Nachdem Agrarsoziologen und Ökonomen in den USA bei der Analyse der
wirtschaftlichen Situation von Familien auf deren Abhängigkeit von zentralen Ereignissen stießen, wurde die dynamische Sichtweise der Familie Ende des 19. Jahrhunderts erstmalig von dem Ökonomen Rowntree in einer empirischen Studie über Armut in einer englischen Kleinstadt eingebracht.
Dieser hatte in seinen Untersuchungen das Ziel, den Zusammenhang von Veränderungen der ökonomischen Lage von Familien mit dem Zusammenfall bestimmter familärer Ereignisse zu erklären und konstruierte zu diesem Zweck ein erstes Verlaufsdiagramm.
Inhaltsverzeichnis
- Die Entstehung der dynamischen Sichtweise von Familie
- Rowntree
- Glick
- Die Vorzüge des Familienzykluskonzepts
- Nachteile und Kritikpunkte des Modells
- Keine historische Verwendung
- Normativität
- Mangelnde Präzision
- Fazit
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit analysiert das Konzept des Familienzyklus und beleuchtet seine Entstehung, Vorzüge sowie Nachteile und Kritikpunkte. Sie untersucht die dynamische Sichtweise der Familie im Laufe der Zeit und betrachtet die Entwicklung des Familienzykluskonzepts von seinen Anfängen bis zur heutigen Verwendung.
- Die Entstehung und Entwicklung des Familienzykluskonzepts
- Die Vorzüge des Familienzykluskonzepts für die Forschung
- Kritikpunkte und Limitationen des Modells
- Die Relevanz des Familienzykluskonzepts für die Soziologie und Familienforschung
- Alternativen und Weiterentwicklungen des Familienzykluskonzepts
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel beleuchtet die Entstehung der dynamischen Sichtweise der Familie und stellt die Arbeiten von Rowntree und Glick vor. Es wird gezeigt, wie diese frühen Forscher die Veränderungen in der Familienstruktur und den Einfluss von zentralen Ereignissen auf die Familienentwicklung erkannten. Das zweite Kapitel widmet sich den Vorzügen des Familienzykluskonzepts als nützliches Instrument zur Beschreibung der Veränderungen in der Familie innerhalb eines strukturellen Phasenablaufs. Es werden die Grundideen des Konzepts und seine Bedeutung für die theoretische und empirische Forschung hervorgehoben. Das dritte Kapitel befasst sich mit den Nachteilen und Kritikpunkten des Familienzykluskonzepts. Es werden die fehlende historische Anwendbarkeit, die Normativität und die mangelnde Präzision des Modells diskutiert. Die Kritikpunkte werden anhand von Beispielen aus der Familienforschung verdeutlicht. Es werden zudem alternative Konzepte und Weiterentwicklungen des Familienzykluskonzepts vorgestellt.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen das Familienzykluskonzept, die dynamische Sichtweise von Familie, die Entwicklung von Familien, die Vorzüge und Nachteile des Modells, die Kritik an der Normativität des Familienzykluskonzepts, die historische Verwendung des Modells, die Präzision des Modells und die Relevanz des Familienzykluskonzepts für die Soziologie und Familienforschung.
Häufig gestellte Fragen
Was beschreibt das Konzept des Familienzyklus?
Es ist eine dynamische Sichtweise, die die Entwicklung einer Familie als Abfolge verschiedener struktureller Phasen und zentraler Lebensereignisse betrachtet.
Wer waren die Pioniere dieses Modells?
Der Ökonom Rowntree brachte die dynamische Sichtweise Ende des 19. Jahrhunderts ein; später wurde sie durch Forscher wie Glick weiterentwickelt.
Welche Vorteile bietet das Familienzykluskonzept für die Forschung?
Es hilft dabei, den Zusammenhang zwischen der ökonomischen Lage einer Familie und spezifischen familiären Ereignissen (wie Geburt oder Auszug der Kinder) zu erklären.
Welche Kritikpunkte gibt es an dem Modell?
Kritisiert werden oft die mangelnde Präzision, die starke Normativität (Orientierung an der Kernfamilie) und die fehlende historische Anwendbarkeit auf alle Gesellschaftsformen.
Warum gilt das Modell heute teilweise als veraltet?
Moderne Lebensentwürfe sind vielfältiger, weshalb starre Phasenmodelle die Realität vieler Haushalte heute oft nicht mehr exakt abbilden können.
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- BA Soziale Arbeit L. Lauprecht (Author), 2007, Das Konzept des Familienzyklus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178109