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Bedeutung und Grenzen von Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

Eine Betrachtung aus der Sicht eines Krankenpflegers

Title: Bedeutung und Grenzen von Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

Term Paper , 2011 , 20 Pages

Autor:in: Uwe Helbig (Author)

Nursing Science - Nursing Management
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Bedeutung und Grenzen von Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

Eine allgemein formulierte Patientenverfügung schützt den Patienten, speziell im hohen Alter und bei bestehender Pflegebedürftigkeit, nur bedingt oder nicht vor unerwünschter Behandlung und eine Vorsorgevollmacht erscheint speziell am Lebensende unverzichtbar!

Wie kommt ein Fachkrankenpfleger für Anästhesie und Intensivmedizin zu einer derart provokanten Aussage über ein so ‚sensibles‛ Thema? Die vorläufige Antwort auf diese Frage lautet: Aufgrund seiner täglichen praktischen Erfahrung. Die Intensivmedizin und ihre gigantischen Fortschritte der letzten Jahrzehnte hat mich anfänglich völlig in ihren Bann gezogen. Durch persönliche Erfahrungen kamen aber mehr und mehr Fragen hinsichtlich der Gratwanderung zwischen ‚Segen und Fluch‛ derselben auf. Ist das medizinisch ‚Machbare‛ immer das ‚Richtige‛ für den Patienten? Gibt es Grenzen? Können Patienten selbst oder deren Angehörige Einfluss auf eine Therapie nehmen? Angesichts solcher Fragen kam ich folgerichtig mit dem Thema Patientenverfügung in Kontakt, das mich seitdem immer wieder beschäftigt hat. Das daraus ein Thema für die Abschlussarbeit zum zertifizierten Case Manager geworden ist habe ich einer lieben Patientin zu verdanken, die ich lange betreute, die aber recht deutlich ihre Ablehnung gegenüber dem ‚Machbaren‛ äußerte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Patientenverfügung

2.1 Eine Patientenverfügung, warum eigentlich

2.2 Sinn einer Patientenverfügung

2.3 Grenzen einer unspezifischen Patientenverfügung

2.4 Beispiele für konkrete Formulierungen in einer Patientenverfügung

2.5 Bedeutung einer persönlichen Beratung

3 Vorsorgevollmacht

3.1 Sinn einer Vorsorgevollmacht

3.2 Patientenverfügung als Hilfe für den Vorsorgebevollmächtigten

4 Case Management als Möglichkeit zur Beratung und individuellen Erstellung von Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

4.1 Assessment

4.2 Zielvereinbarung

4.3 Netzwerk

4.4 Evaluation

4.5 Wer kann solch eine Beratung anbieten und bezahlen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die kritische Bedeutung präziser Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten aus der Perspektive langjähriger intensivmedizinischer Erfahrung. Ziel ist es aufzuzeigen, wie unpräzise Standardformulare die Selbstbestimmung am Lebensende gefährden können und wie Case Management als professionelles Instrument genutzt werden kann, um Patienten bei einer fundierten, lebenssituationsbezogenen Vorsorgeplanung zu beraten.

  • Kritische Analyse von Patientenverfügungen im intensivmedizinischen Kontext
  • Die Rolle der Vorsorgevollmacht als Instrument zur Willensdurchsetzung
  • Grenzen unpräziser Standardformulierungen bei Therapieentscheidungen
  • Einsatz von Case Management zur individuellen Bedarfsermittlung und Beratung
  • Ökonomische und ethische Implikationen ungeplanter medizinischer Maßnahmen

Auszug aus dem Buch

2.3 Grenzen einer unspezifischen Patientenverfügung

Mein Großvater erklärte mir vor vielen Jahren während einer Fernsehsendung über Intensivmedizin, in der vor laufender Kamera ein Patient defibrilliert und reanimiert wurde, „[...]wenn du das mit mir auf deiner Station irgendwann machst, enterbe ich dich! Ich möchte wenn es soweit ist nicht im Krankenhaus sterben oder dahinsiechen!“

Er war damals weit über 80 Jahre und machte mir und der ganzen Familie deutlich, dass er unter keinen Umständen auf eine solche Intensivstation eingeliefert werden wolle.

Ich musste ihm versprechen ‚das‛ mit allen Mitteln zu verhindern. Den Wunsch konnte die Familie ihm erfüllen, obwohl damals eine Patientenverfügung noch völlig unpopulär war.

