Das Potsdamer Abkommen

Postulat für die wirtschaftliche Einheit Deutschlands?


Hausarbeit, 2009
13 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

a) Einleitung

b) Die Positionen der einzelnen Besatzungsmächte

c) Historischer Abriss

d) Die Umsetzung Potsdams?

e) Fazit

f) Quellenverzeichnis

g) Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In dieser Arbeit soll die Fragestellung behandelt werden, ob in den Nachkriegsjahren bis 1949, die Zielvorgaben der Potsdamer Beschlüsse vom August 1945, in den verschiedenen Besatzungszonen Deutschlands umgesetzt wurden. Diese Frage soll insbesondere in Hinblick auf die im Potsdamer Abkommen postulierte Wirtschaftseinheit Deutschlands und den Passus der ökonomischen Selbstständigkeit bearbeitet werden.

Wurde also der Vorsatz Potsdams, das besetzte Deutschland als wirtschaftlich einheitliche Einheit zu behandeln umgesetzt? Und wie waren die Unterschiede in den einzelnen Besatzungszonen?

Das Potsdamer Abkommen beschreibt[1], dass die zu zahlenden Reparationen noch genügend Mittel belassen sollen, damit Deutschland ohne alliierte Hilfsmaßnahmen sich selbstständig einen mittleren Lebensstandard sichern könne.[2] Hier ist einer der wesentlichen sich später noch intensivierender Konfliktpunkte zwischen den Besatzungsmächte zu erkennen. Gegensätzliche Positionen traten bei der Frage der Reparationszahlungen deutlich zu Tage.

Diese Schwierigkeiten bei den Beschlüssen zur Nachkriegsverwaltung Deutschlands sollen im Folgenden genauer betrachtet werden. Hierzu sollen zuerst die Positionen der einzelnen Besatzungsmächte beleuchtet werden. Anschließend wird die Vorgeschichte behandelt und die konkreten Vorfälle, welche zu den Zerwürfnissen zwischen den Alliierten führten, benannt werden. Daraufhin sollen die Folgen und Auswirkungen der Handlungen der verschiedenen Besatzungsmächte aufgezeigt werden. Abschließend sollen die Ergebnisse zusammengefasst und in Hinblick auf die Fragestellung geprüft werden.

2. Die Positionen der einzelnen Besatzungsmächte

Es soll hier nun eine kurze Skizze der Positionen der vier Besatzungsmächte im Nachkriegsdeutschland – Frankreich, Großbritannien, der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten von Amerika – gegeben werden.

Vorab soll darauf hingewiesen werden, dass Frankreich nicht an den Verhandlungen zu den Potsdamer Beschlüssen teilnahm. Die verhandelnden Staaten waren Großbritannien, UDSSR und USA. Frankreich stimmte den in Potsdam erzielten Beschlüssen lediglich zu.

Das allen gemeinsame Kriegsziel der Siegermächte Großbritannien, UDSSR und USA war die bedingungslose Kapitulation Deutschlands. Grebing et al. bringen dies in ihrem zweibändigen Werk „Die Nachkriegsentwicklung in Westdeutschland“ als eine der elementarsten Voraussetzungen des Zusammenschlusses der alliierten Siegermächte wie folgt zum Ausdruck:

„In der ‚Anti-Hitler-Koalition’ [aus der unter anderem das Potsdamer Abkommen resultierte] fanden sich Staaten zusammen, die von ihren Gesellschaftssystemen und ihren langfristigen Interessen her gegensätzliche Positionen vertraten; die Allianz gegen Hitler-Deutschland gingen sie in erster Linie als Zweckbündnis auf Zeit ein.“[3]

Diese Grundbedingung – die Koalition gegen Hitler-Deutschland – bildete die Basis für das weitere Vorgehen. Ferner stand fest, dass Deutschland von alliierten Truppen besetzt sein würde und so das Kriegspotential zerschlagen werden sollte.[4] Doch die weitere Zusammenarbeit der Siegermächte gestaltete sich auf Grund der unterschiedlichen Zielsetzungen und Vorstellungen schwierig. Die Interessen der vier alliierten Siegermächte[5] sollen hier nun kurz skizziert werden.

