Hugo Chávez in den spanischen Printmedien. Analyse und Interpretation


Diplomarbeit, 2011
98 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Forschungsvorhaben

2. Untersuchungsmethodik
2.1 Das Instrument der Inhaltsanalyse
2.2 Untersuchungsmethode

3. Ergebnisse der Untersuchung
3.1 Allgemeine Häufigkeiten
3.2 Ressortverteilung
3.3 Journalistische Darstellungsform
3.4 Themen
3.5 Bezug zu Spanien
3.6 Wann wurde über Hugo Chávez am häufigsten berichtet?
3.6.1 Jahresstichprobe 2000: Neuwahlen und internationale Ölpolitik
3.6.2 Jahresstichprobe 2001: Vladimiro Montesinos und Produktionssenkung der OPEC
3.6.3 Jahresstichprobe 2002: Putsch, Generalstreik und BBVA Affäre
3.6.4 Jahresstichprobe 2003: Generalstreik und Referendum
3.6.5 Jahresstichprobe 2004: Abwahl-Referendum und Moratinos diplomatische Krise
3.6.6 Jahresstichprobe 2005: Zapateros Außenpolitik
3.6.7 Jahresstichprobe 2006
3.6.8 Jahresstichprobe 2007: Chávez als Vermittler und «¿Por qué no te callas?»
3.6.9 Jahresstichprobe 2008: Diplomatische Krise mit Kolumbien
3.6.10 Jahresstichprobe 2009
3.6.11 Jahresstichprobe 2010: „Crisis Etarra“
3.7 Vergleich der Artikelhäufigkeiten im Zeitverlauf
3.8 Hugo Chávez Darstellung in der spanischen Presse
3.8.1 Außenpolitisches Handeln von Hugo Chávez
3.8.2 Chávez als Demokrat oder Diktator?
3.8.3 Hugo Chávez Ölpolitik
3.8.4 Hugo Chávez Umgang in den Medien
3.8.5 Milizen und Agrarreform
3.8.6 Andere Themen
3.8.7 Darstellung von Chávez ohne thematische Differenzierung

4. Interpretation der Ergebnisse
4.1 Wie wird Hugo Chávez durch sein außenpolitisches Handeln bewertet?
4.2 Wird Hugo Chávez als Demokrat oder Diktator dargestellt?
4.3 Wie wird Hugo Chávez durch seine Ölpolitik dargestellt?
4.4 Wie wird Hugo Chávez durch seinen Umgang in den Medien dargestellt?
4.5 Wie wird Hugo Chávez durch andere Themen in der Berichterstattung dargestellt?
4.6 Wie ist die allgemeine Darstellung von Hugo Chávez in der spanischen Presse?

5. Autorenbefragung

6. Fazit

Anhänge
Anhang 1: Codebuch
Anhang 2: Befragungsbögen

Bibliographie

Erklärung

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Ressortverteilung im Vergleich

Abbildung 2: Journalistische Darstellungsform

Abbildung 3: Artikelhäufigkeiten der Jahresstichproben

Abbildung 4: Aussagenhäufigkeit der Kategorie Außenpolitisches Handel

Abbildung 5: Aussagenhäufigkeit der Kategorie Demokrat oder Diktator?

Abbildung 6: Aussagenhäufigkeit der Kategorie Öl

Abbildung 7:Aussagenhäufigkeit der Kategorie Medien

Abbildung 8: Aussagenhäufigkeit der Kategorien Milizen und Agrarreform

Abbildung 9: Aussagenhäufigkeit der Kategorie Andere Themen

Abbildung 10: Artikelhäufigkeit der Kategorie Darstellung nach Beitrag

Abbildung 11: Beitrags- und Aussagencodierung im Vergleich

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Am häufigsten untersuchte Autoren

Tabelle 2: Chávez in der spanischen Presse, bewertet durch die befragten Autoren

Tabelle 3: Codierungsergebnisse der befragten Autoren

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Hugo Rafael Chávez Frías ist seit langem einer der weltbekanntesten politischen Persönlichkeiten Lateinamerikas. Kein anderer lateinamerikanischer Präsident war in den letzten zehn Jahren in den Berichten der europäischen Presse präsenter als der Venezolaner. Sein deutscher Biograf Christoph Twickel beschreibt die Berichterstattung der internationalen Medien über den venezolanischen Präsidenten als „fast ausnahmslos befremdet, besorgt, belustigt, abschätzig und sogar unschlüssig“.[1] So sehen die meisten Menschen in Europa in Chávez nichts weiter als einen verrückten Diktator. Als Anlass für die vorliegende Forschungsarbeit gilt die negative Wahrnehmung von Hugo Chávez. Diese scheint im Zusammen mit seiner Darstellung in den Medien zu stehen.

Im Zeitalter der Globalisierung können wir Nachrichten aus aller Welt schneller als je zuvor empfangen. Jedoch haben wir selten die Ereignisse in der aktuellen Berichterstattung selbst erlebt. Nur Themen und Ereignisse aus dem eigenen Land oder Kulturkreis können wir wegen dem vorhandenen Hintergrundwissen oder unseren Erfahrungen gut verstehen und nachvollziehen. Bei Berichterstattungen aus anderen Ländern oder Kulturen erschwert sich das Verständnis der berichteten Sachverhalte beträchtlich. So sind Mediennutzer bei Auslandsberichterstattungen abhängiger von Medieninformationen, als in der Berichterstattung aus dem Inland.[2] Dies deutet darauf hin, dass nur wenige Menschen in Europa einen direkten Bezug zu Venezuela oder dessen Präsidenten besitzen und die Wahrnehmung von Hugo Chávez durch Informationen aus den Medien geprägt wird.

Die vorliegende Untersuchung bedient sich des Instruments einer Medieninhaltsanalyse, um die Darstellung von Hugo Chávez in ausgewählten Printmedien zu beobachten. Aufgrund von sprachlichen Möglichkeiten wurden für die Analyse Tageszeitungen aus Spanien, Deutschland und des Vereinigten Königreichs (UK) untersucht. Zugunsten der Qualität der Untersuchung und um detaillierte Ergebnisse zur erlagen wurde die Analyse auf die spanische Presse beschränkt. Für die Wahl der geografischen Medienlandschaft wurden verschiedene Kriterien in Betracht gezogen. Durch Studien zur Nachrichtengeografie kann herausgefunden werden, mit welcher Häufigkeit und über welche Länder sich die Auslandsberichterstattung eines Landes beschäftigt. Der Grad der Intensität in der Berichterstattung definiert das Interesse der Medien an einer Region. Es wird zwischen Nachrichtenzentren, Nachrichtennachbarn, thematischen Nachrichtennachbarn und Nachrichtenperipherie unterschieden.[3] In Deutschland machen Beiträge über Lateinamerika höchstens vier Prozent der deutschen Auslandsberichterstattung aus.[4] Demnach tauchen Berichte über Venezuela in der deutschen Berichterstattung nur punktuell auf. Meistens beschäftigen sich diese mit Katastrophen, Skandalen oder kriegsähnlichen Konflikten.[5] Auch wenn für Spanien und der UK keine ähnlichen Studien vorlagen konnte festgestellt werden, dass (von Mai 2000 bis Mai 2010) in Spanien vier bis fünf Mal häufiger über Chávez berichtet wurde, als in Deutschland oder der UK.[6] Neben der eindeutig höheren Berichterstattung wurde die spanische Medienlandschaft auch wegen der historischen und kulturellen Nähe zu Venezuela als Untersuchungsgegenstand für die Forschungsarbeit gewählt. Empirische Studien legen nahe, dass die Auslandberichterstattung eines Landes einer ethnozentristischen Sichtweise unterstellt ist. So konzentriert sich die Berichterstattung hauptsächlich auf Länder, die dem Herkunftsland in kultureller und geographischer Weise nahe sind. Nachrichten aus anderen Ländern erreichen den Leser hauptsächlich, wenn dieser mit deren Inhalt in gewisser Weise vertraut ist.[7]

Für die Analyse wurden die als Leitmedien geltenden Zeitungen El País, El Mundo und ABC als Untersuchungsmaterial ausgewählt. Diese gelten als die überregionalen Tageszeitungen mit den größten Auflagen und höchsten Reichweiten des Landes. Es ist davon auszugehen, dass die ausgewählten Zeitungen die größte Agenda Setting Funktion im eigenen Land besitzen und innerhalb Europas als Leitmedien für lateinamerikanische Nachrichten gelten.[8]

1.1 Forschungsvorhaben

Durch das Instrument der Inhaltsanalyse soll im Rahmen der vorliegenden Arbeit die Berichterstattung über Hugo Chávez in der spanischen Presse untersucht werden. Im Vordergrund der Analyse steht die Untersuchung der Darstellung des Präsidenten in den ausgewählten Medien. Neben einer deskriptiven Analyse der Berichterstattung, soll eine Chronik der am häufigsten behandelten Ereignisse erstellt werden. Anhand dessen soll die Darstellung des Venezolaners analysiert werden. Jedoch verfolgt die Untersuchung sowohl einen deskriptiven als auch einen diagnostischen Ansatz. So soll mit Hilfe von analyseexternen Daten etwas über die Entstehungsbedingungen der untersuchten Medieninhalte in Erfahrung gebracht werden. Durch die Befragung der häufigsten Autoren der Untersuchung sollen Erkenntnisse gewonnen werden, die Entscheidungen, Prozesse und Einflüsse bei der Redaktion und Publikation der Medieninhalte erklären sollen.[9] Aufgrund der zum Thema fehlenden Forschungen erhält diese Studie einen explorativen Charakter. Der Untersuchungszeitraum der Analyse beträgt zehn Jahre (von Mai 2000 bis Mai 2010). Ausgehend von dem soeben beschriebenen Forschungsvorhaben sollen durch die vorliegende Untersuchung folgende Forschungsfragen beantwortet werden:

1. Wann wurde über Hugo Chávez am häufigsten berichtet?

Durch die erste Forschungsfrage soll herausgefunden werden, über welche Ereignisse am häufigsten berichtet wurde und ob diese Auslöser für eine auffallend intensive Berichterstattung über den venezolanischen Präsidenten waren.

2. In welchen Ressorts wird über Hugo Chávez berichtet?

Diese Forschungsfrage zielt darauf hin, die Ressortverteilung in der Berichterstattung über Chávez festzulegen. Die Ressortangehörigkeit weist auf die in den Artikeln behandelte Thematik hin.

3. Über welche Themen wird im Zusammenhang mit Hugo Chávez berichtet?

Ziel der Forschungsfrage ist, die Häufigkeit der wichtigsten Themen in der Berichterstattung üben den venezolanischen Präsidenten festzustellen.

4. Finden sich in der Berichterstattung über Chávez Artikel mit einem Bezug zu Spanien und wenn ja welcher Art?

Durch diese Forschungsfrage soll herausgefunden werden, welche Rolle ein Bezug zu Spanien in der Berichterstattung spielt und ob dieser den Entstehungsprozess der Medieninhalte beeinflusst hat.

5. Wie wird Hugo Chávez in der spanischen Presse dargestellt?

Neben einer allgemeinen Beantwortung dieser Forschungsfrage, soll die Darstellung des venezolanischen Präsidenten in der spanischen Presse durch weitere, konkretere Fragen differenziert untersucht werden.

6. Wie wird Hugo Chávez durch sein außenpolitisches Handeln bewertet?

7. Wie wird Hugo Chávez durch seine Ölpolitik dargestellt?

8. Wird Hugo Chávez als Demokrat oder Diktator dargestellt?

9. Wie wird Hugo Chávez durch seinen Umgang in den Medien dargestellt?

10. Wie wird Hugo Chávez im Zusammenhang mit der Agrarreform in Venezuela dargestellt?

11. Wie wird Hugo Chávez im Zusammenhang mit den Milizen in Venezuela dargestellt?

12. Wie wird Hugo Chávez durch andere Themen in der Berichterstattung dargestellt?

Fragen 6 bis 12 beabsichtigen eine detaillierte Untersuchung der Darstellung von Hugo Chávez in der spanischen Presse. Hier muss klargestellt werden, dass die Beantwortung der Forschungsfragen nur die Darstellung der Person Chávez in den untersuchten Medien bewerten, nicht die Person oder seine Handlungen. Beispielsweise kann durch die Beantwortung der 8. Frage festgestellt werden, ob Chávez als undemokratischer Präsident dargestellt wird, jedoch nicht ob dieser undemokratisch handelt.

13. Wird Hugo Chávez in Artikeln mit unterschiedlicher Stilform anders dargestellt?

Durch die Analyse der journalistischen Darstellungsformen soll festgestellt werden, ob Chávez etwa bei tatsachenbetonten Artikeln, Meinungsartikeln oder interpretierenden Artikeln unterschiedlich dargestellt wird.

Nach der Fertigstellung der eigentlichen Inhaltsanalyse soll die Befragung der am häufigsten untersuchten Autoren Erkenntnisse über die Entstehungsbedingungen der untersuchten Medieninhalte liefern. Die Autoren sollen neben ihrer eigenen Meinung zu Chávez, auch zu den redaktionellen Entstehungsprozessen der Medieninhalte befragt werden.

Auch wenn die Arbeit einen explorativen Charakter besitzt und keine Hypothesen zur Prüfung bestehen, implizieren die ausgewählten Forschungsfragen verschiedene Vermutungen. So wird angenommen, dass

- am häufigsten im Zusammenhang mit außenpolitischen Themen über Hugo Chávez berichtet wird.
- dabei sehr häufig über seine Ölpolitik berichtet wird.
- häufig ein Bezug zu Spanien gesucht wird.
- über innenpolitische Themen nur berichtet wird, wenn vorprogrammierte Ereignisse, wie Referenden, anstehen oder politische Unruhen das Land erschüttern.
- Chávez als undemokratischer Regierungschef dargestellt wird.

Die folgende Forschungsarbeit soll durch das Instrument der Inhaltsanalyse die Darstellung von Hugo Chávez untersuchen, sowie die dargestellten Forschungsfragen beantworten.

2. Untersuchungsmethodik

2.1 Das Instrument der Inhaltsanalyse

Das von Werner Früh publizierte Lehrbuch mit dem Namen „Inhaltsanalyse“, gilt als eines der verbreitetsten Werke in der deutschsprachigen Publizistikwissenschaft.[10] Darin definiert Früh das Instrument der Inhaltsanalyse als „eine empirische Methode zur systematischen intersubjektiv nachvollziehbaren Beschreibung inhaltlicher und formaler Merkmale von Mitteilungen, meist mit dem Ziel einer darauf gestützten interpretativen Inferenz auf mitteilungsextreme Sachverhalte“.[11] Die Inhaltsanalyse ist eine aus dem Bereich der Kommunikations- und Medienwissenschaft stammende Methode.[12] Werner Früh sieht in der Inhaltsanalyse ein Instrument, mit dem mediale Inhalte durch eine strukturierte Untersuchung beschrieben werden können. Prognostische und diagnostische Ansätze gehören somit nicht zur eigentlichen Inhaltsanalyse. Jedoch führt man eine Inhaltsanalyse meist mit dem Ziel, Inferenzschlüsse von dieser abzuleiten. Dieses Ziel wird durch die Interpretation der inhaltsanalytischen Ergebnisse verfolgt.[13] Um die Validität der gewonnenen Schlussfolgerungen zu gewährleisten, sind aber neben der Inhaltsanalyse weitere, externe Informationen erforderlich. Vor allem eine durch weitere, empirische Daten gestützte Argumentation kann die Gültigkeit einer Schlussfolgerung belegen.[14]

Für die Durchführung und Vereinfachung der Inhaltsanalyse werden anhand der festgelegten Forschungsfragen Kategorien gebildet, in denen die zu untersuchenden Medieninhalte gefiltert werden. Das gebildete Kategoriensystem ermöglicht die gewonnen Daten mit den verschiedenen Forschungsvorhaben der Analyse einfach zu verbinden. Die entstandenen Daten verbinden das kognitive Realitätsmodell (Forschungsfragen, Thesen) und die Realität (Medieninhalte).[15]

Um die Intersubjektivität einer Inhaltsanalyse zu gewährleisten, muss diese systematisch organisiert werden. So verlangt die Untersuchung von medialen Inhalten eine konsequente und strukturierte Durchführung des Forschungsvorhabens. Demnach muss der Codierungsvorgang von Medieninhalten durch strikte Regeln definiert werden. Die sogenannten Codierregeln legen fest, wie die einzelnen Kategorien definiert sind und wie Medieninhalte diesen zugeordnet werden sollen. Außerdem ermöglicht die Offenlegung der Codierregeln durch ein Codebuch, die Intersubjektivität der Analyse durch andere Forscher zu prüfen.[16]

Auch wichtig für eine Inhaltsanalyse sind die Reliabilitäts- und Validitätskriterien. Die durch eine Analyse gewonnenen Ergebnisse sollen zuverlässig sein, die daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen Gültigkeit besitzen. Durch einen sogenannten Reliabilitätstest kann die Qualität der durchgeführten Messung (Codierung) festgestellt werden. Geprüft wird vor allem, ob die im Codebuch festgelegten Regeln für die Analyse nützlich waren und ob diese sorgfältig angewandt wurden. Schwieriger durchzuführen ist hingegen eine Validitätsprüfung der Analyse. Während der gesamten Untersuchung soll der inhaltsanalytische Qualitätsstandard der Analyse geprüft werden. Die Validität sagt aus, ob die (durch die angewandte Methode) gewonnenen Daten die Forschungsfragen der Analyse beantworten können. So muss etwa bei der Auswahl des Untersuchungsmaterials festgelegt werden, ob die Stichprobe für die Gesamtheit der Artikel (Grundgesamtheit) repräsentativ ist. Auch das entwickelte Kategoriensystem und dessen festgelegte Codierregeln müssen das Forschungsvorhaben der Untersuchung widerspiegeln. Besonders die Interpretation der Untersuchungsergebnisse muss im Rahmen der Untersuchungsabsichten bleiben. Reliabilität und Validität stehen in einer engen Beziehung zu einander, so ist die Reliabilität eine erforderliche Bedingung für die Sicherung der Validität. Jedoch garantiert die alleinige Ausführung von Reliabilitätsprüfungen nicht die Validität der Analyse.[17] Um die Gültigkeit der Arbeit zu gewährleisten ist es wichtig, dass der Validitätsgedanke den gesamten Forschungsprozess begleitet. Die Gültigkeit der Untersuchung muss also immer im Vordergrund stehen.[18]

Im Zeitalter der Digitalisierung sind die Vorzüge der digitalen Datenbanken nicht mehr wegzudenken. Die automatisierte Filterung von Medieninhalten und die Suche von Stichworten beispielsweise, verkürzt die Codierungszeit und vereinfacht die Durchführung der Analyse. Jedoch wird die Analyse von Medieninhalten nicht ausschließlich dem Computer überlassen. Es wurden bereits Programme entwickelt die mit Hilfe von Wörterbüchern und Algorithmen die Kategorisierung und Codierung einer Analyse übernehmen können. Jedoch sind die Codierprogramme noch nicht so ausgereift, dass sie das menschliche Sprachverständnis eines Codierers ersetzen können. Auch wenn die Methoden der CUI (Computer gestützten Inhaltsanalyse) in den letzten Jahren beachtliche Fortschritte erzielt haben, kann eine Codiersoftware letztlich nur Wörter oder Wortbestanteile zählen. So bleibt die Validität einer reinen CUI eher eingeschränkt. Traditionell geführte Inhaltsanalysen werden heutzutage immer seltener rein manuell geführt und immer mehr durch Computer gesteuerte Abläufe unterstützt. Dennoch werden von Menschen manuell durchgeführte Analyseschritte bevorzugt.[19]

2.2 Untersuchungsmethode

Für die Analyse der Berichterstattung über Hugo Chávez in der spanischen Presse wurden die drei überregionalen Tageszeitungen mit der größten Auflage des Landes in Betracht genommen. Ausgewählt wurden die Qualitätszeitungen El País, El Mundo und ABC. Grund für diese Wahl ist die stark ausgeprägte Auslandsberichterstattung in überregionalen Zeitungen, an die sich die regionale Presse orientiert. Überregionale Blätter werden deshalb häufig als Qualitätszeitungen oder Leitmedien bezeichnet und repräsentativ für die gesamte Berichterstattung eines Landes angesehen. In Deutschland werden beispielsweise für die Analyse der politischen Berichterstattung in Tageszeitungen häufig die Qualitätszeitungen Frankfurter Rundschau, Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, und Die Welt berücksichtigt.[20]

Wie die meisten überregionalen Zeitungen in Spanien, erscheinen die für die Analyse ausgewählten Zeitungen in Madrid. Im internationalen Vergleich befindet sich El País unter den zwanzig wichtigsten Tageszeitungen der Welt und ist zurzeit das im Ausland bekannteste spanische Blatt. Das 1976 unmittelbar nach Francos Tod gegründete Blatt gilt als Symbol für Spaniens Übergang zur Demokratie.[21] Als die der sozialistisch Linken nahe stehendste Zeitung Spaniens, trug El País 1982 zur Übernahme der Regierung durch die Sozialdemokratische Partei PSOE[22] bei.[23] El País gehört zur spanischen Mediengruppe PRISA. Die 1989 gegründete Zeitung El Mundo ist die zweitgrößte Tageszeitung Spaniens und gehört zu der italienischen Mediengruppe RCS Media Group.[24] El Mundo verfolgte eine gegen die bis 1996 regierende PSOE gerichtete Informationsstrategie, die wirtschaftlich für die Zeitung und politisch mit dem Regierungswechsel erfolgreich war.[25] Das konservativ orientierte und dem Partido Popular (PP)[26] nahe stehende Blatt ABC, ist eine der ältesten Tageszeitungen Spaniens. Neben der regionalen Zeitung La vanguardia de cataluña (1881), existiert die Zeitung ABC (1905) bereits vor der spanischen Transición[27] zur Demokratie und sogar vor dem Franco-Regime.[28] ABC gehört zu der Mediengruppe Vocento und ist Teil der European Dailies Alliance. Die 2001 gegründete Allianz beabsichtigt die Zusammenarbeit und Ergänzung der internationalen Berichterstattung durch die Mitglieder. Zu den Mitgliedern der Allianz gehören die Qualitätszeitungen Die Welt, Le Figaro, The Daily Telegraph und ABC.[29]

