Die Informationseffizienz von Märkten, analysiert am Beispiel börsennotierter Fussballclubs


Masterarbeit, 2010

61 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Frage- und Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
1.2.1 Zielsetzung der Arbeit
1.2.2 Aufbau der Arbeit

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Theorie der Markteffizienz
2.1.1 Markteffizienz Hypothese
2.1.2 Empirische Untersuchungen der RWH und EMH
2.1.3 News-Ansatz
2.2 Preisbildung und Bewertung von Aktien aus theoretischer Sicht
2.2.1 Preisbildung einer börsennotierten Aktie
2.2.2 Aktienbewertungsmodell
2.3 Wirkungszusammenhänge zwischen sportlichem und wirtschaftlichem Erfolg im Fussballgeschäft
2.3.1 Einnahmequellen eines Fussballclubs
2.3.2 Einnahmen aus den europäischen Clubwettbewerben
2.3.3 Zusammenhänge zwischen sportlichem Erfolg und wirtschaftlichem Erfolg ...
2.4 Zusammenführung der theoretischen Aktienbewertung mit den Wirkungszusammenhängen von sportlichem und wirtschaftlichem Erfolg im Fussballgeschäft

3 Hypothesen
3.1 Hypothese 1
3.2 Hypothese 2

4 Daten und Vorgehen
4.1 Daten
4.1.1 Auswahl der börsennotierten Fussballclubs
4.1.2 Aktienindizes
4.1.3 Sportliche Resultate und Wettquoten
4.2 Vorgehen
4.2.1 Test der Hypothese 1
4.2.2 Test der Hypothese 2

5 Resultate und Interpretation
5.1 Resultatübersicht
5.2 Interpretation
5.2.1 Hypothese 1
5.2.2 Hypothese 2

6 Schlussfolgerungen

Literaturverzeichnis

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Im Text

Abb. 1: Die drei Formen der Markteffizienz

Tabellenverzeichnis

Im Text

Tab. 3: Auswahl der börsennotierter Fussballclubs

Tab. 4: Resultatübersicht der Hypothesentests

Im Anhang I

Tab. 1: Transfereinnahmen verschiedener europäischer Fussballclubs der letzten fünf Jah­re in Mio. Euro

Tab. 2: Die 20 umsatzstärksten Fussballclubs Europas und die Aufteilung ihrer Einnah­men der Saison 2007/2008

Tab. 5: Resultatübersicht Regressionsmodell 1a

Tab. 6: Resultatübersicht Regressionsmodell 1b

Tab. 7: Resultatübersicht Regressionsmodell 2

Tab. 8: Resultatübersicht Regressionsmodell 3

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Frage- und Problemstellung

Diese Arbeit befasst sich mit der Frage- und Problemstellung, ob die wöchentlichen sportli­chen Resultate eines börsennotierten Fussballclubs einen Einfluss auf den Aktienkurs am nächsten Handelstag haben und ob dieser nur auf den unerwarteten Teil eines Spielausgangs zurückzuführen ist.

Basierend auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Effizienz von Kapitalmärkten unter­sucht diese Arbeit empirisch, ob bei Aktienkursen von Fussballclubs Evidenz für die Existenz von effizienten Kapitalmärkten gefunden werden kann.[1] Die Tatsache, dass die Börse in aller Regel geschlossen ist, wenn die Spiele der börsennotierten Fussballclubs ausgetragen werden, bietet die Möglichkeit, die jeweilige Veränderung des Aktienkurses am Handelstag nach ei­nem Spiel auf einen Einfluss des sportlichen Resultates zu überprüfen.[2] Denn, sofern ein Zu­sammenhang zwischen den sportlichen Ergebnissen und den zukünftigen Cash-Inflows eines Fussballclubs besteht, sollten sich sowohl positive als auch negative Abweichungen der sport­lichen Resultate auf den Aktienkurs börsennotierten Fussballclubs auswirken.

1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

1.2.1 Zielsetzung der Arbeit

Diese Arbeit testet die oben beschriebene Fragestellung im Rahmen bereits manifestierter Theorien und Hypothesen zum Thema effizienter Kapitalmärkte und der Bewertung von Ak­tien. Die Zielsetzung dieser Arbeit ist es einerseits Aktienkurse von insgesamt 14 börsenno­tierter Fussballclubs auf einen generellen Einfluss von sportlichen Resultaten und andererseits auf die Existenz der "Efficient Markets Hypothesis"[3] (EMH) zu testen. Zusätzlich soll, sofern den ein Einfluss von sportlichen Resultaten auf den Aktienkurs besteht, überprüft werden, ob ein Unterschied zwischen dem Einfluss von nationalen und internationalen Wettbewerbsspie­len nachweisbar ist.

