Die Pazifikreisen des James Cook und die Entdeckung anderer Gesellschaften


Seminararbeit, 2010
18 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

II) Abbildungs-/ Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Leben des James Cook
2.1 Die Person James Cook
2.2 Seine Reisen

3. James Cooks Forschungen in Bezug auf die Kultur
3.1 Beschreibung, Klassifikation und Abgrenzung des Angetroffenen zum Bekannten
3.2 Ordnungssystem im 18. Jahrhundert allgemein

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

Abbildungs-/ Tabellenverzeichnis

Abbildung 1: James Cook. Quelle: Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH, Bonn; Kunsthistorisches Museum mit Museum für Völkerkunde und Österreichischem Theatermuseum, Wien; Historisches Museum Bern (Hrsg.) (2009): James Cook und die Entdeckung der Südsee. München. S. 120.

Abbildung 2: Die erste Reise James Cooks, 1768-1771. Quelle: ebenda. S. 14.

Abbildung 3: Die zweite Reise James Cooks, 1772-1775. Quelle: ebenda. S. 15.

Abbildung 4: Die dritte Reise James Cooks, 1776-1780. Quelle: ebenda. S. 16.

Abbildung 5: Porträt eines Maori. Quelle: ebenda. S. 173.

Tabelle: Reihenfolge der Themengebiete in Cooks Beschreibung der Gesellschaften von Otahiti, Neu Hebriden und Hawaii. Quelle: eigens erstellt nach Grenfell Price, A. (Hrsg.) (1965): Captain James Cook: Entdeckungsfahrten im Pacific: Die Logbücher der Reisen von 1768 bis 1779. New York. S. 58-67; S. 240-245; S. 323-331.

1. Einleitung

„Die Reisen Cooks stehen in ihrer epochalen Bedeutung […] nur den Fahrten des Kolumbus nach; dennoch hat man Cook, abgesehen von der jüngeren Gegenwart, kaum jemals den Tribut gezollt, den seine brilliante, wissenschaftlich exakte Forschertätigkeit verdiente“ (Grenfell Price 1971: 10).

Bereits vor Cook fuhren viele Entdecker hinaus in die Welt. So sind zum Beispiel Namen zu nennen wie Magellan, der als erster Seefahrer die ganze Welt umsegelte, Kolumbus, der Amerika entdeckte oder Tasman, der auf einer seiner Reisen bewiesen hat, dass die nordwestliche Küste Australiens „nicht mit dem angeblichen Südland zusammenh[ängt]“ (März 1908). Natürlich könnten hier auch noch einige andere bedeutende Entdecker aufgelistet werden, aber das würde nicht dem eigentlichen Thema dienen. (März 1908: 7)

Im Folgenden soll es nämlich um die Person James Cook, seine Reisen und vor allem seine Entdeckungen gehen. Da er in viele verschiedene Richtungen Forschungen unternahm, wird sich im Weiteren hauptsächlich auf den Bereich der angetroffenen Gesellschaften und Kulturen beschränkt. Innerhalb dieses Teilgebiets werden vor allem seine Beschreibungen auf eine bestimmte Systematik hin untersucht sowie auf Grenzen, die er zwischen den fremden Kulturen untereinander, aber auch zu seiner eigenen zieht. Als Abschluss soll die Leitfrage, ob James Cook als Begründer der Kulturgeographie gesehen werden kann, beantwortet werden.

Diese gerade angesprochene Kulturgeographie ist eine mittlerweile überholte Form und wird hier aus der Perspektive der Neuen Kulturgeographie betrachtet, die auf Grund des Cultural turns neue Ansichten aufweist, aber sich dennoch den Forschungskriterien der vorherigen Kulturgeographie bewusst ist.

Als Forschungsgrundlage dienen vor allem die „Entdeckungsfahrten des James Cook im Pacific 1768-1779“ von Grenfell Price herausgegeben, sowie „Die Politik der Verortung“ von Julia Lossau. Ergänzend kommen aber noch andere Werke hinzu, denn Forschungsliteratur zu James Cook ist viel vorhanden, allerdings werden meist nur seine Reisen geschildert. Doch bevor auch hier von diesen berichtet wird, erst einmal etwas zu Cooks Leben vor der Seefahrt.

