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Das Menschenbild im Koran

Title: Das Menschenbild im Koran

Term Paper , 2011 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Nelli Chrispens (Author)

Theology - Comparative Religion Studies
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1. Einleitung
[...] Obwohl dem Islam häufig seine Historizität abgesprochen wird, da er nach islamischer Auffassung auf dem Koran, dem unverfälschten Wort Gottes beruht, ist auch er in historische Prozesse und Entwicklungen eingebunden. Wie jede Religion unterliegt auch der Islam den Einflüssen der jeweiligen Zeit, des Raumes und der Kultur (vgl. ebd.). Somit verändert sich auch sein Symbolgehalt in Abhängigkeit der Lesart. Dabei sind auch die Interpretationen von Theologen in einen historisch-kulturellen Kontext eingebunden und geprägt durch deren eigene Gegenwart, ihre moralischen Vorstellungen und Wünsche. „Daher spiegelt ihre jeweilige Lesart immer den geistigen Horizont einer bestimmten Zeit, eines bestimmten geographischen Ortes und einer bestimmten Kultur wider“ (ebd.).
Die Auseinandersetzung mit dem islamischen Menschenbild stützt sich in dieser Arbeit nur auf einzelne koranische Aussagen und die Interpretationen einiger weniger moderner Theologen. Eine Analyse der Entwicklung und Veränderung des islamischen Menschenbildes durch die verschiedenen Strömungen im Islam und durch die Rechtsschulen im Laufe der Zeit und in verschiedenen Teilen der Welt würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen und ist daher auch nicht enthalten.
Im Folgenden wird vor dem Hintergrund einer theozentrischen Anthropologie des Islam der Mensch als Geschöpf Gottes beschrieben. Im Anschluss folgt eine Diskussion über die Stellung des Menschen in der gesamten Schöpfung, um darauf aufbauend auf das Wesen des Menschen aus koranischer Sicht einzugehen. Dabei erhebt die Autorin bei der Auslegung und der Auswahl der Quellen keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder gar Repräsentanz.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Mensch als Geschöpf Gottes

3. Stellung des Menschen im Islam

3.1 Der Mensch als Diener Gottes

3.2 Der Mensch als Stellvertreter Gottes

4. Das Wesen des Menschen

4.1 Offenbarung und Fitra – der Islam als natürliche Religion

4.2 Freiheit und Verantwortung versus Prädestination

4.3 Die Schwächen und der Ursprung des Bösen im Menschen

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das islamische Menschenbild auf Basis koranischer Aussagen und moderner theologischer Interpretationen, mit dem Ziel, die Ambivalenz des Menschen als geschöpflicher Diener und zugleich verantwortlicher Stellvertreter Gottes auf Erden zu erörtern.

  • Die theozentrische Anthropologie im Islam
  • Das Spannungsfeld zwischen göttlicher Vorherbestimmung und menschlicher Handlungsfreiheit
  • Die Rolle des Menschen als Diener und Stellvertreter Gottes
  • Die Bedeutung der natürlichen Anlage (Fitra) und der Offenbarung
  • Der Umgang mit menschlichen Schwächen und dem Ursprung des Bösen

Auszug aus dem Buch

3.2 Der Mensch als Stellvertreter Gottes

Laut dem Koran ist der Mensch zum halifa auf Erden berufen. Das Wort halifa kann sowohl mit „Nachfolger“ als auch mit „Stellvertreter“ übersetzt werden. Beide Bedeutungen des Wortes fanden jeweils Anhänger in der islamischen Theologiegeschichte. Allerdings hat sich die Interpretation des Menschen als Stellvertreter Gottes auf Erden in der modernen Koranexegese durchgesetzt (vgl. Renz 2002, S.370). Demnach wird die Sichtweise vertreten, dass Gott dem Menschen ein Stück weit seine göttlichen Eigenschaften verlieh, als er ihm seinen Geist einblies (vgl. ebd. S.371). Dadurch habe nur der Mensch die besondere Würde und die Fähigkeiten, die er als Stellvertreter Gottes benötigt. Damit scheint er eine besondere Position innerhalb der Schöpfung einzunehmen. Laut Koran wurde er von Gott erst nach Vollendung der übrigen Schöpfung geschaffen (vgl. Nagel 1998, S.238 f.). Obwohl die Engel, die sich einzig auf die unfehlbare Lobpreisung Gottes verstehen, Einwände gegen die Erschaffung des Menschen erhoben, weil sie um seine Charakterschwächen wussten, setzte Gott die Menschen als die Nachfolger der Engel ein. (vgl. ebd. S.239).

