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Kinderamut und das Menschenrecht auf Bildung in Deutschland

Wird das Menschenrecht auf Bildung durch die Kinderarmut beim Übergang auf eine weiterführende Schule eingeschränkt?

Titel: Kinderamut und das Menschenrecht auf Bildung in Deutschland

Hausarbeit , 2011 , 29 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Philip J. Dingeldey (Autor:in)

Politik - Thema: Völkerrecht und Menschenrechte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Es erscheint schockierend, dass laut dem Sonderberichterstatter der UNO – Vernor Muñoz - verschiedene Studien, wie PISA belegen wollen, dass es eine hohe Verbindung zwischen sozialem Hintergrund und der Chancengleichheit auf Bildung gäbe.
So soll die Frage dieser Arbeit lauten, ob und wenn ja, wo und inwiefern das Menschenrecht auf Bildung durch Kinderarmut eingeschränkt wird. Dabei fokussiere ich mich besonders auf den Übergang von der Grund- auf eine weiterführende Schule, da dieses wegen den Übergangszahlen am besten als empirisches Beispiel fungieren kann und wohl einen der entscheidendsten Einschnitte im Schulleben eines deutschen Kindes darstellt. Soziale Bildungsun-gleichheit definiere ich hierfür nach Schlicht als „ein Konstrukt, welches die Abhängigkeit des individuellen Bildungserfolgs von der individuellen sozialen Herkunft beschreibt.“
Zur Ermittlung der Verbindung von Kinderarmut und der Verwirklichung des Menschenrechts auf Bildung, möchte ich die Arbeit folgendermaßen untergliedern: in einem ersten Teil sollen die Menschenrechtsverträge genannt werden, die das Menschenrecht auf Bildung beinhalten und die mit dem Thema in Verbindung stehenden Vorschriften oder Richtlinien, um eine allgemeine Definition und einen Kriterienkatalog zu haben. Zweitens müssen erst die Kinderarmut, ihr Ausmaß und die Ursachen beleuchtet werden, damit klar wird, womit man es zu tun hat. Drittens soll die konkrete Verbindung der Kinderarmut und der Bildung aufge-zeigt werden, indem erst erläutert wird, inwiefern das eine das andere einschränkt, danach nach politischen und institutionellen Erklärungsansätzen gesucht und eventuelle politische und politikwissenschaftliche Lösungs- und Verbesserungsvorschläge angebracht werden, zur Verwirklichung des Rechts auf Bildung in der BRD. In einem Abschlussresümee sollen die Lage zusammengefasst und mögliche Ausblicke genannt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.) Das Menschenrecht auf Bildung in Deutschland - Definition und Fragestellung

2.) Kinderarmut und das Menschenrecht auf Bildung in Deutschland

2. 1.) Deutschlands menschenrechtliche Verpflichtungen und Umsetzungen zur Bildung

2. 2.) Kinderarmut in Deutschland: Definition, Ausmaße und Erklärungen

2. 2. 1.) Definition von relativer Armut und Kinderarmut

2. 2. 2.) Ausmaße der Kinderarmut

2. 2. 3.) Erklärungen und Ursachen der Kinderarmut

2. 3.) Zusammenhänge zwischen der Kinderarmut und der Verwirklichung des Menschenrechts auf Bildung

2. 3. 1.) Befund zur bildungspolitischen Lage

2. 3. 2.) Erklärungen und Ursachen der (menschenrechtswidrigen?) Bildungsungleichheit

2. 3. 3.) Lösungsvorschläge zur Verwirklichung des Rechts auf Bildung für arme Kinder

3.) Fazit und Ausblick

4.) Tabellen

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, ob und inwieweit das Menschenrecht auf Bildung durch Kinderarmut in Deutschland eingeschränkt wird, wobei der Fokus insbesondere auf dem Übergang von der Grundschule zu weiterführenden Schulen liegt, da dieser einen entscheidenden Einschnitt im Bildungsweg darstellt.

