Corporate Citizenship im Handwerk von Oberbayern – ein Vergleich zwischen Stadt und ländlichem Raum


Diplomarbeit, 2009
104 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Kartenverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Anhangsverzeichnis

Vorwort

1. Einführung
1.1 Fragestellung
1.2 Inhaltliche Vorgehensweise

2. Das Handwerk im gesamtwirtschaftlichen Kontext
2.1 KMU Definition und Merkmale
2.2 Abgrenzung von Handwerk und Industrie
2.3 Zustandsbeschreibung des Handwerks im gesamtwirtschaftlichen Kontext
2.4 Das Handwerk in der Stadt und ländlichem Raum

3. Corporate Citizenship
3.1 Begriffsklärung
3.2 Abgrenzung zu Corporate Social Responsibility
3.3 Konzepte des Corporate Citizenship
3.3.1 Corporate Giving
3.3.2 Das Konzept des Voluntarismus
3.4 Gründe für Corporate Citizenship

4. Theoretische Argumente für Corporate Citizenship
4.1 Raumbezogene Identität
4.1.1 Versuch einer Begriffsklärung
4.1.2 Funktionen raumbezogener Identität
4.1.3 Maßstabsfragen
4.2 Raum und Handeln
4.2.1 Von der raum- zur handlungsorientierten Perspektive
4.2.2 Handlungstheorien

5. Corporate Citizenship im Handwerk von Oberbayern - ein Vergleich zwischen Stadt und ländlichem Raum
5.1 Untersuchungsgebiet Oberbayern
5.1.1 Allgemeine Charakteristika des Regierungsbezirkes und der Handwerksorganisation in Oberbayern
5.1.2 Kennzahlen des Handwerks in Oberbayern
5.2 Empirische Befragung der Handwerksbetriebe in Oberbayern
5.2.1 Hinführung
5.2.2 Methodische Vorgehensweise der Erhebung
5.2.3 Aufbau des Fragebogens und des Gesprächsleitfadens
5.3 Empirische Ergebnisse
5.3.1 Charakteristika der antwortenden Unternehmen
5.3.2 Räumliche Verteilung der antwortenden Unternehmen
5.3.3 Maßnahmen und Bereiche des Corporate Citizenship
5.3.3.1 Häufigkeit und Art der Maßnahmen
5.3.3.2 Bereiche
5.3.4 Zeitliche Auslegung des ehrenamtlichen Engagements
5.3.5 Räumliche Verortung des Corporate Citizenship
5.3.6 Bekanntmachung des Corporate Citizenship
5.3.7 Gründe für Corporate Citizenship
5.3.8 Zukünftige Ausübung von Corporate Citizenship

6. Schluss - Bedeutung des Handwerks für die Gesellschaft

Literaturverzeichnis

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung Nr. 1: Engagementmaßnahmen im räumlichen Vergleich

Abbildung Nr. 2: Engagementbereiche

Abbildung Nr. 3: Engagementbereiche im räumlichen Vergleich

Abbildung Nr. 4: Zeitliche Auslegung des ehrenamtlichen Engagements im räumlichen Vergleich

Abbildung Nr. 5: Räumliche Verortung des Engagements

Abbildung Nr. 6: Räumliche Verortung des Engagements im räumlichen Vergleich

Abbildung Nr. 7: Bekanntgabe des Engagements im räumlichen Vergleich

Abbildung Nr. 8: Engagementgründe im räumlichen Vergleich

Abbildung Nr. 9: Zukünftiges Engagement im räumlichen Vergleich

Kartenverzeichnis

Karte Nr. 1: Ländlicher Raum und Verdichtungsräume in Bayern

Tabellenverzeichnis

Tabelle Nr. 1: KMU-Definition des IfM Bonn (seit 01.01.02)

Tabelle Nr. 2: Qualitative Merkmale für die Unternehmenszuordnung

Tabelle Nr. 3: Wirtschaftliche Kennzahlen des Handwerks in Deutschland

Tabelle Nr. 4: Corporate Social Responsibility und Corporate Citizenship im Vergleich

Tabelle Nr. 5: Wirtschaftliche Kennzahlen des Handwerks in Bayern

Tabelle Nr. 6: Durchschnittliche Mitarbeiterzahl der Betriebe

Tabelle Nr. 7: Rechtsformen der Betriebe

Tabelle Nr. 8: Verteilung der Betriebe nach Gewerbe

Tabelle Nr. 9: Räumliche Verortung der Betriebe

Tabelle Nr. 10: Verteilung der Betriebe auf die Landkreise Oberbayerns

Tabelle Nr. 11: Durchschnittliche Mitarbeiterzahl nach Gemeinde- bzw. Stadtgröße

Tabelle Nr. 12: Häufigkeit der Engagementmaßnahmen

Tabelle Nr. 13: Häufigkeit der Engagementmaßnahmen im räumlichen Vergleich

Tabelle Nr. 14: Zeitliche Auslegung des ehrenamtlichen Engagements

Tabelle Nr. 15: Bekanntmachung des Engagements

Tabelle Nr. 16: Engagementgründe

Tabelle Nr. 17: Zukünftiges Engagement

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Anhangsverzeichnis

Anhang Nr. 1: Ergänzende Abbildungen und Tabelle zu Kapitel 5

Anhang Nr. 2: Abbildungen zum Engagement in allen Hauptsitzen

Anhang Nr. 3: Abbildungen zum Engagement nach Unternehmensgröße

Anhang Nr. 4: Fragebogen und Gesprächsleitfaden

Anhang Nr. 5: Anschreiben für Handwerksbetriebe

Vorwort

Die Überlegungen, durch eine empirische Arbeit das Engagementverhalt en von Handwerksbetrieben zu untersuchen, entstanden während eines Praktikums an der Handwerkskammer für München und Oberbayern. Auch wenn die Anfertigung dieser Diplomarbeit einige Zeit in Anspruch genomme n hat, so habe ich dennoch nicht bereut, das gewählte Thema in Angrif f genommen zu ha ben. Über den gesamten Erstellungszeitraum habe ich stet s wertvolle Unterstützung von a ußerhalb erfahren. Hierdurch konnte ich e inerseits immer wieder neue Ideen und Informationen einbringen, andererseits habe ich dadurch kontinuierlich meine Freude an der Erstellung dieser Arbeit beibehalten.

Ganz besonderen Dank schulde ich Herrn Prof. Dr. Ernst Struck, de r mir trotz seiner großen Arbeitsbelastung durch vielfältige Aufg aben in seinen Leitung sfunktionen an der Universität Passau stets umfangreiche Sprechstunden gewährt hat und sich als kritischer und konstruktiver Gesprächspartner erwies. F ür die Eina rbeit in da s Programmpaket SPSS gebührt mein Dank Frau Ferdinand, Mi tarbeiterin an der Professur für Realschulpädagogik und -didaktik.

Dank schulde ich auch den Mita rbeitern der Handwerkskammer von München und Oberbayern. Im Besonderen möchte ich mich an dieser Stelle bei Herrn Fleschütz, Leiter der Abteilung Handwerkspolitik, und Herrn Wenz, zustä ndig für Wirtschaftsbeobachtung und Statistik, bedanken. Sie waren mir nicht nur bei der Erstellung und Auswertung des Fragebogens, sondern auch durch die häufige Übersendung von Informationsmat erialien eine unverzichtbare Hilfe. Zu Dank bin ich ferner Herrn Bartling verpflichtet, der m ich bei der Onlinestellung des Fragebogens tatkräftig unterstützte. Ebenso gilt mein Dank Günter Röser, meinem langjährigen Studienfreund, der die Arbe it durch seine Ratschläge - organisatorischer und inhaltlicher Art - in die entscheidenden Bahnen lenkte.

Schließlich möchte ich mich bei zwei Menschen bedanken, die mir d iese Diplomarbeit überhaupt durch ihre langjährige finanzielle und geistige Hilfe ermöglicht haben: meinen Eltern.

