1. Einleitung
„Wie soll ich die nur alle unter einen Hut bringen …?“
Diese Frage möchte ich in der vorliegenden Arbeit aufgreifen, da sie die Situation im alltäglichen Sport- und Bewegungsunterricht aus Sicht des Lehrers widerspiegelt. Die Vielfalt der Schülerpersönlichkeiten und ihre differenzierten individuellen Voraussetzungen scheinen ein grundsätzliches Problem im Unterricht darzustellen, weshalb ich es als Anlass sehe dieses vorherrschende Phänomen der Heterogenität zu beschreiben und diesbezüglich Lösungs-ansätze zu liefern. Als Chance für den Umgang mit heterogenen Klassen möchte ich in besonderem Maße die offene (freie) Bewegungsaufgabe in das Zentrum pädagogischer Bemühungen stellen. Anhand ihrer Zielvorstellungen und Merkmalsstruktur soll eine Verbindung zum gegeben Problem der Heterogenität deutlich werden. Für den Aufbau meiner Arbeit bedeutet dies, dass ich zunächst den Begriff der Heterogenität bzw. Differenz vorstellen möchte, um die Problematik, wie bereits in der Eingangsfrage beschrieben, zu verdeutlichen. Daran anknüpfend möchte ich einige Lösungsansätze vorstellen, worunter auch die offene Bewegungsaufgabe fällt, auf die ich meinen Fokus im Speziellen richten möchte. Abschließend soll ein Fazit die Arbeit abrunden, in dem nochmals die wichtigsten Aspekte beider Themen, jedoch in Verbindung zueinander, zum Ausdruck kommen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Heterogenität- ein Problem im Schulalltag?
2.1. Zum Umgang mit Heterogenität
2.2. Wie sehen konkret die didaktischen Antworten auf eine Verschiedenheit aus?
3. Die Bedeutung der Aufgabenstellung für Lernprozesse im Sportunterricht
3.1. Die offene (freie) Bewegungsaufgabe – eine methodische Maßnahme
3.2. Die offene Bewegungsaufgabe in der Sportpraxis
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Heterogenität im Sportunterricht und prüft, inwiefern die offene Bewegungsaufgabe als methodisches Mittel dienen kann, um dieser Vielfalt an Schülerpersönlichkeiten und Leistungsvoraussetzungen konstruktiv zu begegnen.
- Heterogenität als sportpädagogische Herausforderung
- Differenzierungskonzepte im Bewegungsunterricht
- Didaktische Bedeutung der Aufgabenstellung
- Die Rolle der offenen Bewegungsaufgabe zur Förderung individueller Lernprozesse
- Prozessorientierung versus Produktorientierung im Sport
Auszug aus dem Buch
3.2. Die offene Bewegungsaufgabe in der Sportpraxis
Um diese Leitgedanken tatsächlich in der Praxis umsetzen zu können, muss zunächst geklärt werden, wie interessante Aufgaben gestellt werden können, die den Lernenden anregen und auffordern, die Lerngelegenheit aufzunehmen und eine eigene Lösung zu finden, die das individuelle Bewegungskönnen fördern. Hierbei geht Laging auf folgende Aspekte ein, um einen reibungslosen Ablauf des Unterrichts zu gewährleisten:
• Die rahmenthematische Vorgabe
• Die initiierende Aufgabenformulierung
• Die differenzierten Bearbeitungswege
• Den wechselseitigen Prozess der Verständigung
• Die unterschiedlichen Bewegungslösungen
• Den förderlichen strukturellen Rahmen
Diese Aspekte möchte ich im Folgenden genauer erläutern, da sie für die Umsetzung in der Unterrichtspraxis von enormer Bedeutung sind.
Grundsätzlich ist es vor der Stellung einer konkreten Aufgabe wichtig, dass der thematische Rahmen einer Unterrichtsstunde oder Sequenz offen ist, d.h. dass Bewegungsaufgaben unterschiedliche Wege und Auslegungen der Bewegungslösungen zulassen. Die daran anknüpfende Bewegungsabsicht oder das Bewegungsproblem sollen über die Bewegungsaufgabe für die Schülerinnen und Schüler thematisch werden. Aus diesem Grund stehen „…bei der Initiierung von Lehr- Lernprozessen nicht fertige Bewegungs- oder Spielabläufe am Anfang, sondern rahmenthematische Vorgaben“, welche auf einen eigenständigen Lösungsprozess abzielen. (Laging 2006, S. 68). Innerhalb dieser Vorgaben sollte die Bewegungsaufgabe so gestellt werden, dass sie einen initiierenden Impuls zur Lösung des Bewegungsproblems setzt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Herausforderung der Heterogenität im Sportunterricht und stellt die offene Bewegungsaufgabe als möglichen Lösungsansatz vor.
2. Heterogenität- ein Problem im Schulalltag?: Dieses Kapitel definiert Heterogenität im sportpädagogischen Kontext und diskutiert verschiedene didaktische Zugangsweisen zum Umgang mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen.
3. Die Bedeutung der Aufgabenstellung für Lernprozesse im Sportunterricht: Das Kapitel analysiert die methodische Gestaltung von Aufgabenstellungen und differenziert zwischen Bewegungsanweisung, Bewegungsaufgabe und Bewegungsanregung.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Rolle der Lehrkraft als Berater, um durch offene Aufgabenstellungen eine individuelle Entwicklung der Lernenden zu ermöglichen.
Schlüsselwörter
Heterogenität, Sportunterricht, Differenzierung, Bewegungsaufgabe, Lernprozesse, Offene Unterrichtskonzepte, Schülerzentrierung, Sportpädagogik, Individualisierung, Bewegungslösung, Prozessorientierung, Aufgabenstellung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den konstruktiven Umgang mit Heterogenität im schulischen Sportunterricht und untersucht, wie Lehrkräfte durch methodische Anpassungen, insbesondere durch offene Bewegungsaufgaben, auf die Vielfalt der Schülerschaft reagieren können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Begriffsbestimmung von Heterogenität, die Analyse klassischer Differenzierungsmaßnahmen sowie die theoretische und praktische Fundierung offener Bewegungsaufgaben.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die offene Bewegungsaufgabe eine pädagogische Chance bietet, um unterschiedliche Lernvoraussetzungen als Bereicherung zu nutzen, anstatt sie als Störfaktor zu betrachten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit sportpädagogischer Fachliteratur, um Konzepte der Bewegungslehre und Differenzierung kritisch zu reflektieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Bedeutung der Aufgabenstellung, unterscheidet methodische Verfahrensweisen wie Vorgeben, Aufgabenstellen und Anregen und erläutert die praktische Umsetzung offener Konzepte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Heterogenität, Differenzierung, Bewegungsaufgabe und Prozessorientierung charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die Bewegungsaufgabe von einer Bewegungsanweisung?
Während die Anweisung eine präzise Soll-Bewegung vorgibt, lässt die offene Bewegungsaufgabe unterschiedliche Lösungswege zu und stellt das eigenständige Problemlösen der Lernenden in den Vordergrund.
Warum ist die Rolle der Lehrkraft als „Berater“ für das Konzept entscheidend?
In offenen Settings muss die Lehrkraft ihre steuernde Rolle zugunsten der Lernenden anpassen, um den individuellen Suchprozess und die Selbstständigkeit bei der Lösung von Bewegungsproblemen zu fördern.
- Citation du texte
- Anne Arenz (Auteur), 2009, Die offene Bewegungsaufgabe als Chance für den Umgang mit Heterogenität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178182