In welchem Verhältnis stehen für Quine die Begriffe Synonymie und Analytizität?


Essay, 2002

6 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

In Quines Aufsatz „Two dogmas of empiricism“ stehen zwei zentrale Aspekte, wie dem Namen schon zu entnhemen ist, die den Empirismus der modernen Prägung (Wiener Kreis) in gewisser Hinsicht kritisieren. Das erste Dogma besteht darin, die Unterscheidung zwischen analytischen und synthetischen Aussagen strikt aufrecht erhalten zu wollen, das zweite ist der Reduktionismus, also der Glaube, dass jede einzelne sinnvolle Aussage logisch äquivalent zu einer auf Erfahrung beruhenden Tatsache sei. Dem zweiten Dogma hält Quine entgegen, dass nicht einzelne Aussagen, sondern immer nur eine Menge von Aussagen verifiziert werden können.

Auch wenn beide Dogmen miteinander zusammenhängen, soll nun im weiteren Verlauf des Essays das erste Dogma im Mittelpunkt stehen. Quine behauptet, es gebe kein Kriterium, um eine genaue Unterscheidung von analytischen und synthetischen Aussagen vorzunehmen. Dazu erläutert er das geläufige Kriterium der Synonymie (Bedeutungstheorie), das die Analytizität erklären soll. Diese beruht auf drei Begriffen, nämlich (1) Definition, (2) Austauschbarkeit und (3) semantische Regel, auf die wir noch zurückkommen werden.

Die Begriffe „a priori“ und „a posteriori “ habe eine lange Tradition. Schon vor Kant stritten sich die Empiristen und Rationalisten um eine genaue Auslegung dieser Begriffe[1]. Kant fügte dann eine weitere Unterscheidung, die im wesentlichen auf ihn zurückgeht, durch „analytisch“ und „synthetisch“ hinzu. Drei Kombinationen sind hier sinnvoll, die erste ist „analytisch a priori“, die zweite „synthetisch a posteriori“ und die dritte ist teilweise umstritten und nach Kant „synthetisch a priori“. Wenn nun im folgenden die Rede von „analytisch“ und „synthetisch“ ist, dann sollen damit die beiden erst genannten Kombinationen gemeint sein.

Will man nun das Verhältnis von Analytizität und Synonymie untersuchen, muss man sich zuerst ansehen, was man geläufig unter „analytisch“ versteht.

Analytische Sätze sind Sätze, die schon aus logischen oder semantischen Gründen wahr sind[2]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(1) kein un verheirateter Mann ist verheiratet

Die Silbe „un“ und das Wort „kein“ stellen eine doppelte Negation dar, die den Wahrheitswert des Satzes „verheirateter Mann ist verheiratet“ somit nicht verändern.

[...]


[1] Vgl. Baumann, Erkenntnistheorie, S.223

[2] a.a.O. S.234

Ende der Leseprobe aus 6 Seiten

Details

Titel
In welchem Verhältnis stehen für Quine die Begriffe Synonymie und Analytizität?
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Philosophie)
Veranstaltung
Seminar
Note
1,0
Autor
Jahr
2002
Seiten
6
Katalognummer
V17850
ISBN (eBook)
9783638223201
ISBN (Buch)
9783656871163
Dateigröße
342 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Verhältnis, Quine, Begriffe, Synonymie, Analytizität, Seminar
Arbeit zitieren
Peter Faulstich (Autor), 2002, In welchem Verhältnis stehen für Quine die Begriffe Synonymie und Analytizität?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17850

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