1. Einführung

1.1 Fragestellung

Der Begriff des Corporate Citizenship - zählt zu den „schillernde[n] Phänomenen“[1] in der wirtschaftsethischen Diskussion um die Stellung von Unternehmen in unserer heutigen Gesellschaft. Im Fokus des deutschen Diskurses standen anfänglich Großunternehmen.[2] Zu der Gesamtheit aller auf dem d eutschen Markt tätigen Firmen zählen in erster Linie aber kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit einem Anteil von 99 ,7 Prozent.[3] Diese sind es auch, die neuerdings ins Blickfeld der Europäischen Union (EU) geraten, und sich zu ihrem Engagement durch Dokumentation bekennen sollen.[4] Jenes Engagement findet bisher eher im Stillen statt und wird aus einer gewissen Selbstverständlichke it heraus praktiziert.[5] Wie beispielsweise die Ergebnisse e iner Studie de s Meinungsforschungsinstituts „Forsa“ verdeutlichen, ist jedoch die Bereitschaft von kleinen Betrieben, für wohltätige Zwecke einzutreten, um ein Vi elfaches höher als die von Großkonzernen. Bei Betrieben mit einem Umsatz von 100.000 Euro im Jahresdurchschnitt liegen die fre iwillig gespendeten Beträge bei 3,1 Prozent ihres Jahresumsatzes. Großkonzerne geben lediglich etwa 0,1 Prozent für wohltätige Zwecke aus.[6]

Im Jahr 2004 lagen noch keine anh and von Branche, Unternehmensgröße und Region differenzierenden Analysen zu Corporate Citizenship-Aktivitäten in Deutschland vor.[7] Nach Kenntnis des Verfassers tr ifft der Mangel an umfangreichen Ar beiten über das Corporate Citizenship nach wie vor auf Handwerksbetriebe zu. Da diese jedoch etwa ein Viertel in der Größenkategorie der KMU ausmachen, stellen die Handwerksbetriebe einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor in Deutschland dar.[8] Über die Bedeutung des Handwer ks äußerte sich auch der ehemalige Bundeska nzler Ludwig Erhard. Seine beso ndere Verbundenheit zum Handwerk sah er nicht nur darin begründet, dass diese „die Bürger mit Wurst, Bier und Brötchen versorgen“, s ondern ihn beeindruckten vielmehr d eren selbstverantwortliches Handeln und persönliche s Engagement. Er sah im Handwerk ein "soziologisch und politisch stabilisierende[s] Element"[9]. Dementsprechend soll die vorliegende Arbeit durch ihre ausschließliche Konzentration auf das Corporate Citizenship im Handwerk dazubeitragen, den Mangel an Informationen, der bisher über diese Berufsgruppe vorherrscht, zu reduzieren.

Um die Arb eit des Weiteren von d er üblichen wirtschaftlichen und ethisch-moralischen Herangehensweise an jenes Thema abzugrenzen, soll eine neua rtige Bezugsgröße hinzugenommen werden. Die räumliche Dimension des Engagements steht im Mittelpunkt der Untersuchungen. Die thematische Herangehensweise erfolgt dabei zweigleisig. Zum einen wird das gesellschaft liche Engagement von Handwerksbetrieben auf sein e Bereiche, Ausprägungen und Grün de untersucht, zum anderen das Engagemen t der Handwerker aus dem ländlichen R aum mit dem der Handwerker aus dem städt ischen Gebiet verglichen. Das Untersuchungsgebiet umfasst den Regierungsbezirk Oberbayern. In der Stadtgeographie findet sich keine ein heitliche Definition von Stadt. Für eine statisch-administrative Klärung wird in Deutschland eine Mindesteinwohnerzahl von 2.000 Einwohnern vorgegeben um von einer Stadt sprechen zu können. Eine soziologisch e Annäherung an die Defi nition ist nicht eindeutig möglich.[10] Hamm bezweifelt sogar, dass es wissenschaftlich v erwendbare Definitionen für „St adt“ und „Land“ gibt. [11] Die Schwierigkeit dieser Ab grenzung liegt in der Vielfalt der qualitativen Merkmale, die in keinem festen Bezug zu Raum und Zeit stehen, sondern sich situationsbedingt ändern.[12] Für die vo rliegende Arbeit wird daher ein selbstgewäh ltes statisch-administratives Kriterium gewählt: Gemeinden unte r 5.000 Einwohner werden dem lä ndlichen Raum und Siedlungsgebiete mit mehr als 5.000 Einwohner den Städten zugeordnet. Um eindeutigere Unterschiede in Bezug auf das gesellschaftlich e Engagement der Handwerksbetriebe zu ermitteln, werden im direkten Vergleich nur Städte mit über 60.000 Einwohnern berücksichtigt.[13] Den Gemeinden unter 5.000 Einwohner stehen damit die drei kreisfreien Städte München, Ing olstadt und Rosenheim gegenüber. Neben der Frage nach den Engagementunterschieden in Abhä ngigkeit des städtischen bzw. län dlichen Raums, steht die Hypothese über d ie Verbundenheit der Betriebe mit der Region: Wenn Handwerksbetriebe aus dem ländlichen Raum sich gesellschaftlich engagieren, geschieht dies häufiger aus der Motivation der Verbundenheit mit der Region heraus als wenn sich Handwerker in Städten engagieren.

1.2 Inhaltliche Vorgehensweise

Um die genannten möglichen Zusa mmenhänge differenziert ermitteln zu können, befasst sich die Arbeit zunächst mit einer Reihe von begri fflichen Bestimmungen und Abgrenzungen. Im zweiten Teil der Arbeit erfolgt die Einordnung des Handwerks in den gesamtgesellschaftlichen Kontext. Zu Beginn wird die Größenkategorie der KMU definiert, da dieser die handwerklichen B etriebe größtenteils zuzuordnen sind. Nach einer eingehenden Abgrenzung des Handwerks zur Indu strie, wird die wirtschaftlich e Bedeutung des Handwerks für die Bundesrepublik vorgestellt. Zum Ende des ersten Teils hin, erfolgt ein grober Abriss üb er die Herausbildung des beruflichen Standes der Handwerker ausgehend von deren Ansiedelung in Städten.

Eine weitere inhaltliche Begriffsbestimmung erfolgt im dritten Teil. Sie bezieht sich auf das Corporate Citizenship, dem eigentlichen Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit. Auf die Darstellung einiger häufig verwendeter Definitionen, folgt die konkrete Bestimmung einer einzelnen. Hernach klärt eine Gegenüberstellung die Unterschiede zu Corporate Social Responsibility (CSR), ei ner Begrifflichkeit, die oftmals synonym verwendet wird, jedoch ein weiteres Feld an unt ernehmerischen Aktivitäten abdeckt. Zuletzt werden begriffliche bzw. konzeptionelle Hintergründe von Corporate Citizenship erläutert.

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es zu klären , inwiefern Unterschied e im Corp orate Citizenship von Handwerksbetrieben aus dem ländlichen und städtischen Gebiet vorliegen. Dementsprechend ist es erforderlich zu ermitteln, wie sich die Verankerung der Betriebe in ihrem sozialen Umfeld auf deren Engagementtätigkeiten a uswirkt. Es bedarf diesbezüglich zunächst einer Klärung der räumlichen Größenordnungen, die das Bewusstsein, sich einem bestimmten Raumausschnitt zugehörig fühlen zu können, näher eingrenzen. Unter de m entsprechenden Fachterminus „Räumliche Identität“ wird einerseits die räumliche Ebene innerhalb derer ein handlungsmotivierender Wirkungsgrad erzielt werden kann geklärt, andererseits die Beschaffenheit der Faktoren, die menschliche Identität formen. Zudem wird ein Abriss über die gängigen Handlungstheorien aus den Sozialwissenschaften gegeben. Diese sozialwissenschaftlich- theoretischen Abhandlungen erfolgen im vierten Teil.

Im fünften Teil der Arbeit werden die theore tischen Konzepte auf e in Praxisbeispiel angewendet. Hierfür wurde der Regierungsbe zirk Oberbayern ausgewählt. Es werden zunächst einige allgemeine Charakteristika so wie wirtschaftliche Kennzahlen gegeben. Nachdem so das Handlungsfeld definiert ist, wird versucht, das gesellschaftliche Engagement von 193 Handwerksbetrieben des Untersuchungsgebietes abzubilden. Die spezifische Fragestellung innerhalb eines Gliederungspunktes wird dabei immer auf zwei Arten gelöst: In einem ersten Schritt wird d as Engagement aller Handwerksbetriebe untersucht. Darauf aufbauend wird innerhalb des gleichen Gliederungspunkt es der Vergleich zwischen Ha ndwerksbetrieben aus d em ländlichen Raum u nd der Stadt - wie sie vorhergehend defin iert wurden - gezogen . Für die Ermittlung de r Signifikanz der Unterschiede wird auf zwei statistische Verfahren des Programms SPSS zurückgegriffen: den Chi-Quadradt-Test sowie den t-Test.[14] Ergeben sich aufgrund der qualitativ geführten Interviews weitere Auffälligkeiten, die statistisch zwar nicht signifikant jedoch augenfällig sind, werden diese ebe nso vermerkt und zu erklären versucht. Absch ließend findet im Schlussteil der Abgleich der erarb eiteten Unterschiede mit den Forschungsfragen unter besonderer Berücksichtigung der vorgestellten handlungstheoretischen Bezüge statt.

