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Das Berlinische im Comic

Untersuchung der graphematischen Repräsentation des Berlinischen in "Didi & Stulle: Im Auftrag der Kanzlerin"

Title: Das Berlinische im Comic

Term Paper , 2011 , 34 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Franz Kröber (Author)

German Studies - Linguistics
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Im Gegensatz zu anderen deutschen Varitäten besitzt das Berlinische keine Orthographie und somit keinen Schreibprinzipien wie etwa die deutsche Standardsprache oder das Norddeutsche. Dennoch wird der Berliner Dialekt täglich in Chatrooms, als Schreibfehler oder zum Ausdruck bestimmter regionaler Identitäten in der Literatur graphematisch repräsentiert. Am Beispiel des populären Comic-Strips "Didi& Stulle: Im Auftrag der Kanzlerin" werden die hier angewendeten, meist phonographischen, Schreibprinzipien für die Berliner Varietät erforscht und ein mögliches Regelsystem für ihre Anwendung erstellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Grundlagen zur Untersuchung der Schrift in „Didi & Stulle: im Auftrag der Kanzlerin“

2.1 Schrift im Comic

2.2 Graphem-Phonem-Korrespondenzregeln und phonographische Schreibung im Deutschen

2.3 Lautliche Besonderheiten des Berlinischen

3. Untersuchung der Schreibung in „Didi & Stulle: im Auftrag der Kanzlerin“

3.1 <JEWINNN>, <JESTALTN>, <JEHN>: die Reduktion des <e>-Graphems

3.2 <STAATSJESCHÄFTE>, <VÖLLICH>, <JEHASST>: die Verdrängung des <g>-Graphems

3.3 <MÄCHTJA>, <WOHLTÄTA>, <FAÄNDAT>: der Wechsel von <er> zu <A>

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die graphematische Umsetzung berlinerischer Lautmerkmale in der Comic-Serie „Didi & Stulle: im Auftrag der Kanzlerin“. Das primäre Ziel ist es, die Hypothese zu belegen, dass die nonkonforme Schriftsprache der Protagonisten deren gesellschaftliche Außenseiterposition widerspiegelt, während gleichzeitig durch das Beibehalten orthographischer Grundstrukturen die Lesbarkeit und Kommunikation mit der Außenwelt gewahrt bleiben.

  • Graphem-Phonem-Korrespondenz in der deutschen Sprache
  • Phonologische Merkmale und lautliche Besonderheiten des Berlinischen
  • Analyse der Verschriftlichungspraxis in den Comic-Sprechblasen
  • Spannungsfeld zwischen dialektaler Identität und orthographischer Identifizierbarkeit

Auszug aus dem Buch

3.1 <STAATSJESCHÄFTE>, <VÖLLICH>, <JEHASST> : die Verdrängung des <g>-Graphems

Unter 2.3 („Lautliche Besonderheiten des Berlinischen“) wurden bereits die Bedingungen genannt, unter welchen das Phonem /g/ einer Spirantisierung unterliegen kann und welche Allophone des stimmhaften velaren Plosives je nach lautlicher Umgebung auftreten. /g/ kann in der Berliner Varietät also als [g], [ɣ], [ç], [x] oder [j] realisiert werden. In der deutschen Standardsprache entspricht dem Phonem /g/ genau das Graphem <g>. Im Berlinisch von „Didi und Stulle“ tauchen aber mehrere Grapheme dort auf, wo in der deutschen Orthographie nur <g> verwendet wird.

Als Grundlage zur Verschriftlichung dient die Graphem-Phonem-Korrespondenz-Regel (GPK-Regel). Dem stimmhaften velaren Plosiv im Berlinischen entspricht also wie in der orthographischen Schreibung das Graphem <G>. Letzteres entspricht /g/ im Anlaut (<GLEI>/ <gleich>33, <GLOOBSTE>/ <glaubst du>34, siehe Anhang 1.1) und nach Konsonanten und in Präfixen (<MORGN>/ <morgen>35, <EINGICH>/ <eigentlich>36, Anhang 1.2). Allerdings gibt es eine Vielzahl anderer Verwendungen von <G>, die von diesen Regeln abweicht, welche innerhalb von „Didi & Stulle“ aber eine neue Norm zu konstituieren scheinen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Vorstellung des Comics und Darlegung der These, dass die Schriftsprache der Protagonisten deren Außenseiterrolle sowie ihre soziale Herkunft und Kommunikation abbildet.