Mit über 490.000 verkauften Exemplaren ist El País die Tagezeitung mit der größten Auflage Spaniens. An zweiter und dritter Stelle stehen El Mundo und ABC mit über 390.000 bzw. rund 330.000 pro Tag verkauften Exemplaren. Es folgen die für die Untersuchung nicht berücksichtigten Tageszeitungen El Periodico und La Razon. Diese besitzen eine Auflage von rund 170.000 bzw. 160.000 Exemplaren.[30] Mit 1,92 Mio. Lesern pro Ausgabe ist El País nach der Sportzeitung La Marca (2,88 Mio. Leser), die Tageszeitung mit der zweithöchsten Reichweite in Spanien. Dies entspricht 4,8 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren. El Mundo erreicht 1,2 Mio.(3,2%) und ABC 0,75 Mio. (1,9%) Leser.[31]

Als Analyseeinheit wurde jeder Artikel definiert, der in den für die Untersuchung ausgewählten Medien über Hugo Chávez berichtete.

Um die für die Untersuchung relevanten Artikel von der breiten Masse an Artikel in den zu untersuchenden Zeitungen zu unterscheiden, wurde für das Suchfeld der benutzten Datenbanken und Onlinearchiven die Suchwortsyntax: Chavez ODER Chávez angewendet. Als Quellen dienten die Datenbank LexisNexis[32], die medieneigene Datenbank der Zeitung El Mundo Namens ORBYT[33] und das Onlinearchiv der Zeitungen ABC[34]. Die Anwendung der genannten Suchwortsyntax gewährleistete die Filterung von Artikeln in dessen Text der Name Chávez benutzt wurde. Da der Nachname des venezolanischen Präsidenten kein gewöhnlicher Name in der spanischen Presse ist, ermöglichte die Syntax eine personbezogene Inhaltsanalyse. Dennoch ist bei einer computergestützten Abfrage notwendig, die Relevanz des Untersuchungsmaterials manuell durch einen menschlich-kognitiven Zusatzaufwand zu überprüfen. Nur selten waren während der Untersuchung Artikel zu finden, in denen mit dem Namen Chávez eine andere Person gemeint war.[35] Solche Beiträge wurden aussortiert und durch andere ersetzt.

Da die Berichterstattung über Hugo Chávez im Gegensatz zu nationalen Themen übersichtlicher war, konnte für die Inhaltsanalyse ein Untersuchungszeitraum von zehn Jahren festgelegt werden (von Mai 2000 bis Mai 2010). Der lange Untersuchungszeitraum sollte eine Beschreibung der Berichterstattung anhand der Ereignisse mit der höchsten Artikelhäufigkeit, sowie ein Protokoll der wichtigsten Geschehnisse ermöglichen. Wie für die meisten Inhaltsanalysen wurde bei dieser Untersuchung auch eine Stichprobe gezogen. Da die computergestützte Abfrage von Datenbanken die Aufstellung aller relevanten Artikel ermöglichte, war es möglich eine Stichprobe durch eine Zufallsauswahl zu ziehen. Um ähnlich viele Artikel für alle Zeitungen zu codieren, wurde für El País jeder zehnte, für El Mundo jeder achte und für ABC jeder elfte Artikel für die Stichprobe ausgewählt.[36] Die Grundgesamtheit beinhaltet ca. 15.380 Artikel (El País: 6.000 / El Mundo 3.480 / ABC 5.900). Um die Ergebnisse besser darzustellen, wurde die Stichprobe virtuell nach Jahren geteilt. Für die Untersuchung wurden alle Artikel erfasst, die Aussagen über Hugo Chávez beinhalten. Als nächstes wurde die Operationalisierung der Forschungsfragen in messbaren Einheiten vorgenommen. Durch die Operationalisierung wird die Fragestellung zu einem konkreten Untersuchungsvorgang umgeformt. Dies ermöglicht die Ergebnisse in einem Kategoriensystem einzuordnen und sie messbar bzw. codierbar zu machen.[37]

Da die Arbeit einen explorativen Charakter besitzt, erfolgte die Bildung des Kategoriensystems induktiv durch die Sichtung des Untersuchungsmaterials. Eine Ausnahme bilden jedoch die deduktiven Forschungsfragen zu Chávez Darstellung im Zusammenhang mit der Agrarreform und die Milizen in Venezuela. Die ergänzende Fragestellung wurde gestellt um die Vermutung zu belegen, dass wenig über die Themen berichtet wird.

Um Fragestellung und Forschungsvorhaben zu konkretisieren, wurde eine Probecodierung bei 140 Artikeln durchgeführt. Dies entspricht 40 bis 50 Artikel pro Zeitung. Die untersuchten Medieninhalte lieferten mögliche Forschungsfragen für die Untersuchung. Für die Untersuchung der festgelegten Fragestellung wurden Kategorien erstellt, sowie Codierregeln formuliert und in einem Codebuch zusammengefasst. Dies ermöglichte die systematische Durchführung der Analyse. Während der Codierung wurden regelmäßig Testcodierungen durchgeführt, um dabei die Fragestellung zu konkretisieren. Dreizehn Forschungsfragen konnten nach der Probecodierung festgelegt werden.[38]

Um die Forschungsfragen nach der Tendenz der Darstellung von Chávez in den spanischen Medien zu beantworten, sollten die in den relevanten Artikeln getroffenen Aussagen über den venezolanischen Präsidenten bewertet werden. Dabei sollte eingeschätzt werden, ob die Aussagen die Darstellung des Venezolaners in der Presse positiv oder negativ beeinflussen. Da nach der Probecodierung festgestellt wurde, dass nicht alle Aussagen eindeutig als „positiv“ oder „negativ“ bewertet werden konnten erwies es sich als unzureichend, die Untersuchung über Chávez Darstellung in dichotome Kategorien zu unterteilen. Deswegen wurde eine Klassifizierung in den Dimensionen „eindeutig positiv/ eindeutig negativ“ und „eher positiv/ eher negativ“ entwickelt. Außerdem wurde noch die Bewertungsstufe „neutral“ vergeben, da sich viele Aussagen ausgewogen bzw. neutral auf die Darstellung des Präsidenten auswirken.[39]

Letzteres musste noch entschieden werden, welche Analyseeinheit untersucht werden sollte. Vor einer Inhaltsanalyse stellt sich die Frage, ob eine Aussagen- oder Beitragscodierung durchgeführt werden soll. Es geht darum festzustellen, welche Elemente einer Botschaft miteinander verglichen werden sollen. Für die detaillierte Untersuchung von Chávez Darstellung wurde eine Codierung auf der Aussagenebene durchgeführt. Für die allgemeine Untersuchung der Darstellung von Hugo Chávez wurde eine Codierung auf der Beitragebene durchgeführt. Diese Methode ermöglicht abgeschlossene Untersuchungseinheiten miteinander zu vergleichen.[40]

Auch wenn die Fachliteratur bei der Durchführung einer Inhaltsanalyse die Arbeit von mehreren Codierern empfiehlt, ist bei Abschlussarbeiten im Normalfall nur ein Forscher und Codierer für die Untersuchung tätig. Dies hat den Vorteilt, dass der Codierer genauer und feinfühliger mit den selbst erstellten Codierregeln und Kategorien arbeiten kann. Eine Codiererschulung ist demnach nicht mehr notwendig. Dennoch wurden bei der Codierung in regelmäßigen Abständen Reliabilitättests durchgeführt. Dabei wurden Beiträge zufällig ausgesucht, um diese erneut zu codieren.[41] Durch die Prüfung sollte festgestellt werden, ob ein und derselbe Codierer im Zeitverlauf einheitlich codiert (Intracoderreliabilität). Dabei soll der Wert der sogenannten Reliabilitätskoeffizients errechnet werden. Die Zahl der übereinstimmenden Codierungen wird durch die Zahl aller Codierungen geteilt. Abweichungen bei der Codierung der Tendenz der Darstellung von Personen sind der Normalfall. Im Laufe der Analyse wurde die Intracoderreliabilität drei Mal für alle thematischen Kategorien errechnet. Bei allen Prüfungen lagen die Reliabilitätskoeffiziente der verschiedenen Kategorien zwischen .78 und .91, dies bedeutet eine Übereinstimmung zwischen 78 und 91 Prozent. Dies sind für eine Tendenzcodierung gute bis sehr gute Reliabilitätswerte.[42]

3. Ergebnisse der Untersuchung

Um dem Leser einenEinblick indiegewonnenenDaten zu verschaffen,werdenmittels deskriptiver Statistik indemfolgendenKapitel die absoluten und relativen Häufigkeiten(z.B.Aussagen bzw. Aussagenanteile)derBerichterstattungdargestellt.Neben derAuflistung von Häufigkeiten wurdeinder Berichterstattung nach äquivalenten historischen Ereignissen gesucht,die dasAuftreten von auffälligen Ergebnissen erklärensollen[43] (siehe Teilkapitel 3.6und 3.7). Dies ermöglichte ein Protokollder wichtigsten Ereignisse inder Berichterstattung zu erstellen,dasals Leitfaden für einespätere Interpretation der Ergebnisse dienen soll. Die in diesem Kapitel ausgeführten Daten sollten im Falle einerErkundungsstudieausreichendsein.

3.1Allgemeine Häufigkeiten

Für die Analyse wurde eine Stichprobe mit insgesamt 1.569 Artikel codiert.Davon wurden 594Artikel(dies entspricht 38% aller untersuchten Artikel)fürEl País,435 (28%) für El Mundo und 540 (34%) fürdie ZeitungABC verfasst. Während die Zeitungen El Paísund ABC vergleichbare Artikelanzahlen aufweisen und dengrößten Anteil der Stichprobe ausmachen, verbucht die Zeitung El Mundo mit 28 Prozent der Artikel den kleinsten Anteil der Stichprobe.