2. Das Handwerk im gesamtwirtschaftlichen Kontext

2.1 KMU Definition und Merkmale

In Wissenschaft und Praxis erfolgt die definitorische Eingrenzung von KMU auf Basis der Definition des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM).[15] Die gewählte Rechtsform des Unternehmens spielt hierbei keine Rolle. Maßgeblich sind die Merkmale Beschäftigtenzahl und Jahresumsatz. Diese sind aus Tabelle Nr. 1 ersichtlich.

Tabelle Nr. 1: KMU-Definition des IfM Bonn (seit 01.01.02)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: IfM Bonn

KMU verfügen in der Regel über besondere qualitative Merkmale, die deren Wesenszüge von großen Unternehmen abheben.[16] In Bezug auf das Verhältnis zwischen Unternehmen und Inhaber liegt häufig eine unmittelbare Verbindung vor. Der Geschäftsführer trägt selbst die Verantwortung und die rechtliche bzw. finanzielle Haftung. Quantitativ gesehen unterscheiden sich KMU von großen Unternehmen weite rhin dadurch, dass sie nicht zwangsläufig wachstumsorientiert arbeiten, sondern die Wahrung der Unabhängigkeit des eigenen Unternehmens im Vordergrund steht. Dies ist damit zu begründen, dass KMU typischerweise Familienbetriebe sind, bei dene n der Unternehmer selbst eine starke Machtposition inne ha t und wenig bereit ist , in seinen Entscheidungskompetenzen beschnitten zu werden.[17] In Deutsch land werden 99,7 Prozent der Un ternehmen den KMU zugerechnet.[18]

2.2 Abgrenzung von Handwerk und Industrie

Das Handwerk ist nicht per definitionem geregelt und wird im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern, in denen ein sogenannter statischer Handwerksbegriff dominiert, nicht auf bestimmte Betriebsgrößen eingegrenzt.[19] Stattdessen wird ein em dynamischen Handwerksbegriff der Vorrang gegeben, der es dem Handwerk ermöglicht, sich flexibel an Weiterentwicklungen in Wirtschaft und Technik anzugleichen. Aus dieser Unbestimmtheit des Handwerksbegriffs heraus ergibt sich allerdings die Problematik der Abgrenzun g zwischen Handwerks- und Industr iebetrieb, denn je nach rechtliche r Zuweisung gilt Gewerbefreiheit oder Befähigungsnachweis.[20] Die Klassifizierung des Bet riebs entscheidet also über die Zuord nung zur I ndustrie- und Handelskammer od er zur Handwerkskammer. Gelegentlich kann eine e nge Verflechtung von industriellen und handwerklichen Arbeitsmethoden und Fertigun gsweisen sowohl im Handwerk als auch in der industriellen Prod uktion eine eindeutige Zuordnung des Bet riebs verhindern. Wirtschaftshistorisch spricht Hamer von einer „Mutation“ bzw. „Zellteilung“[21] im Handwerk. Damit bezeichnet er den Versuch durch eine rasante Intensivierung der Arbeitsteilung mit maschinellen Methoden der Nachfrage von Massenwaren gerecht zu werden. Häufig bestehen Angliederungen von ha ndwerklichen Nebenbetrieben an Industrieb etriebe. Erstere erbringen hierbei als unselbstständige Einheit Ha ndwerksleistungen für Dritte. Des Weiteren bestehen der Industrie eingegliederte hand werkliche Hilfsbetriebe, deren Leistungserstellung ausschließlich im Rahmen ihrer Geschäftstät igkeit für das ihnen übergeordneten Unternehmen erfolgt. Das off ensichtlichste Merkmal der spezifischen Arbeitsleistung eines Handwerkers, auch erkennbar aus der Berufsbezeichnung, ist die von Hand individuell e rbrachte Leistung. Diese steht in eindeutiger Opposition zur industriellen Massenfertigung.

Im Wesentlichen regelt das Gesetz zur Ordnu ng des Handwerks (HwO) aus dem Jahr 1953 mit letztmaliger Novellierung im Januar 2004 die Voraussetzungen für die selbstständige Ausübung eines Handwerks, die Grundlagen der Berufs bildung sowie die Struktur der Organisationen des Handwerks. In § 1 Nr. 2 HwO heißt es:

„Ein Gewerbebetrieb ist ein Betrieb eines zulassungspflichtigen Handwerks im Sinne dieses Gesetzes, wenn er handwerksmäßig betrieben wird und ein Gewerbe vollständig umfasst, das in der Anl age A aufgefüh rt ist, ode r Tätigkeiten ausgeübt werden, die für dieses Gewerbe wesentlich sind“ (§ 1 Nr. 2 HwO).

Eine nähere Bestimmun g des Begriffs Handwer k geht aus diesem Artikel nich t hervor, jedoch ergibt sich ein Anhaltspunkt in Verbindung mit der Anlage A der HwO. In diesem listet ein Verzeichnis diejenigen 41 Gewerbe auf, die als zulassungspflichtiges Handwerk betrieben werden können. Kann ein Inhaber die entsprech ende Meisterqualifikation oder einen gleichstehenden Abschluss vorweisen, darf ein Handwerk der Anla ge A selbstständig ausgeübt werden. In der Anlage B wird in den Abschnitt 1 und den Abschnitt 2 unterteilt. Abschnitt 1 umfasst die zula ssungsfreien Handwerke für die keine Qualifikation zur Ausübung nachgewiesen werden muss. I n Abschnitt 2 sind diejenigen Gewerbe verzeichnet, die handwerksähnlich betrieben werden können wie beispielsweise Bodenleger, Rohr- und Kanalreiniger. Innerhalb des Handwerks wird na ch diesen sieben Gruppen unterschieden:

− Elektro- und Metallgewerbe (z.B. Elektrotechniker, Kraftfahrzeugtechniker)
− Bau- und Ausbaugewerbe (z.B. Maurer, Betonbauer)
− Gesundheits- und Körperpflege, chemische und Reinigungsgewerbe
− (z.B. Augenoptiker, Friseure, Zahntechniker)
− Holzgewerbe (z.B. Tischler, Boots- und Schiffbauer)
− Nahrungsmittelgewerbe (z.B. Fleischer, Bäcker)
− Glas-, Papier-, keramische und sonstige Gewerbe (z.B. Buchdrucker, Photograph)
− Bekleidungs-, Textil - u nd Ledergewerbe (z.B. Damen - und Herrenschneider, Raumausstatter)

In der Praxis kann nur nach eingehender Prüfung des Ge samtbildes des betreffenden Betriebs unter Einbezug der vorliegenden technischen Gegebenheiten eine Zuordnung zu einer handwerksmäßigen bzw. nichthandwerksmäßigen Betriebsfo rm vorgenommen werden. Von der Rechtsprechung wurden hierfür eine Reihe von Abgre nzungsmerkmalen ausgearbeitet, um eine Klassif izierung durch qualitativ e und qua ntitative Kriterien durchführen zu können.

„Dabei reicht es nicht aus, ausgeübte Tätigkeiten verbal als nichthandwerklich oder industrielle Fertigung zu bezeichnen, um die Handwerksrollenpflicht zu vermeiden, sondern es ko mmt darauf an, dass industrielle Fertigungsansätze auch tatsächlich gegeben sind.“[22]

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) nimmt die Zuordnung des Unternehmens nach den folgenden qualitativen Merkmalen vor:

Tabelle Nr. 2: Qualitative Merkmale für die Unternehmenszuordnung nach dem DIHK

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Leitfaden Abgrenzung Handwerk-Industrie, DIHK, S. 4

2.3 Zustandsbeschreibung des Handwerks im gesamtwirtschaftlichen Kontext

„A small business is not a little big business.“[23] Eine Bestätigung dieses Zitats ergibt sich durch die n ähere Betrachtung einschlägiger C harakteristika von Han dwerksbetrieben.

