Emotionale Entwicklung in der frühen Kindheit


Hausarbeit, 2011
17 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Entwicklungsaufgabe: Emotionen

II. Die Entwicklung von Emotionen in der frühen Kindheit
1. Emotion - Begriffsklärung
2. Theorien über die Entstehung von Emotionen
2.1 Charles Darwin Theorie
2.2 Theorie der Basisemotionen
2.3 Alan Sroufes - Differenzierungstheorie
2.4 Campos und Barret - der funktionalistische Ansatz
2.5 empirische Prüfung der Emotionstheorien
3. Indikatoren von Emotionen bei Kindern
3.1 Indikator von Emotionen - das Verhalten
3.2 Indikator von Emotionen - der Ausdruck
3.3 Indikator von Emotionen - das Erleben
3.4 Indikatoren von Emotionen - Physiologische Vorgänge
4. Die Entstehung von Emotionen im Entwicklungsverlauf
4.1 Emotionen bei Neugeborenen
4.1.1 Distress
4.1.2 Interesse
4.1.3 endogenes Wohlbehagen
4.1.4 Erschrecken/Furcht
4.1.5 Ekel
4.2 Säuglings- und Kindesalter - funktionstüchtige Emotionen
4.2.1 positive Emotionen
4.2.2 negative Emotionen
4.2.2.1 Das Fremdeln
5. Das Emotionsverständnis von Kindern

III. Resumé

Literaturverzeichnis

I. Entwicklungsaufgabe: Emotionen

Schon Philosophen wie Platon, Aristoteles und Rousseau und frühe wissenschaftliche Theoretiker wie Darwin, Freud und Watson haben sich mit Fragen der Kindesentwicklung beschäftigt. Auch und besonders heute ist die Entwicklungspsychologie der Kindheit ein wichtiges Forschungsgebiet, denn man geht davon aus, dass besonders die frühe Kindheit die weitere Entwicklung maßgeblich prägt.

Entwicklung wird im Allgemeinen betrachtet als ein „ über die Zeit ablaufender Prozess, der von verschiedensten Einflüssen immer wieder angestoßen und von diesen in Abfolge und Geschehen beeinflusst wird.1 Um ein physisches und psychisches Wohlbefinden zu erlangen, müssen für jede Entwicklungsperiode verschiedene Entwicklungsaufgaben vollzogen werden. Die durch die Anforderungen des Alltags und die Herausforderungen, die durch den Umgang mit Anderen bestehen, hervorgerufen werden. Durch erfolgreiche Bewältigung dieser Entwicklungsaufgaben, hat das Kind nun die Möglichkeit erweiterte, differenziertere und verlässlichere Vorstellungen über sich Selbst und seine Umwelt, abzurufen.2 Die Emotionsentwicklung ist eine bedeutende Aufgabe in der Entwicklung und diese wird in dieser Arbeit näher betrachtet. Doch bevor man Emotionen genauer betrachtet, sollte man sich mit der Begriffsklärung befassen.

II. Die Entwicklung von Emotionen in der frühen Kindheit

1. Emotion - Begriffsklärung

Eine Emotion ist ein „(...)komplexes Muster von Veränderungen, das physische Erregung, Gefühle, kognitive Prozesse und Verhaltesweisen einschließt, die in Reaktion auf eine Situation auftreten, welche ein Individuum als persönlich bedeutsam wahrgenommen hat„.3

Im Alltagsverständnis vollzieht sich oft eine Gleichsetzung von Emotionen und Gefühlen. Aber Emotionen sind mehr als nur Gefühle, auch wenn sie auch empfunden werden, denn sie setzen sich aus tatsächlichen Gefühlen, den Anlass des Gefühls, der Bewertung des Erlebten und der körperlichen Reaktion zusammen. Man kann also sagen, eine Emotion beinhaltet vier Komponenten, nämlich Subjektive Gefühle, der Wunsch etwas zu tun, physiologische Reaktionen und Kognitionen, die Emotionen hervorrufen oder begleiten können.4

Klar ist auch, dass nicht alle Definitionen von „Emotion“ einheitlich sind. So kann man den Emotionsausdruck auch als eine weitere Komponente bezeichnen, bei der es möglich ist die Identifikation von Emotionen durch die Körperhaltung oder durch verbalen oder mimischen Ausdruck deuten kann.5

Der Unterschied der verschiedenen Emotionstheorien bezieht sich somit auf die verschiedenen Schwerpunkte der verschiedenen Komponenten und wie das Verhältnis zwischen den einzelnen Komponenten konzipiert ist.6