Ob dieses Amt auch einen Herrschaftsanspruch über die Schöpfung impliziert, wird im Koran nicht ausdrücklich genannt. Allerdings lege Sure 2, Vers 31 diesen Schluss nahe, in der es heißt, dass der Mensch die Namen aller Dinge von Gott lernte und somit – nach altorientalischem Verständnis – Macht und Wissen über diese Dinge erhielt (vgl. Renz 2002, S.371).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die anthropologische Fragestellung ein, indem sie den Menschen als symbolbildendes Wesen in Zeit und Raum verortet und die historische Bedingtheit von Interpretationen innerhalb des Islam darlegt.

2. Der Mensch als Geschöpf Gottes: Dieses Kapitel erläutert die islamische Auffassung einer theozentrischen Anthropologie, in der der Mensch als ein von Gott kontinuierlich erschaffenes Wesen von diesem vollkommen abhängig ist.

3. Stellung des Menschen im Islam: Hier wird die Doppelrolle des Menschen als demütiger Diener Gottes und zugleich verantwortungsbewusster Stellvertreter auf Erden analysiert.

4. Das Wesen des Menschen: Dieses Kapitel untersucht die natürlichen Anlagen des Menschen (Fitra), das komplexe Verhältnis von Freiheit und Prädestination sowie die moralische Fehlbarkeit des Menschen im islamischen Kontext.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die ambivalente Natur des Menschen im Islam, der trotz seiner Schwächen und Sünden stets auf göttliche Barmherzigkeit und Vergebung hoffen kann.

Schlüsselwörter

Islam, Menschenbild, Anthropologie, Gott, Schöpfung, Koran, Stellvertreter, Diener, Freiheit, Prädestination, Fitra, Sünde, Unglaube, Verantwortung, Theozentrik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Auseinandersetzung über das islamische Menschenbild und dessen Verhältnis zu Gott und der Schöpfung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören die Rolle des Menschen als Geschöpf, seine Funktion als Diener und Stellvertreter (halifa), sowie Fragen zur menschlichen Freiheit und Moral.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, das Verständnis des Menschen im Islam als ambivalentes Wesen zwischen göttlicher Bindung und eigener Verantwortung zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Analyse koranischer Aussagen in Verbindung mit Interpretationen moderner islamischer Theologen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theozentrische Anthropologie, die ethische Verantwortung, die Deutung der natürlichen Veranlagung (Fitra) sowie das Problem des Bösen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind das islamische Menschenbild, die theozentrische Anthropologie, Freiheit, Prädestination und die Verantwortung des Menschen.

Wie unterscheidet sich das islamische Verständnis von der Erbsünde?

Im Gegensatz zum Christentum lehrt der Islam keine Erbsünde; jeder Mensch ist für seine Taten selbst verantwortlich und kann durch Reue und Umkehr wieder ein reines Verhältnis zu Gott finden.

Welche Bedeutung hat der Begriff „halifa“ im Kontext dieser Arbeit?

Er beschreibt den Menschen als Stellvertreter Gottes auf Erden, was sowohl eine besondere Würde als auch eine große Verantwortung für die Schöpfung impliziert.

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Details

Title
Das Menschenbild im Koran
College
University of Münster
Grade
1,0
Author
Nelli Chrispens (Author)
Publication Year
2011
Pages
17
Catalog Number
V178393
ISBN (eBook)
9783656004745
ISBN (Book)
9783656005308
Language
German
Tags
Islam Koran Menschenbild
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nelli Chrispens (Author), 2011, Das Menschenbild im Koran, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178393
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