1.2.2 Aufbau der Arbeit

Die Arbeit ist in drei Teile gegliedert: Im ersten Teil (2. Kapitel) werden die theoretischen Grundlagen, auf welchen die Hypothesen dieser Arbeit beruhen, aufgezeigt und vorgestellt. Anschliessend werden die Hypothesen formuliert und das Vorgehen zum Testen dieser Hypo­thesen erläutert (3. und 4. Kapitel). Der letzte Teil präsentiert schliesslich die Resultate der empirischen Untersuchungen, interpretiert diese und fasst die Erkenntnisse dieser Arbeit zu­sammen (5. und 6. Kapitel).

Im Anschluss an dieses einleitende erste Kapitel werden im zweiten Kapitel die theoretischen Grundlagen, welche der Problemstellung dieser Arbeit zu Grunde liegen, vorgestellt und auf­gezeigt. Das Unterkapitel 2.1 befasst sich dabei mit der Theorie der Markteffizienz. Im zwei­ten Unterkapitel 2.2 wird auf die Theorie der Aktienpreisbildung und das Modell zur Bestim­mung eines Aktienwertes eingegangen, welches den Zusammenhang zwischen Aktienkurs und Cash Flows über die Zeit aufzeigt. Das Unterkapitel 2.3 erläutert anschliessend die theo­retischen Zusammenhänge zwischen sportlichem und wirtschaftlichem Erfolg im Fussballge- schäft und warum, basierend auf diesen Überlegungen, ein Zusammenhang zwischen sportli­chen Resultaten und dem Aktienkurs eines börsennotierten Fussballclubs bestehen sollte. Das abschliessende Unterkapitel 2.4 verknüpft das theoretische Aktienbewertungsmodell (2.2) mit den Wirkungszusammenhängen im Fussballgeschäft (2.3) und stellt eine These auf, warum ein Einfluss der sportlichen Resultate auf den Aktienkurs bestehen sollte.

Das dritte Kapitel stellt die Hypothesen vor, welche in dieser Arbeit empirisch getestet wer­den. Diese Hypothesen sind in zwei Blöcke aufgeteilt, welche in sich jeweils zwei Teilhypo­thesen tragen.

Das vierte Kapitel stellt im Unterkapitel 4.1 die Daten vor, welche zur empirischen Untersu­chung der Hypothesen verwendet werden. Das zweite Unterkapitel 4.2 erläutert im Anschluss das Vorgehen zum Testen der Hypothesen und die dazu aufgestellten Regressionsmodelle ausführlich.

Im fünften Kapitel werden die Resultate der Untersuchungen präsentiert. Das Unterkapitel 5.1 verschafft dabei einen generellen Überblick über die Resultate erhalten. Anschliessend wer­den im Unterkapitel 5.2 die Resultate der einzelnen Hypothesentests ausführlicher vorgestellt und interpretiert.

Das abschliessende sechste Kapitel fasst einerseits die Erkenntnisse und Interpretationen aus dem fünften Kapitel zusammen. Andererseits werden daraus Schlussfolgerungen abgeleitet und ein Ausblick für mögliche weitere Arbeiten zu diesem Thema gegeben. Gleichzeitig wird das Vorgehen dieser Arbeit kritisch beleuchtet und allfällige Schwachstellen aufgezeigt.

2 Theoretische Grundlagen

Im ersten Unterkapitel 2.1 werden die Theorien und Hypothesen zur Kapitalmarkteffizienz vorgestellt und beleuchtet. Dieses Unterkapitel bildet das finanzmarkttheoretische Fundament, auf welchem die zweite Hypothese im nachfolgenden dritten Kapitel aufbaut.[4]

Das zweite Unterkapitel 2.2 geht auf die Preisbildung und die Bewertung von Aktien ein und zeigt anhand eines Bewertungsmodells auf, warum die Aktienbewertung wesentlich von den zu erwartenden zukünftigen Cash Flows einer Unternehmung abhängen sollte.

Das dritte Unterkapitel 2.3 zeigt die Einnahmequellen eines professionellen Fussballclubs auf. Anschliessend werden die theoretischen Zusammenhänge zwischen sportlichem und wirt­schaftlichem Erfolg im Fussballgeschäft vorgestellt.