2.Theorien über die Entstehung von Emotionen

2.1 Charles Darwins Theorie

Die Menschen beschäftigen sich schon sehr lange mit dem Thema „Emotionen“. Es stellte sich die Frage was sie sind und fraglich war auch die Entstehung. Bereits 1872 formuliert Darwin seine Antwort, in seinem Werk „ Der Ausdruck und die Gemütsvorstellungen beim Menschen und den Tieren“.7 In diesem Werk bildet er die These, dass eine direkte Verbindung zwischen inneren emotionalen Zuständen und ihrem Gesichtsausdruck besteht und dass dies auch schon Neugeborene betrifft und somit angeboren ist. Des Weiteren nimmt er an, dass es angeborene Grundemotionen gibt, die kulturell übergreifend vorhanden sind. Dies stützt er auf die Beobachtungen und Befragungen bei denen verschiedene Menschen aus unterschiedlichen Teilen der Welt in gleicher Weise seelische Zustände ausdrücken, wie zum Beispiel Erstaunen, Scham und Niedergeschlagenheit.8 Darwin spricht Emotionen außerdem die Aufgabe der sozialen Kommunikation und Hilfe bei der Bewältigung von Herausforderungen der Umwelt zu.9

2.2 Theorie der Basisemotionen

Die Theorie der Basisemotionen entwickelte sich im Laufe der Zeit aus Darwins Gedankengängen und wird auch Theorie der diskreten Emotionen genannt. Diese Emotionstheorie geht davon aus, dass Emotionen als angeboren betrachtet werden können und ab der frühsten Kindheit voneinander abgegrenzt werden können. Schon bei der Geburt ist das Emotionssystem gut entwickelt und für das gesamte weitere Leben bleibt dies das primäre motivationale System.10 Des Weiteren besagt diese Theorie, dass jede Emotion begleitet wird von einem spezifisch und unverwechselbaren Satz von mimischen und körperlichen Reaktionen.11

2.3 Alan Sroufes - Differenzierungstheorie

Alan Sroufes vertritt eine Gegenposition, denn für ihn sind Emotionen nicht bereits von Geburt an voneinander abgrenzbar. Er ist der Meinung die Umwelt spielt eine wichtige Rolle für die Entstehung und die Äußerung von Emotionen.12 Sroufes geht davon aus, dass zunächst bei Neugeborenen drei „Voremotionen“ zu beobachten sind. Erstens Vergnügen bzw. Freude, Zweitens Ängstlichkeit bzw. Furcht und Drittens Wut bzw. Ärger. Diese Vorläuferemotionen bilden die Grundlagen für die eigentlichen Emotionen. Die Entwicklung der Emotionen vollzieht sich im Verlauf der kognitiven und der sozial-kognitiven Entwicklung des Kindes.13

[...]


1 Kindergarten heute spezial. Vom Säugling zum Schulkind. Entwicklungspsychologische Grundlagen (2008). Titelnummer: 99. Freiburg. S. 3

2 Kindergarten heute spezial. Vom Säugling zum Schulkind. Entwicklungspsychologische Grundlagen (2008). Titelnummer: 99. Freiburg. S. 3

3 Zimbardo, Philip George; Hoppe-Graff, Siegfried (1995): Psychologie. 6., neu bearb. und erw. Berlin: Springer (Springer-Lehrbuch). S. 442

4 Siegler, R.; De Loche, J.; Eisenberg,N. (2008): Entwicklungspsychologie im Kindes- und Jugendalter. Heidelberg. S. 529

5 Holodynski, M. (2006): Emotionen - Entwicklung und Regulation. Heidelberg. S. 12

6 Kaufmann-Hayoz, Ruth (1991): Kognition und Emotion in der frühkindlichen Entwicklung. Berlin: Springer (Lehr- und Forschungstexte Psychologie, 39). S. 8

7 Janke, B. (2007): Entwicklung von Emotionen. In: Hasselhorn, M.; Schneider, W. (2007): Handbuch der Entwicklungspsychologie. Göttingen. S. 347

8 Ulich /Mayring (2003): Psychologie der Emotionen. Stuttgart. S. 63

9 Janke, B. (2007): Entwicklung von Emotionen. In:

Hasselhorn, M.; Schneider, W. (2007): Handbuch der Entwicklungspsychologie. Göttingen. S. 374

10 Ulich /Mayring (2003): Psychologie der Emotionen. Stuttgart. S. 66

11 Siegler, R.; De Loche, J.; Eisenberg,N. (2008): Entwicklungspsychologie im Kindes- und Jugendalter. Heidelberg. S. 530

12 Siegler, R.; De Loche, J.; Eisenberg,N. (2008): Entwicklungspsychologie im Kindes- und Jugendalter. Heidelberg. S. 530

13 Oerter, R.; Montada, L. (2008): Entwicklungspsychologie. Weinheim, Basel. S. 187

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Details

Titel
Emotionale Entwicklung in der frühen Kindheit
Hochschule
Universität Augsburg
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
17
Katalognummer
V178605
ISBN (eBook)
9783656006695
ISBN (Buch)
9783656008293
Dateigröße
434 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Emotion, frühe Kindheit, Entwicklung
Arbeit zitieren
Anne Andraschko (Autor), 2011, Emotionale Entwicklung in der frühen Kindheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178605

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