Innerhalb Deutschlands ist das H andwerk eines der breitgefächertsten Wirtschaftsbereiche und formt mit seinen kleinen und mittleren Betrieben eine bedeutende Säule der deutschen Wirtschaft. Über 12 Prozent aller Erwerbstätigen und 30,3 Prozent der Lehrlinge in Deut schland sind im Jahr 2007 im Handwerk tätig gewesen . Dies bedeutet in absoluten Zahlen, dass 4,8 Millionen Menschen in über 960.000 Betrieben, in denen fast 480.000 L ehrlinge ausgebildet werden, arbeiten.[24] Rückblickend auf den Zeitraum 1991 bis 20 00 ist ein eher verhaltenes Wachstum des Betriebsbestandes festzustellen, gefolgt von sogar rückläufigen Te ndenzen bis 2002. Mendius und W eimer kommen trotzdem zu dem Schluss, dass „das Handwerk mittlerweile als Arbeitsplatzanbieter mit der Indust rie fast gleichgezogen“[25] hat. Eine Kehrtwende in diesem schleichenden Wachstum des Betriebsbesta ndes läutete die b ereits angesprochene Novellierung des HwO ein. Seit dieser bl eibt lediglich in 41 Berufen die selbstständige Ausübung eines Handwerks an den Meisterbrief gebunden. Die übrigen 53 Handwerke können zulassung sfrei ausgeübt werden und setzen somit keinen Befähigungsnachweis mehr voraus.[26] Als Folge der Lockerun g des Meisterzwangs st ieg die Anzahl der Handwe rksbetriebe in den betroffenen zulassungsfre ien Gewerben und schlug sich in einem Anstieg der Gesamtzahl der Handwerksbetriebe im Jahr 2004 gegenüber 2003 um 4,8 Prozent nieder. Bis heute verzeichnen die Betriebszahle n Zunahmen, jedoch mit rückläufig er Tendenz.[27] Das IfM ermittelte für 2007 einen Unternehmensbestand in Deutschland von 3,59 Millionen Betrieben von denen wiederum 99,7 Prozent in die Größenkategorie der KMU fallen. [28] Mit eine m Viertel des Betriebsbestandes der KMU bilden die Handw erksbetriebe einen bedeutenden Teil des Rückgrats der deutschen Wirtschaft, indem sie neun Prozent zum Bruttoinlandsp rodukt (BIP) beitragen.[29]

Tabelle Nr. 3: Wirtschaftliche Kennzahlen des Handwerks in Deutschland

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Zentralverband des Deutschen Handwerks, Berlin.

2.4 Das Handwerk in der Stadt und ländlichem Raum

Es waren die Einfälle der Hunnen und Ungaren, die d ie Handwerker dazu triebe n, sich bereits vorhandene Städte zu suchen oder neue zu gründen, in denen sie nebeneinander arbeiten und sich durch die Hilfe Kaisers Heinrich I. mit Befe stigungsanlagen nach außen hin absichern konnten.[30] Diese Mauern grenzten die mittelalterliche Stadt als solche allein schon durch ihr äußerliches Erscheinungsbild der Geschlossenheit vom umliegenden ländlichen Raum ab. Im 12. Jahrh undert erfolgten die er sten Zunftgründungen innerhalb der Städte. Durch diese neuen Vereinigungen entstand letztendlich die Berechtigung das Handwerk als eigenen Beruf ausüben zu können. Wä hrend vormals besond ers in ländlichen Regionen das Handwerk als Nebentätigkeit zur Befriedung eigener Bedürfnisse nach Kleidern, Schuhen und Wer kzeugen ausgeübt wurde, war es nun möglich dem eigentlichen Beruf nachzugehen, denn die Berufsklasse d er Handwerker konzent rierte sich nun au sschließlich auf die Erbringung di eser Dienstleistungen. Dies führte in der Folge zu b eruflichen Spezialisierungen und qualifizierterer Leistungserstellung, da nun eine Konzentration auf die Handwerksarbeiten erfolgen konnte.[31] Bis ins 16. Jahrhundert hinein gewannen die Zünfte stetig an Einflu ss. Dieser Bedeutungszuwachs ist im Wesentlichen auf die oppositionelle Haltung gegenüber den Königsgesch lechtern zurückzuführen, die de n Zünften f ast den St atus einer Körperschaft politischer Art einbrachte.[32] Der dan ach einsetzende Bedeutungsverlust und die letzten dliche Zerschlagung der Zünfte nach der Französische n Revolution ist einerseits auf die innere Erstarrung dieser selbst zurückzuführen, andererseits auf eine Reihe von Gesetzen, die auf die politische Entmachtung der Zünfte in den Reichsstädten hinzielten. Die moderne Form der Zünfte sind heute die Ha ndwerksinnungen. Sie können für eine Stadt, einen Landkreis oder eine bestimmte Region zuständig sein. Während die Mitgliedscha ft in der Zunft früher obligatorisch war, so ist sie heute freiwillig.

Heutzutage fördern die zuständigen Ministerien der Bundesländer die C hancengleichheit für Handwerksbetriebe in Stadt und Land glei chermaßen. Der ländliche Raum verfügt zwar über einen hohen Entwicklungsstandard in vielfältigen Bereichen wie realer Kaufkraft und Lebensqualität. Dennoch soll dieser Standard nicht nur beibehalten, sondern noch ausgebaut werden, wie beispielsweise auf einer Tagung der Akademie Ländlicher Raum Baden-Württemberg vom damaligen Minister für Ernährun g und ländlichen Raum, Willi Stächele, gefordert wurde:

"Der Ländliche Raum muss durch at traktive Rahmenbedingungen, die nicht nur im re in materiellen Bereich liegen, eine Alte rnative zu den Ballungsräumen bieten. Dies bedeutet, dass wir in unseren Gemeinden eine intakte Infrastruktur erhalten und - wo möglich - ausbauen müssen.“[33]

Seine Forderung begründete er mit folgenden Worten:

"Handwerk ist starker Teil des wirtschaftlichen Rückgrates im Ländlichen Raum."[34]

Auch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Verkehr, Infrastruktur und Technologie fordert ein e Gleichberechtigung von Verdicht ungsräumen und ländlichen Räumen:

„Der ländliche Raum ist u nd bleibt gleichberechtigter Partner der Metropolregionen bzw. der Verdichtungsräume, mit eigenständigem Anspruch auf alle Daseinsfunktionen. Die besondere Bedeutung des ländlichen Raums relativiert dabei nicht die Gewichtung der Verdichtungsräume in Bay ern. Vielmehr geht e s darum, ein a usgewogenes Miteinander von Verdichtungsräumen und ländlichem Raum zu schaffen und zu erhalten.“[35]

Gerade mit Blick auf diese an gestrebte, aber noch nicht vollständig umgesetzte Angleichung der Lebensbedingungen im ländlichen an den städtischen Raum, scheint die dieser Arbeit zu Grunde liegenden Frage nach den Unterschieden im gesellschaftlichen Engagement von Hand werksbetrieben, die jeweils einer dieser beiden Raumkategorien zuzuordnen sind, von großem Interesse. Ob trotz der bisher vorangetriebenen Einebnung wirtschaftlicher Nachteile des ländlichen Raums nach wie vor signifikante Unterschiede im Engagement existieren, werden die Ergebnisse des Empirieteils klären.

3. Corporate Citizenship

3.1 Begriffsklärung

Seit den neunziger Jah ren des vergangenen Jahrhunderts wird der Begriff „Corporate Citizenship“ nahezu inflationär in der politischen, wirtschaftsethischen und wissenschaftlichen Diskussion in Deutschland verwendet.[36] Unzählige Bücher und Aufsätze werden unter diesem Titel verfasst, Informationsveranst altungen werden abgehalten und Initiativen gegründet. Im Deutschen findet sich als Übersetzung aus dem angloamerikanischen Sprachgebrauch häufig „Bürgerschaftlich es Engagement von Unternehmen“[37]. Der steigende Bedeutungsgrad dieses Ansa tzes wird ebenso in seiner zunehmenden Verwendung in der Unternehme nskommunikation offensichtlich wie in der Stellungnahme des World Econo mic Forums zu Global Corporate Citizensh ip. Einen prominenten Niederschlag findet die Diskuss ion in der Gründung des Global Compacts durch die Vereinten Nationen. Auffällig ist auch die zunehmende Anzahl von wissenschaftlichen Instituten, die eigens für die Forschun g und Lehre im Bereich von bürgerschaftlichem Engagement vo n Unternehmen gegründet wurden und immer noch werden.[38]

Was verbirgt sich nu n hinter diesem Schlagwort, das heutzuta ge nicht n ur in akademischen Kreisen, sondern a uch in gew öhnlichen Informationsmedien permanent aufgegriffen wird? Eine Begriffsklärung kann nicht trennsch arf vorgenommen werden, da Corporate Citizenship zum einen von Unt ernehmen in der Pra xis sehr vielseitig gehandhabt und zum a nderen in der Literatur auf die unterschiedlichsten Arten definiert wird. Dies ist ein Hinweis sowohl auf die veränderten gesellschaft lichen Erwartungen an die Unternehmen, als auch auf die Wandlung des u nternehmerischen Selbstverständnisses.[39] Deutschland blickt, anders als die angelsächsischen Länder, auf eine lange Tradition als sozialer Rechtsstaat und ein umf assendes soziales Sicherungssystem zurück. Seit E nde der sechziger Jahre erlebte der deu tsche Sozialversicherungsstaat ein deutliches Wachst um, das jedoch mit der Integratio n der neuen Bundesländer in die Bund esrepublik weitgehend zum Stillst and gekommen ist. Diese Erschöpfung der öffentliche n Haushalte und die damit nunmehr eingeschränkt ausfallenden sozialen Leistungen schlagen sich in der Erwart ungshaltung der Bürgerschaft nieder. Seit geraumer Zeit werden deshalb Unternehmen mit der Ford erung konfrontiert, als Ersatzbürge sozialstaatlicher Politik zu agieren.[40] Während in den 70er und 80er Jahren moralisch motiviertes Handeln in der Unternehmensstrategie weitgehend ausgeklammert wurde, ist seit d en 90er Jahren eine über die von staatliche r Seite verordnete Leistungsabgabe hinausgehende Bereitschaft zum Eng agement für die allgemeinen Belange der Gesellschaft festzustellen.[41]

Eine semantische Auf schlüsselung von Corporate Citizenship vermittelt ein erstes Grundverständnis der eigentlichen Wortbedeutung. Ausgehend vom New Oxford American Dictionary, das citizenship als Ableitung von citizen[42] versteht, weist der Duden der deutschsprachigen Übersetzung B ü rger drei Merkmale zu:

− „Angehöriger eines Staates“
− „Einwohner einer Gemeinde“
− „Angehöriger des bestimmten Traditionen verhafteten Mittelstandes“[43].