Das abschliessende Unterkapitel 2.4 verknüpft die vorangegangenen Unterkapitel 2.2 und 2.3 und erläutert, warum die sportlichen Resultate aus theoretischer Sicht einen Einfluss auf den Aktienkurs von börsennotierten Fussballclubs haben sollten.

2.1 Theorie der Markteffizienz

Im ersten Teil dieses Unterkapitels 2.1 wird die Theorie der Markteffizienz vorgestellt und diskutiert. Der zweite Teil geht auf die wissenschaftlichen Tests der verschiedenen Formen der Markteffizienz ein und zeigt, auf welchem Stand die Diskussion der Markteffizienz heute geführt wird. Im dritten Unterkapitel 2.1.3 wird kurz auf den News-Ansatz, auf welchem ein Teil der empirischen Untersuchungen dieser Arbeit basiert, eingegangen.

2.1.1 Markteffizienz Hypothese

Die EMH[5] ist eine der meist untersuchten und ebenso kontrovers diskutierten Hypothesen der Sozialwissenschaften.[6] Der Ursprung der EMH geht auf Samuelson zurück, welcher zum Schluss kommt, dass in einem informationseffizienten Markt die Preisveränderungen unvor­hersehbar sind, sofern diese alle Erwartungen und Informationen aller Marktteilnehmer mit- einbeziehen und somit antizipiert werden können.[7] Samuelson folgert daraus, dass neue In­formationen zufällig eintreten und folglich auch die Bewegungen eines Aktienpreises zufällig sind.[8] Fama, welcher die EMH in ihrer heute weit verbreiteten Form aufgestellt hat, prägte unter anderem die folgende Aussage:

„A market in which prices always "fully reflect" available information is called "efficient."”[9]

Fama war es auch, der die EMH in drei Effizienz-Levels, welche sich im zur Verfügung ste­henden Informationsset unterscheiden, unterteilte:[10]

Random Walk

Die "Random Walk Hypothesis"[11] (RWH) besagt, dass sich die Aktienpreise zufällig und un­abhängig von vergangenen Entwicklungen bewegen. Falls Aktienpreisbewegungen auf einem Markt zufällig sind, dann ist der Markt zumindest nach der Definition der schwachen Form effizient.[12]

Schwache Form der Markteffizienz

Die schwache Form der Markteffizienz geht davon aus, dass der aktuelle Preis die histori­schen Datenreihen und Preise in sich trägt und es folglich nicht möglich ist, aus der Entwick­lung eines Aktienpreises in der Vergangenheit auf die zukünftige Entwicklung zu schliessen. Das heisst, dass mit sogenannten "technical analysis"[13] keine Informationen über die zukünf­tige Entwicklung eines Aktienkurses gewonnen werden können.

Halbstarke Form der Markteffizienz

Gemäss der halbstarken Form der Markteffizienz trägt der aktuelle Preis einer Aktie zusätz­lich zu den Informationen der schwachen Form der Markteffizienz auch alle öffentlich zu­gänglichen und relevanten Informationen der Aktie, wie Geschäftsberichte, allgemeine Ent­wicklung der Ökonomie oder Gewinnwarnungen, in sich. Es ist daher nicht möglich durch "fundamental analysis" in der Zukunft eine Überrendite zu erwirtschaften, da die News und die Analysen dazu bereits sehr kurz nach ihrem Bekanntwerden im Preis widerspiegelt wer­den. Starke Form der Markteffizienz Die starke Form der Markteffizienz erweitert die halbstarke Form um die privaten Informati­onen. Zusätzlich zu den öffentlichen Informationen bildet der aktuelle Preis auch alle privaten Informationen, zum Beispiel Insiderwissen, ab. Es ist daher für das Management einer Firma nicht möglich aufgrund von Insiderinformationen und dementsprechendes Handeln an der Börse eine Überrendite zu erwirtschaften.

Die Abbildung 1 zeigt auf, wie die verschiedenen Formen der Markteffizienz zu verstehen sind. Demnach trägt jede höhere Stufe die Eigenschaften der vorangehenden Stufen ebenfalls in sich.

Abb. 1: Die drei Formen der Markteffizienz

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung, in Anlehnung an Fama 1970, S. 388.

