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Siedlungsgeschichte und Ortsnamen im Tauberland

Title: Siedlungsgeschichte und Ortsnamen im Tauberland

Research Paper (postgraduate) , 2026 , 61 Pages

Autor:in: Gert Heinz Kumpf (Author)

Geography / Earth Science - Regional Geography
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Die Ortsnamen, die im Main-Tauber-Kreis vorkommen, wurden auf ihre Bedeutung hin untersucht und in zwölf Schichten zu einer Siedlungsgeschichte zusammengestellt, die von der Jungsteinzeit über die Keltenzeit bis zur Gegenwart reicht. Auf die Analysen der einzelnen Ortsnamen folgt eine charakterisierende Zusammenfassung der regionalen Siedlungsgeschichte.

Ortsbezeichnungen sind eine Art historisches Gedächtnis der Landschaft, sodass man über eine Analyse der Ortsnamen und ihrer Schichtungen zu einer Siedlungsgeschichte gelangen kann. Das zu Südwestdeutschland rechnende Tauberland lag östlich des am weitesten vorgeschobenen römischen Limes bei Walldürn–Osterburken–Jagsthausen. Vor dem Limes siedelten sich ab dem 3. Jahrhundert als erstes die Alemannen an, ab dem sechsten Jahrhundert kamen als Hauptsiedler die Franken. Damit sind die Grundstrukturen des Tauberlands zwischen frühen alemannischen ingen-Orten und dominierenden fränkischen -heim-Orten angelegt, auf die spätere Ausbauphasen folgen.

Dass die regionale Siedlungsgeschichte ein spannendes Thema ist, zeigen die Fragestellungen: Was bedeuten die Ortsnamen Tauberbischofsheim, Königshofen, Bad Mergentheim, Igersheim, Weikersheim und vieler kleinerer Ortschaften? Welche Geschichten stecken hinter den Ortsnamen? In welcher Reihenfolge ist das Tauberland besiedelt worden? Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Talformen der Tauber und fränkischer Gauverfassung? Welche königlichen Stützpunkte hatten die merowingischen und karolingischen Franken? Wo war der Sitz des Grafen für den Taubergau? Welche Bedeutung haben Kirchennamen, Klöster und Ritterorden im Tauberland?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

A) Übersichten Main-Tauber-Kreis

1) Jungsteinzeit in Mitteleuropa (5.500 – 2.200 v. Chr.)

2) Bronzezeit (2.200 – 800 v. Chr.)

3) Keltenzeit (800 – ca. 15 v. Chr.)

a) Keltische Siedlungsreste

b) Keltische Fliehburg Finsterlohr

c) Keltisch-neolithische Höhenwege

4) Römerzeit (15 v. Chr. – 260 n. Chr.)

5) Alemannische Landnahme (260 – 496)

6) Fränkische Landnahme der Merowinger (496 – 687)

7) Fränkische Gaue und Talformen der Tauber

8) Ausbau in der Karolingerzeit (687 – 900)

9) Hochmittelalterliche Rodezeit (900 – 1300)

a) Wenig Rodungssiedlungen

b) Kirchliche Siedlungen

c) Burg-Siedlungen

d) Sonstiges

10) Spätmittelalter/Frühe Neuzeit (1300 – 1600)

a) Einzelhöfe und Mühlen

b) Wüstungen

11) Absolutistische Zeit (1600 – 1800)

12) Ausbau im 19. bis 21. Jahrhundert (1800 – 2026)

B) Charakterisierende Zusammenfassung

Nachwort

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Publikation widmet sich einer umfassenden siedlungsgeschichtlichen und ortnamenkundlichen Analyse des Tauberlandes, um anhand chronologischer Epochen und sprachwissenschaftlicher sowie geographischer Indikatoren die historische Entstehung und Entwicklung der Siedlungsstrukturen im Main-Tauber-Kreis von der Jungsteinzeit bis in die Gegenwart zu rekonstruieren.

  • Chronologische Untersuchung der Besiedlungsepochen von der Jungsteinzeit über Kelten, Römer, Alemannen und Franken bis zur Moderne
  • Linguistische und etymologische Deutung von Ortsnamen und deren Endungen (u.a. -ingen, -heim, -dorf, -weiler)
  • Analyse naturgeographischer Faktoren wie Talformen, Flusssysteme und Höhenwege als Siedlungsleitlinien
  • Dokumentation fränkischer Königshöfe, kirchlicher Institutionen, Klöster und Burgen im historischen Taubergau
  • Untersuchung von Wüstungen, Einzelhöfen und spätem Ausbau in der frischen Neuzeit sowie im 19. und 20. Jahrhundert

Auszug aus dem Buch

6) Fränkische Landnahme der Merowinger (496 – 687)

Im Jahr 496 n. Chr. besiegte der Frankenkönig Chlodwig in der Schlacht von Zülpich (südwestlich von Köln) die Alemannen. Sie mussten daraufhin einen großen Teil ihres Siedlungsgebietes an die Franken abtreten und sich hinter die Grenzlinie Hagenau – nördlicher Schwarzwald – Asperg – Marbach – Ries zurückziehen (Dies ist bis heute, rund 1.500 Jahre später, nach wie vor die Dialektlinie innerhalb Baden-Württembergs zwischen Alemannisch/Schwäbisch im Südteil und Fränkisch im Nordteil. Vlg. dazu die Karte „Grenzorte des alemannischen Dialektraums“, siehe Endnote²⁹).

Die fränkische Landnahme ging vom Rheinland bei Worms aus und erfolgte in drei Besiedlungswellen. Die erste, merowingische Besiedlungswelle breitete sich flächenhaft in den fruchtbaren, nur dünn bewaldeten Löss- und Gipskeupergauen aus. Sie umfasste etwa das Gebiet des heutigen Württembergisch Franken und des bayerisch Unterfranken und kam am Steilrand des dicht bewaldeten Keuperberglandes zum Stehen.

