Jean-Jacques Rousseau war einer der berühmtesten französischen Philosophen und Staatstheoretiker überhaupt. Er veröffentlichte im Jahr 1762 sein Werk “contrat social” in dem er sich mit der Gesellschaft beschäftigt. Aus diesem Grund konstruierte er einen Vertrag indem er die bürgerliche Ordnung auf festgelegte Grundlagen für das Regieren untersucht, um Gerechtigkeit und Nutzen zu verbinden. Der Mensch wird in Freiheit geboren, dennoch liegt er in Fesseln, daher stellt sich die Frage wie sich dieser Wandel von Freiheit zu Gefangenschaft vollzogen hat.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Naturrecht
3. Der Gemeinwille
4. Der Gesellschaftsvertrag
4.1. Bürger
4.2. Staat
4.3. Souverän
5. Die Souveränität
5.1. Unveräußerlichkeit
5.2. Unrepräsentierbarkeit
5.3. Unteilbarkeit
5.4. Unfehlbarkeit
5.5. “legibus absolutus”
6. Schluss
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der staatstheoretischen Konzeption Jean-Jacques Rousseaus in seinem Werk „Contrat social“. Ziel ist es, Rousseaus Lösung für das Spannungsfeld zwischen der Freiheit des Individuums und der notwendigen bürgerlichen Ordnung durch den Gesellschaftsvertrag zu analysieren.
- Die Analyse des Naturrechts als Ausgangspunkt für die menschliche Entwicklung.
- Die Definition und Bedeutung des Gemeinwillens für eine gerechte Gesellschaft.
- Die Untersuchung der Rolle des Bürgers, des Staates und des Souveräns im Gesellschaftsvertrag.
- Die fünf wesentlichen Eigenschaften der Souveränität nach Rousseau.
Auszug aus dem Buch
3. Der Gemeinwille
Dieser Gemeinwille muss aber zuerst herausgebildet werden, damit er dann die Motivation des Handelns wird und zur Identifikation des Individuums mit den Gewohnheiten und Sitten der Gesellschaft führt. Dieser Gemeinwille ist für alle verbindlich, da es eine öffentliche und geltende Erklärung ist, die im Sinne der gemeinsamen Interessen handeln soll. Der Gemeinwille kann nicht über ein Verfahren, sondern nur über seinen Inhalt identifiziert werden. Der Inhalt des Gemeinwillens, ist das Gemeinwohl und in ihm vereint sich die Gemeinsamkeit der Gemeinschaft, die im Interesse der Selbsterhaltung handelt. Nur wenn der politische Wille, der eigene der Bürger ist, kann sich in der Ausbildung des allgemeinen Willens zugleich individuelle Selbstbestimmung vollziehen. Die Bedingungen des Gemeinwillens sind: “Alle Mitglieder der Gemeinschaft nehmen an den Versammlungen zu seiner Ermittlung teil, dabei muß «der Gemeinwille immer befragt werden und auch immer eine Antwort erteilen»; die Versammelten werden also eigentlich nicht gefragt, ob sie dem Antrag zustimmen, «sondern ob er dem Gemeinwillen entspricht»; die Mitglieder sagen dabei ihre Meinung und keine andere, nur opportune oder in Vorabsprachen festgelegte; sie erörtern die Punkte, die strittig bleiben, solange, bis sie ein gemeinsames Verständnis davon haben.” Sind die Bedingungen erfüllt, kommt es zu einem Zusammenschluss, den sie vorantreiben müssen, um die Gegenwirkung zu überwinden. Eine solche Summe von Kräften kann nur durch Viele entstehen. Diese Kräfte sind Stärke und Freiheit, wenn man diese aufgibt, schadet man sich selbst. Dieses Problem versucht Rousseau durch eine Frage mit Lösungsvorschlag zu beantworten, indem er fragt: „Finde eine Form des Zusammenschlusses, die mit ihrer ganzen gemeinsamen Kraft die Person und das Vermögen jedes einzelnen Mitglieds verteidigt und schützt und durch die doch jeder, indem er sich mit allen vereinigt, nur sich selbst gehorcht und genauso frei bleibt wie zuvor.“ Somit ist das Problem die Lösung, nämlich der Gesellschaftsvertrag.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Rousseau wird als bedeutender Staatstheoretiker eingeführt, dessen Ziel es ist, die bürgerliche Ordnung auf eine Grundlage zu stellen, die Gerechtigkeit und Nutzen verbindet.
2. Das Naturrecht: Dieses Kapitel erläutert das Naturrecht als Menschenrecht im Naturzustand und begründet, warum die Überwindung dieses Zustandes durch einen Vertrag notwendig für die Sicherheit und Freiheit des Menschen ist.
