Diese Hausarbeit entwickelt ein Interventionskonzept für das betriebliche Gesundheitsmanagement eines Klinikums. Ausgangspunkt ist die Analyse gesundheitlicher Belastungen und betrieblicher Kennzahlen, aus der strategische BGM-Ziele und prioritäre Handlungsfelder abgeleitet werden.
Im Mittelpunkt stehen die beiden Maßnahmen der ergonomischen Entlastung im Bereich Technik und Service sowie der gesundheitsgerechten Arbeitsorganisation und Stärkung der Pflege. Dabei werden verhaltens- und verhältnisbezogene Ansätze miteinander verbunden. Eine Projekt- und Ressourcenplanung konkretisiert die zeitlichen Abläufe, Verantwortlichkeiten und relevanten Kostenpositionen.
Abschließend werden Möglichkeiten der Prozess- und Ergebnisevaluation sowie Grenzen der Wirksamkeitsbewertung diskutiert. Die Arbeit zeigt anhand eines Fallbeispiels, wie aus betrieblichen Analyseergebnissen ein strukturiertes und überprüfbares BGM-Interventionskonzept entstehen kann.
Inhaltsverzeichnis
1 ZUSAMMENFASSUNG ANALYSE ALS FAZIT
2 ABLEITUNG VON STRATEGISCHEN BGM-ZIELEN
3 ERSTELLUNG EINER INTERVENTIONSPLANUNG
3.1 Initiale Interventionsmaßnahmen
3.2 Projekt- und Ressourcenplanung
4 DISKUSSION UND PROBLEME DER EVALUATION
Zielsetzung und Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht in der Entwicklung und fundierten Planung eines maßgeschneiderten Interventionskonzepts im Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) für die MediCare Klinikum GmbH. Ausgehend von einer detaillierten Analyse der gesundheitlichen Ausgangssituation und spezifischer HR-Kennzahlen werden strategische Ziele abgeleitet, konkrete Maßnahmen für stark belastete Bereiche wie Pflege sowie Technik und Service konzipiert und Ansätze zur wissenschaftlichen Evaluation diskutiert.
- Analyse der gesundheitlichen Ausgangssituation und HR-Kennzahlen in einem Krankenhaus
- Ableitung und Priorisierung strategischer BGM-Ziele anhand von Risikomatrizen
- Entwicklung initialer verhältnis- und verhaltensbezogener Interventionsmaßnahmen
- Projekt-, Ressourcen- und Kostenplanung mittels Gantt-Diagrammen
- Diskussion von Methoden zur Prozess- und Ergebnisevaluation sowie potenzieller Evaluierungsprobleme
Auszug aus dem Buch
Ableitung von strategischen BGM-Zielen
Auf Grundlage der Ergebnisse des Unternehmensberichtes und des zuvor dargestellten Fazits werden für die MediCare Klinikum GmbH drei langfristige strategische BGM-Ziele abgeleitet. Die Priorisierung orientiert sich an der Risikomatrix nach Nohl, der Anzahl der betroffenen Mitarbeitenden sowie den gesundheitlichen Belastungen und HR-Kennzahlen. Daraus ergibt sich ein Bedarf in den Bereichen Prävention, Ergonomie, Stressbewältigung und Förderung gesundheitsgerechten Verhaltens. Ergonomie bezeichnet dabei die menschengerechte Gestaltung von Arbeit (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung [DGUV], o. J.).
Priorität 1 erhält der Unternehmensbereich Pflege, da dieser mit 1.100 Mitarbeitenden den größten Bereich der MediCare Klinikum GmbH darstellt. Zudem weist die Pflege mit 14,8% den höchsten Krankenstand des Unternehmens auf, während der Gesamtdurchschnitt bei 11,6% liegt. Die Beschäftigten sind insbesondere durch das Heben und Tragen von Patientinnen und Patienten, langes Stehen und Gehen, Zeitdruck, emotionale Belastungen und Schichtarbeit beansprucht. Das strategische BGM-Ziel besteht daher darin, die Gesundheit, Arbeitsfähigkeit und langfristige Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeitenden in der Pflege nachhaltig zu stärken. Die Zielerreichung kann anhand des Krankenstands, der BEM-Fälle, der Fluktuationsquote, des Work Ability Index sowie wiederholter Mitarbeiterbefragungen zu Gesundheit, Zufriedenheit und sozialer Unterstützung überprüft werden.
Priorität 2 entfällt auf den Unternehmensbereich Technik und Service. Mit 350 Mitarbeitenden ist dieser Bereich zwar kleiner als die Innere Medizin, weist jedoch mit einem Nohl-Wert von 4 ein höheres Risiko für Sicherheit und Gesundheit auf. Die Arbeitsplatzanalyse zeigt körperlich schwere Tätigkeiten, Heben und Tragen, Lärm durch Geräte sowie ungünstige klimatische Bedingungen. Das strategische BGM-Ziel besteht daher darin, die Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeitenden in Technik und Service durch eine langfristig gesundheitsgerechte und sichere Arbeitsgestaltung zu erhalten. Zur Überprüfung eignen sich insbesondere die Unfallquote, der Krankenstand, der BEM-Fälle, wiederholte Gefährdungsbeurteilungen mit Nohl-Bewertung sowie der Work Ability Index.