2. Grundlagen zur Untersuchung der Schrift in „Didi & Stulle: im Auftrag der Kanzlerin“: Erläuterung des besonderen Status von Schrift in Comics, der phonographischen Schreibung im Deutschen und der lautlichen Charakteristika des Berliner Dialekts.

3. Untersuchung der Schreibung in „Didi & Stulle: im Auftrag der Kanzlerin“: Detaillierte Analyse der graphematischen Darstellung von Spirantisierung, Reduktion von <e> und dem Wechsel zu <A> in spezifischen Wortumgebungen.

4. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse, wonach der dialektale Bruch mit der Orthographie dazu dient, die Identität der Figuren zu markieren, ohne die grundlegende Lesbarkeit der Wörter zu gefährden.

Schlüsselwörter

Berlinisch, Graphematik, Phonographie, Comic-Sprache, Orthographie, Sprachwandel, Dialekt, Spirantisierung, Didi und Stulle, Schriftspracherwerb, graphematische Repräsentation, Phonem, Morphem, Umgangssprache, Sprechblasen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert, wie in der Comic-Serie „Didi & Stulle“ berlinerische Dialektmerkmale in die Schriftsprache übertragen werden und welche Regeln dieser Verschriftlichung zugrunde liegen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Graphem-Phonem-Korrespondenz, die phonologischen Besonderheiten des Berliner Dialekts und das Verhältnis von Standardsprache zu dialektal geprägten Schreibweisen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Es soll belegt werden, dass die Abweichungen von der deutschen Rechtschreibung als Ausdruck der sozialen Außenseiterrolle der Hauptfiguren fungieren, ohne die Identifizierbarkeit der Wörter durch den Leser aufzuheben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin/der Autor führt eine vergleichende graphematische Analyse von 29 Comic-Folgen durch, wobei die Comic-Schreibung mit den Regeln der deutschen Orthographie und den lautlichen Mustern des Berliner Dialekts abgeglichen wird.

Welche spezifischen lautlichen Phänomene werden im Hauptteil behandelt?

Im Fokus stehen die Spirantisierung des Phonems /g/, die Reduktion des unbetonten <e> in verschiedenen Endungen sowie der Wechsel von <er> zu <A> in Prä- und Suffixen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Graphematik, Phonographie, Berliner Dialekt, Comic-Analyse und Orthographie treffend beschreiben.

Wie gehen die Autoren des Comics mit dem Konflikt zwischen Dialekt und Lesbarkeit um?

Der Autor wählt einen Kompromiss: Er übernimmt zwar lautliche Eigenheiten des Berlinischen in die Schreibung, behält aber genügend orthographische Grundmuster bei, damit der Wortsinn für Rezipienten auch ohne tiefe Dialektkenntnisse erkennbar bleibt.

Warum wird das Graphem <G> manchmal anders verwendet als in der Standardsprache?

Es dient dazu, die Berliner Spirantisierung lautgetreu abzubilden, indem <G> an Stellen gesetzt wird, an denen in der Standardsprache eigentlich andere Grapheme (wie <CH> oder <J>) stünden.

Welche Rolle spielt die „Außenseiterposition“ für die Analyse?

Die soziale Abweichung der Charaktere (Didi, Stulle, Merkel) spiegelt sich in ihrer Sprache wider; die Schreibung dient somit als stilistisches Mittel zur Charakterisierung dieser Figuren innerhalb ihrer fiktionalen Welt.

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Details

Title
Das Berlinische im Comic
Subtitle
Untersuchung der graphematischen Repräsentation des Berlinischen in "Didi & Stulle: Im Auftrag der Kanzlerin"
College
Free University of Berlin  (Institut für Deutsche und Niederländische Philologie)
Course
Linguistische Grundlagen der deutschen Orthographie
Grade
1,0
Author
Franz Kröber (Author)
Publication Year
2011
Pages
34
Catalog Number
V178093
ISBN (eBook)
9783656002116
ISBN (Book)
9783656002475
Language
German
Tags
berlinische comic untersuchung repräsentation berlinischen didi stulle auftrag kanzlerin
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franz Kröber (Author), 2011, Das Berlinische im Comic, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178093
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