Hierdurch wird eine zw eifache räumliche Verbindung des Bürgerstatus postulier t. Zum einen gehört der Bürger auf nation aler Ebene dem Staat an, zum anderen ist er auf lokaler Ebene Einwohner einer bestimmten Gemeinde. Für Beckmann stellt damit der Bürgerbegriff „vor allem den Gedanken der Eingebundenheit und der Mitgliedsch aft in einer Gemeinschaft in den Mittelpunkt“[44]. Unternehmen werden demgemäß als Corporate Citizens - als Bürger eines Staates - verstand en, die sich auch bürgerschaftlich für ihr soziales Umfeld enga gieren wollen.[45] In diesem Bekenn tnis zu Corporate Citizenship erklären sie sich damit einverstanden, auch Leistungen zu erstellen, die in erster Linie nicht der Maxime, Gewinne zu erwirtschaften, entsprechen, sond ern dem gesellschaftlichen Wohlergehen dienen.[46]

Die erste Definition im deutschspra chigen Raum für das „schillernd[e] Phänomen“[47] des Corporate Citizenship stammt von Westebbe und Logan. Sie bezeichnet „das g esamte koordinierte, einer einheitlichen Strategie folgende und üb er die eigentlich e Geschäftstätigkeit hinausgehende Engagement eines Unternehmens zur Lösung gesellschaftlicher Probleme“[48]. Habisch integriert gleichfalls das „übe r die eigent liche Geschäftstätigkeit hinausgehende Engagement eines Unternehmens“ in seiner Definition, fügt jedoch sowohl einen spezifischen sozialen Aktionsraum als auch die Komponente der Zusammenarbeit „mit Partnern aus anderen gesellschaftlichen Bereichen“ ein:

„Als unternehmerisches Bürgerengagement (Corporate Citizenship) bezeichnet man Aktivitäten, mit deren Hilfe Unternehmen selbst in ihr gesellschaftliches Umfeld investi eren und ordnungspolitische Mitverantwortung übernehmen. Sie helfen mit, Strukturen bereichsübergreifender Zusammenarbeit und Soziales Kapital aufzubauen, um zusammen mit Partnern aus anderen gesellschaftlichen Bereichen (Bildungs-, Sozial- und Kultureinrichtungen, Bürgerinitiativen und NGOs, Verbänden, Politik, anderen Unternehmen etc.) konkrete Probleme ihres Gemeinwesens zu lö sen. In die sen Prozess bri ngen sie nicht nur Geld, sondern alle ihre Ressourcen - also Mitarbeiterengagement, fachliches Know-how und Organisationskompetenz, Informationen etc. - ein.“[49]

Habisch gibt damit zu verstehen, d ass Corporate Citizenship-Maßnahmen nur als solche gelten können, wenn sie in Ausübung der Wahrnehmung ordnungspolit ischer Mitverantwortung durchgeführt werden und ein Ansatz zur Lösung gesellschaftlicher Probleme durch die Einbeziehung weiterer Akteure gegeben ist. Der Begriff des Sozialen Kapitals geht auf die Arbeiten Bourdieus zurück und hat sich seither in den Sozialwissenschaften rasch verbreitet. Bordieu selbst definiert Sozialkapital als „die Gesamtheit der aktuellen und po tentiellen Ressourcen, die mit dem Besitz eines dauerhaften Netzes von mehr oder we niger institutionalisierten Beziehungen gegenseitigen Kennens oder Anerkennens verbunden sind; oder, anders ausgedrückt, es handelt sich dabei um Ressourcen, die auf der Zugeh ö rigkeit zu einer Gruppe beruhen“[50].

Wie unterschiedlich Corporate Citizenship in der Literatur aufgegriffen wird, lässt sich bei der Betrachtung der Definition von Andriof und Mcintosh nochmals verdeutlichen . Hier wird anstelle der Lösung von gesellschaftlichen Problemstellungen das Wohlergehen des Unternehmens und der Gesellscha ft angestrebt. Zwischen diese beid en Pole wird ein Automatismus geschaltet, so dass nur in Abhängigkeit vom erzi elten Erfolg de s Unternehmens auch der gesellschaftliche Nutzen ermöglicht werden kann:

„Good corporate citzienship, therefore, can b e defined as u nderstanding and managing a company´s wider influence on society for t he benefit of the comp any and society as a whole.”[51]

Die vorliegende Arbeit legt für das Verständnis von Corporate Citizenship die Definition nach Habisch der weiteren Diskussion zu Grunde. Zum einen bildet sie das problemorientierte Agieren der Ha ndlungsträger aus dem Handwerk trefflich ab. Jenes findet gerade auch sehr häufig in Zusammenarbeit mit Partnern aus anderen gesellschaftlichen Bereichen statt. Wie aus de n empirischen Ergebnissen später noch hervorgehend wird, sind diese Partner des Handwerks besonders im sozia len und sportlichen Umfeld anzutreffen. Zu m anderen schein t die Definition aufgrund ihrer Aktualität gerechtfertigt.

3.2 Abgrenzung zu Corporate Social Responsibility

Wie bereits erörtert he rrscht in Literatur und Praxis kein einheitliches Verständnis vo n Corporate Citizenship vor. Dies erschwert ein e eindeutige Abgrenzung zu dem oftmals synonym verwendeten Begriff der CSR. Ei nen Zugang zur Diffe renzierung bietet nochmals die semantische Betrachtung der beiden Schlagwörter. Wie sich a us der deutschen Übersetzung ergibt, ste ht bei CSR die Verantwortung im Zentrum, während sich der Corporate Citizenship-Ansatz auf den Bürgerstatus bezieht. Der deutsche Duden umschreibt Verantwortung als „[mit einer bestimmten Aufgabe, einer bestimmten St ellung verbundene] Verpflichtung, dafür zu sorgen, dass (innerhalb eines best immten Rahmens) alles einen möglichst guten Verlauf nimmt, das jeweils Notwendige u. Richtige getan wird u. möglichst kein Scha den entsteht“[52]. Mit dem Ziel einen reibungslosen Verlauf der lösungsorientierten Arbeiten an einer Auf gabenstellung durch “notwendiges” und “richtiges” Handeln zu gewährleisten, wird das Unternehmen gleichsam zum Aufhä nger eines Pendels, das „in nerhalb eines wahrgenommenen Zielkonflikts die Realisierung eines angemessenen Kompromisses als moralische Verpflichtung normativ“ [53] durchführen muss. Nach diesem Verständnis soll e in Unternehmen bei sämtlichen geschäftlichen Aktivitäten, von de nen die Ge sellschaft betroffen ist, verantwortungsvoll handeln. Habisch äußert sich hierzu folgendermaßen:

„Corporate Social Responsibility i st der Oberbegriff für j ede Art von gesellschaftlichem Handeln in Unternehmen. Themen sind zum Beispiel Arbeitsbedingungen, Umweltschutz oder Menschenrechte. Corporate Citizenship ist ein Teil davon und findet überall dort statt, wo Unternehmen gemeinsam mit Partnern konkrete gesellschaftliche Probleme lösen und dabei nicht nur Geld einsetzen, sondern auch weitere Ressourcen wie das Engagement ihrer Mitarbeiter, fachliches Know-how, Organisationstalent, Informationen, Kontakte od er Computer.“[54]

Damit geht das Prinzip von CSR über die Lösung von konkret en Problemen des Gemeinwesens insofern hinaus, „ als dass hier eine gesellschaft liche Verantwortung in allen Bereichen des Unternehmens, z. B. Produktion, Investitionen, Belegschaft, Logistik, Vertrieb, gefordert wird. Dazu gehört auch die Einhaltung hoher ethischer, sozialer und ökologischer Standards“[55]. CSR deckt also sämtliche Bereiche, die durch das Wirtschaften tangiert werden ab un d verlangt vom Unternehmen ein e gesamtgesellschaftliche Verantwortung.