Zusammenfassung der Kapitel
1 ZUSAMMENFASSUNG ANALYSE ALS FAZIT: Beleuchtet die strukturelle und gesundheitliche Ausgangssituation des Krankenhauses, identifiziert zentrale Belastungsfaktoren wie Fachkräftemangel und Schichtarbeit und stellt relevante HR-Kennzahlen sowie Befragungsergebnisse vor.
2 ABLEITUNG VON STRATEGISCHEN BGM-ZIELEN: Formuliert und priorisiert drei langfristige strategische BGM-Ziele für die Bereiche Pflege, Technik und Service sowie Innere Medizin auf Basis einer Risikomatrix.
3 ERSTELLUNG EINER INTERVENTIONSPLANUNG: Präsentiert konkrete verhaltens- und verhältnisbezogene Maßnahmen, Zeitpläne mittels Gantt-Diagramm sowie eine detaillierte Ressourcen- und Kostenplanung.
4 DISKUSSION UND PROBLEME DER EVALUATION: Erläutert Möglichkeiten zur Prozess- und Ergebnisevaluation von BGM-Maßnahmen und diskutiert methodische Schwierigkeiten wie Verzögerungen und multifaktorielle Wirkungen.
Schlüsselwörter
Betriebliches Gesundheitsmanagement, Interventionskonzept, Krankenhaus, Pflege, Ergonomie, Gefährdungsbeurteilung, Risikomatrix, Arbeitssicherheit, Gesundheitsförderung, Prozessinanspruchnahme, Evaluation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit im Wesentlichen?
Die Arbeit behandelt die Erstellung eines praxisnahen Betrieblichen Gesundheitsmanagement-Konzepts (BGM) für ein regionales Krankenhaus mit über 780 Betten und 2.450 Mitarbeitenden.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Fokus stehen die Analyse der Ist-Situation durch HR-Kennzahlen und Mitarbeiterbefragungen, die strategische Zielableitung, die konkrete Interventionsplanung für Risikobereiche sowie die Evaluation der Maßnahmen.
Was ist das primäre Ziel des Interventionskonzepts?
Das Hauptziel ist es, die Gesundheit, Arbeitsfähigkeit und langfristige Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeitenden – insbesondere in den hoch belasteten Bereichen Pflege sowie Technik und Service – nachhaltig zu sichern.
Welche wissenschaftlichen und praktischen Methoden kommen zum Einsatz?
Es werden Instrumente wie Arbeitsplatzanalysen nach Nohl, Risikomatrizen, der Work Ability Index (WAI), Mitarbeiterbefragungen sowie Gantt-Diagramme für die Projektplanung verwendet.
Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Ableitung strategischer Ziele, der detaillierten Ausarbeitung verhaltens- und verhältnisbezogener Maßnahmen, der Ressourcen- und Kostenplanung sowie der Diskussion von Evaluationsmethoden.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Publikation charakterisieren?
Zentrale Begriffe sind Betriebliches Gesundheitsmanagement, Interventionskonzept, Krankenhaus, Pflegebelastungen, Ergonomie, Gefährdungsbeurteilung und Evaluation.
Welcher Unternehmensbereich erhält im Konzept die höchste Priorität und warum?
Priorität 1 erhält der Bereich Pflege, da er mit rund 45 Prozent der Belegschaft den größten Bereich darstellt und gleichzeitig den höchsten Krankenstand (14,8%) sowie massive physische und psychische Belastungen aufweist.
Welche konkreten Hilfsmittel werden für den Bereich Technik und Service geplant?
Vorgesehen sind unter anderem höhenverstellbare Werkbänke, fahrbare Werkzeug- und Materialwagen, Handhubwagen, Hebetische und Anti-Ermüdungsmatten sowie Maßnahmen zur Lärmminderung.
Wie ist die zeitliche Umsetzung der Interventionsmaßnahmen strukturiert?
Die Umsetzung der initialen Maßnahmen für Pflege sowie Technik und Service ist auf eine sechsmonatige Laufzeit ausgelegt, die von einer vorbereitenden Analysephase im ersten Quartal und anschließenden Evaluationsschritten flankiert wird.
Welche Probleme werden bei der Evaluation von BGM-Maßnahmen diskutiert?
Als Hauptprobleme werden genannt, dass Effekte oft nicht eindeutig einer einzigen Maßnahme zugeordnet werden können, Kennzahlen wie der Krankenstand meist erst langfristig reagieren und Befragungen subjektiven Verzerrungen unterliegen können.
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- Silas Richecarde Tomann (Author), 2026, Betriebliches Gesundheitsmanagement im Krankenhaus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1787010