2. Das Leben des James Cook

Der Entdecker James Cook hat viel in seinem Leben erreicht, gesehen und erlebt. Dass er ein kluger Kopf mit Mut und Kühnheit war, wird aus seinen Tagebüchern schnell deutlich. Im Gegensatz zu vielen anderen Entdeckern der Zeit kann man Cook als einen sehr belesenen Mann bezeichnen, was ihm auf seinen Reisen einige Vorteile bringen sollte. So nahm er auf seine erste Reise zum Beispiel viele Schriften anderer Seefahrer über deren Reisen im Pazifik mit, um hilfreiche Schlüsse daraus ziehen zu können. (Grenfell Price 1971: 36) Doch wie wächst ein solcher Seefahrer auf?

2.1 Die Person James Cook

James Cook erblickte am 27.10.1728 als in einem Dorf namens Marton-cum-Cleveland (York) das Licht der Welt. Sein Vater arbeitete als Taglöhner, genauer gesagt als Verwalter einer Farm. Nach seiner Taufe wuchs er in eher ärmlichen Verhältnissen auf. (Grenfell Price 1971: 28)

Sein Vater hatte Kenntnisse in Zahlen und Buchstaben und auch von seinem Sohn James forderte er eine gewisse Bildung. (Vandercook 1955: 5) So lernte Cook die wichtigsten Grundfertigkeiten in verschiedenen Institutionen bis er 13 Jahre alt war. Zunächst führte ihn sein Lebensweg ebenfalls auf die Farm, wo er aushalf, dann begann er aber eine Lehre zum Krämer in Staithes. Die Nähe des dortigen Hafens ließ in Cook eine „Sehnsucht nach der Seefahrt“ (Grenfell Price 1971: 28) entbrennen. (Hennig 1952: 3)

1746 ergriff er in Hennigs Buch die Flucht, um einen Beruf in der Seefahrt zu ergreifen. Bei Grenfell Price hingegen half ihm sein Ausbilder eine neue Anstellung als Gehilfe bei Schiffseignern in Whitby zu erlangen. In den unterschiedlichsten Positionen fuhr Cook in den Sommermonaten zur See und lernte dabei viel über die Kartographie und Forschung. Als Cook aber das Angebot erhielt, das Kommando auf einem Schiff zu übernehmen, wies er es zurück, denn er hatte seine Chance und Pflicht in der Marine erblickt. Während des Winters bildete er sich mit viel Fleiß in Navigation, Nautik, Astronomie, Vermessung und Kartographie weiter. Mit 26 Jahren wechselte Cook (siehe Abb. 1) zur Marine, wo er Erfahrungen mit Scorbut und Navigation machen konnte und die Karriereleiter stetig nach oben kletterte.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: James Cook.

Bereits nach elf Jahren wurde er zum Kapitän der Pembroke ernannt. 1961 bekam Cook eine Prämie von 50 Pfund „in Anbetracht seiner unermüdlichen Anstrengungen, sich selbst zum Meister der Ausmessungen des St.Lorenz-Stromes zu machen“ (Hennig 1952: 8) durch den Flottenchef der Küstengewässer Amerikas zugesprochen. (Hennig 1952: 3ff.; Grenfell Price 1971: 29)

Neben seinem großen Engagement in seinem Beruf, lernte Cook Elizabth Batts kennen, welche er im Dezember 1962 heiratete und mit der er sechs Kinder zeugte, von welchen aber nur drei überlebten. Ein prägendes Ereignis für Cook begab sich während des Kartierens von Labrador und Neufundland: Ein Pulverfass explodierte und sorgte dafür, dass Cook seinen Daumen verlor. Mit seiner letzten Arbeit, bevor er für die im nächsten Kapitel näher erläuterten Reisen auserwählt wurde, zog er Aufmerksamkeit und Anerkennung auf sich. Es handelte sich hierbei um die Beobachtung und Dokumentation einer Sonnenfinsternis. (Hennig 1952: 9ff.)