In 678 der 1.569 Artikel (entspricht 43%) wurde der venezolanische Präsident Hugo Chávez, als Hauptgegenstand der Berichterstattung erkannt. In den restlichen 891 (57%) untersuchten Artikel ist der Präsident nur Teil der Berichterstattung oder wird nur beiläufig erwähnt. In mehr als einemDrittel,aber weniger alsderHälfte der untersuchten Artikel,ist Chávez Hauptgegenstand der Berichterstattung. Für die Untersuchung sind aber auch die Artikel in denender Präsident nur Teil der Berichterstattung ist oder beiläufig erwähnt wird relevant. Für diese Unterscheidung wurden Artikel als direkt relevant oder indirekt relevant während der Untersuchungcodiert (siehe Codebuch). FürdieZeitung ABC ist das Verhältnis zwischen direkt und indirekt relevanten Artikeln sehr ausgeglichen (271/50%; 269/50%). Für die Zeitungen El País und El Mundo hingegen wurden weniger Artikel als direkt relevant und mehr als indirekt relevant für die Untersuchung eingestuft (El País: 222/37%; 372/63% • El Mundo: 185/42%; 250/57%).

Insgesamt wurdenmehr indirekt relevante Artikel untersucht. Diese sindjedochfür die Analysevon gleicher Bedeutung wie Artikel,die als direkt relevant erkannt worden sind.Auch wenn Hugo Chávez in Beiträgen nur beiläufig erwähnt wurde, beeinträchtigen diesegleichermaßendie Darstellung des Präsidenten in der spanischen Presse.Es handelt sich hierbei um eine formale Unterscheidung die aussagen soll, wie oft Hugo Chávezin BeiträgenHauptgegenstand der Berichterstattungwar(vgl. Abb.1)

3.2 Ressortverteilung

Abbildung 1: Ressortverteilung im Vergleich

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung, Angaben in Prozent verdeutlichen den prozentualen Artikelanteil der Ressortverteilung,
Zahlenangaben = absolute Artikelanzahl in den verschiedenen Ressorts für alle untersuchten Medien.

Am häufigsten sind in den untersuchten Medienin demRessort Internacional[44] (48%) Artikel zu finden,die über Hugo Chávez berichten. Auch wenn mit einerdeutlich geringerenArtikelhäufigkeit, findet der Name des venezolanischen Präsidenten in den Ressorts Opinion[45] (18%), España (11%) und Economia[46] (6%) häufig Erwähnung. Gut 17 Prozent der untersuchten Artikel gehören verschiedenen Ressorts an die eine deutlich kleinere Artikelhäufigkeit verzeichnen. In der Zeitung El Paísistmit 320 (54%) BeiträgendergrößteArtikelanteilimRessort Internacional zu finden. Auch die Zeitungen ABC (252/47%) und El Mundo (177/41%) verzeichnen die meisten Artikel indemRessort Internacional. Vergleichbar groß sindin allen untersuchten Mediendie Artikelanteilein demRessort España (El País: 61/10% • El Mundo: 49/11% • ABC: 65/12%). Während in den Zeitungen El País und ABC die Werte für Meinungsartikel vergleichbar groß sind (81/14% bzw. 83/15%), verzeichnet El Mundo mit 107 (24%) Artikel den größten Anteil im Ressort Opinion. Mit 11 Prozent verzeichnet El Mundo auch den größten Anteil an Wirtschafsartikel, während in den Zeitungen El País und ABCdeutlich wenigerBeiträgeindemRessort Economia zu finden sind (6% bzw. 4%).

Unterscheidet man bei der Ressortverteilung zwischen direkt und indirekt für die Untersuchung relevanterArtikel fällt auf, dass in allen Fällen die meisten Artikel indemRessort Internacional zu finden sind. Da bei jederUnterscheidung über 80 Prozent der Artikel in den klassischen Ressorts verteilt sind kann man davon ausgehen,dassdie Ressortverteilung bei direkt relevanten und indirekt relevanten Artikelnsehr ähnlich ist. Dies bedeutet, dass sowohl die Artikel in denenHugo Chávez Hauptgegenstand der Berichterstattung ist,als auch denen in dem der Präsident nur erwähnt wird, am häufigsten in den Ressorts Internacional, Opinion, España oder Economia zu finden sind (vgl. Abb. 1).

3.3 Journalistische Darstellungsform

Abbildung 2:Journalistische Darstellungsform

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung, Angaben in Prozent verdeutlichen den prozentualen Artikelanteil der Darstellungsformen,
Zahlenangaben = absolute Artikelanzahl in den verschiedenen Darstellungsformen für alle untersuchten Medien.

Die Datenauswertung in der Kategorie journalistische Darstellungsform weist eine homogene Verteilung der verschiedenen Darstellungsformen in allenuntersuchten Medienauf. Artikel mit einermeinungsäußerndenDarstellungsform (677/43%) und welche mit einer informierendenDarstellungsform (736/47%),wurden in allen untersuchten Medien vergleichbar häufig publiziert. Dies weißteinen hohen Anteil anmeinungsbetontenArtikeln in der Berichterstattung über Hugo Chávezauf. Reportagen, Essays, Interviews und Porträts wurden hingegen seltenercodiert, dementsprechend ist die interpretierende Darstellungsform (154/ 10%) die seltenste Stilform der Untersuchung (vgl. Abb. 2).

Mehr meinungs- als tatsachenbetonte Artikel verzeichneteEl País (271/46%; 259/44%). Mehr tatsachen- als meinungsbetonte Artikel verzeichnetedie Zeitung ABC (285/53%; 214/40%). In der Stichprobe für die Zeitung El Mundo hingegen,wurden gleich viele meinungs- wie tatsachenbetonte Artikel codiert (192/44%).

Festzuhalten ist, dass die Person Hugo Chávez nur in 10 (14%) der 67 codierten Interviews Hauptgegenstand der Befragung war, in allenanderen Interviews fiel nur beiläufig eine Frage über denvenezolanischen Präsidenten. Von insgesamt 67 untersuchten Interviews wurden 23 (34%) in El País, 22 (33%) in El Mundo und 17 (25%) inder ZeitungABC veröffentlicht. Da die interpretierende Darstellungsform die seltenste Stilform der Untersuchungwar,wirdfür den weiteren Verlauf der Untersuchung vor allem zwischen den Ergebnissen für meinungsäußernde Artikel und informierende Artikel differenziert.

3.4 Themen

Ein Themenprotokoll der untersuchten Artikel wurde in der Kategorie Themen durchgeführt.DieBetrachtung der Ergebnisse zeigte, dass 30 Prozent aller untersuchtenArtikelaußenpolitische Themen behandelten. An zweiter und dritterStelle folgten Artikel,die über das innenpolitische Leben in Venezuela berichteten (17%) bzw. über Themen,die einenBezug zu Spanien aufwiesen (13%). Beim Vergleich der Werte zwischen den untersuchten Medien fielauf, dass währenddie Zeitung El País am häufigsten über das innenpolitische Leben in Venezuela berichtete, die Zeitung ABC häufigeraußenpolitische Themen behandelte und in El Mundo sich die meisten Artikel mit einem Bezug zu Spanien fanden.

Eine differenziertere Betrachtung der Datenauswertung zeigtefolgende Ergebnisse: 25 Prozent der Artikel, die außenpolitische Themen behandelten, berichteten über die außenpolitische Beziehungen zwischen der Regierung Chávez und Kolumbien, 9 Prozent hatten einenBezug zurFARC,[47] 11 Prozent berichteten über die internationale Ölpolitik des Präsidenten und weitere 11 Prozent beschäftigten sich mit den außenpolitischen Beziehungen zu Kuba. 30 Prozent der Artikel,die das innenpolitische Leben in Venezuela behandelten, berichteten über unterschiedliche Referenden, 19 Prozent beschäftigten sich mit Arbeitsausstände und weitere 11 Prozent miteinemPutsch gegen Chávez. 19 Prozent der Artikel die einen Bezug zu Spanien aufwiesen, hatten einen Bezug zu ETA,[48] 17 Prozentberichteten über den «¿Por qué no te callas?» Vorfall und weitere 17 Prozent behandeltenwirtschaftliche Themen.

Festzuhalten ist,dassdie Untersuchung der ausgewählten Medien eine Berichterstattung über Hugo Chávez mit einembreitenthematischenSpektrum aufwies. Insgesamt konnten in der Kategorie Themen über 250 verschiedeneThemen oder Ereignissecodiert werden.

3.5 Bezug zu Spanien

Anhandder Kategorien Themen und Ressort konntefestgelegt werden, wie oft Artikel in der Berichterstattung über Hugo Chávez einen Bezug zu Spanien aufwiesen.

Wie bereits im Teilkapitel Themen dargelegt,betrugder Anteil der Beiträge mit einemBezug zu Spanien 13 Prozent deruntersuchten Artikel.In der Gesamtbetrachtung der Themenverteilung verbuchten Artikel mit einem Bezug zu Spanien(auch in den einzelnenMedien)die drittgrößteArtikelanzahl.Auch bereits die Ressortverteilunglegte dar, dassder Anteil der zu dem Ressort España zugehörigen Beiträge, 11 Prozent der untersuchten Artikelbetrug.In der Gesamtbetrachtung der Ressortverteilung verbucht das Ressort España auch in den einzeln untersuchten Medien die drittgrößte Artikelanzahl. Aber nicht nur indemRessort España sind Artikel mit einem direkten Bezug zu Spanien zu finden.Auchinden Ressorts Economia, Opinion, Internacional sowie in anderen Ressorts mit einerkleinerenArtikelanzahl sind Artikel mit diesem Bezug zu finden. ImFolgenden werden die wichtigsten Themen und EreignissederArtikelmit einemBezug zu Spaniendargelegt.

Im Jahr 2002 stand die Korruptions- und Spendenaffäre der spanischenBank BBVA[49] imFokus der untersuchten Medien.Unter anderem prüfte die spanische Staatsanwaltschaft die Legalität von Spenden inHöhe von 1,5 Millionen Dollar für Chávez Präsidentschaftskampagne.[50] Auch die öffentliche Äußerung des spanischen Außenministers MoratinosimNovember 2004, über die vermeintliche Unterstützung des Putsches gegen Chávez von Seiten dervorherigen Regierung,[51] stellte einen Bezug zu Spanien in der Berichterstattung her. Im Jahr 2005berichtete diespanische Presse über Probleme in den Verhandlungenbezüglich des Verkaufs vonMilitärflugzeugenausSpanien an Venezuela. Die USA untersagte Spanien,Flugzeuge mit US-amerikanischenMilitärtechnologienan Venezuela zu verkaufen und erschwerte so die Verhandlungen.[52] Deutlich ist ein solcherBezug auch in den Artikelnzu erkennen,die 2007 über den von König Juan Carlos an Chávez gerichteten Satz «¿Por qué no te calllas?» und die daraus folgenden Konsequenzenberichteten. Auch die Beiträge über die vermeintliche Zusammenarbeit der Regierung Chávez mit der ETA und der FARC 2010, weisenaufeinen direkten Bezug zu Spanienhin.

Artikel mit einem Bezug zu Spanien waren ein festerBestandteil in der Analyse. In allenuntersuchten Medien konntenähnlich große Artikelanteilemit einem solchen Bezug erkannt werden. Die meisten Themen und Ereignisse in denen ein direkterBezug zu Spanien erkannt wurde,fielen auch durch eine hoheHäufigkeitin der Berichterstattungauf.

