Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Law - Civil / Private / Industrial / Labour

Pressefreiheit in Spanien - rechtshistorische und rechtsvergleichende Aspekte

Title: Pressefreiheit in Spanien - rechtshistorische und rechtsvergleichende Aspekte

Seminar Paper , 1997 , 26 Pages , Grade: 13 Punkte

Autor:in: Anna Keller (Author)

Law - Civil / Private / Industrial / Labour
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Presse eines Landes spiegelt das Leben und das Denken seines Volkes wider. Die Presse, unter der hier alle Printmedien verstanden werden, tut dies jedoch nur in dem Umfang, in dem der Staat ihr dies im Rahmen der Rechtsordnung gestattet.
Die Pressefreiheit ergibt sich einerseits aus dem Abwehrrecht der Presseleute gegenüber staatlichen Eingriffen und andererseits aus dem Recht der Leser auf eine freie Information durch eine freie, vielfältige und unabhängige Presse, deren Bestand vom Staat geschützt wird.
Zur Beurteilung der Pressefreiheit in Spanien muß also die rechtliche Stellung der Presse zum Staat, sowie ihre Stellung im Staat und zur Gesellschaft untersucht werden. Die Pressefreiheit eines Landes unterliegt einer historischen Entwicklung, die ständig fortschreitet. Es ist daher angezeigt, nicht nur den aktuellen Stand zu betrachten und sich an der geltenden Verfassung und den Pressegesetzen zu orientieren. Auch die geschichtliche Entwicklung des rechtlichen Verhältnisses zwischen Staat und Presse in Spanien muß berücksichtigt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Geschichtliche Entwicklung

1. Pressefreiheit im 19. Jahrhundert

2. Pressefreiheit im 20. Jahrhundert

a) Zur Presse im Bürgerkrieg

b) Zur Presse unter Franco

aa) Pressegesetz von 1938

bb) Auswirkungen des Pressegesetzes von 1938

aaa) Politische und innerbetriebliche Kontrolle

bbb) Kontrolle durch Steuerung der Information

ccc) Kontrolle durch Abhängigkeit vom Staat

cc) Pressegesetz von 1966

aaa) Kontrolle der Presseunternehmen

bbb) Kontrolle der Journalisten

ccc) Kontrolle der Veröffentlichungen

dd) Auswirkungen des Pressegesetzes von 1966

aaa) Organisation der Presse

bbb) Steuerung der Information

ccc) Abhängigkeit der Unternehmen vom Staat

ee) Zusammenfassung

c) Zur Presse nach Franco

III. Heutige Garantien und Grenzen der Pressefreiheit

1. Gewährleistung der Pressefreiheit in der Verfassung

2. Grenzen der Pressefreiheit in der Verfassung

a) Beschränkung auf Wahrhaftigkeit der Information

b) Beschränkung aus dem Recht auf Ehre

c) Beschränkung aus der Religionsfreiheit und dem Sittengesetz

d) Beschränkung aus den Bestimmungen zum Jugendschutz

3. Die verfassungsrechtlich garantierten Rechte der Journalisten

a) Die Gewissensklausel

b) Das Berufsgeheimnis

4. Das verfassungsrechtlich garantierte Recht auf Berichtigung

5. Garantien und Grenzen der Pressefreiheit im Pressegesetz von 1966

6. Weitere gesetzliche Garantien und Grenzen der Pressefreiheit

IV. Die Beziehung zwischen Staat und Presse

1. Privatisierung der Presse und keine parlamentarische Kontrolle

2. Autonome Gemeinschaften und Pluralismus

3. Das Gesetz über Amtsgeheimnisse (Ley de Secretos Oficiales)

a) Gegenstand des Gesetzes

b) Auswirkungen

4. Das Verbot der Vorzensur und der Beschlagnahme

V. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung der Pressefreiheit in Spanien von ihren Anfängen im 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Im Zentrum steht dabei die Analyse der rechtlichen Stellung der Presse gegenüber dem Staat und innerhalb der spanischen Gesellschaft, insbesondere unter Berücksichtigung der unterschiedlichen politischen Systeme.

  • Rechtshistorische Entwicklung der spanischen Pressefreiheit
  • Analyse der restriktiven Pressegesetze unter Franco
  • Verfassungsrechtliche Grundlagen und aktuelle Garantien der Pressefreiheit
  • Spannungsfeld zwischen staatlicher Regulierung und journalistischen Grundrechten
  • Die Rolle der Presse als Machtmittel und Kontrollinstanz in Spanien

Auszug aus dem Buch

Die Gewissensklausel

Das spanische Recht der Kündigung unterscheidet sich vom deutschen Recht darin, daß auch die Kündigung durch den Arbeitnehmer auf Gründen beruhen muß. Verschieden ist auch die Konstruktion der Kündigung: der Arbeitnehmer hat kein einseitiges Gestaltungsrecht, sondern Anspruch auf Vertragsaufhebung.

Ein Grund, der für eine „Kündigung“ durch den Journalisten in Betracht kommt, kann sich aus der Gewissensklausel ergeben. Sie sieht vor, daß ein Journalist aus Gewissensgründen die Arbeit verweigern und die Auflösung seines Arbeitsvertrages mit denselben arbeitsrechtlichen Folgen wie bei einer ungerechtfertigten Entlassung durch den Arbeitgeber verlangen kann, wenn die Zeitung, für die er tätig ist, ihre weltanschauliche Orientierung - objektiv nachweisbar, also in erheblichem Maße - verändert, weil dann ein Verstoß gegen die Würde des Journalisten angenommen wird. Eine einfach-gesetzliche Ausgestaltung fehlt zu dieser Gewissensklausel.