Vorausgesetzt die EMH ist gültig, hat dies die folgenden Implikationen auf die Eigenschaften von effizienten Märkten:

- Die Märkte reagieren rasch und akkurat auf News.
- Die Aktienpreisänderungen sind zeitlich unabhängig voneinander verteilt

Grossmann / Stiglitz weisen in ihrem Paper auf ein Paradoxon hin, welches die EMH mit sich bringt.[14] Dieses besagt, dass beispielsweise eine Investment Bank, welche an die EMH glaubt, konsequenterweise ihre Analysten entlassen müsste, da sie so Kosten einsparen würde, denn aufgrund der effizienten Märkte sind Analysten wertlos. Wenn nun aber alle Analysten ihren Job nicht mehr machen würden, hätte dies zur Folge, dass die Märkte nicht mehr effi­zient sind. Die Analysten halten gewissermassen mit ihrer Arbeit die Märkte bezüglich Infor­mationen effizient. Wenn aber Kostenträger notwendig sind um einen Markt effizient zu hal­ten, ist dies eine paradoxe situation.

2.1.2 Empirische Untersuchungen der RWH und EMH

Die RWH und EMH wurden nach Famas Arbeit im Jahre 1970 bis heute unzählige Male in wissenschaftlichen Untersuchungen auf ihre Gültigkeit getestet.[15] Nachfolgend werden die Ergebnisse einiger Untersuchungen für die einzelnen Formen der Markteffizienz aufgezeigt.

Random Walk Hypothese

Die RWH wird von vielen Untersuchungen unterstützt.[16] Allerdings wird sie in der jüngeren Vergangenheit auch zunehmend in Frage gestellt.[17] Die RWH spaltet die Wissenschaft gewis­sermassen in zwei Lager.

Schwache Form der Markteffizienz

Die schwache Form der Markteffizienz wird durch "correlation tests", "run tests" und "filter tests" überprüft.[18] Eine Vielzahl dieser Untersuchungen stützt die schwache Form der Markt­effizienz.[19] Lo, Mamayski and Wang fanden in ihrer Untersuchung allerdings Evidenz, wel­che die schwache Form der Markteffizienz in Frage stellt.[20] Im Grunde genommen genügt es, die schwache Form der Markteffizienz Hypothese zu verwerfen, um die ganze EMH zu wi­derlegen, denn die beiden nachfolgenden Hypothesen tragen die schwache Form der Marktef­fizienz in sich.[21] Die schwache Form der Markteffizienz wird allerdings nach wie vor in der Wissenschaft breit gestützt.[22]

Halbstarke Form der Markteffizienz

Die halbstarke Form der Markteffizienz wird geprüft, indem untersucht wird, wie schnell und wie akkurat sich Preise aufgrund neuer Informationen anpassen.[23] Im Allgemeinen wird durch sogenannte "Event Studies"[24] die Hypothese, dass Kapitalmärkte halbstark effizient sind, ge­stützt.[25]

Starke Form der Markteffizienz

Da bei der starken Form der Markteffizienz zusätzlich Insiderinformationen einfliessen, kann diese Hypothese nicht direkt getestet werden.[26] Seyhun testete mit indirekten Ansätzen in zwei verschiedenen Studien die starke Form der Markteffizienz Hypothese.[27] In beiden Unter­suchungen wird die Hypothese verworfen, folglich sind die Märkte sind nicht in dem Masse effizient, als dass durch Insiderinformationen keine Überrenditen erzielt werden könnten.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die starke Form der Markteffizienz Hypo­these in der Literatur verworfen wird. Die schwache und die halbstarke Markteffizienz Hypo­these werden kontrovers diskutiert und es gibt Studien, welche deren Existenz stark anzwei­feln. Im Allgemeinen werden diese beiden Formen der Markteffizienz durch wissenschaftli­che Untersuchungen aber breit gestützt.

Schliesslich zeigen zahlreiche empirische Untersuchungen, dass die Kapitalmärkte verschie­dene Grade der Effizienz aufweisen können, welche eine Unterscheidung nach Ländern, Märkten und Marktsegmenten erforderlich machen.[28]

2.1.3 News-Ansatz

Der News-Ansatz basiert auf den theoretischen Grundlagen der EMH.[29] Seinen Ursprung hat das News-Modell in der empirischen Analyse von Wechselkursen.[30] [31] Beim News-Ansatz wird unterstellt, dass rational handelnde Marktteilnehmer alle verfügbaren Informationen zu jedem Zeitpunkt effizient verarbeiten, so dass ein Aktienkurs zu jedem Zeitpunkt sämtliche verfüg­baren Informationen widerspiegelt.31, Diese Aussage entspricht grundsätzlich der halbstarken Form der Markteffizienz. Folglich werden die Veränderungen des Aktienkurses auf neue, bis dahin unbekannte News und Informationen zurückgeführt: Die News bezüglich des Wertes führen zu Erwartungsänderungen, welche eine unmittelbare Anpassung des Wechselkurses zur Folge haben.[32]

