Schon Philosophen wie Platon, Aristoteles und Rousseau und frühe wissenschaftliche Theoretiker wie Darwin, Freud und Watson haben sich mit Fragen der Kindesentwicklung beschäftigt. Auch und besonders heute ist die Entwicklungspsychologie der Kindheit ein wichtiges Forschungsgebiet, denn man geht davon aus, dass besonders die frühe Kindheit die weitere Entwicklung maßgeblich prägt. Entwicklung wird im Allgemeinen betrachtet als ein „ über die Zeit ablaufender Prozess, der von verschiedensten Einflüssen immer wieder angestoßen und von diesen in Abfolge und Geschehen beeinflusst wird.1 Um ein physisches und psychisches Wohlbefinden zu erlangen, müssen für jede Entwicklungsperiode verschiedene Entwicklungsaufgaben vollzogen werden. Die durch die Anforderungen des Alltags und die Herausforderungen, die durch den Umgang mit Anderen bestehen, hervorgerufen werden. Durch erfolgreiche Bewältigung dieser Entwicklungsaufgaben, hat das Kind nun die Möglichkeit erweiterte, differenziertere und verlässlichere Vorstellungen über sich Selbst und seine Umwelt, abzurufen.2 Die Emotionsentwicklung ist eine bedeutende Aufgabe in der Entwicklung und diese wird in dieser Arbeit näher betrachtet. Doch bevor man Emotionen genauer betrachtet, sollte man sich mit der Begriffsklärung befassen.
Inhaltsverzeichnis
I. Entwicklungsaufgabe: Emotionen
II. Die Entwicklung von Emotionen in der frühen Kindheit
1. Emotion - Begriffsklärung
2. Theorien über die Entstehung von Emotionen
2.1 Charles Darwin Theorie
2.2 Theorie der Basisemotionen
2.3 Alan Sroufes - Differenzierungstheorie
2.4 Campos und Barret - der funktionalistische Ansatz
2.5 empirische Prüfung der Emotionstheorien
3. Indikatoren von Emotionen bei Kindern
3.1 Indikator von Emotionen – das Verhalten
3.2 Indikator von Emotionen – der Ausdruck
3.3 Indikator von Emotionen – das Erleben
3.4 Indikatoren von Emotionen – Physiologische Vorgänge
4. Die Entstehung von Emotionen im Entwicklungsverlauf
4.1 Emotionen bei Neugeborenen
4.1.1 Distress
4.1.2 Interesse
4.1.3 endogenes Wohlbehagen
4.1.4 Erschrecken/Furcht
4.1.5 Ekel
4.2 Säuglings- und Kindesalter – funktionstüchtige Emotionen
4.2.1 positive Emotionen
4.2.2 negative Emotionen
4.2.2.1 Das Fremdeln
5. Das Emotionsverständnis von Kindern
III. Resumé
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Emotionsentwicklung in der frühen Kindheit als zentrale Entwicklungsaufgabe, um das Verständnis für die nonverbale Kommunikation von Neugeborenen und Säuglingen zu schärfen. Es wird analysiert, wie Emotionen entstehen, welche Theorien zu deren Entwicklung existieren und wie Bezugspersonen diese kindlichen Ausdrucksformen interpretieren können, um die Beziehungsqualität und das Wohlbefinden des Kindes zu fördern.
- Theoretische Modelle zur Entstehung von Emotionen (Darwin bis funktionalistischer Ansatz)
- Methoden und Variablen zur Messung kindlicher Emotionen (Verhalten, Mimik, Physiologie)
- Die Entwicklung emotionaler Zustände von Neugeborenen bis zum Kleinkindalter
- Bedeutung der Eltern-Kind-Interaktion für die Emotionsregulation und Bindung
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Distress
Speziell durch Schreien wird Distress ausgedrückt. Dies signalisiert einen Mangelzustand oder einen dringenden Bedarf. Das Schreien hat eine Appelfunktion, diese weckt beim Empfänger den Eindruck, handeln zu müssen. Durch die motorische Unreife des Babys, ist es darauf angewiesen, die Bezugsperson auf sich aufmerksam zu machen. „ Die charakteristische Ausdrucks- und Körperreaktion ist ein langsam sich steigerndes, ungerichtetes Schreien mit quadratisch geöffnetem Mund und geschlossenen Augen, dem motorische Unruhe vorausgeht“.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Entwicklungsaufgabe: Emotionen: Einleitende Darstellung der Bedeutung der frühen Kindheit für die spätere Entwicklung und Definition von Entwicklungsaufgaben im Kontext psychischen Wohlbefindens.
II. Die Entwicklung von Emotionen in der frühen Kindheit: Umfassende Untersuchung der Emotionsentwicklung, gegliedert in Begriffsdefinitionen, theoretische Grundlagen, Indikatoren, Entwicklungsverläufe und das Verständnis bei Kindern.
III. Resumé: Zusammenfassende Betrachtung der Bedeutung von Wissen über Emotionsentwicklung für Bezugspersonen, um Kinder entwicklungsgerecht zu unterstützen und die Bindungsqualität zu stärken.
Schlüsselwörter
Emotionsentwicklung, frühe Kindheit, Säugling, Basisemotionen, Differenzierungstheorie, funktionalistischer Ansatz, Emotionsregulation, Eltern-Kind-Bindung, nonverbale Kommunikation, Sozialverhalten, Emotionsverständnis, Fremdeln, Stresshormone, Entwicklungspsychologie, Emotionsindikatoren
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen und empirischen Aspekten der Emotionsentwicklung bei Säuglingen und Kleinkindern sowie deren Bedeutung für die soziale Interaktion.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind Theorien der Emotionsentstehung, Indikatoren zur Erfassung kindlicher Emotionen und der Prozess der Ausdifferenzierung von Vorläuferemotionen zu komplexen Gefühlen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Bezugspersonen fundiertes Wissen über die Emotionsbildung zu vermitteln, damit sie die Signale ihres Kindes besser deuten und dessen Entwicklung optimal begleiten können.
Welche wissenschaftlichen Ansätze werden diskutiert?
Es werden unter anderem die Theorie von Charles Darwin, die Theorie der Basisemotionen, Alan Sroufes Differenzierungstheorie sowie der funktionalistische Ansatz nach Campos und Barret analysiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Definition von Emotionen, der wissenschaftlichen Debatte um deren Ursprung, den physiologischen und verhaltensbasierten Messmethoden sowie der konkreten Entwicklung von der Geburt bis zur sozialen Bezugnahme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Emotionsentwicklung, Basisemotionen, Bindung, Emotionsindikatoren und die kindliche Entwicklung in den ersten Lebensjahren.
Was unterscheidet Vorläuferemotionen von voll entwickelten Emotionen?
Vorläuferemotionen bei Neugeborenen sind eher durch physikalische Reize ausgelöst und wenig spezifisch, während entwickelte Emotionen durch soziale Interaktion und gezielte Anlässe geprägt sind.
Warum ist das "soziale Lächeln" ein wichtiger Meilenstein?
Es markiert eine neue Qualität in der Eltern-Kind-Beziehung, da es gezielt auf Mitmenschen gerichtet ist und als Mechanismus zur Beziehungsstärkung dient.
Welche Rolle spielt das Fremdeln in der Entwicklung?
Das Fremdeln ist ein Ausdruck der Bindungsentwicklung und zeigt, dass das Kind kognitive Vergleichsmöglichkeiten für vertraute und fremde Personen entwickelt hat.
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- Anne Andraschko (Author), 2011, Emotionale Entwicklung in der frühen Kindheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178605