3. Der Gemeinwille: Es wird die zentrale Rolle des Gemeinwohls diskutiert, welches erst durch die Identifikation der Bürger und ein gemeinsames Verständnis als politischer Wille verbindlich wird.
4. Der Gesellschaftsvertrag: Hier werden die Prinzipien des Vertrages dargelegt, insbesondere die totale Entäußerung der Rechte an die Gemeinschaft zur Wahrung von Freiheit und Eigentum.
4.1. Bürger: Dieser Abschnitt thematisiert das Verhältnis zwischen Mensch und Bürger und die Rolle des Gesetzes bei der Vereinung von individueller Freiheit und Gerechtigkeit.
4.2. Staat: Es wird die Aufgabe des Staates zur Sicherung der Freiheit unter Berücksichtigung des Gesamtwohls und der Vermeidung von Interessenkonflikten beschrieben.
4.3. Souverän: Dieser Teil beschreibt den Souverän als Gesetzgeber, der durch Stabilität der Sozialstruktur und Zivilreligion das Zusammenleben fördert.
5. Die Souveränität: Hier werden die fünf konstitutiven Merkmale der Souveränität als direkte Folge des Gesellschaftsvertrages hergeleitet.
5.1. Unveräußerlichkeit: Die Unveräußerlichkeit wird als politische Entsprechung der individuellen Autonomie begründet, die beim Volk verbleiben muss.
5.2. Unrepräsentierbarkeit: Rousseau argumentiert, dass der Gemeinwille nicht durch Abgeordnete vertreten werden kann, sondern die direkte Bestätigung durch das Volk erfordert.
5.3. Unteilbarkeit: Die Unteilbarkeit der Souveränität ergibt sich daraus, dass nur das gesamte Volk über sich selbst bestimmen kann.
5.4. Unfehlbarkeit: Die Unfehlbarkeit wird durch die Erzeugungsbedingungen des Gemeinwillens sowie durch dessen inhaltliche Ausrichtung auf das Gemeinwohl begründet.
5.5. “legibus absolutus”: Dieser Abschnitt erläutert die Stellung des Souveräns als Herr über Pflichten und Rechte in einer Struktur, die konventionell statt naturgegeben ist.
6. Schluss: Zusammenfassend wird das Ziel Rousseaus hervorgehoben, durch den Gesellschaftsvertrag die Ungleichheit zu mindern und politische Freiheit innerhalb der Gemeinschaft zu ermöglichen.
Schlüsselwörter
Jean-Jacques Rousseau, Gesellschaftsvertrag, Naturrecht, Gemeinwille, Souveränität, politische Freiheit, Bürger, Staat, Allgemeinwille, Unveräußerlichkeit, Gemeinwohl, soziale Gleichheit, Selbstbestimmung, Rechtsphilosophie, Contrat social.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die staatstheoretischen Überlegungen von Jean-Jacques Rousseau in seinem Werk „Contrat social“, insbesondere wie ein Vertrag die Freiheit des Menschen innerhalb einer bürgerlichen Gesellschaft sichern kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind der Übergang vom Naturzustand in den bürgerlichen Zustand, die Konzeption des Gemeinwillens, die Struktur des Gesellschaftsvertrages sowie die Eigenschaften der Souveränität.
Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie Rousseau Gerechtigkeit und Nutzen miteinander verbindet, um dem Individuum in der Gemeinschaft politische Freiheit zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit angewendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse staatsphilosophischer Grundlagen, die auf der kritischen Auswertung von Primär- und Sekundärliteratur zu Rousseau basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil beleuchtet detailliert das Naturrecht, die Bildung des Gemeinwillens, die Funktionsweise des Gesellschaftsvertrages sowie die spezifischen Attribute der Souveränität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Gesellschaftsvertrag, Gemeinwille, Souveränität, politische Freiheit, Naturrecht und das Verhältnis von Bürger zu Staat.
Was versteht Rousseau unter dem Dualismus des Menschen im Kontext des Bürgers?
Rousseau geht davon aus, dass der Mensch in der Gesellschaft sowohl ein Individuum mit eigenen Interessen ist als auch Teil eines kollektiven Ganzen, was die Integration des Allgemeinwillens in das politische Verhalten erfordert.
Warum lehnt Rousseau die repräsentative Demokratie ab?
Rousseau argumentiert, dass der Gemeinwille nicht durch Abgeordnete vertreten werden kann, da jeder Einzelne als Teil des Volkes an der Gesetzgebung mitwirken muss, damit es als wahrhaftiges Gesetz gilt.
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- Anne Andraschko (Author), 2010, Jean-Jacques Rousseau - Der Gesellschaftsvertrag, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178602