modell miteinander verbindet und durch didaktische Fallbeispiele veranschaulicht.

Welche Inhalte stehen im umfangreichen Hauptteil des Buches im Vordergrund?

Im Hauptteil werden die detaillierte Struktur der zwei Regelkreise des Johr-Modells, mehrdimensionale Untersuchungsraster, konkrete therapeutische Interventionen für Orientierung und Emotion sowie Krisen- und Präventionsstrategien bei Überlastung und Meltdowns besprochen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich das Werk präzise charakterisieren?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem Handlungsregulation, Autismus-Spektrum-Störung, Johr-Modell, funktionale Analyse, sensorische Verarbeitung, Emotionsregulation, Selbstbestimmung und autismussensible Therapie.

Wie unterscheidet das Johr-Modell zwischen Handlungsabsicht und tatsächlicher Handlungsausführung?

Das Modell verdeutlicht, dass eine autistische Person eine Aufgabe zwar wollen und wissen kann, was zu tun ist, die erfolgreiche Ausführung jedoch durch Barrieren wie sensorische Überlastung, unklare Strukturen oder Zeitdruck scheitern kann.

Welche Bedeutung hat die Unterscheidung zwischen verschiedenen Krisenformen wie Meltdown und Rückzug?

Das Buch betont, dass Rückzug, Meltdowns, Shutdowns oder verweigerndes Verhalten äußerlich ähnlich wirken können, aber völlig unterschiedliche sensorische und emotionale Bedingungen sowie Funktionen besitzen, die individuell analysiert werden müssen.

Warum warnt der Autor davor, Autismus ausschließlich auf eine Störung der Handlungsregulation zu reduzieren?

Autismus umfasst komplexe neurologische Entwicklungsmerkmale, die sich nicht vollständig durch ein allgemeines psychologisches Regelkreismodell erklären lassen; das Johr-Modell deckt daher nur einen spezifischen Teilaspekt der therapeutischen Betrachtung ab.

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Details

Title
Das Integrative Modell der menschlichen Handlungsregulation nach Johr in der Therapie der Autismus-Spektrum-Störung (ASS)
Subtitle
Theoretische Grundlagen, therapeutische Anwendung, Fallbeispiele und Forschungsbedarf
Author
Peter Johr (Author)
Publication Year
2026
Pages
21
Catalog Number
V1780718
ISBN (PDF)
9783389209745
ISBN (Book)
9783389209752
Language
German
Tags
Autismus Selbstregulation Orientierung Kognition Beziehung Emotion Antriebsregulation Handlungsimpuls Motivation Aufmerksamkeit Konzentration Ausdauer
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Peter Johr (Author), 2026, Das Integrative Modell der menschlichen Handlungsregulation nach Johr in der Therapie der Autismus-Spektrum-Störung (ASS), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1780718
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