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Islam: Geschichte und Politik der Neuzeit (1853-1878) - ein kurzer Überblick

Title: Islam: Geschichte und Politik der Neuzeit (1853-1878) - ein kurzer Überblick

Presentation (Elaboration) , 2003 , 12 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Björn Maatz (Author)

Politics - Topic: History of Inernational Relations
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Summary Excerpt Details

Mitte des 19. Jahrhunderts ist das Osmanische Reich vom Zerfall bedroht. Der „kranke
Mann am Bosporus“, so die Bezeichnung des Großreiches aus westlicher Sicht, wird
immer mehr zum Zielobjekt der europäischen Großmächte Frankreich und England, die
ihren Einfluss in der islamischen Welt verstärken wollen und das Osmanische Reich nur
noch als Spielball betrachten. Zudem erschwert das erwachende Nationalbewusstsein
der unter osmanischer Herrschaft stehenden Staaten es dem Osmanischen Reich, als
eine Einheit die Angriffe europäischer Kolonialmächte abzuwehren. Vor allem Ägypten
ist ein begehrtes Ziel: Langanhaltende Korruption in dem nordafrikanischen Land
erleichtert den Europäern die Einflussnahme. Der Einmarsch Napoleons in Ägypten im
Jahr 1798 ist signifikant für die weitere Entwicklung, macht er doch erstmals deutlich,
dass die technisch und organisatorisch überlegenen Europäer ernst machen mit ihren
Expansionsbestrebungen. Der mühelose Einfall Napoleons zeigt auf, dass das
Osmanische Reich die wirtschaftliche und militärische Überlegenheit der Europäer
vollständig ignoriert hat.
Nachdem der Blick auf Europa gefallen ist, wird auch innerhalb der islamischen Staaten
der Ruf nach Reformen immer lauter. Die Notwendigkeit zur Anpassung an europäische
Überlegenheit wird erkannt, soll das Osmanische Reich nicht mit fliegenden Fahnen
untergehen. 1839 wird die Tanzimat-Periode eingeläutet. Für die grundlegende
Reformierung des Verwaltungs- und Militärsystems gibt es keinen klar umrissenen
„Master-Plan“. Zwischenhandel wird ausgeschaltet, die Rechte der Provinzial-
Verwaltungen beschnitten. Europäisches Handelsrecht fließt in die Rechts- und
Verwaltungsreform ein. Schutzzölle werden aufgehoben, somit wird der Weg für
ausländische Kapitalanlagen frei gemacht.
Auch auf dem Schlachtfeld stehen die islamischen Staaten weit überlegenen Gegnern
gegenüber. Im Konzert derjenigen Länder, die das Osmanische Reich unter sich
aufteilen wollen, spielt neben Frankreich und England auch Russland eine bedeutende
Rolle. Die Russen wollen nicht nur ihren Einfluss auf dem Balkan vergrößern, sondern
haben auch die Kontrolle über die Meerenge zwischen Schwarzem Meer und
Mittelmeer ins Visier genommen. Die Briten können kein Gefallen an einer russischen
Vormachtstellung über das geschwächte Osmanische Reich finden, die ihre eigenen
Expansionsbestrebungen gefährden würde. Insofern eilen sie dem Osmanischen Reich
in der Folge zunächst mehrmals zu Hilfe.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Krim-Krieg (1853-1856)

2.1. Kriegsursachen

2.2. Kriegsverlauf

2.3. Kriegsende

2.4. Kriegsfolgen

3. Reformbestrebungen und Finanzkrisen

3.1. Osmanisches Reich

3.2. Ägypten

4. Europa und die islamische Welt

4.1. Ethnische Konflikte

5. Russisch-türkischer Krieg (1877-1878)

5.1. Kriegsursachen

5.2. Kriegsverlauf

5.3. Kriegsende

5.4. Kriegsfolgen

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Ausarbeitung analysiert die politische und wirtschaftliche Lage des Osmanischen Reiches sowie Ägyptens im 19. Jahrhundert, mit besonderem Fokus auf den Zeitraum von 1853 bis 1878, um das Spannungsfeld zwischen imperialen Ambitionen europäischer Großmächte, internen Reformbestrebungen und dem wachsenden Nationalbewusstsein zu beleuchten.

  • Die Auswirkungen europäischer Expansionsbestrebungen auf das Osmanische Reich.
  • Die Rolle des Krim-Krieges und des Russisch-türkischen Krieges für die geopolitische Stabilität.
  • Die finanzpolitische Abhängigkeit orientalischer Staaten von europäischen Krediten und Konzessionen.
  • Der Einfluss ethnischer Konflikte auf den Zerfallsprozess der osmanischen Herrschaft.
  • Das Scheitern von Modernisierungsversuchen wie der Tanzimat-Periode.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Mitte des 19. Jahrhunderts ist das Osmanische Reich vom Zerfall bedroht. Der „kranke Mann am Bosporus“, so die Bezeichnung des Großreiches aus westlicher Sicht, wird immer mehr zum Zielobjekt der europäischen Großmächte Frankreich und England, die ihren Einfluss in der islamischen Welt verstärken wollen und das Osmanische Reich nur noch als Spielball betrachten. Zudem erschwert das erwachende Nationalbewusstsein der unter osmanischer Herrschaft stehenden Staaten es dem Osmanischen Reich, als eine Einheit die Angriffe europäischer Kolonialmächte abzuwehren. Vor allem Ägypten ist ein begehrtes Ziel: Langanhaltende Korruption in dem nordafrikanischen Land erleichtert den Europäern die Einflussnahme.

