Diese Arbeit behandelt die deutschen familienpolitischen Maßnahmen, ordnet sie historisch und begrifflich ein und kritisiert sie.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Demographische Entwicklungen
2.1. Das Zeitalter der Industrialisierung
2.2. Die Pluralisierung der Lebensformen
3 Implizite und explizite Familienpolitik
4 Typologie der deutschen Familienpolitik
5 Familienpolitische Leistungen in Deutschland
6 Fazit – Paradigmenwechsel im familienpolitischen Diskurs
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung der deutschen Familienpolitik unter Berücksichtigung des demographischen Wandels und sozialer Veränderungen. Dabei wird analysiert, wie sich familienpolitische Leitbilder von einem traditionellen Ernährermodell hin zu einer stärkeren Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewandelt haben, um den Anforderungen einer modernen Dienstleistungsgesellschaft gerecht zu werden.
- Historische Entwicklung der Familienstrukturen und des "Ernährermodells".
- Soziologische Analyse der Pluralisierung familialer Lebensformen.
- Theoretische Einordnung der deutschen Familienpolitik in internationale Modelle (Esping-Andersen, Gauthier).
- Analyse familienpolitischer Leistungen und ihrer Wirkung auf die Erwerbsbeteiligung von Frauen.
- Diskussion über die Herausforderungen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Auszug aus dem Buch
2. Demographische Entwicklungen
Politischen Entscheidungen gehen oftmals historische Entwicklungen oder aber auch Erfindungen voraus. Deutlich wird dies bspw. an der aktuellen Fukushima Katastrophe, die auch ein Umdenken in der deutschen Atom- und Umweltpolitik mit sich brachte. So finden wir auch für die deutsche Familienpolitik konkrete Anlässe in der historischen Entwicklung, die auf politische Entscheidung in diesem Bereich Einfluss nahmen. So haben auch Ostner und Mätzke in ihrem „Special Issue: Explaining Recent Shifts in Family Policies” zusammenfassend festgestellt, dass familienpolitischen Entscheidungen oftmals konkreten Trägern und Dynamiken unterliegen und aus dieser Erkenntnis ein Vier-Felder Schema entwickelt.
Es werden also vier Erklärungsmodelle entwickelt, welche eine Analyse der sich ändernden Familienpolitik ermöglichen. So stehen materialistische bzw. sozioökonomische, ideationale und politische sowie soziale Faktoren im Zusammenhang. Somit finden wir zumeist eine Kombination aus verschiedenen Feldern um eine Änderung der familienpolitischen Ausrichtung analysieren zu können. An dieser Stelle möchte ich auf den ökonomischen Aspekt der Wandlung zu einer Dienstleistungsgesellschaft und auf die Pluralsierung der Familienformen Bezug nehmen. Die daraus resultierenden familienpolitischen Änderungen entstehen demnach aus der demographischen Entwicklung, die sich dann auch politisch auswirkte. Somit können wir diese innerhalb des ersten Feldes des Ostner/Mätzke-Schemas verorten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert den gesellschaftlichen Wunsch nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Herausforderungen des demographischen Wandels für das deutsche Rentensystem.
2 Demographische Entwicklungen: Dieses Kapitel analysiert den historischen Übergang zur Industriegesellschaft sowie die moderne Pluralisierung von Lebensformen und deren Auswirkungen auf die Familienstruktur.
3 Implizite und explizite Familienpolitik: Hier wird die Differenzierung zwischen expliziter Familienpolitik und faktischen, impliziten Maßnahmen erläutert, die Einfluss auf das Familienleben nehmen.
4 Typologie der deutschen Familienpolitik: Das Kapitel ordnet die deutsche Familienpolitik anhand der Modelle von Esping-Andersen und Gauthier in einen internationalen Vergleich ein.
5 Familienpolitische Leistungen in Deutschland: Es erfolgt ein Überblick über die historischen und aktuellen familienpolitischen Instrumente in Deutschland, von den Anfängen bis zur Förderung des dualen Ernährermodells.
6 Fazit – Paradigmenwechsel im familienpolitischen Diskurs: Das Fazit fasst den beobachteten Paradigmenwechsel zusammen und diskutiert die Wirksamkeit aktueller politischer Maßnahmen im Kontext der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Schlüsselwörter
Familienpolitik, Demographischer Wandel, Erwerbstätigkeit, Vereinbarkeit, Ernährermodell, Sozialpolitik, Lebensformen, Industriegesellschaft, Kinderbetreuung, Familienlastenausgleich, Geburtenrate, Paradigmenwechsel, Familienbericht, soziale Sicherung, Arbeitsmarkt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Ausgestaltung der Familienpolitik in Deutschland im Kontext gesellschaftlicher und demographischer Veränderungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der Wandel der Familienstrukturen, die Auswirkungen der Industrialisierung, theoretische Typologien der Wohlfahrtsstaaten sowie die konkreten familienpolitischen Leistungen des deutschen Staates.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Ursachen für familienpolitische Veränderungen aufzuzeigen, diese theoretisch einzuordnen und zu analysieren, wie politische Interventionen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse sowie eine vergleichende Einordnung der deutschen Politik in internationale Typologien (wie das Modell von Esping-Andersen).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse demographischer Entwicklungen, die theoretische Einordnung in Politikmodelle und die Untersuchung spezifischer familienpolitischer Instrumente wie Kindergeld und Betreuungsangebote.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Familienpolitik, Vereinbarkeit, demographischer Wandel, Erwerbstätigkeit und Paradigmenwechsel definiert.
Welche Rolle spielt das "Ernährermodell" in der deutschen Politik?
Das traditionelle Ernährermodell war lange Zeit das Leitbild der deutschen Familienpolitik, in dem der Mann für das Einkommen und die Frau für die Kinderbetreuung zuständig war, was heute zunehmend kritisch hinterfragt wird.
Wie unterscheidet sich die Situation in Ost- und Westdeutschland?
Die Arbeit stellt fest, dass in Ostdeutschland nichteheliche Lebensgemeinschaften und die Erwerbstätigkeit beider Elternteile deutlich stärker verbreitet sind als in den alten Bundesländern.
Warum wird die Frauenquote im Kontext dieser Arbeit kritisch diskutiert?
Die Autorin bezweifelt, ob eine Frauenquote tatsächlich Frauen mit Kindern den Wiedereinstieg in den Beruf erleichtert oder ob sie eher zu einer Nivellierung von Qualifikationsanforderungen in Führungspositionen führt.
- Arbeit zitieren
- Anja Koßurok (Autor:in), 2011, Die Deutsche Familienpolitik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178188