In der Stellungnahme des DIHK und des Zentralverbands des deut schen Handwerks (ZDH) zum Bericht des Europäischen Parlaments über die soziale V erantwortung von Unternehmen wird gerade die Empfehlung der Verpflichtung zur Übernahme einer direkten Verantwortung „für die Bewältigung sämtlicher sozialer u nd ökologischer Auswirkungen aller ihrer [der Unternehmen; Anmerk. d. Ver.] Tätigkeite n [kritisiert. Denn; Anmerk. d. Ver.] damit geht es ni cht mehr um die Stimuli erung zusätzlicher freiwilliger sozialer Aktivitäten, sondern lediglich um die Unterwerfung von CSR-Aktivitäten [Corporate Citizenship und CSR werden hier gleichbedeutend verwendet; Anmerk. d. Ver.] unter die beste henden bzw. sogar auszuweiten den rechtlich verbindlichen Rechenschaftspflichten“[56]. Tabelle N r. 4 verdeutlicht wie Corporate Citizenship als Bestandteil von CSR zu verstehen ist.

Tabelle Nr. 4: Corporate Social Responsibility und Corporate Citizenship im

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: FISCHER, R. (2007) Regionales Corporate Citizenship. Gesellschaftlich engagierte Unternehmen in der Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main. Frankfurt/Main, S. 28.

In dieser Arbeit wird Corporate Citizenship gege nüber CSR der Vorzug gegeben, um die affektiv moralisierende Bedeutung zu vermeiden, die mit der Debatte um unternehmerische Verantwortung einhergeht. So kann eine Bewertung nach ethischen, sozialen und ökologischen Sta ndards vermieden werden. Auch erlangt das problemorientierte Handeln in Zusammenarbei t mit weiteren Partnern bei den sp äteren Untersuchungen große Bedeutung.

3.3 Konzepte des Corporate Citizenship

Corporate Citizenship verfügt über die unterschiedlichste n Ausprägungen und kann in einer weitgefächerten Vielfalt an Projekten praktiziert w erden. Maaß und Cle mens verwenden zwei Konzepte: Corporate Giving und Volu ntarismus.[57] Diese Konzepte werden im Folgenden vorgestellt. Das Kapitel schließt mit einer Darstellung der Gründe , die Corporate Citizenship bewirken können.

3.3.1 Corporate Giving

Das am häufigsten umgesetze Konzept ist das Corporate Giving. Nebe n dem altruistisch motivierten Spendenwesen und dem auf Werb ewirksamkeit angelegtem Sponsoring sieht Backhaus-Maul die unternehmenseigenen Stiftungen ebenso als Teil je nes Konzeptes.[58] Da im Ra hmen der vorliegenden Arbeit zu einem Anteil von vier Fünftel kleine Unternehmen zu ihrem Engagement befragt wurden, ist e s unwahrscheinlich, dass dem Stiftungswesen eine erwähnenswerte Bedeutung beigemessen wird. Stiftungen werden in aller Regel von finanzstarken Großunternehmen gegründet.[59] Daher wird dem Verständnis von Westebbe und Lo gan, das le diglich die zwei strategischen Instru mente Spenden und Sponsor ing dem Konzept des Corporate Giving zu weist, der Vorzug gegeben.[60]

Spendenwesen

Der Ursprung des Spen denwesens ist möglicherweise so alt wie die M enschheit selbst, könnte also im menschlichen Wesenszug begründet liegen. Im Zentrum der Entscheidung für die Einreichung einer Spende steht der alt ruistische Gedanke und das befriedigende Gefühl, über eine gemeinnützige Or ganisation Bedürftigen geholfen zu haben.[61] Oftmals entspringt die freiwillige Entscheidung zur Einreichung einer Spende den Hobbies oder persönlichen Interessen.[62] Dresewski erklärt die Spende wie folgt:

„Ethisch motivierte Unterstützung der ideellen Ziele gemeinnütziger Organisationen vor allem mit Geld- und Sa chmitteln. Spenden erfolgen ohne Gegenleistung und sind steuerabzugsfähig.“[63]

Ein direkt abgeleiteter greifbarer Nutzen ist von dem Adressaten der Spende also nicht zu erwarten. Lediglich eine Imageaufbesserung bei öffentlicher Nennung des Spen ders ist möglich. Diese ist jedoch nicht der ausschlaggebende Grund für die Einreichung der Spende, sondern wie bereits ang esprochen die altruistischen Empfindungen. Die vom Begünstigten ausgestellte Zuwendungsbescheinigung resultiert in der Aufwandsbuchung der Spende und kann entsprechend steuerlich abgesetzt werden.

Einer Forsa-Studie zufolge machen Geld- un d Sachspenden die Hä lfte aller Formen gesellschaftlichen Engagements aus.[64] Genaue Angaben über das Ausmaß der von deutschen Unternehmen gespendeten Beträge liegen mangels zentra ler Statistiken zum Spendenaufkommen und einer fehlenden Verpflichtung zur Offenlegung der erhalt enen Spenden nicht vor.[65] Einen vagen Eindruck von den in Deutschla nd gespendeten Beträgen vermittelt jedoch das Evangelische Bildungswerk in München. Etwa 400 Millionen Euro werd en jährlich an gemeinnützige Organisationen überwiese n. Sachspenden werden ungefähr halb so häufig wie Geldspenden getätigt.[66]

Sponsoring

Das zweite strategische Instrument im Konzept des Corporate Giving ist das Sponsoring. Dieses liegt vor, sobald eine Gegenleistung des Empfängers für seine erh altenen finanziellen Zuwendungen vertraglich vereinbart wird. Zusätzlich zu d en herkömmlichen Marketingstrategien kann dabei auf schnelle und überzeugende Weise das Unternehmen einer breiten Öffentlichkeit als good corporate citizen präsentiert werden.[67] Derartige Veranstaltungen finden vorrangig in den Bereichen Sport, Kultur, Bildung, Umwel t und Soziales statt.

Aus der großen Bandbreite an Definitionen des Sponsoring wird an dieser Stelle diejenige von Herrmanns verwendet, da im Rahmen dieser Arbeit weder die plane rischen Aktivitäten hin bis zur Kontrolle (=phasenorientierte Definition)[68] noch die steuerrechtliche Handhabung (=juristische Definition)[69] von größerer Bedeutung sind. H errmanns verfasst seine Definition marketingorientiert und sieht daher das Sponsoring als „Zuwendung von Finanz-, Sach- und/oder Dienstleist ungen von einem Unternehmen (Sponsor) an eine Einzelperson, eine Gruppe von Personen oder eine Organisation bzw. Institution aus dem gesellschaftlichen Umfeld des Unter nehmens (Gesponserter) gegen die Gewährung von Rechten zur kommunika tiven Nutzung von Person bzw. Institution und /oder Aktivitäten des Gesponserten auf der Basis einer vertraglichen Vereinbarung“[70]. Damit wird also die einseitige Bindung des Spendenwesens aufgebrochen und ein zweiseitig es Verpflichtungsverhältnis geschaffen. Dieses ermöglicht es dem Spon sor eine bestimmte Gruppe gezielt anzusprechen. Ein weiteres oft a nzutreffendes Merkmal des Sponsorings ist der persönliche F ördergedanke gegenüber dem Gesponserten. Neben den werbetechnischen Intentionen steht dabei die persönliche Identifikation des Unternehmers mit der Arbeit des Gesponserten.

3.3.2 Das Konzept des Voluntarismus

Das Konzept des Voluntarismus im betrieblichen Umfeld wurde in den 90er Jahren aus den USA nach Deutschland importiert. Während in Übersee aus einer gewisse n Selbstverständlichkeit heraus einerseits bereits bestehendes persönliches Engagement, andererseits neues En gagement der Mitarbeiter von Seiten der Unt ernehmensleitung gefördert wird, herrscht in Deutschland ein - kulturell bedingtes - Verständnis vor, das den persönlichen Einsatz der Mitarbeiter im Rahmen eines betrieblichen Freiwilligenprogramms mehr auf die personalp olitische Agenda setzt.[71] Im Vordergrund steht somit nicht das S elbstverständnis aus de m heraus Engagement wahrgenommen wird, sondern vielmehr die Weiterbildung der Mitarbeiter. Hierzu zählt die Hinzugewinnung von sozialen Qualifikationen un d die Stärkung des Zugehörigkeitsgefüh ls zur Mitarbeiterschaft. Diese bewusste Freistellung der Mitarbeiter für Proje kte im Non-Profit- Bereich kann in vielfältiger Weise geschehen.[72] Konkrete B eispiele können „Renovierungen von Schulräumen oder Spielplätzen, Gest altung von Erlebnisparks für Jugendliche, Vorbereitung und Organisation von kulturellen Veranstalltungen usw.“[73] sein. Des Weiteren kann es auch das kostenlose Zurverfügungstellen des Know-Hows für die Erarbeitung einer Mark etingkompetenz für ein Theater sein. [74] Hieraus wird ersichtlich, dass die Mitarbeiter eines Unternehmens zum einen in der Anwendung von Fachwissen aus dem un ternehmerischen Kernkompetenzbereich akt iv werden kön nen, zum a nderen in der Bereitstellung ihrer bloßen Arbeitskraft für unternehmensfremde Aktivitäten.