  • Menschenrechtliche Grundlagen und Verpflichtungen zur Bildung in Deutschland
  • Definitionen, Ausmaße und Ursachen von Kinderarmut
  • Empirische Analyse der bildungspolitischen Lage und Bildungsungleichheit
  • Institutionelle und soziale Faktoren der Benachteiligung beim Schulübergang
  • Diskussion politischer Lösungsansätze zur Förderung benachteiligter Kinder

Auszug aus dem Buch

2. 3. 2.) Erklärungen und Ursachen der (menschenrechtswidrigen?) Bildungsungleichheit

Nun sollen die Ursachen für diese Bildungsungleichheit geklärt werden und so auch die Frage beantwortet werden, ob und wenn ja, wie menschenrechtswidrig das Bildungsrecht eingeschränkt wird, durch die Kinderarmut. Werden ärmere Kinder trotz gleicher Leistungen größtenteils benachteiligt oder sind sie durchschnittlich von den schulischen Leistungen einfach schlechter? Wenn sie durchschnittlich sogar schlechter sind, stellt sich menschenrechtlich die Frage, ob eine staatliche spezielle Förderung naheliegend wäre. Eine ungleiche Behandlung dagegen ist klar menschenrechtswidrig. Die Ursachen selbst sind mannigfaltig und verschiedener Natur (etwa pädagogisch, psychologisch oder individuell); ich konzentriere mich weitgehend auf die politischen und institutionellen Aspekte, erwähne aber auch in Bezug auf diese, andere soziologische und sozialpsychologische Ursprünge. Auf individuelle Fälle kann dabei nicht eingegangen werden können, wie auf pädagogische Fehlleistungen oder entsprechende, reaktionäre Mentalitäten von Lehrern, die aber sicherlich auch eine Rolle spielen.

Ein großer, institutioneller und wichtiger Grund ist der Entscheidungszwang für einen weiterführenden Schultyp, nach dem vierten Schuljahr. Das ist ein im internationalen Vergleich recht kurze Zeitspanne des gemeinsamen Lernens. Diese Ursache trifft nämlich gleich ein ganzes Bündel von Nerven, die mit dem Problem in Zusammenhang stehen. Daher soll anhand dieser frühen Entscheidung, dieser institutionellen Ursache eine Reihe weiterer sozialer Ursachen erläutert werden. Zunächst reicht diese Zeitspanne nämlich nicht aus, um eine Bildungsungleichheit – bedingt von der elterlichen Erziehung – schulisch auszugleichen und die geistigen Ressourcen zu fördern, damit die Kinder die Möglichkeit haben, ihre Intelligenz vollends zu entfalten. Spezifische Schichtunterschiede machen nämlich auch Erziehungsunterschiede und eine andere Sozialisation aus, die sich direkt in den schulischen und diskursiven Leistungen (Schöning 2007: 130), den kognitiven Fähigkeiten und sprachlichen und sozialen Kompetenzen niederschlagen, kurz, dem inkorporiertem Kulturkapital (Schlicht 2011: 42).

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Das Menschenrecht auf Bildung in Deutschland - Definition und Fragestellung: Das Kapitel führt in die menschenrechtliche Bedeutung der Bildung ein und begründet die Forschungsfrage nach den Auswirkungen von Kinderarmut auf den Schulübergang.

2.) Kinderarmut und das Menschenrecht auf Bildung in Deutschland: Hier werden die rechtlichen Verpflichtungen der Bundesrepublik sowie die Definitionen und Ausmaße von Kinderarmut dargelegt.

2. 1.) Deutschlands menschenrechtliche Verpflichtungen und Umsetzungen zur Bildung: Dieses Kapitel erläutert die relevanten internationalen Abkommen und die föderale Struktur der Bildungspolitik in Deutschland.

2. 2.) Kinderarmut in Deutschland: Definition, Ausmaße und Erklärungen: Hier erfolgt eine statistische und begriffliche Aufarbeitung des Armutsbegriffs sowie eine Darstellung des Trends der Kinderarmut.

2. 2. 1.) Definition von relativer Armut und Kinderarmut: Definition von Armut unter besonderer Berücksichtigung des Einkommensbegriffs und der OECD-Standards.

2. 2. 2.) Ausmaße der Kinderarmut: Analyse der statistischen Verbreitung von Kinderarmut anhand verschiedener Berichte und Quellen.

2. 2. 3.) Erklärungen und Ursachen der Kinderarmut: Überblick über gesamtgesellschaftliche Ursachen wie Arbeitslosigkeit und schwierige Familienkonstellationen.

2. 3.) Zusammenhänge zwischen der Kinderarmut und der Verwirklichung des Menschenrechts auf Bildung: Einleitung in die dreigeteilte Analyse des Zusammenhangs zwischen Armut und Bildungschancen.