Daraus resultieren in der richterlichen Praxis Probleme der Abgrenzung bei der Feststellung, ob und wann sich ein Blatt objektiv nachweisbar weltanschaulich gewandelt hat und inwieweit der Journalist daher bei einer Auflösung des Arbeitsvertrags wegen eines Verstoßes gegen seine Würde rechtlich wie bei einer ungerechtfertigten Entlassung zu stellen ist und eine Abfindung zu erhalten hat. Selbst wenn der Journalist die Abfindung erhält, droht ihm trotzdem Arbeitslosigkeit, weshalb er sich diesen Schritt gut überlegen wird.

Das Recht der Presseunternehmen, beliebig zu entscheiden, was veröffentlicht und verbreitet wird, und die Tendenz der Zeitung festzulegen, wird von der Gewissensklausel nicht berührt.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung der Presse als Spiegel des gesellschaftlichen Lebens und definiert den Untersuchungsrahmen hinsichtlich des Verhältnisses von Staat und Presse in Spanien.

II. Geschichtliche Entwicklung: Hier wird der historische Wandel der Pressefreiheit vom 19. Jahrhundert über die Repressionen während des Franco-Regimes bis zur Demokratisierungsphase nach 1975 nachgezeichnet.

III. Heutige Garantien und Grenzen der Pressefreiheit: Dieses Kapitel behandelt die aktuelle verfassungsrechtliche Absicherung der Meinungs- und Pressefreiheit sowie die bestehenden materiellen Schranken, wie den Schutz der Ehre und des Jugendschutzes.

IV. Die Beziehung zwischen Staat und Presse: Es wird die Transformation des Pressewesens nach Franco hin zur Privatisierung beleuchtet sowie die Bedeutung von Pluralismus und staatlichen Geheimhaltungsvorschriften thematisiert.

V. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine freiheitliche Demokratie zwingend auf eine unabhängige Presse angewiesen ist und betont die Notwendigkeit, erreichte Freiheiten kontinuierlich gegen neue Gefahren zu verteidigen.

Schlüsselwörter

Pressefreiheit, Spanien, Verfassung von 1978, Franco-Regime, Pressegesetz 1966, Zensur, Meinungsfreiheit, Journalistisches Berufsgeheimnis, Gewissensklausel, Recht auf Berichtigung, Staatliche Kontrolle, Demokratisierung, Medienrecht, Amtsgeheimnisse, Pluralismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der rechtlichen und historischen Entwicklung der Pressefreiheit in Spanien, von ihren Anfängen bis zur modernen demokratischen Verfassung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder sind der historische Wandel der Medienregulierung, die verfassungsrechtlichen Garantien, die Grenzen der Berichterstattung durch Schutzrechte wie die Ehre, sowie die Rolle der Presse gegenüber dem Staat.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Entwicklung der Pressefreiheit in Spanien darzustellen und zu bewerten, wie das aktuelle Rechtssystem die Balance zwischen Pressefreiheit und staatlicher Sicherheit sowie dem Schutz individueller Rechte findet.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit nutzt eine rechtswissenschaftliche und rechtshistorische Analyse unter Berücksichtigung relevanter Gesetzestexte, verfassungsgerichtlicher Rechtsprechung und fachliterarischer Quellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung, eine detaillierte Darstellung der heutigen verfassungsrechtlichen Garantien und Beschränkungen sowie eine kritische Betrachtung der Beziehung zwischen Staat und Presse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Pressefreiheit, Zensur, Franco-Ära, Verfassung, Gewissensklausel und das Recht auf Gegendarstellung.

Wie unterscheidet sich die Gewissensklausel in Spanien von anderen Regulierungen?

Die spanische Verfassung ist eine der ersten, die das Recht von Journalisten auf Wahrung ihres Gewissens verfassungsrechtlich verankert, um sie bei einer unvorhergesehenen weltanschaulichen Änderung ihres Arbeitgebers zu schützen.

Welche Rolle spielt das Erbe des Franco-Regimes für die heutige Presse?

Obwohl sich Spanien zur Demokratie gewandelt hat, wirken einige Gesetze aus der Franco-Zeit, wie das Pressegesetz von 1966, teilweise noch nach, wobei sie durch die moderne Verfassung implizit überlagert und modifiziert wurden.

Wie regelt die Arbeit das Verhältnis zum Berufsgeheimnis?

Das Berufsgeheimnis wird als essenzielles Recht des Journalisten dargestellt, Informanten zu schützen, was die Grundlage für eine umfassende Informationsbeschaffung im Interesse einer freien Gesellschaft bildet.

Excerpt out of 26 pages  - scroll top

Details

Title
Pressefreiheit in Spanien - rechtshistorische und rechtsvergleichende Aspekte
College
University of Trier
Course
Seminar "Pressefreiheit in Europa - rechtshistorische und rechtsvergleichende Aspekte"
Grade
13 Punkte
Author
Anna Keller (Author)
Publication Year
1997
Pages
26
Catalog Number
V178490
ISBN (eBook)
9783656004387
ISBN (Book)
9783656004929
Language
German
Tags
pressefreiheit spanien aspekte punkte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anna Keller (Author), 1997, Pressefreiheit in Spanien - rechtshistorische und rechtsvergleichende Aspekte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178490
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  26  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint