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Die zentrale Rolle der Malerei in Calderóns "El pintor de su deshonra"

Titel: Die zentrale Rolle der Malerei in Calderóns "El pintor de su deshonra"

Seminararbeit , 2004 , 13 Seiten , Note: 2.0

Autor:in: Patrick Roesler (Autor:in)

Romanistik - Hispanistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit fügt sich in den großen Bereich "Spanische Ehrdramen des Barock" ein und befasst sich speziell mit einem Werk Calderóns, in dem die Malerei als Motiv eine wichtige Rolle einnimmt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: El pintor de su deshonra als ‘drama de celos’ und ‘drama de honor’

2. Die Malerei als roter Faden im gesamten Stück

2.1. Eine schicksalhafte Heirat

2.2. Die schwärmerische Liebe in El pintor de su deshonra

2.3. Juans Versuch, Serafina auf die Leinwand zu bringen

2.4. Auf der Suche nach der geraubten Frau

2.5. Des Künstlers Herakles-Bild

2.6. Ein Gemälde für den Fürsten von Ursino

3. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung der Malerei in Calderón de la Barcas Drama "El pintor de su deshonra" und analysiert, wie das künstlerische Handeln des Protagonisten Don Juan Roca als roter Faden die tragische Entwicklung des Stücks vorantreibt und seine Unfähigkeit widerspiegelt, seine Ehefrau Serafina in ihrer wahren Natur zu erfassen.

  • Die Rolle der Malerei als dramaturgisches Mittel
  • Die Konstruktion des Ehrenkodex im spanischen Barock
  • Die Diskrepanz zwischen künstlerischer Darstellung und menschlicher Erkenntnis
  • Einfluss der Malerei auf die Handlungsstruktur und das tragische Ende

Auszug aus dem Buch

2.5. Des Künstlers Herakles-Bild

Im dritten Akt präsentiert Juan Roca dem Fürsten von Ursino sein neuestes Werk, ein Gemälde, auf dem die Begegnung des Kentauren Nessos mit dem Helden Herakles und dessen Frau Deianeira zu sehen ist. Diesem griechischen Mythos zufolge half Nessos den beiden einst dabei, einen Fluss zu überqueren. Er und Deianeira fuhren in einem Boot und daneben schwamm Herakles. Als dieser sah, dass der Kentaur seine Frau entführen und vergewaltigen wollte, erschoss er ihn mit seinen Giftpfeilen. Der sterbende Nessos gab Deianeira seinen blutdurchtränkten Mantel, den sie Herakles als Aphrodisiakum geben sollte, wenn seine Liebe zu ihr einmal schwächer würde. Als diese später glaubte, dass Herakles sich in Iole verliebt habe, sandte sie ihm den Mantel. Das Blut daran erwies sich jedoch als äußerst giftig und der Mantel brannte sich in sein Fleisch. Da er die ungeheuren Schmerzen nicht mehr ertragen konnte, nahm Herakles sich auf einem Scheiterhaufen selbst das Leben.

„It is not surprising that Juan should have chosen this classical myth as the subject for his painting, for it offered a striking parellel to his own situation” (Watson, 1963: S. 31). Daher hat er auch einen sehr bezeichnenden Titel für sein Werk gewählt:

(11) „Quien tuvo celos primero,

muera abrasado después.”

(Juan, TERCERA JORNADA, V. 607/608)

Das Herakles-Bild dient zum einen als Spiegelbild der Handlung, denn die Entführung Deianeiras durch den Kentauren Nessos erinnert an die Entführung Serafinas durch Don Álvaro. Aus dem Titel, den Juan seinem Bild gibt, lässt sich ablesen, dass er sich selbst noch Affektkontrolle verordnet, d.h. dass er eben nicht eifersüchtig sein will, um nicht auch solche Qualen wie Herakles erleiden zu müssen. „[Doch] er selbst ist es [dann], der sich zunächst durch brennende Eifersucht verzehrt und schließlich verdammt ist, sein Leben unter der Qual, die er für seine mörderische Tat fühlt, fortzusetzen. Herakles dagegen stirbt unter den Qualen” (Strosetzki, 2001, S. 62).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: El pintor de su deshonra als ‘drama de celos’ und ‘drama de honor’: Das Kapitel führt in die Tradition der spanischen Ehrdramen ein und verdeutlicht die theoretischen Hintergründe des Ehrenkodex bei Calderón.