3.6 Wann wurde über Hugo Chávez am häufigsten berichtet?

Verschiedene Ereignisseprägtendie Berichterstattung über Hugo Chávez zwischen Mai 2000 und Mai 2010. Häufig waren diese Ereignisse Auslöser einer auffallend intensivenBerichterstattung über denvenezolanischen Präsidenten. Um die Ergebnisse der Analyse interpretieren zu können ist es notwendig,jene Ereignisse in der Berichterstattung zu identifizieren.

ImFolgenden werden die wichtigsten Ereignisse zwischen Mai 2000 und Mai 2010 anhand der Berichterstattung zusammengefasst. Es soll die Frage beantwortet werden wann,worüber und wie häufig,Hugo Chávez in derspanischenPresse ein auffallender Bestandteil der Berichterstattung war.

3.6.1Jahresstichprobe 2000: Neuwahlen und internationale Ölpolitik

Ende 1999stimmtedie venezolanische Bevölkerungfürdie neue Bolivarianische Verfassung zur FünftenRepublik per Referendum zu. Auf der Basis dieser neuenVerfassung wurden imJuli 2000 Neuwahlen zur Legitimierung allerWahlämter angesetzt. Am 30. Juli 2000 erreichteHugo Chávez 59,7 Prozent[53] der Stimmen in den Neuwahlen zur Präsidentschaft und legitimiertesein Amt mit der neuenVerfassung fürweiter sechsJahre.

Am häufigsten berichteten die Artikel in der Stichprobe für das Jahr 2000 über den Wahlkampf zur sogenannten „Megaeleccion“.IndieserStichprobe berichteten6 (17%) Artikel über den Wahlkampf und die Wahl (1 LPA, 2 LMU, 3 ABC). Insgesamt gehörten 2 ArtikelzudermeinungsäußerndenDarstellungsform. In 5 vonden6 Artikeln war Chávez Hauptgegenstand der Berichterstattung.

Im August 2000 zentriertesich der Fokus der Berichterstattung über Hugo Chávez auf seine internationale Ölpolitik. Chávezwarzu demZeitpunkt Präsident der OPEC[54] und besuchtedie Mitgliedstaaten der Organisation.[55] Der Präsident besuchteauch den Irak.Laut Reuters hatteSaddam Hussein Chávez zugesichert,keinenKandidatenfür das Amt des Generalsekretärs der OPEC zu stellen,wenn Venezuela eineneigenen Kandidatenstellen sollte.[56] 4 (11%) Artikel hatten als Hauptthema die internationale Ölpolitik in der Codierung für das Jahr 2000 (1 LPA, 2 LMU, 1 ABC). Insgesamt gehörten 2 ArtikelzudermeinungsäußerndenDarstellungsform. In 2 von den 4 Artikeln war Chávez Hauptgegenstand der Berichterstattung.

AuchjeneArtikel,die über die Zusammenarbeit zwischen Fidel Castro und Hugo Chávez berichteten,waren in der Stichprobe 2000 häufiger als andere zu finden. Fidel Castro besuchteVenezuela zum fünftenMal undhielteineRede vor der Asamblea Nacional in Caracas.[57] In der Codierung für das Jahr 2000 berichteten3 (8%) Artikel hauptsächlich überdieZusammenarbeit zwischen Castro und Chávez (1 LPA, 1 LMU, 1 ABC).

Die erwähntendreiThemen machten von Mai bis Dez. 2000 36 Prozent der Berichterstattung über Chávez aus. Die restlichen 64 Prozent waren unter verschiedenen, weniger häufig behandelten Themen verteilt.

Mit 36 (2%) Artikel war 2000[58] das Jahr in der Analyse, mit den wenigsten zu Chávez codierten Artikeln. Im Vergleich zu 2001 mit 39 Artikel, jedoch nicht das Jahr mit der niedrigsten Berichterstattung über den venezolanischen Präsidenten. Gemäß zum Untersuchungszeitraum ist das Jahr 2000 erst ab dem fünften Monat Gegenstand der Untersuchung. Somit besitzt diese Stichprobe prozentual gesehen einen höheren Artikelanteil in der Berichterstattung als das Jahr 2001.

3.6.2 Jahresstichprobe 2001: Vladimiro Montesinos und Produktionssenkung der OPEC

Anfang 2001 war der peruanische Politiker Vladimiro Montesinos einer der meist gesuchten Personen in Lateinamerika. Montesinos wurde Ende Juni von venezolanischen Agenten festgenommen, während seine Leibwächter ihn für Lösegeld an die peruanische Botschaft in Caracas ausliefern wollten.[59] In der Berichterstattung um Montesinos Verfolgung und dessen Festnahme wurde Hugo Chávez Name häufig erwähnt. In der Codierung für das Jahr 2001 beschäftigten sich 9 (23%) von insgesamt 39 Artikeln hauptsächlich mit der Person Montesinos (3 LPA, 4 LMU, 2 ABC). Insgesamt gehörten 4 Artikel zu der meinungsäußernden Darstellungsform. In 3 von den 9 Artikeln war Chávez Hauptgegenstand der Berichterstattung und wurde in den restlichen 6 Artikeln nur beiläufig erwähnt.

Mit dem Antritt von Alí Rodriguez Araque (Ex-Energieminister von Venezuela) als Generalsekretär der OPEC,[60] gewann die internationale Ölpolitik von Hugo Chávez an Einfluss. Somit war die Ölpolitik auch 2001 ein zentraler Gegenstand in der Berichterstattung über den Präsidenten. Die spanische Presse berichtete im Oktober über eine mögliche Produktionssenkung der OPEC die von Präsident Chávez unterstützt wurde. El Mundo zitierte den venezolanischen Präsidenten zum Thema Produktionssenkung mit den folgenden Worten: „Puedan estar seguros de que la OPEP recortará la producción en al menos un millón de barriles por día...“.[61] Im Oktober 2001 senkten die Mitgliedsländer der OPEC ihre Produktion um 600.000 Barrel pro Tag, um den sinkenden Ölpreis zu stabilisieren.[62]

In der Stichprobe für das Jahr 2001 beschäftigten sich 7 (18%) von insgesamt 39 Artikeln mit Chávez internationaler Ölpolitik (4 LPA, 2 LMU, 1 ABC). Alle zum Thema codierten Artikel wurden im Ressort Economia veröffentlicht. In 2 von den 7 Artikeln war Chávez Hauptgegenstand der Berichterstattung und wurde in den restlichen 6 Artikeln nur beiläufig erwähnt. Alle zum Thema codierten Beiträge gehörten der informierenden Darstellungsform an.

Die Berichte über Vladimiro Montesinos und die Produktionssenkung der OPEC machen 39 Prozent der Berichterstattung über Chávez aus. Die restlichen 61 Prozent sind unter verschiedenen, weniger häufig behandelten Themen verteilt.

Mit 39 (2%) Artikel ist 2001 das Jahr mit der kleinsten Jahresstichprobe der Untersuchung. Für dieses Jahr wurden nur 36 Artikel codiert. Gemäß dem Untersuchungszeitraum ist das Jahr 2000 erst ab dem fünften Monat Gegenstand der Untersuchung. Somit besitzt diese Stichprobe prozentual gesehen einen höheren Artikelanteil in der Berichterstattung als das Jahr 2001. Auffallend ist, dass die Stichprobe für das 2001 keinen Artikel für den Monat September auswarf und so kein Artikel zur Codierung bereit stand. Möglicherweise waren die Terroranschläge vom 11. September der Grund für eine magere Berichterstattung über Hugo Chávez in diesem Monat.

3.6.3 Jahresstichprobe 2002: Putsch, Generalstreik und BBVA Affäre

Ohne Zweifel waren die Ereignisse um den Generalstreik und dem darauf folgenden Militärputsch gegen Chávez im April 2002 der Auslöser für eine auffallend intensive Berichterstattung über den venezolanischen Präsidenten. Am 9. April 2002 rief der Gewerkschaftsbund Venezuelas (CTV)[63] den Generalstreik für 24 Stunden auf. In der Zeitung ABC berichtete der Korrespondent Enrique Serbeto über einen Streik mit dem implizierten Ziel, Hugo Chávez zum Rücktritt zu zwingen.[64] In der Zeitung El País berichtete die Korrespondentin Ludmila Vinogradoff, die Gewerkschaftsfunktionäre würden darauf achten, nicht offen über die politischen Ziele des Streiks zu sprechen, sondern die Probleme im Arbeitsmarkt zu thematisieren. Vinogradoff zitierte auch Regierungsmitglieder die der Meinung waren, der Streik habe nur Chávez Sturz als Ziel und bezeichneten den Ausstand als „ politiquero“.[65]

Dem Streik folgte eine massive Demonstration am 11. April an der zwischen 200.000 und einer Million Menschen teilnahmen.[66] Anders als angemeldet, leiteten die Anführer der Demonstration die Menschenmasse zum Präsidentenpalast Miraflores zum Zentrum der Stadt wo sich Chávez Anhänger sammelten. Die Wahrscheinlichkeit einer Auseinandersetzung zwischen Oppositions- und Chávez Anhängern war groß. 17 Menschen starben im Zuge einer Schießerei.[67] Daraufhin wurde Chávez vom Militär festgenommen. Die Toten vom 11. April galten als Legitimation zum Putsch für das Militär und die Opposition. Per Dekret wurde Pedro Carmona Estanga, damaliger Präsident von Fedecamaras (venezolanische Industrie- und Handelskammer) zum Präsident der Republik ernannt. Mit dem Artikel „ Golpe a un Caudillo “ nimmt ein unbekannter Autor in der Rubrik Opinon der Zeitung El País Stellung:

...Solo un golpe de Estado ha conseguido echar a Hugo Chávez del poder en Venezuela... ...La gota que colmo el vaso y levanto a los militares fue la represion protagonizada por la policia y francotiradores adictos a Chávez, que causaron 15 muertos y un centenar de heridos el jueves, en la tercera jornada de una huelga general que unio paradojicamente a sindicatos y empresarios... ...Seria bueno que Chávez y algunos de sus colaboradores detenidos rindieran cuentas de sus desmanes autoritarios y corruptos ante los tribunales de su propio pais... .[68]

Neben zahlreichen eigenen Artikel veröffentlichten sowohl El País, als auch ABC und El Mundo Leserbriefe oder Artikel von Gastautoren, die das Ende der Regierung Chávez begrüßten. Beispiele dafür sind der in der Zeitung ABC puplizierte Artikel „ Gana venezuela“ von Felix Jose Hernandes, aus Paris und „ ¿que ha pasado en Venezuela?“ von Manuel Caballero, ein venezolanischer Schriftsteller in El Mundo.[69]

Pedro Carmona, später von Chávez als „ Pedro der Kurze“ betitelt, blieb weniger als 48 Stunden im Amt. Chávez schaffte es das Präsidentenamt am 13. April zurück zur erlangen. Mit der Hilfe eines Soldaten tauchte in der Öffentlichkeit ein von Chávez unterschriebenes Dokument auf, dieses gab bekannt der Präsident sei nie zurückgetreten.[70] Das Militär stand unter dem Druck der Öffentlichkeit und musste Chávez aus der Militärhaft entlassen, nachdem Millionen von Chávez Anhängern auf den Straßen protestierten. Chávez kehrte als Präsident zurück und die Putschisten wurden zur Verantwortung gezogen. Die wiederhergestellte Regierung versprach, über die Ereignisse vom 11. April 2002 eine gründliche Untersuchung durchzuführen.[71]

Die Ereignisse um den gescheiterten Putsch waren auch nach der Rückkehr von Chávez ein zentraler Gegenstand der Berichterstattung über den venezolanischen Präsidenten. Neben den Berichten über die Rückkehr von Chávez waren die Ereignisse vom 11. April, sowie die Zukunft von Pedro Carmona, ein häufiges Thema in der Codierung. 29 (22%) von insgesamt 127 Artikeln in der Stichprobe für das Jahr 2002 beschäftigten sich mit den Ereignissen um den gescheiterten Putsch gegen Chávez (13 LPA, 9 LMU, 7 ABC). In 23 von den 29 Artikeln war Chávez Hauptgegenstand der Berichterstattung und wurde in den restlichen 6 Artikeln nur beiläufig erwähnt. Insgesamt gehörten 12 Artikel zu der meinungsäußernden Darstellungsform.

