Das Buch bietet umfassendes sprachwissenschaftliches Wissen kompakt in leicht verständlicher Sprache an. Strukturiert im Aufbau werden die Inhalte mittels vieler Abbildungen und Tabellen veranschaulicht. Es bietet somit die ideale Grundlage für ein kompetentes Handeln im beruflichen Alltag, in dem die Therapie oder Förderung der sprachlichen Bedarfe von Kindern und Erwachsenen im Fokus stehen. Jedoch enthält das praxisorientierte Werk auch hilfreiche Informationen für den kommunikativen Alltag jedes Einzelnen.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Interdisziplinäre Forschungsgebiete
III. Aufgaben von Sprache
IV. Das „Organonmodell“ von Bühler
V. Spracherwerbstheorien
5.1 Die behavioristische Hypothese
5.2 Die nativistische Hypothese
5.3 Die kognitivistische Hypothese
5.4 Die soziale Konstitutionshypothese
5.5 Aktueller Forschungsstand
VI. Der „Sprachbaum“ nach Wendlandt
VII. Voraussetzungen des physiologischen Spracherwerbs
VIII. Entwicklung des Wortschatzes
IX. Semantik
X. Phonologie
10.1 Phonologische Bewusstheit
10.2 Die Silbe
XI. Phonetik
11.1 Die artikulatorische Phonetik
11.1.1 Vokale
11.1.2 Konsonanten
11.1.3 Die Lautschriftzeichen der Phoneme
11.1.4 Besonderheiten der phonetischen Lautrealisierung
11.2 Die akustische Phonetik
11.3 Die auditive Phonetik
XII. Morphologie
12.1 Wortarten
XIII. Syntax
13.1 Satztypen
13.2 Zeitformen des Prädikates
13.3 Phrasen-Strukturbäume
13.4 Die Valenz des Verbs
XIV. Pragmatik
14.1 Die „Sprechakttheorie“ nach Austin und Searle
14.2 Die „Konversationsmaximen“ nach Grice
14.3 Das „Kommunikationsmodell“ nach Schulz von Thun
14.4 Das „ABC-Modell“ nach Ellis
14.5 Das „Vier-Ohrenmodell“ nach Schulz von Thun
Zielsetzung und Themen
Das Hauptziel dieses Buches ist es, logopädischen Fachkräften und Interessierten komplexe sprachwissenschaftliche Inhalte kompakt, verständlich und konkret anwendbar an die Hand zu geben, ohne dabei die fachliche Korrektheit zu vernachlässigen.
- Grundlegendes sprachwissenschaftliches Wissen und Definitionen der linguistischen Teildisziplinen
- Spracherwerbstheorien und Einflussfaktoren der kindlichen Sprachentwicklung
- Detaillierte Analyse von Phonologie, Phonetik, Morphologie und Syntax
- Eigenschaften des mentalen Lexikons und Wortschatzentwicklung
- Pragmatische Modelle der zwischenmenschlichen Kommunikation (u.a. Bühler, Grice, Schulz von Thun, Ellis)
Auszug aus dem Buch
V. Spracherwerbstheorien
Die zweite Hälfte des letzten Jahrhunderts war gekennzeichnet durch folgende vier zentrale Erklärungsansätze zum kindlichen Spracherwerb:
5.1 Die behavioristische Hypothese
Dieser theoretische Ansatz wurde insbesondere [1957] von dem amerikanischen Psychologen Burrus F. Skinner (1904 – 1990) vertreten.
Die Maxime: jedes menschliches Verhalten – und damit auch sprachliches Verhalten – wird mittels eines Reiz-Reaktions-Schemas (engl. Stimulus-Response-Schema) erlernt. Das heißt: erwünschtes Verhalten wird durch die Umwelt belohnt, unerwünschtes hingegen bestraft.
Skinners Annahme war, dass ein Kind in der vorsprachlichen Phase spontane Laute bildet, welche durch die soziale Umwelt zur Sprache geformt werden, indem diese zunehmend grenzsetzend auf solche Lautäußerungen reagiert.
Somit beinhaltet dieser Erklärungsansatz, dass „sprachliche Lernprozesse auf Erfahrung, Imitation und selektive Verstärkung zurückzuführen sind“.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Führt in den Begriff der Linguistik ein und stellt die zentralen Teildisziplinen der Sprachwissenschaft vor.
II. Interdisziplinäre Forschungsgebiete: Beleuchtet fachübergreifende Bereiche wie Psycholinguistik, Klinische Linguistik und Neurolinguistik.