2.2 Seine Reisen

„Ihr sollt gen Süden fahren, um den Kontinent zu entdecken” (Grenfell Price 1971: 33). So soll der geheime Auftrag an Cook gelautet haben, ehe er zu seiner ersten großen Reise in See stach. Eigentlicher Auftrag war es, den Durchgang der Venus von einem südlichen Punkt aus zu beobachten. An Bord der Endeavour, Cooks Expeditionsschiff waren neben Cook einige Astronome, Naturforscher, Botaniker, ein Koch, ein Arzt und viele andere Menschen, die für eine dreijährige Reise unabdingbar waren. (Grenfell Price 1971: 33ff.)

Cooks erste Reise begann am 25.08.1768 in Plymouth. Von dort aus führte ihn sein Weg über Madeira, Rio de Janeiro, Feuerland, vorbei am Kap Horn bis nach Tahiti, wo er den Durchgang der Venus dokumentierte. Die Beobachtung verlief ohne Probleme und bei besten Wetterbedingungen. So führte ihn seine Reise nach Neuseeland. Um einen weiteren Auftrag zu erfüllen, umsegelte Cook die Küsten Neuseelands, welche er gleichzeitig äußerst genau kartierte und bei dieser Gelegenheit auch feststellen musste, dass es sich um zwei Inseln handelt. Die Weiterfahrt führte ihn über Neuholland (bei Grenfell Price die Ostküste Australiens mit anschließender Fahrt entlang der Südküste Neuguineas, um zu untersuchen, ob diese beiden Kontinente zusammenhängen (1971: 111)) nach Java, zum Kap der guten Hoffnung und schließlich zurück nach Plymouth. (siehe Abb. 2) Nach detaillierter Kartierung der Küste Neuhollands erlitt Cook Schiffbruch, was die Weiterfahrt verzögerte. (Humble 1991: 10ff)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Die erste Reise James Cooks, 1768-1771.

Dadurch konnte James Cook seine erste Pazifikreise mit kleiner Verzögerung und großartigen Ergebnissen am 10.07.1771 beenden. (ebenda: 17) Er hatte zwar kein neues, südlich liegendes Land entdeckt, aber den Durchgang der Venus hervorragend dokumentiert, bewiesen, dass Neuseeland aus zwei Inseln besteht, Zeichnungen und herausragende Landkarten (vor allem von Neuseeland) angefertigt und eine Passage zwischen Neuholland und Neuguinea entdeckt. (Grenfell Price 1971: 132ff.) Er und auch seine Wissenschaftler konnten auf der Reise wichtige Kenntnisse in verschiedenen Bereichen ziehen, wie zum Beispiel die Entdeckung neuer „Lebewesen und Pflanzen“ (Vandercook 1955: 105) und andere naturgeschichtliche Fakten. (Grenfell Price 1971: 135)

Bereits am 13.07.1772 stach Cook erneut in See. Diesmal mit zwei Schiffen namens Resolution und Adventure. Der Auftrag lautete, einen südlich liegenden Kontinent zu finden und die Südpolarregion zu erforschen. Sein Weg führte ihn über Südafrika Richtung Südpol, wo er auf eine große Menge Eisberge stieß. Er durchquerte den Indischen Ozean entlang dieses „Eiskontinents“ und nahm im Anschluss Kurs auf Neuseeland und Tahiti, um die Vorräte auffüllen zu können. Von dort brach er quer durch den Pazifischen Ozean erneut zum Südpol auf, traf aber wieder auf Eisschollen, die ein Weiterkommen unmöglich machten. Aus diesem Grund setzte er seine Reise fort, indem er den Pazifik durchkreuzte bis er schließlich wieder in Neuseeland landete. Damit hatte Cook einmal den kompletten Globus umrundet, ehe er seine Rückreise vorbei an Südamerika, durch den Südatlantischen Ozean nach Südafrika und schließlich nach Plymouth antrat. (siehe Abb. 3) (Humble 1991: 19)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Die zweite Reise James Cooks, 1772-1775.

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Details

Titel
Die Pazifikreisen des James Cook und die Entdeckung anderer Gesellschaften
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Geographie)
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
18
Katalognummer
V178619
ISBN (eBook)
9783656053866
ISBN (Buch)
9783656054276
Dateigröße
799 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
James, Kulturgeographie, Reisen, Gesellschaften, Ordnungssystem, 18. Jahrhundert, Kultur
Arbeit zitieren
Stephanie Dietrich (Autor), 2010, Die Pazifikreisen des James Cook und die Entdeckung anderer Gesellschaften, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178619

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