2.2 Preisbildung und Bewertung von Aktien aus theoretischer Sicht

Dieses Unterkapitel 2.2 befasst sich mit der Preisbildung und der Bewertung einer Aktie aus theoretischer Sicht. Dazu wird in 2.2.1 auf den Preisbildungsmechanismus bei Aktien einge­gangen. Darüber hinaus werden die besonderen Eigenschaften von Aktien erläutert, welche sie von anderen Finanzinstrumenten unterscheiden. In 2.2.2 wird das theoretische Bewer­tungsmodell für Aktien aufgezeigt. Anhand dieses Modelles lässt sich nachvollziehen, warum zukünftige Cash Flows einen Einfluss auf den aktuellen Aktienwert haben sollten.

2.2.1 Preisbildung einer börsennotierten Aktie

Der börsenmässige Aktienkurs ist das Ergebnis von Angebot und Nachfrage zum Zeitpunkt der Kursfeststellung.[33] Die Bestimmungsfaktoren der Stärke und Grösse der Angebots- und Nachfrageseite einer börsennotierten Aktie, welche wiederum entscheidend dafür sind, wie die Preisvorstellungen der Käufer und Verkäufer sind, werden nachfolgend aufgezeigt.34, 35 Die Aktien stellen im Gegensatz zu Anleihen oder Bonds Eigenkapital dar. Aktionäre sind demzufolge die hauptsächlichen Risikoträger einer Unternehmung.[34] [35] [36] Denn, im Falle einer Liquidation der Unternehmung, stehen die Aktionäre am Ende der Rangfolge, nach welcher die Kapital- und Zinsansprüche befriedigt werden.[37] Desweiteren wird das Grundkapital als unbefristet überlassenes Eigenkapital betrachtet, wodurch Aktien als „ewig laufende Wertpa­piere”[38] zu betrachten sind. Ausserdem sind sämtliche Ausschüttungen stark abhängig vom Unternehmenserfolg.[39] Als Kompensation für das weitaus höhere Risiko, welches die Aktio­näre tragen, verlangen sie eine wesentliche höhere Eigenkapitalrendite verglichen mit den Fremdkapitalzinsen, welche den Fremdkapitalgebern zustehen.[40] Der Aktienkurs setzt sich aus den Einschätzungen der Anleger bezüglich des Barwertes der zukünftigen Dividenden und Kursgewinnen bei Verkauf der Aktie und anderen Vorteilen zusammen.[41]

2.2.2 Aktienbewertungsmodell

In diesem Unterkapitel werden nun die Erkenntnisse aus dem vorangehenden Unterkapitel in ein Bewertungsmodell für Aktien überführt. Dieses Modell verschafft einen Überblick, wa­rum und wie, aus theoretischer Sicht, der Aktienpreis auf die Veränderung verschiedener Va­riablen reagieren sollte.

Die Aktienbewertung ist, wie bereits oben erarbeitet, eine zukunftsgerichtete Bewertung, wel­che von unsicheren Faktoren abhängt.[42]

[...]


[1] Vgl. Samuelson 1965, S. 8f., Fama / Fisher / Jensen / et al. 1969, S. 20f. und Fama 1970, S. 413-416.

[2] Die Fussballspiele der verschiedenen Wettbewerbe finden in aller Regel an den Wochenenden oder sonst zu einer Uhrzeit, zu welcher die Börse bereits geschlossen hat, statt.

[3] Vgl. 2.1.

[4] Vgl. Kapitel 3.

[5] Vgl. Fama 1970, S. 383-417. Die Grundlagen der EMH gehen auf BACHELIER zurück: Vgl. BACHELIER 1900.

[6] Vgl. LO 1997, S. XI.

[7] Vgl. Samuelson 1965, S. 41-49.

[8] Vgl. Samuelson 1965, S. 41-49.

[9] Fama 1970, S. 383.

[10] Vgl. Fama 1970, S. 388.

[11] Vgl. Fama 1970, S. 386f.

[12] Die Verbindung ist nur in eine Richtung zu verstehen: Gilt die RWH, sind die Märkte zumindest schwach effizient. Gilt die RWH nicht, heisst dies nicht, dass die EMH auch verworfen werden kann.

[13] Edwards / Magee / Bassetti 2007, S. 4: „Technical Analysis is the science of recording, usually in graphic form, the actual history of trading (price changes, volume of transactions, etc.) in a certain stock or in "the Averages" and then deducing from that pictured history the probable future trend.”