2. Die Malerei als roter Faden im gesamten Stück: Hier wird analysiert, wie die Malerei als zentrales Motiv die Handlung strukturiert und den Protagonisten in seinem Schicksal begleitet.

2.1. Eine schicksalhafte Heirat: Der Abschnitt beleuchtet Juans späte Entscheidung zur Ehe und die ambivalenten Beweggründe, die hinter seinem Entschluss stehen.

2.2. Die schwärmerische Liebe in El pintor de su deshonra: Hier wird das Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und den verborgenen Gefühlen der Protagonisten thematisiert.

2.3. Juans Versuch, Serafina auf die Leinwand zu bringen: Das Kapitel behandelt Juans künstlerisches Scheitern, seine Frau in ihrem Wesen zu erfassen, was zugleich sein Eheglück symbolisiert.

2.4. Auf der Suche nach der geraubten Frau: Der Text beschreibt Juans Verwandlung und seine Suche nach Rache, die ihn in die Abhängigkeit vom Fürsten von Ursino führt.

2.5. Des Künstlers Herakles-Bild: Analysiert wird die Funktion des mythologischen Gemäldes als Spiegel der eigenen Situation und als Vorbote der Katastrophe.

2.6. Ein Gemälde für den Fürsten von Ursino: Beschreibt den finalen Wendepunkt, an dem Juan unwissentlich den Auftrag erhält, seine eigene Frau zu porträtieren, was zur tragischen Auflösung führt.

3. Schlusswort: Das Kapitel fasst die Bedeutung der Malerei als dramatisches Mittel zusammen, das den Weg zur tragischen Ermordung Serafinas ebnet.

Schlüsselwörter

Calderón de la Barca, El pintor de su deshonra, Ehrdrama, Malerei, Ehrenkodex, drama de honor, drama de celos, Don Juan Roca, Serafina, Affektkontrolle, Tragödie, spanischer Barock, Herakles-Mythos, künstlerische Darstellung, Eifersucht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die zentrale Rolle der Malerei als narratives und dramatisches Gestaltungselement in Calderón de la Barcas Theaterstück "El pintor de su deshonra".

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse des Ehrenkodex des spanischen Barock, der psychologischen Charakterisierung des Malers Juan Roca und der symbolischen Bedeutung künstlerischer Akte innerhalb der Handlung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Motiv der Malerei nicht nur als bloße Beschäftigung des Protagonisten dient, sondern ursächlich für die Entwicklung der tragischen Konflikte im Stück ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Der Autor nutzt die philologische Textanalyse und bezieht sich dabei auf literaturwissenschaftliche Sekundärliteratur zu Calderón und den Genres "drama de honor" und "drama de celos".

Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Phasen: von der Eheschließung über das Scheitern als Künstler bei der Porträtierung Serafinas bis hin zur fatalen Suche nach der geraubten Frau durch das Herakles-Bild.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören "Ehrdrama", "Malerei", "Ehrenkodex", "Affektkontrolle" und die Analyse des speziellen dramatischen Aufbaus bei Calderón.

Warum ist das Herakles-Bild im dritten Akt so entscheidend?

Das Bild fungiert als Spiegel der Handlung; es reflektiert Juan Rocas Situation und dient ironischerweise als das Instrument, das ihn an den Ort führt, an dem er seine Frau schließlich aus Eifersucht ermordet.

Welche Rolle spielt die Kunstfertigkeit des Malers für das Ende?

Juans handwerkliche Fähigkeiten sind der Grund, warum er in die Dienste des Fürsten tritt. Sein Wunsch, seine Frau zu malen, führt ihn zur tragischen Entdeckung, die in dem Mord an seiner Frau und deren vermeintlichem Liebhaber gipfelt.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die zentrale Rolle der Malerei in Calderóns "El pintor de su deshonra"
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Institut für Romanistik)
Note
2.0
Autor
Patrick Roesler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
13
Katalognummer
V178142
ISBN (eBook)
9783640999354
ISBN (Buch)
9783640999231
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Calderón de la Barca Literaturwissenschaft Theater Malerei
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Patrick Roesler (Autor:in), 2004, Die zentrale Rolle der Malerei in Calderóns "El pintor de su deshonra", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178142
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Leseprobe aus  13  Seiten
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