III. Aufgaben von Sprache: Beschreibt die vielfältigen Funktionen von Sprache im Alltag als Kommunikationsmittel und Denkgrundlage.
IV. Das „Organonmodell“ von Bühler: Erläutert Bühlers klassisches Zeichenmodell mit den Funktionen Symbol, Symptom und Signal.
V. Spracherwerbstheorien: Diskutiert vier zentrale Erklärungsansätze sowie den aktuellen Forschungsstand zum kindlichen Spracherwerb.
VI. Der „Sprachbaum“ nach Wendlandt: Veranschaulicht die Bedingungen und Einflussfaktoren der kindlichen Sprachentwicklung bildhaft.
VII. Voraussetzungen des physiologischen Spracherwerbs: Nennt fundamentale biologische und soziale Voraussetzungen für eine normgerechte Sprachentwicklung.
VIII. Entwicklung des Wortschatzes: Analysiert den Aufbau, die Organisation und die Erweiterungsverfahren des mentalen Lexikons.
IX. Semantik: Behandelt die Lehre von der Bedeutung auf Wort- und Satzebene sowie Besonderheiten der Bedeutungszuordnung.
X. Phonologie: Untersucht die Eigenschaften und bedeutungsunterscheidenden Funktionen von Lauten im Sprachsystem.
XI. Phonetik: Widmet sich der artikulatorischen, akustischen und auditiven Phonetik sowie den Besonderheiten der Lautrealisierung.
XII. Morphologie: Erklärt die Gestaltbildung von Wörtern, Morpheme und die Unterscheidung der zehn Wortarten im Deutschen.
XIII. Syntax: Beschreibt den Satzbau, Satztypen, Zeitformen, Phrasen-Strukturbäume und die Valenz des Verbs.
XIV. Pragmatik: Beleuchtet den praktischen Gebrauch von Sprache durch Sprechakttheorien, Konversationsmaximen und Kommunikationsmodelle.
XV. Literaturverzeichnis: Listet sämtliche im Buch verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Fachliteratur auf.
Schlüsselwörter
Linguistik, Logopädie, Spracherwerb, Phonologie, Phonetik, Morphologie, Syntax, Pragmatik, Mentales Lexikon, Sprechakttheorie, Kommunikationsmodell, Vokale, Konsonanten, Sprachbaum, Kognitivismus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dem Buch grundsätzlich?
Das Buch vermittelt umfassend und kompakt grundlegendes sprachwissenschaftliches Wissen, das speziell auf die Bedürfnisse von logopädischen Fachkräften und Interessierten zugeschnitten ist.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den Kernbereichen gehören die Teildisziplinen der Linguistik, Spracherwerbstheorien, Wortschatzentwicklung, Phonetik und Phonologie, Morphologie, Syntax sowie pragmatische Kommunikationsmodelle.
Welches primäre Ziel verfolgt das Werk?
Das Ziel ist es, komplexe sprachwissenschaftliche Inhalte verständlich und konkret anwendbar für den logopädischen Alltag und die Praxis aufzubereiten.
Welche wissenschaftlichen Methoden und Darstellungsformen werden verwendet?
Das Buch stützt sich auf etablierte sprachwissenschaftliche Theorien, empirische Befunde und wird durch zahlreiche anschauliche Schaubilder, Tabellen und Beispiele unterstützt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die klassischen sprachwissenschaftlichen Ebenen – von den biologischen Voraussetzungen des Spracherwerbs über das mentale Lexikon, die Lautlehre (Phonetik/Phonologie) und Grammatik (Morphologie/Syntax) bis hin zur Pragmatik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk am besten?
Zentrale Begriffe sind Linguistik, Spracherwerbstheorien, Phonetik, Phonologie, Syntax, Pragmatik, mentales Lexikon und kommunikative Modelle wie das Vier-Ohren-Modell.
Wie erklärt das Werk den Unterschied zwischen Phonetik und Phonologie?
Während sich die Phonologie mit der bedeutungsunterscheidenden Funktion von Lauten (Phonemen) im Sprachsystem beschäftigt, untersucht die Phonetik die lautmotorischen, akustischen und sensorischen Eigenschaften der Laute.
Welche Bedeutung haben die Kommunikationsmodelle von Schulz von Thun im Buch?
Sie dienen dazu, den praktischen Gebrauch von Sprache (Pragmatik) und mögliche Störungen oder Mehrdeutigkeiten in der zwischenmenschlichen Interaktion wissenschaftlich zu erklären.
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- M. A. Iris Becker (Autor), 2026, Linguistik für logopädische Fachkräfte, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1780872