Auch die BBVA Korruptionsaffäre zwischen April und Juli 2002, war ein auffallender Bestanteil in der Berichterstattung über den venezolanischen Präsidenten. 11 (8%) Artikel in der Codierung für 2002 beschäftigten sich mit der Korruptionsaffäre (2 LPA, 4 LMU, 5 ABC). In 4 von den 11 Artikeln war Chávez Hauptgegenstand der Berichterstattung und wurde in den restlichen 7 Artikeln nur beiläufig erwähnt. Insgesamt gehörten 4 Artikel zu der meinungsäußernden Darstellungsform.

Anfang Dezember berichteten die spanischen Zeitungen über einen weiteren Generalstreik gegen die Regierung Chávez in Venezuela. Der Ausstand sollte bis Anfang Februar 2003 andauern. Ende 2002 drehte sich die Berichterstattung um Präsident Chávez, bis auf wenige Ausnahmen, ausschließlich um den Generalstreik.

Wie Juan Jesus Aznarez, Korrespondent für El País berichtete, versuchte bereits nach drei Tagen Streik der Generalsekretär der OAS[72], Cesar Gaviria zwischen den streikenden und der Regierung zu vermitteln. Die Opposition forderte antizipierte Wahlen oder ein konsultatives Referendum über das Verweilen von Chávez im Präsidentenamt. Gaviria versuchte eine elektorale Lösung für die Krise zu finden. Chávez wäre jedoch erst nach erreichen der Hälfte seiner Amtszeit mit einem Referendum einverstanden gewesen.[73]

Im selben Artikel kommentierte Aznares: „Die Umwandlung eines Ausstandes in einen «aktiven» Streik unter Anwendung der Leitlinien der CTV, die Oppositionsparteien und der Wirtschaftsführung von Fedecamaras, ändert im wesentlichen den Lauf eines Protestes, der das innerstaatliche Leben in Venezuela signifikant entstelle“.[74]

In der Codierung für 2002 wurde Hugo Chávez am zweit häufigsten im Zusammenhang mit dem Generalstreik erwähnt. Von 130 Artikeln behandelten 20 (15%) den Generalstreik (5 LPA, 7 LMU, 8 ABC). In 17 von 20 Artikeln war Chávez Hauptgegenstand der Berichterstattung und wurde in den restlichen 3 Artikeln nur beiläufig erwähnt. Insgesamt gehörten 7 Artikel zu der meinungsäußernden Darstellungsform.

Im Vergleich zu den ersten zwei Jahren der Untersuchung wurde im Jahr 2002 ein deutliches Wachstum in der Berichterstattung über Hugo Chávez festgestellt. Mit 130 Artikeln erreichte die Stichprobe für 2002 acht Prozent der gesamten Codierung, eine Steigerung von über 230 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zu beachten ist aber, dass die turbulenten Ereignisse um Hugo Chávez das Interesse an einer detaillierten Berichterstattung steigern ließ.

3.6.4 Jahresstichprobe 2003: Generalstreik und Referendum

Auch im neuen Jahr war der seit Dezember 2002 andauernde Generalstreik gegen Hugo Chávez ein wichtiges Thema in der Berichterstattung über den venezolanischen Präsidenten. Ende Januar 2003 prüfte der Oberste Gerichtshof von Venezuela auf Anfrage der MVR[75] das Verfahren für die Durchführung des für den 2. Februar von den Cosejo Nacional Electoral angelegten Referendums.[76] Nach Artikel 72 der venezolanischen Verfassung von 1999 ist die Absetzung des Präsidenten durch ein Referendum möglich, jedoch darf dieses erst nach der Hälfte der Amtszeit angesetzt werden. Am 25. Januar 2003 entschied der Oberste Gerichtshof gegen die Durchführung des von der Opposition geforderten konsultativen Referendums.[77] Jedoch richtete sich die Entscheidung des venezolanischen Obersten Gerichtshofs nicht gegen das Referendum an sich, sondern gegen das angesetzte Datum für die Befragung. Das Datum war nicht verfassungskonform.[78] In Folge dessen beantragte die Cordinadora Democratica[79] Anfang Februar ein alternatives Abwahl-Referendum gegen Hugo Chávez.[80] Ende November begann der sogenannte „firmazo“, durch den die Opposition die benötigten 2,4 Millionen Unterschriften für das Abwahl-Referendum innerhalb von vier Tagen sammeln musste.[81] Damit ein Abwahl-Referendum stattfinden kann müssen laut Artikel 72 der venezolanischen Verfassung, mindestens 20 Prozent der eingeschriebenen Wähler dieses beantragen.

Der auch als Ölstreik bekannte Ausstand endete am 3. Februar, einen Tag nach dem Datum für das nicht stattgefundene Referendum. Die Berichterstattung über den Streik verwandelte sich jedoch bereits während des Streikes zur Berichterstattung über ein mögliches Abwahl-Referendum. Dieses sollte aber erst in August 2004 stattfinden.

Über Hugo Chávez wurde 2003 in der spanischen Presse am häufigsten im Zusammenhang mit dem Ölstreik und der daraus entstandenen Debatte nach einem Abwahl-Referendum berichtet. Kein anderes Thema war in der Codierung für 2003 annähernd so häufig präsent. Von insgesamt 74 Artikeln behandelten 26 (35%) die erwähnten Themen (9 LPA, 4 LMU, 13 ABC). In 25 von 26 Artikeln war Chávez Hauptgegenstand der Berichterstattung. Insgesamt gehörten 3 Artikel zu der meinungsäußernden Darstellungsform.

Nachdem im Jahr 2002 ein deutlicher Wachstum in der Berichterstattung zu vermerken, war fiel die Artikelanzahl 2003 deutlich. Mit 74 Artikeln erreichte die Stichprobe für 2003 fünf Prozent der gesamten Codierung. Die Debatte um ein mögliches Abwahl-Referendum war das ganze Jahr über Gegenstand der Berichterstattung.

3.6.5 Jahresstichprobe 2004: Abwahl-Referendum und Moratinos diplomatische Krise

Ähnlich wie im Vorjahr drehte sich 2004 die Berichterstattung über Hugo Chávez hauptsächlich um das für Mitte August festgelegte Abwahl-Referendum. Dieses konnte der venezolanische Präsident mit 58 Prozent der Stimmen für sich gewinnen. Nach der Wahl äußerten sich Wahlbeobachter Cesar Gaviria, Generalsekretär der OAS und Jimmy Carter, Expräsident der USA in einer Pressekonferenz in Caracas positiv über den Ablauf der Volksbefragung: „No hemos registrado situaciones graves de intimidacion o violencia que afectaran la voluntad de los electores“.[82]

Über Hugo Chávez wurde 2004 in den ausgewählten Medien am meisten im Zusammenhang mit dem Abwahl-Referendum berichtet. In der Stichprobe für das Jahr 2004 beschäftigten sich 30 (27%) Artikel mit der Volksbefragung (16 LPA, 7 LMU, 7 ABC). In 26 von 30 Artikeln war Chávez Hauptgegenstand der Berichterstattung und wurde in den restlichen 4 Artikeln nur beiläufig erwähnt. Insgesamt gehörten 8 Artikel zu der meinungsäußernden Darstellungsform.

Auffallend häufig wurde auch Ende November 2004 über die Äußerungen des spanischen Außenministers Moratinos zu dem Putsch gegen Chávez 2002 berichtet. Mit den Worten: „Con el Govierno anterior del PP, cosa inedita el la diplomacia española, el embajador español recibio instrucciones para apoyar el golpe“[83] bestätigte Moratinos im spanischen Fernsehsender TVE, die vorherige Regierung habe den Putsch gegen Chávez unterstützt.

In der Codierung für 2004 wurde Hugo Chávez am zweit häufigsten im Zusammenhang mit Moratinos Äußerung erwähnt. Allerdings war der venezolanische Präsident nur in einem von den 10 Artikeln Hauptgegenstand der Berichterstattung und wurde in den restlichen Artikel nur beiläufig erwähnt. Die Artikel berichteten in erster Linie über den spanischen Außenminister. 10 Artikel behandelten die Polemik um Moratinos Äußerung und machten neun Prozent der Stichprobe für 2004 aus (2 LPA, 6 LMU, 2 ABC). Auffallend war hier auch, dass die Anzahl der meinungsäußernden Artikel und die Anzahl der Artikel mit einer informierenden Darstellungsform gleich waren.

Im Vergleich zum Vorjahr der Untersuchung durch die Stichprobe für das Jahr 2004, wurde ein Wachstum in der Berichterstattung festgestellt. Mit 111 Artikeln erreichte die Stichprobe für 2004 sieben Prozent der gesamten Codierung, eine Steigerung von 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

3.6.6 Jahresstichprobe 2005: Zapateros Außenpolitik

In der Stichprobe für das Jahr 2005 waren häufig Artikel zu lesen, die eine außenpolitische Annährung von Präsident Zapatero zu Chávez erwähnten. Vor allem der mögliche Verkauf von militärischem Material von Spanien an Venezuela, war ein zentraler Gegenstand der Berichterstattung. Es wurde über das Missfallen an dem Verkauf von militärischem Material mit US-amerikanischen Technologien und über eine von Seiten der USA befürchtete, mögliche Instabilität in der Region, berichtet.[84] Auch viele meinungsäußernde Artikel, die das außenpolitische Handel der Zapatero Regierung kritisierten, waren in der Stichprobe zu lesen.