2. 3. 1.) Befund zur bildungspolitischen Lage: Darstellung der hohen Korrelation zwischen sozialer Herkunft und Schulerfolg in Deutschland trotz politischer Fördermaßnahmen.

2. 3. 2.) Erklärungen und Ursachen der (menschenrechtswidrigen?) Bildungsungleichheit: Analyse institutioneller Barrieren, insbesondere der frühen Selektion nach der vierten Klasse.

2. 3. 3.) Lösungsvorschläge zur Verwirklichung des Rechts auf Bildung für arme Kinder: Diskussion politischer Ansätze wie Ganztagsschulen, Reformen des Bildungswesens und gezielte Förderung.

3.) Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse und Einschätzung der Möglichkeiten für bildungspolitische Reformen in Deutschland.

4.) Tabellen: Zusammenstellung von Übersichtsgrafiken zum gegliederten Schulsystem und zur Rechtslage in den Bundesländern.

Schlüsselwörter

Kinderarmut, Menschenrecht auf Bildung, Bildungsungleichheit, Schulübergang, Sozialer Hintergrund, Chancengleichheit, Grundgesetz, Sozialpakt, Frühkindliche Bildung, Selektion, Institutionelle Barrieren, Armutsprävention, Bildungssystem, Bildungsförderung, Sozioökonomischer Status.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen Kinderarmut in Deutschland und der Verwirklichung des Menschenrechts auf Bildung, wobei der Fokus auf dem kritischen Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die rechtlichen Grundlagen des Bildungsrechts, die sozioökonomischen Bedingungen von Kinderarmut sowie die strukturellen Ursachen der Bildungsbenachteiligung im deutschen föderalen Schulsystem.

Welches Ziel verfolgt der Autor mit dieser Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist es zu analysieren, ob die festgestellte Bildungsungleichheit aufgrund sozialer Herkunft menschenrechtswidrig ist und welche politischen Handlungsoptionen bestehen, um diese Barrieren abzubauen.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde in dieser Arbeit angewendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Studien, Berichte (wie PISA) und menschenrechtlicher Verträge, um ein theoretisches und empirisches Bild der Problematik zu zeichnen.

Was wird im umfangreichen Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die menschenrechtlichen Verpflichtungen der BRD analysiert, anschließend Ursachen und Ausmaße der Kinderarmut beleuchtet und schließlich die institutionellen Mechanismen der Bildungsungleichheit, wie die frühe Selektion, diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Kinderarmut, Bildungsungleichheit, Chancengleichheit, Menschenrecht auf Bildung und frühe Selektion in der Schullaufbahn geprägt.

Warum wird der Übergang nach der vierten Klasse als besonders problematisch hervorgehoben?

Der Autor argumentiert, dass die kurze Zeitspanne des gemeinsamen Lernens in der Grundschule in Deutschland im internationalen Vergleich zu gering ist, um soziale Startnachteile auszugleichen, bevor eine weichenstellende Selektion erfolgt.

Inwiefern beeinflussen Extrakosten das Recht auf Bildung?

Der Autor stellt fest, dass durch Kosten für Nachhilfe, Klassenreisen und sonstige schulische Ausgaben eine faktische Barriere entsteht, die arme Familien benachteiligt und somit das Ziel der unentgeltlichen Bildung untergräbt.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kinderamut und das Menschenrecht auf Bildung in Deutschland
Untertitel
Wird das Menschenrecht auf Bildung durch die Kinderarmut beim Übergang auf eine weiterführende Schule eingeschränkt?
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Lehrstuhl für Menschenrechte und Menschenrechtspolitik)
Veranstaltung
Menschenrechtspolitik in Deutschland
Note
1,0
Autor
Philip J. Dingeldey (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
29
Katalognummer
V178318
ISBN (eBook)
9783656002895
ISBN (Buch)
9783656003052
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Politische Systeme Menschenrechte Bildung Politikwissenschaft Soziale Ungleichheit Deutschland Menschenrechtspolitik Wirtschaftliche und soziale Rechte Armut Kinderarmut Soziale Ungerechtigkeit Bundesregierung Exklusion Föderalismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Philip J. Dingeldey (Autor:in), 2011, Kinderamut und das Menschenrecht auf Bildung in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178318
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  29  Seiten
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