Dies ist eine exegetische Arbeit zu der Perikope Matthäus 12,9-14 der Heilung der verdorrten Hand am Sabbat.
Eingeteilt in:
Übersetzungvergleich
Textanalyse
Literarkritik
Formgeschichte
Traditionsgeschichte
Redaktionsgeschichte
Gesamtinterpretation
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Übersetzungsvergleich
3. Textanalyse
3.1 Abgrenzung
3.2 Gliederung
3.3 Narrative Analyse
3.4 Syntaktische Analyse
3.5 Semantische Analyse
4. Literarkritik
5. Formgeschichte
6. Traditionsgeschichte
7. Redaktionsgeschichte
8. Gesamtinterpretation
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Perikope der Heilung am Sabbat (Mt 12,9-14) exegetisch zu untersuchen, den Text in seinen Gesamtzusammenhang einzuordnen und dabei die Intention des Autors sowie die historische und gegenwärtige Bedeutung des Sabbatgebots kritisch zu hinterfragen.
- Exegetische Analyse der Perikope Mt 12,9-14
- Synoptischer Vergleich und redaktionsgeschichtliche Einordnung
- Die Bedeutung des Sabbatgebots im antiken Judentum und Neuen Testament
- Spannungsfeld zwischen Gesetzestreue und Barmherzigkeit
- Interpretation des Liebesgebots als christlicher Leitlinie
Auszug aus dem Buch
3.3 Narrative Analyse
Die Perikope „ist um das Bildwort vom Schaf in der Grube herum ringförmig nach dem Schema A.B.C.D.C´.B´.A´ komponiert“7. Zudem bilden V9 (A) und V14 (A´) Einleitung und Ende. Damit weist der Text einen linear chronologisch, geschlossenen Aufbau auf. B und B´, bzw. C und C´ stimmen inhaltlich, sowie durch bestimmte Worte überein.
Die ersten Verse dienen nur der Ortsangabe (Synagoge) und Personenvorstellung (Jesus, kranker Mensch, Gegner Jesu), bzw. Beschreibung „verdorrte Hand“. Die Worte in V9 „kam er in ihre Synagoge“ (…) bilden mit den Worten aus V14 „Und hinausgegangen die Pharisäer“ eine Einheit, die Anfang und Ende der Perikope darstellt. Zudem stellen die Pharisäer, welche zunächst unbestimmt bleiben Jesus die Frage: „Ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen?“ um diesen anzuklagen. V12 ist wohl als Mittelpunkt dieser Perikope anzusehen, da dieser Jesu Worte enthält. Jesu Antwort ist ein einprägsamer Vergleich, beginnend mit einer rhetorischen Frage. Aus dem folgenden Gleichnis wird sofort im Anschluss die Lehre gezogen wird „Darum ist es am Sabbat erlaubt, Gutes zu tun“ (V12b). Von der Wunderheilung wird kurz und knapp berichtet: Jesus befiehlt, der Mann gehorche, und seine Hand wird gesund. Erst im letzten Vers werden die Gegner als Pharisäer charakterisiert. Der letzte Vers zeigt einen Bruch, der durch die negative Reaktion der Pharisäer bezogen auf die Wunderheilung Jesu zustande kommt.
Es lässt sich eine Aneinanderreihung von direkter Rede finden. Außerdem wird das Gespräch umhüllt von der Einleitung V 9-10a und dem Ende V 13b-14.
Eine neutrale außenstehende Person berichtet aus einer externen Perspektive über das Geschehen. Der Erzähler scheint nicht zu verbergen, im Gegenteil er verrät Details, die noch nicht einmal Jesus kennt. In V14 „die Pharisäer aber gingen hinaus und fassten den Beschluss, Jesus umzubringen.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darstellung des persönlichen Interesses an der Perikope sowie der Zielsetzung der exegetischen Untersuchung.
2. Übersetzungsvergleich: Gegenüberstellung verschiedener Bibelübersetzungen mit dem griechischen Grundtext, um Unterschiede in Wortwahl und Tempus hervorzuheben.
3. Textanalyse: Detaillierte Untersuchung des Textaufbaus mittels Abgrenzung, Gliederung sowie narrativer, syntaktischer und semantischer Analysen.
4. Literarkritik: Prüfung der Quellenlage unter Anwendung der Zwei-Quellen-Theorie und Einordnung der synoptischen Abhängigkeiten.
5. Formgeschichte: Gattungsbestimmung des Textes als Mischform zwischen Wundergeschichte und Streitgespräch sowie Reflexion über den Sitz im Leben.
6. Traditionsgeschichte: Untersuchung des Sabbatbegriffs und dessen Bedeutung im historischen Kontext sowie im Neuen Testament.
7. Redaktionsgeschichte: Analyse der matthäischen Besonderheiten und der theologischen Akzentsetzung gegenüber Markus und Lukas.
8. Gesamtinterpretation: Zusammenfassende Auswertung der Erkenntnisse hinsichtlich des Liebesgebots und der Bedeutung der Heilung am Sabbat.
Schlüsselwörter
Matthäusevangelium, Sabbat, Wunderheilung, Exegese, Pharisäer, Liebesgebot, Synoptiker, Streitgespräch, Textanalyse, Traditionsgeschichte, Redaktionsgeschichte, Barmherzigkeit, Neues Testament, Sabbatgebot, biblische Hermeneutik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit einer exegetischen Untersuchung der Perikope der Sabbatheilung im Matthäusevangelium (Mt 12,9-14).
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Fokus stehen das Verständnis des Sabbatgebots im antiken Judentum, die redaktionelle Bearbeitung durch den Evangelisten Matthäus sowie das Spannungsfeld zwischen gesetzlicher Strenge und dem Liebesgebot.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Text im Kontext des Matthäusevangeliums zu betrachten, die Intention des Autors herauszuarbeiten und die Bedeutung von Jesu Heilung am Sabbat theologisch einzuordnen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Die Arbeit nutzt klassische Methoden der historischen-kritischen Exegese, insbesondere den Übersetzungsvergleich, Literarkritik, Formgeschichte, Traditionsgeschichte sowie die redaktionsgeschichtliche Analyse.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die strukturelle Analyse des Textes, den Vergleich mit den synoptischen Parallelstellen bei Markus und Lukas sowie die tiefgehende Reflexion über die Sabbatthematik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Schlagworte sind Sabbat, Matthäusevangelium, Wunderheilung, Gesetzestreue, Barmherzigkeit und das Liebesgebot.
Wie bewertet der Autor das Handeln Jesu am Sabbat?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Jesus nicht als Sabbatbrecher agiert, sondern das Sabbatgebot im Sinne der Barmherzigkeit und der Nächstenliebe neu und vertiefend auslegt.
Welche Rolle spielt die Gemeinde des Matthäus in dieser Auslegung?
Die Gemeinde des Matthäus wird als judenchristlich beschrieben, die in einem Spannungsfeld zwischen der Distanz zur jüdischen Synagoge und der Einhaltung des Gesetzes steht und durch das Evangelium zum richtigen Verständnis angeleitet werden soll.
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- Lisa Hombaum (Author), 2011, Exegese zu Matthäus 12,9-14. Die Heilung der verdorrten Hand am Sabbat, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178524