In der Stichprobe für das Jahr 2005 herrschte ein breites thematisches Spektrum in der Berichterstattung über Hugo Chávez. Kein anderes Thema war in der Codierung für 2005 so häufig präsent. Von insgesamt 147 Artikeln behandelten 27 (18%) Zapateros Außenpolitik (9 LPA, 7 LMU, 11 ABC). Insgesamt gehörten 12 Artikel zu der meinungsäußernden Darstellungsform. Zu vermerken ist, dass in den meisten Beiträgen der Fokus der Berichterstattung auf die spanische Außenpolitik gerichtet war. Der venezolanische Präsident war nur in 8 von 27 Beiträgen Hauptgegenstand der Berichterstattung.

Mit insgesamt 147 Beiträgen erreichte die Stichprobe für das Jahr 2005 neun Prozent der gesamten Codierung, eine Steigerung von ca. 33 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

3.6.7 Jahresstichprobe 2006

Auch wie in den anderen Jahren der Untersuchung, war in der Stichprobe für das Jahr 2006 eine hohe Anzahl von Artikel zu verzeichnen, in denen über das außenpolitische Handeln des Präsidenten von Venezuela berichtet wurde. Jedoch konnte in der Jahresstichprobe, anders als in den Vorjahren der Untersuchung, kein Thema oder Ereignis festgelegt werden, dessen Artikelanzahl mehr als 10 Prozent der Jahresstichprobe ausmachte.

Im Jahr 2006 wurde häufig über die Zusammenarbeit mit gleichgesinnten Akteuren, wie Evo Morales und Fidel Castro berichtet, aber auch über den Einfluss des venezolanischen Präsidenten in der Region. Besonders fiel der Name Chávez in Artikeln, in denen es um die verschiedenen Wahlkampagnen Lateinamerikas ging. Der Artikel mit dem Titel: „Chávez acapara la atencion en la capaña electoral peruana“,[85] dass von Jorge Marirrodriga am 31. Mai in El País veröffentlicht wurde, ist ein klares Beispiel für die erwähnte Berichterstattung. Neben dem eigenen Wahlkampf in Venezuela gab es 2006 Wahlen in Brasilien, Kolumbien, Peru, Mexico und Nicaragua.

Mit insgesamt 198 Beiträgen erreichte die Stichprobe für das Jahr 2006 13 Prozent der gesamten Codierung, eine Steigerung von ca. 35 Prozent in Vergleich zum Vorjahr.

3.6.8 Jahresstichprobe 2007: Chávez als Vermittler und «¿Por qué no te callas?»

Mehr als in den anderen Jahren der Untersuchung herrschte in der Stichprobe für 2007 ein breites Spektrum an außenpolitischen Themen in der Berichterstattung über Hugo Chávez. Dennoch ragten unter der Vielfalt von Artikel mit unterschiedlichen außenpolitischen Themen wiederholt Beiträge, die über Chávez außenpolitischen Beziehungen zu Kolumbien berichteten. Aber auch Artikel die, die vom spanischen König an Hugo Chávez gerichteten Worte «¿Por qué no te callas?» und dessen Auswirkungen kommentierten, waren häufig zu lesen.

Mitte September bat Raul Reyes als Sprecher der FARC in einer Videobotschaft Hugo Chávez darum, Caracas als Verhandlungsort für die Freilassung von 45 Geiseln benutzen zu dürfen.[86] Chávez wurde mit dem Einverständnis des kolumbianischen Präsidenten Uribe und der Unterstützung der Senatorin Piedad Córdoba, Vermittler für die Verhandlungen eines humanitären Abkommens mit der FARC.[87] Allerdings war Chávez offizielle Vermittlungsrolle von kurzer Dauer. Der kolumbianische Präsident Uribe beendete am 22. November Chávez Vermittlungsmission nachdem dieser, den kolumbianischen General Mario Montoya um Informationen über die Entführten bat. Uribe hatte Chávez explizit darum gebeten, keinen Kontakt mit dem kolumbianischen Militär zu pflegen.[88] Unmittelbar nach der Entscheidung des kolumbianischen Präsidenten verkündete Chávez seinerseits, alle Beziehungen zu Kolumbien während Uribes Amtszeit „einzufrieren“.[89]

In der Stichprobe für das Jahr 2007 beschäftigten sich 27 (9%) Artikel mit den außenpolitischen Beziehungen Chávez zu Kolumbien (11 LPA, 8 LMU, 8 ABC). Insgesamt gehörten 10 Artikel zu der meinungsäußernden Darstellungsform. In 13 von den 27 Artikeln war Chávez Hauptgegenstand der Berichterstattung und wurde in den restlichen 14 Artikeln nur beiläufig erwähnt.

[...]


[1] Twickel, Christoph, Hugo Chávez.Eine Biografie, Hamburg 2006, S. 7.

[2] Maurer, Marcus / Reinemann, Carsten, Medieninhalte, Wiesbaden 2006, S. 144-145.

[3] Maurer / Reinemann, (2006) S. 147-150.

[4] WilkeJürgen, Konstanten und Veränderungen der Auslandsberichterstattung, in: Holtz-Bacha /Scherer / Waldmann (Hrsg), Wie die Medien die Welt erschaffen und wie die Menschen darin leben, Obladen1998,S. 51-53.

[5] Maurer / Reinemann, (2006) S. 147.

[6] Der Suche nach Artikel mit einem Bezug zu Chávez in der Datenbank LexisNexis ergab folgende Ergebnisse: Für die spanische Zeitung El País gab es 5.751 Treffer. Die Suche bei deutschen und britischen Tagezeitungen warft weit weniger Treffer aus (BRD: Die Welt: 987/ TAZ: 1.122; UK: The Daily Telegraf: 352/ The Guardian: 934). Bespiel aus eigener Recherche kostenpflichtiger Zugang unter : http://www.lexisnexis.
com:80/de/business/home/home.do?randomNum=0.5289536827329494 (Zugriff 09.02.2011).

[7] Scherer, Helmut / Tiele, Annekaryn / Haase, Ansgar / Hergenröder, Sabine / Schmid, Hannah, So nah und doch so fern?;Zur Rolle des Nachrichtenfaktors „Nähe“ in der internationalen Tagespresse, 2006 in: Publizistik, Jg. 51, Nr. 2 (Juni ), S. 204; Schulz, Winfried, Nachrichtengeographie. Untersuchungen über die Struktur der internationalen Berichterstattung, in: Manfred Rühl / Heinz-Werner Stuiber (Hrsg.), Kommunikationspolitik in Forschung und Anwendung, Düsseldorf 1983, S. 281-291.

[8] Wegner, Ingo, Venezuela wehrt sich gegen El País, in: Portal amerika21.de 03.04.08, unter: http://amerika21.de/nachrichten/inhalt/2008/apr/el-pais (Zugriff 05.03.2011).

[9] Maurer / Reinemann, (2006) S. 11.

[10] Bonfadelli, Heinz, Medieninhaltsforschung. Grundlagen, Methoden, Anwendungen, Konstanz 2002, S. 79.

[11] Früh, Werner, Inhaltsanalyse. Theorie und Praxis, Konstanz 2007, S. 27.

[12] Früh, (2007), S. 14.

[13] Früh, (2007), S. 44-49.

[14] Maurer / Reinemann, (2006), S. 15.

[15] Früh, (2007), S. 21-24.

[16] Früh, (2007), S. 39-41.

[17] Merten, Klaus, Inhaltsanalyse. Einführung in Theorie, Methode und Praxis, 2. verbesserte Auflage, 1995 Opladen, S. 302; Rössler, Patrick, Inhaltsanalyse, Konstanz 2005, S. 184.

[18] Früh, (2007), S. 196-197; Maurer / Reinemann, (2006), S. 54-55.

[19] Kuckartz, Udo, Einführung in die computergestützte Analyse qualitativer Daten, Wiesbaden 2010, S.248-249;Züll, Cornelia /Alexa,Melina, Automatisches Codieren von Textdaten;Ein Überblick über neue Entwicklungen, in: Werner Wirth / Edmund Lauf (Hrsg.), Inhaltsanalyse. Perspektiven, Probleme, Potentiale, Köln 2001,S. 303-317;Früh, (2007), S. 286-295; Maurer / Reinemann, (2006), S. 62-66.

[20] Maurer / Reinemann, (2006), S. 42, 50-52, 146-147.

[21] El País, in: Ediciones El País S.L, unter: http://www.elpais.com/corporativos/elpais/elpais.html (Zugriff 05.03.2011); Breve historia de El País, unter: http://www.elpais.com/especiales/2006/30aniversario/index.html (Zugriff 05.03.2011).

[22] PSOE, Partido Socialista Obrero Español (deutsch: Spanische Sozialistische Arbeiterpartei).

[23] Nohlen, Dieter / Hildebrand, Andreas. Spanien: Wirtschaft- Gesellschaft- Politik;Ein Studienbuch Wiesbaden 2005, S.235.

[24] Quelle: IfM, Institut für Medien und Kommunikationspolitik, unter: http://www.mediadb.eu/datenbanken/

internationale-medienkonzerne/rcs-media-group.html (Zugriff 05.03.2011).

[25] Nohlen / Hildebrand, (2005), S.235-236.

[26] PP, Partido Popular(deutsch:Spanische Volkspartei).

[27] Als Transición wird in Spanien die Übergangsphase vomFranco-Regime zurparlamentarischenDemokratie bezeichnet.

[28] Nohlen / Hildebrand, (2005), S.235.

[29] Quelle:NA Presseportal, Medienmappe - Axel Springer Verlag AG, Die Welt gründet mit drei großen europäischen Qualitätszeitungen die "European Dailies Alliance" unter: http://www.presseportal.ch/ de/pm/100001480/100007109/axel_springer_ag (Zugriff 05.03.2011).

[30] Quelle: OJD, gemessen zwischen Juli 2009 und Juni 2010; Zugang unter: http://www.ojd.es/OJD/Portal/ diarios_ojd/_4DOSpuiQo1Y_FOivPcLIIA (Zugriff 05.03.2011).

[31] Quelle: EGM Studie, gemessen zwischen Februar und November 2010; Zugang unter: http://www.aimc.es/-Datos-EGM-Resumen-General-.html (Zugriff 05.03.2011).

[32] Kostenpflichtiger Zugang unter: http://www.lexisnexis.com:80/de/business/home/home.do?random Num=0.6865708035887613 (Zugriff 09.02.2011).

[33] Kostenpflichtiger Zugang unter: http://quiosco.orbyt.es/ (Zugriff 09.02.2011).

[34] Das Archiv der Zeitung ABC „ABC Hermeroteca“ unter: http://www.abc.es/archivo/archivo.asp.(Zugriff 09.02.2011).