Auffällig beim amerikanischen Konzept des Corporate Volunteering ist, dass der persönliche Einsatz der Unternehmensleitung nicht zum Corporate Citizenship hinzugerechnet wird. Habisch unterstützt diese kategorische Ausgrenzung, indem er sagt, dass das persönliche Engagement, das die Führungskraft außerhalb des Unternehmens leiste, nicht zu einem gesellsc haftlichen Einsatz hinzuzurechnen sei.[75] Demgegenüber integrieren Maas und Clemens in ihr Konze pt des Voluntarismus die persö nliche Betätigung des Unte rnehmers. Dieses Ver ständnis liegt auch den vorliegenden Untersuchungen zu Grunde, da so nst die Einmannbetriebe nicht berücksichtigt werden könnten. Der Handwerksunternehmer kann etw a in lokalen Entscheidungsorganen aktiv sein und damit ehrenamtlich arbeiten. Vorgenannte Autoren sehen in der voluntaristischen Tätigkeit die Ausübung eine s Ehrenamtes.[76] In Be zug auf die noch folgende Untersuchung scheint es unmöglich, eine klare Abgrenzung zwischen dem privaten und dem betrieblichen En gagement eines Handwerksunternehmers zu ziehen. Zwar kann bei fremdgeführten Unternehmen das Engagement der Manager - je nachdem ob es in ihr er Arbeits- bzw. Freizeit geschieht - dem privaten bzw. betrieblichen Umfeld zugeordnet werden. Bei eigent ümergeführten fällt diese Differenzierung jedoch problematisch aus.[77] Besonders in kleinere n Gemeinden wird das persö nliche Engagement eines Un ternehmers nicht nur mit seiner Privatperson in Verb indung gebracht, sondern gerade auch mit seinem Unternehmen. Die Handlungen des Unternehmers werden quasi auf das gesamte Unternehmen projiziert . Der Na me des Unternehmers dient nicht nur zur Identifizier ung des Betriebsinhab ers, sondern ist gleichzeitig die Firma, also der Na me unter dem der Betrieb arbeitet.[78] Unter dem zuvor angesprochenen „echten Ehrenamt“ versteht Engel jede Betätigung, „für die ke inerlei Vergütung mit Ausnahme der Erstattung konkret nachgewiesener Auslagen gewährt wird, deren Wirkung sich nicht auf die Privatsphäre des Ausüben s beschränkt, sondern auf die Gesellschaft im weitesten Sinne ausgerichtet ist und die im Rahmen einer Organisation erbracht wird, deren rechtliche Gestalt auch die Beschäftigung erwerbstätiger Arbeitnehmer zuließe“[79]. Für Maaß und Clemens ist hierbei sowohl das Innehaben eines „öffentlichen Ehrenamtes“[80] als auch die Mitgliedschaft in einem Verein Berechtigung genug, um von freiwilliger Tätigkeit sprechen zu können.

In der vorliegenden Arbeit werden hauptsächlich kleine H andwerksbetriebe mit bis zu neun Mitarbeitern auf ihr gesellschaftliches Engagement hin u ntersucht.[81] Rein ökonomisch gesehen würden bei Mitarbeiterfreistellunge n dem Betrieb Kosten für laufende Lohnfortzahlungen entstehen, die in keinem Verhältnis zu dem erbrachten direkten finanziellen Nutzen stehen.

[...]


[1] WIELAND, J. (200 3): Corporate Citizenship. In: Behrent, M.; Wieland, J. (Hrsg.): Corporat e Citizenship und strategische Unternehmenskommunikation in der Praxis. München, S. 14.

[2] Vgl. BACK HAUS - MAUL, H. (2004): Corporate Citizenship im deutsch en Sozialstaat. In: Aus Politik und Zeitgeschichte, 2004 (14), S. 27.

[3] Vgl. http://www.ifm-bonn.org/index.php?id=99 (07.07.2008)

[4] Vgl. ZDH-Kompakt: Soziale Verantwortung der Unternehmen vom 23.02.2007.

[5] Vgl. BACKES-GELLNE R in Maaß, F.; Clemens , R. (2002): Corporate Citiz enship. Das Unternehmen als "guter Bürger". Wissenschaft-Schriften zur Mittelstandsforschung NF 94 . Wiesbaden, S. V.

[6] Vgl. Institut der deutschen Wirtschaft Köln: Soziale Verantwortung, Engagierte Chefs. Nr. 32. vom 11.08.2005, S.6.

[7] BACKHAUS - MAUL, H. (2004), S. 27.

[8] Vgl. http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Mittelstand/handwerk.html (23.07.2008)

[9] Pressespiegel DIHK/AHK: Schlacht des Guten. Ausgabe 115 (54) vom 16. Juni 2008, S. 26.

[10] Vgl. HEINEBERG, H. (2006): Stadtgeographie. Paderborn u.a., S. 26 f.

[11] Vgl. HAMM, B. (1982): Einführung in die Siedlungssoziologie. München, S. 21.

[12] Vgl. HEINEBERG, H. (2006): S. 27.

[13] Für eine vollständige Darstellung der Ergebnisse siehe hierzu Anhang Nr. 2.

[14] Der Chi-Quadrat-Test prüft, ob zwei Variablen unabhängig voneinander sind. Der t-Test ermittelt Unterschiede von zwei Gruppen in Bezug auf eine Variable. Als Konvention gilt das 5%-Niveau.

[15] Vgl. http://www.ifm-bonn.org/index.php?id=67 (07.07.2008)

[16] Vgl. GRUBER, M. (2000): Erfolgsfaktoren des Wirtschaftens von KMU im Zeitablauf dargestellt an Beispielen aus der deutschen Nahrungs- und Genussmittelindustrie. Wiesbaden, S. 21.

[17] Vgl. BAMBERGER, I.; EVERS, M. (1997): Ursachen und Verläufe von Internationalisierungsentscheidungen mittelständischer Unternehmen. In: Macharzina, K.; Oesterle, M.-J. (Hrsg.): Handbuch internationales Management. Grundlagen - Instrum ente - Persp ektiven. Wiesbaden, S. 108 f.

[18] Vgl. http://www.ifm-bonn.org/index.php?id=99 (07.07.2008)

[19] Vgl. http://www.hwk-muenchen.de/74,0,1001.html (10.08.2008)

[20] Vgl. ALBACH, H. (1992): Deregulierung des Handwerks. Wiesbaden, S. 87.

[21] HAMER, E . (1979): Das Handwerk und sein Markt. Probleme mit Ind ustrie, Heimwerk, Schwarzarbeit. Schriftenreihe des Mittelstandsinstituts Niedersachsen-Bremen e.V. 1. Hann over, S. 28 und S. 88.

[22] DIHK (2007): Leitfaden Abgrenzung Handwerk-Industrie, S. 4.

[23] WELCH, J.A.; WHITE, J.F. (1980): A small business is not a little big business . In: Harvard Business Review (4), S. 18.

[24] Vgl. http://www.zdh.de/daten-und-fakten/das-handwerk/wirtschaftlicher-stellenwert-des- handwerks.html (23.08.2008)

[25] MENDIUS, H.; WEIMER, S. (1999): B eschäftigungschance Umwelt - Arbeitnehmerinitiativen für neue Arbeitsplätze im Handwerk. Düsseldorf, S. 40.

[26] Vgl. http://www.zdh.de/recht-und-organisation/rechtstexte-rechtsprechung/die- handwerksordnung.html (23.08.2008)

[27] Vgl. http://www.ifm-bonn.de/index.php?id=604 (06.08.2008)

[28] Vgl. http://www.ifm-bonn.org/index.php?id=99 (07.07.2008)

[29] Vgl. http://www.dasbayerischehandwerk.de/pdf/HWaktuell2008.pdf (06.08.2008)

[30] Vgl. SINZ, H. (1977): Das Handwerk. Düsseldorf, S. 28 f.

[31] Vgl. ebd., S. 30 f.

[32] Vgl. ebd., S. 60.

[33] http://www.landwirtschaft-mlr.baden- wuerttemberg.de/servlet/PB/show/1148501/alr_201003_pmmlr.pdf (06.12.2008)

[34] Ebd.