Kennzeichnend für die Merowingerzeit sind Reihengräberfelder. Solche wurden in Tauberbischofsheim und Impfingen freigelegt; ebenso bei Boxberg, Wölchingen, Schillingstadt, Urphar und Dittigheim.

Für die Zeit dieser ersten fränkischen (merowingischen) Landnahme sind die heim-Orte bezeichnend. In unserem Main-Tauber-Kreis finden sich deutlich mehr heim- als ingen-Orte (12x -ingen, aber 24x -heim). Auch haben sich die meisten ingen-Orte (alle außer Edelfingen und Creglingen) nicht weiterentwickelt, während die heim-Orte von Anlage (Größe des Grundrisses) und Entwicklung her klar dominieren. Das Tauberland war damit fränkisch geworden.

Zusammenfassung der Kapitel

Vorwort: Einführung in die historischen Grundlagen der Ortsbezeichnungen, der drei Schichten im deutschen Alt- und Jungsiedelland sowie Darlegung der Forschungsfragen des Autors.

A) Übersichten Main-Tauber-Kreis: Detaillierte, chronologische Betrachtung der zwölf historischen Siedlungsschichten im Main-Tauber-Kreis von der Jungsteinzeit bis zur Gegenwart.

B) Charakterisierende Zusammenfassung: Synthese und statistisch-geographische Auswertung der ermittelten Siedlungsstrukturen, Epochenschwerpunkte und Ortsnamenverteilungen im Tauberland.

Nachwort: Resümee des Autors über den methodischen Ansatz, die Grenzen der statistischen Erfassung sowie das Ziel, ein fundiertes Bild der Siedlungsgeschichte zu vermitteln.

Schlüsselwörter

Siedlungsgeschichte, Ortsnamen, Tauberland, Main-Tauber-Kreis, Fränkische Landnahme, Alemannische Landnahme, Keltenzeit, Merowinger, Karolingerzeit, Hochmittelalter, Wüstungen, Flurnamen, Sprachwissenschaft, Burgenbau

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Publikation grundsätzlich?

Das Werk behandelt die detaillierte Siedlungsgeschichte und die etymologische Herkunft der Ortsnamen im Tauberland beziehungsweise im Main-Tauber-Kreis.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Mittelpunkt stehen die verschiedenen historischen Besiedlungswellen von der Jungsteinzeit über die Kelten-, Römer-, Alemannen- und Frankenzeit bis hin zur fränkischen Gaueinteilung und dem mittelalterlichen Landesausbau.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Ziel ist es, anhand einer Zusammenschau von archäologischen Funden, geographischen Gegebenheiten und sprachwissenschaftlichen Ortsnamenforschungen ein fundiertes und nachvollziehbares Bild der historischen Raumnutzung zu zeichnen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Der Autor nutzt eine Kombination aus historischer Quellenanalyse, sprachwissenschaftlicher Namenforschung (Onomastik), Kartenauswertung und siedlungsgeographischer Strukturanalyse.

Was wird im umfangreichen Hauptteil des Buches behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in zwölf chronologische Abschnitte, die von den frühesten urgeschichtlichen Spuren, über die Verdrängung der Alemannen durch die Franken, den Bau von Königshöfen und Klöstern bis hin zu barocken Gärten und neuzeitlichen Aussiedlerhöfen reichen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Schlüsselbegriffe wie Siedlungsgeschichte, Ortsnamen, Fränkische Landnahme, Alemannische Siedlungen, Wüstungen und Flurnamen prägen den Inhalt der Publikation.

Welche Bedeutung hatten die fränkischen Königshöfe im Taubergau?

Königshöfe wie in Königshofen oder Wertheim dienten den Franken zur militärischen Beherrschung des neuen Raumes, als Unterkünfte auf Reisen sowie als landwirtschaftliche Krondomänen und Verwaltungsmittelpunkte.

Wie spiegeln sich die naturgeographischen Talformen der Tauber in der Geschichte wider?

Die geologische Abfolge im Südwestdeutschen Schichtstufenland (Muldental, Kerb- und Sohlental, Kastental) bildete die Grundlage für die fränkische Gaueinteilung in den Mulachgau, Taubergau und Waldsazzi-Gau.

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Details

Title
Siedlungsgeschichte und Ortsnamen im Tauberland
Author
Gert Heinz Kumpf (Author)
Publication Year
2026
Pages
61
Catalog Number
V1780843
ISBN (PDF)
9783389209158
ISBN (Book)
9783389209165
Language
German
Tags
Siedlungsgeschichte im Tauberland Ortsnamen im Tauberland Jungsteinzeit Bronzezeit Keltenzeit Römerzeit Alemannische Landnahme Merowingische Landnahme Karolingischer Ausbau Hochmittelalterliche Rodezeit Klöster und Orden im Tauberland Spätmittelalter im Taubertal Ortsname Tauberbischofsheim Ortsname Bad Mergentheim Ortsname Weikersheim Ortsname Igersheim Keltische Fliehburg Finsterlohr Keltische Höhenwege Fränkische Königshöfe Fränkische Gaue Taubergau Absolutistische Spuren im Taubertal Ortsname Edelfingen Ortsname Schweigern Ortsname Königheim Ortsname Ilmspan Ortsname Vilchband Ortsname Urphar Ortsname Rinderfeld Wüstungen im Tauberland
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Quote paper
Gert Heinz Kumpf (Author), 2026, Siedlungsgeschichte und Ortsnamen im Tauberland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1780843
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