Als Hauptanliegen der US-Amerikaner ist die Wiederherstellung eines einheitlichen freien Weltmarktes, sowie Mitsprache und Einfluss auf die Regierungs- und Wirtschaftsform in den ehemals faschistischen Ländern Europas zu nennen.[6] Diese Politik wird unter den Schlagwörtern „One World“- und „Open Door“-Politik zusammengefasst.[7] Die Grundlage für eine solche Ordnung eines globalen kollektiven Friedens- und Sicherheitssystems sollte in der Institution der Vereinten Nationen verwirklicht werden.[8] Weiterhin ist zu erwähnen, dass die USA nicht auf Reparationszahlungen aus Deutschland angewiesen war und diese lediglich als Strafmaßnahme ansah.[9]

In einer ganz anderen Lage befand sich hingegen die Sowjetunion: Von allen Krieg führenden Staaten hatte die UDSSR die größten Kriegsschäden zu tragen; ihr Hauptanliegen war deshalb die Sicherung der Reparationszahlungen zum Wiederaufbau des eigenen Landes.[10] Für Deutschland forderte die Sowjetunion die Entmilitarisierung und Abrüstung, sowie die Durchsetzung einer nicht-faschistischen Regierungs- und Gesellschaftsform.[11]

Das Hauptanliegen der britischen Politik war die Fortführung der alten Gleichgewichtspolitik zum Erhalt der eigenen Führungsrolle in Westeuropa.[12] Deutschland sollte deshalb zwar geschwächt werden, aber stark genug bleiben, damit Frankreich keine Vormachtstellung auf dem europäischen Kontinent erreichen könne.[13] Als weiteres Ziel ist die wirtschaftliche Ausschaltung Deutschlands auf dem Weltmarkt zu nennen, was vor allem durch Demontagen und einer internationalen Verwaltung des Ruhrgebiets erreicht werden sollte.

Frankreich versuchte eine Mittlerrolle zwischen West und Ost anzunehmen und wollte so seine (ehemalige) Großmachtstellung wiedererlangen, dies sollte vor allem durch eine massive Schwächung Deutschlands geschehen.[14] Frankreichs weitere Interessen waren vor allem die Sicherung der gerade erst wieder gewonnenen staatlichen Existenz und die Forderung nach Reparationen zum Wiederaufbau des eigenen Landes, als auch die Abtrennung des Ruhr- und Saargebietes, sowie sämtlicher linksrheinischer Gebiete von Deutschland.[15]

[...]


[1] Dies wird beschrieben in Punkt 19: „Die Bezahlung der Reparationen soll dem deutschen Volk genügend Mittel belassen, um ohne eine Hilfe von außen zu existieren. [...], zitiert nach Grebing/Pozorski/Schulze, Die Nachkriegsentwicklung in Westdeutschland 7b, S. 16.

[2] Grebing/Pozorski/Schulze, Die Nachkriegsentwicklung in Westdeutschland 7b, S. 9.

[3] Grebing/Pozorski/Schulze, Die Nachkriegsentwicklung in Westdeutschland 7b, S. 1, Zusatz J.I.

[4] Benz, Von der Besatzungsherrschaft zur Bundesrepublik, S. 19.

[5] Frankreich allerdings mit Provisorischer Regierung, siehe Grebing/Pozorski/Schulze, Die Nachkriegsentwicklung in Westdeutschland, S. 4.

[6] V gl. Grebing/Pozorski/Schulze, Die Nachkriegsentwicklung in Westdeutschland 7b, S. 5.

[7] Krippendorff, Die amerikanische Strategie, S. 27 ff.

[8] Grebing/Pozorski/Schulze, Die Nachkriegsentwicklung in Westdeutschland 7b, S. 5.

[9] Ebd., S. 5.

[10] Ebd., S. 7.

[11] Ebd., S. 7.

[12] Ebd., S. 6.

[13] Ebd., S. 6.

[14] Ebd., S. 6.

[15] Ebd., S. 6.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Das Potsdamer Abkommen
Untertitel
Postulat für die wirtschaftliche Einheit Deutschlands?
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
13
Katalognummer
V178208
ISBN (eBook)
9783656001959
ISBN (Buch)
9783656002383
Dateigröße
460 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Potsdamer Abkommen, Deutschland, Wirtschaft, Wirtschaftliche Einheit, Potsdamer Beschlüsse, Wirtschaftseinheit, Besatzung Deutschland, 2. WK, II. Weltkrieg, Zweiter Weltkrieg, Alliierte, Besatzung
Arbeit zitieren
Hannah Illgner (Autor), 2009, Das Potsdamer Abkommen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178208

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