[35] http://www.laendlicherraum.bayern.de/der-laendliche-raum-in-bayern.html (01.12.2008)

[36] Im Bericht der Enquete-Kommission ‚Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements’ werden liberale, republikanische, kommunitaristische und arbeitsgesellschaftliche Abhandlungen erklärt. Vgl.: Bericht der Enq uete-Kommission ‚Zukunft des Bürgerschaftlich en Engagements’, Bürgerschaftliches Engagement: auf dem Weg i n eine zukunftsfähig e Bürgergesellschaft, Deutscher Bundestag, 14. Wahlperiode, Drucksache 14 / 8900 vom 03.06.2002, S. 38 f.

[37] DRESEWSKI, F. (2004 ): Corporate Citizenship. Ein Leitfaden für da s soziale Engagement mittelständischer Unternehmen. Berlin, S. 10.

[38] Vgl. DUBIELZIG, F.; SCHAL TEGGER, S. (200 5): Corporate Citizenship. In: Althaus, M.; Geffken, M.; Rawe, S. (Hrsg.): Handlexikon public affairs. Münster, S. 235.

[39] Vgl. HABISCH, A.; SCHMIDPETE R, R. (2003): Corporate Citizenship. Gesellschaftliches Engagement von Unternehmen in Deutschland. Berlin, S. 50.

[40] Vgl. BACKHAUS - MAUL, H. (2004), S. 27.

[41] Vgl. HABISCH, A.; SCHMIDPETER, R. (2003), S. 50.

[42] MC KEAN, E. (2005): The New Oxford American Dictionary. New York, S. 301.

[43] DUDEN (1 999): Duden - Da s große Wörterbuch der deutschen Sprache - In zehn Bänden. Mannheim u.a, S. 687.

[44] BECKMANN, M. (2007): Corporate Social Responsibility und Corpor ate Citizenship. Eine empirische Bestandsaufnahme der aktuellen Diskussion über die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen. Halle, S. 77.

[45] Vgl. BACKHAUS-MAUL, H. (20 03): Bürgergesellschaft und Wi rtschaft - zu r neuen Rolle von Unternehmen. Berlin, S. 13.

[46] Vgl. ebd., S. 11.

[47] WIELAND, J. (2003): S. 14.

[48] WESTEBBE, A.; LOGAN, D. (1995): Corporate Citizenship. Unternehmen im gesellschaftlichen Dialog. Wiesbaden, S. 13.

[49] HABISCH, A.; SCHMIDPETER, R. (2003), S. 58.

[50] BOURDIEU, P. (1983): Ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital, soziales Kapital. In: Reinhard Kreckel (Hrsg.): Soziale Ungleichheiten. Göttingen, S. 190 f.

[51] ANDRIOF, J.; MCINTOSH, M. (2001): Perspectives on Corporate Citizenship. Sheffield, S. 14.

[52] DUDEN (1999), S. 4178.

[53] BECKMANN, M. (2007), S. 77.

[54] Magazin für München und Oberbayern: Strategie statt Sammelsurium. Habisch, A., Nove mber 2004, S. 38.

[55] FISCHER, R. (2007): Regionales Corporate Citizenship. Gesellschaftlich engagierte Unternehmen in der Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main. Frankfurt, S. 29.

[56] Gemeinsame Stellungnahme DIHK und ZDH "Bericht über die soziale Verantwortung von Unternehmen: eine n eue Partnerschaft" (A6-0471/2006), vom 20.12.2006, Ausschuss des Europäischen Parlaments für Besch äftigung und soziale Angelegenheiten, vorgelegt von Berichterstatter Richard Howitt, S. 1.

[57] Vgl. MAAß, F.; CLEMENS, R. (2002), S. 8 ff.

[58] Vgl. http://www.bpb.de/publikationen/E7NGH7,0,0,Corporate_Citizenship_im_deutschen _Sozialstaat.html (10.08.2008)

[59] Vgl. MAAß, F.; CLEMENS, R. (2002), S.1.

[60] Vgl. WESTEBBE, A.; LOGAN, D. (1995), S. 13.

[61] Vgl. BOOCHS, W. (2000): Sponsoring in der Praxis: Steuerrecht, Zivilrecht, Musterfälle. Neuwied, S. 95.

[62] Vgl. WESTEBBE, A.; LOGAN, D.(1995), S. 13.

[63] DRESEWSKI, F. (2004), S. 59.

[64] Vgl. Fo rsa-Studie: „Corporate Social Responsibility in Deutschl and“, P5519 / 14813 Wz. vom 14.7.2005, S. 10.

[65] Vgl. FUCHS-GAMBÖCK, K; LANGM EIER, S. (2006): Corporate Social Responsibility im Mittelstand. Wie Ihr Unte rnehmen durch gesellschaftliches Engagement gewinnt. Heidelberg, S. 126.

[66] Vgl. EVANGELISCHES BILDUNGSWERK MÜNCHEN (2003): Fundraising. München, S. 114.

[67] Vgl. FUCHS-GAMBÖCK, K; LANGMEIER, S. (2006), S. 134.

[68] Vgl. BRUHN, M. (1991), Sponsoring - Unternehmen als Mäzene und Sponsoren. Frankfurt/Main, S. 21.

[69] Vgl. Bundessteu erblatt (1998): Ertragrechtliche Behandlung des Sponsoring. In: Bundessteuerblatt, Teil 1, Nr. 4, S. 212.

[70] HERMANNS, A. (2001): Sponsoring. In: Diller, H.: Vahlens großes Marketing Lexikon. München, S. 1587.

[71] Vgl. MUTZ, G. (2008): Corporate Volunteering I. In: Habisch, A.; Schmidpeter, R.; Neureiter, M.: Handbuch Corporate Citizenship. Corporate Social Responsibility für Manager. Berlin, S. 243.

[72] Vgl. HERMANNS, A.; THURM, M. (1999): New Charity. In: Absatzwirtschaft (Heft 5) S. 43.

[73] MUTZ, G. (2008), S. 242.

[74] Vgl. SCHÖF FMANN, D. (2008): Corporate Volunteering III. In: Habisch, A.; Schmidpeter, R.; Neureiter, M.: Handb uch Corporate Citizenship. Corporate Social Responsibility für Manager. Berlin, S. 260.

[75] Vgl. Habisch, A.: Gesellschaftliches Engagement von Unternehmen. Vortrag vom 14.11.2005 in München an der IHK Akademie München.

[76] Vgl. MAAß, F.; CLEMENS, R. (2002), S. 13.

[77] In die ser Arbeit wird keine Unterscheidung zwischen eigentümer- und fremdgeführten Unternehmen vorgenommen. In Ka pitel 5.3.1 werden die Re chtsformen der teilnehmenden Unternehmen dargestellt. Zwar sind lediglich 69,9 Prozent der Betriebe Einzelunternehmen. Doch würde ein Vergleich des Engagements nach den Rechtsformen den Umfang der Arbeit sprengen. Eine ausführliche Darstellung der Ergebnisse in A bhängigkeit der Mitarbeit erzahlen findet sich jedoch im Anhang Nr. 3.

[78] Diese Problematik ist jedoch nicht für die nachfolgenden Untersuchungen von Belang, da - wie bereits angeführt - auf eine Differenzierung zwischen eigentümer- und fremdgeführten Unternehmen verzichtet wird.

[79]ENGEL, C. (199 4): Ehrenamt und A rbeitsrecht. Die Übert ragbarkeit von Reg elungen des Individualarbeitsrechtes und des Arbeitsschutzrechtes auf ehrenamtlich Tätige. Schriften zur Rechtswissenschaft 15. Bayreuth, S. 53.

[80] MAAß, F.; CLEMENS, R. (2002), S. 14.

[81] 159 d er 193 Betriebe, di e sich an der Befragung beteiligt haben, sind nach dem Kriterium der Mitarbeiterzahl den kleinen Unternehmen hinzuzurechnen. Dies entspricht 82,4 Prozent.

Ende der Leseprobe aus 104 Seiten

Details

Titel
Corporate Citizenship im Handwerk von Oberbayern – ein Vergleich zwischen Stadt und ländlichem Raum
Hochschule
Universität Passau
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
104
Katalognummer
V178813
ISBN (eBook)
9783656011255
ISBN (Buch)
9783656010456
Dateigröße
1310 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arbeit erhielt den IHK-Preis 2010.
Schlagworte
Handwerk, Corporate Citizenship, Corporate Social Responsibility;, Kleine und mittelständische Unternehmen;
Arbeit zitieren
Manuel Müller (Autor), 2009, Corporate Citizenship im Handwerk von Oberbayern – ein Vergleich zwischen Stadt und ländlichem Raum, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178813

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