[14] Vgl. Grossmann / Stiglitz 1976, S. 246-253.

[15] Jensen / Smith 1984, S. 4: „The efficient markets hypothesis is perhaps the most extensively tested hypothesis in all the social sciences.”

[16] Vgl. Cootner 1962, S. 24-45, Fama 1965, S. 55-59, Fama / Blume 1966, S 226-241 und Malkiel 2007.

[17] Vgl. Lo / MacKinlay 1999.

[18] Vgl. Watson / Head 2007, S. 37.

[19] Vgl. Watson / Head 2007, S. 37, Alexander 1961, S. 7-26, Fama 1965, S. 55-59 und Fama / Blume 1966, S. 226-241.

[20] Vgl. Lo / Mamayski / Wang 2000, S. 1705-1765.

[21] Vgl. Abb. 1, S. 6.

[22] Vgl. Beechey / Gruen / Vickery 2000, S. 21-23.

[23] Vgl. Watson / Head 2007, S. 37.

[24] Vgl. Binder 1998, S. 111-137.

[25] Vgl. Watson / Head 2007, S. 37, Fama / Fisher / Jensen / et al. 1969, S. 1-21, Asquith / Mullins 1983, S. 77-96, Ball / Brown 1968, S. 159-178 und Keown / Pinkerton 1981, S. 855-869.

[26] Vgl. Watson / Head 2007, S. 38.

[27] Vgl. Seyhun 1986, S. 189-212 und Seyhun 1988, S. 1-24.

[28] Vgl. Steiner / Bruhns 1996, S. 47.

[29] Vgl. Allmers 2006, S. 15.

[30] Allmers 2006, S. 15: „Die schlechte Vorhersageleistung traditioneller Wechselkursmodelle, die nicht durch Fundamentalvariablen erklärbare Volatilität der Wechselkurse sowie die gute Approximation ihrer Bewe­gungen durch einen Zufallsprozess führten in der Vergangenheit häufig zu der Auffassung, dass sich Wech­selkurse zumindest kurzfristig unabhängig von Fundamentalwerten bewegen. Ziel des News-Ansatzes ist es, diese Vermutung zu widerlegen.”

[31] Vgl. Stadtmann 2003, S. 19.

[32] Vgl. Allmers 2006, S. 16.

[33] Vgl. Schäfer 2002, S. 168.

[34] Vgl. Schäfer 2002, S. 168.

[35] Daume 2009, S. 12: „Der nach dem Prinzip "Angebot und Nachfrage" bestimmte Preis einer Aktie spiegelt die Wahrnehmung der Aktionäre bezüglich zukünftiger Gewinnaussichten eines Unternehmens wider. Bei einer positiven Beurteilung der künftigen Entwicklung wird die Nachfrage besonders gross sein. Dies führt zu einem Kursanstieg [...]. Im Gegensatz dazu führen negative Prognosen zu einem durch sinkende Nachfra­ge verursachten Kursabfall.”

[36] Vgl. Watson / Head 2007, S. 95.

[37] Watson / Head 2007, S. 95: „The first claims settled are those of secured creditors [...] who are entitled to receive in full both unpaid interest and the outstanding capital or principal. The next claims settled are those of unsecured creditors. [...] Ordinary shareholders are not entitled to receive any of the proceeds of liquida­tion until amounts owing to creditors [...] and preference shareholders have been satisfied in full.”

[38] Schäfer 2002, S. 168.

[39] Vgl. Schäfer 2002, S. 169.

[40] Vgl. Watson / Head 2007, S. 95.

[41] Vgl. Perridon / Steiner 2002, S. 219f.

[42] Vgl. Schäfer 2002, S. 169.

Ende der Leseprobe aus 61 Seiten

Details

Titel
Die Informationseffizienz von Märkten, analysiert am Beispiel börsennotierter Fussballclubs
Hochschule
Universität Zürich  (Institut für schweizerisches Bankwesen )
Veranstaltung
Finanzmarktökonomie
Autor
Jahr
2010
Seiten
61
Katalognummer
V178214
ISBN (eBook)
9783656002635
ISBN (Buch)
9783656002727
Dateigröße
899 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
informationseffizienz, märkten, beispiel, fussballclubs
Arbeit zitieren
Mirco Eberhard (Autor:in), 2010, Die Informationseffizienz von Märkten, analysiert am Beispiel börsennotierter Fussballclubs , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178214

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