[35] Z.B. Der mexikanische Boxer Julio Cesar Chávez in Sportartikeln oder die ehemalige Mitarbeiterin der Reagan Regierung Linda Chávez, die 2001 von George W. Bush für sein Kabinett nominiert worden ist.

[36] Maurer / Reinemann, (2006), S. 51-52.

[37] Bonfadelli, (2002), S. 87-88; Maurer / Reinemann, (2006), S. 54-55.

[38] Maurer / Reinemann, (2006), S. 48.

[39] Maurer / Reinemann, (2006), S. 53.

[40] Maurer / Reinemann, (2006), S. 53-54.

[41] Reliabilitätprüfungen wurden nach der Codierung der ersten 50, 100 und 200 Artikel durchgeführt. Dabei wurden acht bis zwölf Artikel erneut codiert.

[42] Maurer / Reinemann, (2006), S. 56.

[43] Die Zuordnung von historischen Ereignissenan Häufigkeiten die dieseerklären sollen,dürfennicht als Interpretation der Ergebnisse wahrgenommen werden. DieseZuordnung erfolgte nach einerstricktenUntersuchung der Themen und Ereignisse bei auffällig hohenArtikel- undAussagenhäufigkeitenin der Berichterstattung.

[44] Das Ressort Internacional trägt in der Zeitung El Mundo die Ressortüberschrift Mundo.

[45] FürdieZeitung ABC wurden auch Artikel in den Rubriken Editoriales und Tercera zum Ressort Opinion gezählt.

[46] FürdieZeitung El Mundo wurden auch Artikel in den Rubriken Bolsa und Mercados zum Ressort Economia gezählt.

[47] FARC – Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia (deutsch: Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens): Kolumbianische Guerilla, 1964 als bewaffneter Arm der Kommunistischen Partei Kolumbiens gegründet.(Twickel 2006: 341).

[48] ETA: Euskadi Ta Askatasuna (deutsch: Baskenland und Freiheit);Die ETA ist eine aus der Abspaltung der PNV-Jugend (PNV: Partido Nacionalista Vasco) entstandene Untergrundorganisation, die separatistische Ziele verfolgt.(Nohlen 2005: 274-275).

[49] BBVA: Banco Bilbao Vizcaya Argentaria.

[50] Ekaizer, Ernesto, La fizcalia estudia el contenido delictivo de los pagos a Hugo Chávez se trata de ver si encaja en la figura de cohecho de particular a funcionalrio, in: El País 22.06.02, Economia, S. 60. (Art.-ID: PA L1 902).

[51] Egurbide, Peru, Moratinos reitera que Aznar legitimo el golpe de Estado en venezuela y pide perdon «por las formas», in: El País 02.12.04, R. España, S. 15. (Art.–ID: PA L2 482).

[52] Ayllon, Luis , EE.UU vetará que España venda aviones con su tecnología a Hugo Chávez in: ABC 15.10.05, R. Internacional, S. 11. (Art.–ID: ABC H 930).

[53] Twickel, (2006), S. 347.

[54] OPEC: Organization of the Petroleum Exporting Countries (deutsch: Organisation erdölexportierender Länder).

[55] Unbekannt, ABC, Repsol sube dos pesetas el gasoleo, tal y como anunciaron los gasolineros, in: ABC 18.08.00, R. Economia, S. 48. (Art.-ID: ABC H 2340).

[56] Reuters , Irak retirará su candidato a la OPEP en favor de Venezuela, in: El Mundo 19.08.200, R. Economia, S. 27. (Art.-ID: MU ORB 309).

[57] Vinogradoff, Ludmila, La visita de Fidel Castro a Venezuela Provoca las Protestas de la oposicion y los sindicatos; EL presidente cubano defiende en parlamento la politica de Chávez para erradicar la pobreza, in: El País 28.10.00, R. Internacional, S. 6. (Art.-ID: PA L1 485).

[58] Gemäß zum Untersuchungszeitraum ist das Jahr 2000 erst ab dem fünften Monat des Jahres Gegenstand der Untersuchung. Die gesammelten Daten können in ihrer Gesamtheit nicht als Jahresergebnisse betrachtet werden.

[59] Aznarez, Juan J., Chávez detuvo a Montesinos cuando sus escoltas iban a entregarle a la embajada de peru; Una operacion de la policia militar de venezuela fustro el plan de los guardaespaldas, in:El País 29.6.01, R. Internacional, S. 5. (Art.-ID: PA L1 593).

[60] F.G., Chávez busca el apoyo de Arbia Saudi para reducir la produccion de petroleo; El presidente venezolano quiere asegurar ahora el recorte para marzo, in: El País 21.02.03, R. Economia, S. 53. (Art.-ID: PA L1 542).

[61] Unbekannt, El Mundo, Chávez asegura que la OPEP reducira la produccion, in: El Mundo 11.11.2001, R. Economia , S. 40. (Art.-ID: MU ORB 224).

[62] J.R./F.G., La OPEC rebajo en 600.000 barriles su produccion de crudo en octubre, in: El País 30.10.01, R. Economia, 30.10.2001, S.58. (Art.-ID: PA L1 623).

[63] CTV: Confederacion de Trabajadores de venezuela (deutsch: Gewerkschaftsbund Venezuelas ).

[64] Serbeto, Enrique, La huelga contra Hugo Chávez paralizó la industria petrolerade venezuela, in: ABC 10.04.02, R. Internacional, S. 28. (Art.-ID: ABC H 2130).

[65] Vinogradoff, Ludmila, La segunda huelga general contra Chávez no logra paralizar los sectores basicos de Venezuela el gobierno ordeno pasar lista de asistencia a los 1,3 millones de empleados publicos, in. El País 10.4.02, R. Internacional, S. 8. (Art.-ID: PA L1 753).

[66] Twickel, (2006), S. 185.

[67] Zeuske, Michael, Von Bolivar zu Chávez. Die Geschichte Venezuelas, Zürich 2008, S. 510.

[68] Unbekannt, El País, Golpe a un caudillo; in: El País 13.04.02, R. Opinion, S. 14. (Art.-ID: PA L1 774).

[69] Hernadez, Felix J., Gana Venezuela, in:ABC 14.04.02, R. Opinion, S. 14. (Art.–ID: ABC H 2090); Caballero, Manuel, ¿Qué ha pasado en Vanezuela?, in:El Mundo, R. Mundo, S. 6. (Art.-ID: MU ORB 136).

[70] Aznarez, Juan J., Chávez nego por fax su renuncia con complicidad de un soldado, in: El País 15.04.02, R. Internacional, S.3. (Art.-ID: PA L1 789).

[71] Twickel, (2006), S. 181-225; Zeuske, (2008), S. 509-516.

[72] OAS Organisation Amerikanischer Staaten.

[73] Aznarez, Juan J., Chávez se mantiene firme despues de tres dias de huelga en Venezuela, in: El País 05.12.02, R. Interncional, S. 8. (Art.-ID: PA L1 1043).

[74] Eigene Übersetzung , Spanisch: „ La conversion de una huelga de cierre patronal y laboral, y de brazos caidos, en un paro "activo", en aplicacion de las orientaciones de la Confederacion de Trabajadores de Venezuela (CTV), partidos de oposicion y la cupula empresarial Fedecamaras, modifico sustancialmente el rumbo de una protesta que altero sustancialmente la vida nacional.“, Aznarez, Juan J., (Art.-ID: PA L1 1043).

[75] MVR, Movimiento V (quinta) Republica: War eine Links ausgerichtete politische Partei in Venezuela, die von Hugo Chávez 1997 gegründet wurde. 2007 wurde aus der MVR und anderen sozialistischen Parteien Venezuelas der Partido Socialista Unido de Venezuela (PSUV) gegründet.

[76] Hernandez, Clodovaldo, El Tribunal Supremo Venezolano estudia la suspencion del referendum sobre Chávez, in: El País 16.01.03, R. Internacional, S. 7. (Art.-ID: PA L1 1173).

[77] Hernandez, Clodovaldo, El Supremo paraliza el referendum de la oposicion, in: El País 23.01.03, S. 6. (Art.-ID: PA L1 1192).

[78] Hernandez, Clodovaldo, (Art.-ID: PA L1 1192).

[79] Cordinadora Democratica (deutsch: Demokratische Kordination): Bündnis der Parteien in Opposition zur Regierung Chávez, nach dem verlorenen Referendum im August 2004 aufgelöst (Twickel 2006: 340).

[80] Vinogradoff, Ludmila, Respaldo masivo de los venezolanos al «firmazo» contra Chávez, in: ABC 3.2.03, R. Internacional, S. 31. (Art.-ID: ABC H 1730).

[81] El País, Unbekannt, Comienza el «firmazo» para expulzar a Chávez, in: El País 29.11.03, S. 7. (Art.-ID: PA L2 32).

[82] Unbekannt, El País, Los organismos inernacionales avalan el triunfo de Chávez en el referendum, in: El País 17.08.04, R. Primera Pagina, S. 1. (Art.-ID: PA L2 292).

[83] Egurbide, Peru, Moratinos explicara en el Congreso por que Acusa a Aznar de apoyar el golpe venezolano, in: El País 24.11.04, R. España, S. 15. (Art.-ID: PA L2 435).

[84] Ayllon, Luis (Art.-ID: ABC H 930).

[85] Marirrodriga, Jorge, Chávez acapara la atencion en la campaña electoral peruana, in: El País 31.05.06, R. Internacional, S. 8. (Art.-ID: PA L2 1512).

[86] Lozano, Pilar / Hernandez, Clodovaldo, La guerrilla colombiana ofrece a Chávez negociar el canje de rehenes en Caracas, in: El País 18.09.07, R. Interncaional, S. 2. (Art.-ID: PA L2 2602).

[87] Afp/ABC, Hugo Chávez recibira a un emisario de las FARC, in: ABC 02.09.07, R. Internacional (Art.-ID: ABC L2 2607).

[88] Lozano, Pilar, Uribe pone fin a la mediación de Chávez con la guerrilla de las FARC, in: El País 23.11.07, R. Internacional, S. 2. (Art.-ID: PA L2 2922).

[89] Unbekannt, Mundo, «Mientras Uribe sea presidente, no tendremos relacion con Colombia, in: El Mundo 29.11.07, R. Mundo, S. 31. (Art.-ID: MU L1 1068).

Ende der Leseprobe aus 98 Seiten

Details

Titel
Hugo Chávez in den spanischen Printmedien. Analyse und Interpretation
Hochschule
Universität zu Köln  (IHILA Iberischen und Lateinamerikanischen Abteilung des Historischen Seminars der Universität zu Köln)
Veranstaltung
Iberische und Lateinamerikanische Geschichte
Note
1,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
98
Katalognummer
V178375
ISBN (eBook)
9783656053873
Dateigröße
9733 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hugo Chavez, Chavez, Medieninhaltsanalyse, Printmedien Spanien, Venezuela
Arbeit zitieren
Fabian Oster (Autor), 2011, Hugo Chávez in den spanischen Printmedien. Analyse und Interpretation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178375

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