Mit der unter Augenzwinkern erfolgten Androhung der Enterbung wollte er seinem Willen wohl nur zusätzlich Nachdruck verleihen. Häufig betonte er, er habe sein „Leben gelebt“, es gehe ihm mittlerweile um „einen würdigen Abgang“. Mein Großvater hatte ein spannendes, abwechslungsreiches Leben und einen friedlichen Tod. Hätte er seinen Willen in einer Patientenverfügung schriftlich formulieren sollen, er hätte sich sicherlich so festgelegt:

 keine intensivmedizinische Behandlung

 keine Reanimation

 keine Beatmung

 keine künstliche Ernährung

Nur selten habe ich bisher Willensbekundungen (Patientenverfügungen) gesehen die ähnlich konkrete Formulierungen enthalten. Die meisten Patientenverfügungen beziehen sich auf eine recht vage Krankheits- bzw. Zustandsbeschreibung. Nachfolgend gebe ich einige Beispiele,

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Der Autor erläutert seine Motivation aus der langjährigen Arbeit auf der Intensivstation und beschreibt anhand eines Praxisbeispiels das Problem unpräziser Patientenverfügungen.

2 Patientenverfügung: Es wird die rechtliche und medizinische Bedeutung beleuchtet, wobei die Unzulänglichkeit allgemeiner Formulierungen gegenüber konkreten individuellen Wünschen hervorgehoben wird.

3 Vorsorgevollmacht: Dieses Kapitel verdeutlicht die Notwendigkeit einer Vertrauensperson, die den Patientenwillen in akuten Krisensituationen durchsetzen kann, wenn die Patientenverfügung nicht alle Eventualitäten abdeckt.

4 Case Management als Möglichkeit zur Beratung und individuellen Erstellung von Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht: Hier wird der strukturierte Prozess des Case Managements als Beratungsansatz vorgestellt, um Patienten bei der Erstellung rechtssicherer und individueller Vorsorgedokumente zu unterstützen.

5 Zusammenfassung/Fazit: Der Autor resümiert die Notwendigkeit fachkompetenter Beratung und plädiert dafür, dass Institutionen wie Krankenkassen diesen Prozess aktiv unterstützen sollten.

Schlüsselwörter

Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Case Management, Intensivmedizin, Lebensende, Selbstbestimmung, Patientenrechte, Therapiebegrenzung, Palliativmedizin, Vorsorgeplanung, Beratungsbedarf, Patientenwille, medizinische Ethik, Patientenautonomie, Gesundheitsversorgung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Abschlussarbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, wie wichtig eine präzise und individuell formulierte Patientenverfügung für die Wahrung des Patientenwillens am Lebensende ist und warum Standardformulare in der klinischen Praxis oft nicht ausreichen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Themen umfassen die intensivmedizinische Praxis, die ethischen Konflikte bei der Therapie am Lebensende, die rechtlichen Voraussetzungen von Verfügungen und das Potenzial von Case Management in der Beratung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen vagen Patientenverfügungen und dem tatsächlichen medizinischen Handlungsbedarf aufzuzeigen und Case Management als Lösung für eine bessere, individuelle Vorsorgeberatung zu etablieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf der fachlichen Auswertung klinischer Erfahrungen, einer Analyse bestehender Literatur sowie der Auswertung einer eigenen Umfrage zum Thema Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht.

Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Grenzen unspezifischer Formulierungen, die Bedeutung der Vorsorgevollmacht zur Unterstützung der Verfügung sowie die Anwendung der Phasen des Case Managements (Assessment, Zielvereinbarung, Netzwerk, Evaluation) auf die Vorsorgeberatung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Case Management, Selbstbestimmung am Lebensende, Intensivmedizin und eine bedarfsgerechte, fachkompetente Beratung.

Warum reicht eine "0815"-Patientenverfügung laut dem Autor in der Praxis nicht aus?

Der Autor argumentiert, dass vage Formulierungen medizinischem Personal keinen klaren Handlungsspielraum lassen, da niemand vorab einschätzen kann, ob ein Zustand "unabwendbar" oder "irreversibel" ist, was oft zur Durchführung unerwünschter Maximaltherapie führt.

Inwiefern kann Case Management zur Kostendämpfung beitragen?

Durch eine frühzeitige, individuelle Beratung können Behandlungen vermieden werden, die der Patient selbst nicht wünscht. Dies reduziert kostspielige und medizinisch nicht gewollte intensivmedizinische Maßnahmen und schont somit Ressourcen im Gesundheitssystem.

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Details

Title
Bedeutung und Grenzen von Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht
Subtitle
Eine Betrachtung aus der Sicht eines Krankenpflegers
College
Protestant University of Applied Sciences Dresden  (Sofi)
Author
Uwe Helbig (Author)
Publication Year
2011
Pages
20
Catalog Number
V178521
ISBN (eBook)
9783656033547
ISBN (Book)
9783656033875
Language
German
Tags
Patientenverfügung Vorsorgevollmacht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Uwe Helbig (Author), 2011, Bedeutung und Grenzen von Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178521
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