Das Deutsche Beamtengesetz wurde am 26. Januar 1937 erlassen. Mit dem Inkrafttreten des DBGs zum 01. Juli 1937 traten sowohl das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums, als auch das Beamtenrechtsänderunggesetz mit Ausnahme des Kap. V außer Kraft.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Aufbau des DBGs
1. Beamtenverhältnis
2. Pflichten des Beamten
(a) Treuepflicht
(b) allgemeine Pflichten
3. Voraussetzungen, um Beamter werden zu können
4. Beendigung des Beamtenverhältnisses
(a) Ausscheiden aus dem Beamtenverhältnis
(b) Entlassung aus dem Beamtenverhältnis
III. DBG und NSDAP
IV Resümee
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entstehung und Ausgestaltung des Deutschen Beamtengesetzes (DBG) von 1937 unter dem Einfluss des Nationalsozialismus, um aufzuzeigen, wie das Beamtentum ideologisch vereinnahmt und in ein abhängiges Dienstverhältnis zum Führer und der NSDAP gebracht wurde.
- Historische Entwicklung des Beamtentums und Übergang zur nationalsozialistischen Gesetzgebung
- Struktur des DBGs und Neudefinition des Beamtenverhältnisses
- Etablierung politischer Treuepflichten und des „Einheitsbeamten“
- Auswirkungen der nationalsozialistischen Ideologie auf Einstellungsvoraussetzungen und dienstrechtliche Pflichten
- Die Rolle der NSDAP bei der Kontrolle und politischen Steuerung des öffentlichen Dienstes
Auszug aus dem Buch
(a) Treuepflicht
Der § 1 Abs. 1 DGB regelte, dass jeder deutsche Beamte in Treue zum Führer und Reich stand. Diese Treue gegenüber dem Führer galt gem. § 3 Abs. 1 Satz 4 DBG bis in den Tod hinein. Die Treuepflicht ging so weit, dass gem. § 132 Abs. 1 DBG das Ruhegehalt für den Ruhestandsbeamten verloren ging, wenn dieser gegen seine Treuepflicht verstieß. Gleiches galt für seine Witwe bzw. Waisen; verstießen sie gegen die Treuepflicht, so wurden ihnen gem. § 133 Abs. 1 Nr. 3 DBG ebenfalls das Hinterbliebenengeld gestrichen.
Der Beamte hatte gem. § 4 DGB den Treueeid zu schwören. Mit diesem Treueeid sollte ein nach außen hin wirkendes Symbol der ergebenen Treuepflicht dokumentiert werden. Vom Wortlaut entsprach dieser Treueeid dem des § 2 Gesetz über die Vereidigung der Beamten und Soldaten der Wehrmacht. Alle Beamten hatten gem. § 2 des Gesetzes für die Vereidigung der Beamten und Soldaten der Wehrmacht folgende Eidesformel zu sprechen:
Ich schwöre: Ich werde dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler, treu und gehorsam sein, die Gesetze beachten und meine Amtspflicht gewissenhaft erfüllen, so wahr mir Gott helfe.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Beleuchtet die zeitliche Einordnung und die Verzögerungen bei der Verabschiedung des Deutschen Beamtengesetzes sowie dessen Verhältnis zu vorangegangenen Regelungen.
II. Aufbau des DBGs: Analysiert die Struktur des Gesetzes, die Definition des Beamtenverhältnisses als Treueverhältnis zum Führer, die neuen Pflichten sowie die Voraussetzungen und Beendigungsgründe des Dienstverhältnisses.
III. DBG und NSDAP: Untersucht den direkten und indirekten Einfluss der NSDAP auf das Beamtentum, einschließlich der politischen Kontrolle bei Ernennungen und der totalen Abhängigkeit der Beamten von der Partei.
IV Resümee: Fasst zusammen, dass das DBG zwar ein Ergebnis langjähriger Verwaltungsreformdebatten war, aber massiv durch die ideologischen Vorgaben der Nationalsozialisten zur Festigung ihrer Macht im Staatsapparat geformt wurde.
Schlüsselwörter
Deutsches Beamtengesetz, Nationalsozialismus, Beamtenverhältnis, Treuepflicht, Führerprinzip, NSDAP, öffentliche Verwaltung, Einheitsbeamter, Beamtentum, Rechtsgeschichte, politische Zuverlässigkeit, Verwaltungsreform, Reichsdienststrafordnung, Eidesformel, Staatsdienst.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung, Struktur und ideologischen Durchdringung des Deutschen Beamtengesetzes (DBG) von 1937 im Kontext des nationalsozialistischen Staates.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Neudefinition des Beamtenbegriffs, die Einführung einer strengen, persönlichen Treuepflicht gegenüber Adolf Hitler, die Voraussetzungen für den Eintritt in das Beamtenverhältnis sowie der zunehmende Einfluss der NSDAP auf den öffentlichen Dienst.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Beamtenrecht dazu genutzt wurde, den Staatsdienst ideologisch zu gleichschalten und die Beamten in eine totale politische Abhängigkeit zur nationalsozialistischen Führung und der Partei zu bringen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine rechts- und historisch-analytische Arbeit, die auf der Auswertung von Gesetzestexten, Erlassen und zeitgenössischer Kommentarliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Der Hauptteil analysiert den Aufbau des DBG, die spezifischen Pflichten der Beamten (insbesondere die Treuepflicht und Eidesleistung), die restriktiven Einstellungsvoraussetzungen und die verschiedenen Wege zur Beendigung des Beamtenverhältnisses.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem das DBG, das Führerprinzip, die politische Zuverlässigkeit, der Einheitsbeamte und die totale Abhängigkeit zur NSDAP.
Welche Rolle spielte die Eidesformel für das Verständnis der Treuepflicht?
Die Eidesformel markierte eine evidente Verstärkung der Bindung des einzelnen Beamten an die Person Adolf Hitlers statt an eine unpersönliche Institution oder die Verfassung, was den bedingungslosen Gehorsam zur zentralen Beamtentugend machte.
Wie bewertet der Autor das DBG im Resümee?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass das DBG zwar Wurzeln in der Weimarer Zeit hat, aber durch den massiven Einfluss der Nationalsozialisten entscheidend zur Machtsicherung der NSDAP im öffentlichen Dienst beitrug, auch wenn es nach dem Krieg in bereinigter Form nachwirkte.
- Citation du texte
- Dr. Matthias Maack (Auteur), 2009, Die Entstehung des Deutschen Beamtengesetzes im III. Reich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178171