Der Einmarsch Napoleons in Ägypten im Jahr 1798 ist signifikant für die weitere Entwicklung, macht er doch erstmals deutlich, dass die technisch und organisatorisch überlegenen Europäer ernst machen mit ihren Expansionsbestrebungen. Der mühelose Einfall Napoleons zeigt auf, dass das Osmanische Reich die wirtschaftliche und militärische Überlegenheit der Europäer vollständig ignoriert hat.

Nachdem der Blick auf Europa gefallen ist, wird auch innerhalb der islamischen Staaten der Ruf nach Reformen immer lauter. Die Notwendigkeit zur Anpassung an europäische Überlegenheit wird erkannt, soll das Osmanische Reich nicht mit fliegenden Fahnen untergehen. 1839 wird die Tanzimat-Periode eingeläutet. Für die grundlegende Reformierung des Verwaltungs- und Militärsystems gibt es keinen klar umrissenen „Master-Plan“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die prekäre Lage des Osmanischen Reiches Mitte des 19. Jahrhunderts und den wachsenden Druck durch europäische Kolonialmächte.

2. Krim-Krieg (1853-1856): Das Kapitel behandelt die Ursachen, den Verlauf und die politischen Konsequenzen des Krim-Krieges, der die Anfälligkeit des Reiches gegenüber russischen Expansionszielen offenbarte.

3. Reformbestrebungen und Finanzkrisen: Hier werden die Versuche zur Modernisierung im Osmanischen Reich und in Ägypten sowie deren finanzielle Folgen durch Kredite und Konzessionen analysiert.

4. Europa und die islamische Welt: Dieses Kapitel beleuchtet das Spannungsverhältnis zwischen dem europäischen Kolonialismus und den betroffenen muslimischen Gesellschaften sowie die Rolle ethnischer Konflikte.

5. Russisch-türkischer Krieg (1877-1878): Die Darstellung umfasst die Motive und den Verlauf des Russisch-türkischen Krieges, der zu erheblichen Gebietsverlusten und Neuordnungen auf dem Balkan führte.

6. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, wie das Osmanische Reich Ende des 19. Jahrhunderts in totale finanzielle und politische Abhängigkeit von europäischen Mächten geriet.

Schlüsselwörter

Osmanisches Reich, Krim-Krieg, Russisch-türkischer Krieg, Tanzimat, Ägypten, Kolonialismus, Finanzkrise, Suezkanal, Geopolitik, Balkan, Souveränität, Reformpolitik, Großmächte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Geschichte und Politik des Osmanischen Reiches sowie Ägyptens im Zeitraum zwischen 1853 und 1878 im Kontext des europäischen Imperialismus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören militärische Auseinandersetzungen, die finanzielle Abhängigkeit durch Staatsbankrotte und ausländische Investitionen sowie der interne Zerfall durch Nationalbewegungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Osmanische Reich durch äußeren Druck und interne Reformschwächen zur Zielscheibe der europäischen Großmächte wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse unter Verwendung relevanter Fachliteratur zu den politischen und ökonomischen Entwicklungen des 19. Jahrhunderts.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die militärischen Konflikte (Krim-Krieg, Russisch-türkischer Krieg), die wirtschaftlichen Reformversuche in Ägypten und der Türkei sowie deren Scheitern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Osmanisches Reich, Kolonialismus, Finanzkrise, Balkan und Souveränität.

Welche Rolle spielte der Bau des Suezkanals für Ägypten?

Der Bau des Suezkanals war ein Prestigeprojekt, das Ägypten trotz seiner Bedeutung für den Welthandel in den finanziellen Ruin und letztlich in die vollständige Abhängigkeit von Großbritannien trieb.

Warum wird das Osmanische Reich als „kranker Mann am Bosporus“ bezeichnet?

Diese Metapher beschreibt den fortschreitenden politischen, militärischen und wirtschaftlichen Niedergang des Großreiches im 19. Jahrhundert aus westlicher Perspektive.

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Details

Title
Islam: Geschichte und Politik der Neuzeit (1853-1878) - ein kurzer Überblick
College
University of Applied Sciences Bremen  (Internationaler Studiengang Fachjournalistik)
Grade
1,0
Author
Björn Maatz (Author)
Publication Year
2003
Pages
12
Catalog Number
V17839
ISBN (eBook)
9783638223119
Language
German
Tags
Islam Geschichte Politik Neuzeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Björn Maatz (Author), 2003, Islam: Geschichte und Politik der Neuzeit (1853-1878) - ein kurzer Überblick, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17839
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