Bericht zum Praktikum an einer Schule mit dem Hospitationsschwerpunkt "Das geschlechtsspezifische Durchsetzungsvermögen
von Lehrkräften gegenüber ihren männlichen und weiblichen Schülern".
Inhaltsverzeichnis
1. Porträt der Praktikumsschule
2. Erwartungen an das Praktikum
3. Der erste Schultag
4. Spezifik der Lernsituation
4.1. Besonderheiten der Schule
4.2. Der Schüleralltag
5. Beobachtungsthema und Gründe für die Wahl
5.1. Theoretische Ansätze zur Thematik
5.1.1. Konfliktlösung durch den Lehrer
5.1.2. Das sozial-emotionale Schülerverhalten
5.2. Methoden der empirischen Untersuchung
5.3. Auswertung der Beobachtungsergebnisse
5.3.1. Allgemeine Erkenntnisse
5.3.2. Theorie und Empirie im Kontext
5.4. Zusammenfassung der Erkenntnisse
5.5. Weiterführende Fragen an die pädagogische Theorie
5.6. Bilanz der Hospitation
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das geschlechtsspezifische Durchsetzungsvermögen von Lehrkräften gegenüber männlichen und weiblichen Schülern im Kontext einer Eliteschule des Sports, um Einblicke in die Aufrechterhaltung einer effektiven Unterrichtsatmosphäre zu gewinnen.
- Analyse des Lehrerverhaltens in Konfliktsituationen
- Zusammenhang zwischen Schülertypus und Verhaltensauffälligkeiten
- Methodik der wissenschaftlichen Beobachtung im Unterricht
- Einfluss des sportlichen Profils einer Schule auf die Disziplin
- Reflexion des „Idealtyps Lehrer“ in der pädagogischen Praxis
Auszug aus dem Buch
5.1.1. Konfliktlösung durch den Lehrer
Unter dem Begriff „Konflikt“ versteht man eine berufsfeldspezifische Auseinandersetzung oder Belastung, von der die beteiligten Personen physisch oder psychisch beeinträchtigt werden. Eine solche berufsfeldspezifische Relevanz schlägt sich auch in der Konstellation Lehrer und Schüler nieder. Dabei kann der Lehrer auch „nur“ indirekt beteiligt sein: So z.B. wenn er Augenzeuge von Schülerauseinandersetzungen wird oder um die individuellen Probleme eines Schülers Bescheid weiß. Diese Belastung seinerseits ergibt sich aus der ihm anvertrauten persönlichen Verantwortung dem Schüler gegenüber. Dabei beschränkt sie sich nicht nur auf rein rechtliche Aspekte (der Schüler ist ein ihm „Schutzbefohlener“), sondern erstreckt sich eben auch auf eine emotionale und zwischenmenschliche Art und Weise.
Im Rahmen der emotionalen, kognitiven oder körperlichen Beeinträchtigung lassen sich Konflikte durch das unterschiedliche Maß an Betroffenheit und Relevanz in Schein-, Rand-, Zentral oder Extremkonflikte einteilen, wobei erstere sich bei näherer Betrachtung als irrelevant herauskristallisieren und letztere eine dauerhafte Beeinträchtigung nach sich ziehen. Randkonflikte hingegen beeinträchtigen nur eine kurze und geringfügige Dauer, während dessen Zentralkonflikte stark und langfristig wirksam sind.
Eine der wichtigsten Aufgaben des Lehrers besteht darin, sich entwickelnde Konflikte wahrzunehmen, sie teilweise zu tolerieren sie aber auch zu lösen. So manches Mal muss er sich auch der Schaffung solcher im Interesse der Schülerschaft bedienen. Konflikte stellen einen sehr wesentlichen Aspekt meines Themas im Rahmen des Hospitationspraktikums dar, da die entsprechend relevanten Beobachtungsmomente solchen „kritischen Situationen“ zuzuordnen sind – also Konfliktkonstellationen entsprechen. Im Rahmen seiner Berufung sollte es zur Zielsetzung eines jeden Lehrers zählen, seine Konfliktfähigkeit und die Toleranz dieser zu erhöhen sowie seine Beilegungsfähigkeit zu verbessern: Das bedeutet wiederum, Konflikte exakter noch wahrzunehmen, realistischer einzuschätzen, deren Ursachen herauszufinden und geeignete Lösungsmöglichkeiten zu konzipieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Porträt der Praktikumsschule: Vorstellung der sportbetonten Gesamtschule, ihrer organisatorischen Besonderheiten und ihrer Bedeutung als Leistungssportzentrum.
2. Erwartungen an das Praktikum: Reflexion der eigenen Motivation und der Zielsetzung der Autorin als angehende Lehrkraft für das Praktikum.
3. Der erste Schultag: Darstellung des organisatorischen Ablaufs und der ersten Eindrücke sowie der Zuteilung zur Klasse 8/1.
4. Spezifik der Lernsituation: Beschreibung der schulischen Rahmenbedingungen, der Aufnahmekriterien und des spezifischen Alltags der Internatsschüler.
5. Beobachtungsthema und Gründe für die Wahl: Einleitung in die Thematik des geschlechtsspezifischen Durchsetzungsvermögens von Lehrkräften bei Konflikten im Unterricht.
5.1. Theoretische Ansätze zur Thematik: Theoretische Auseinandersetzung mit Konfliktursachen und sozial-emotionalem Verhalten von Schülern.
5.1.1. Konfliktlösung durch den Lehrer: Analyse der Rolle des Lehrers bei der Bewältigung berufsfeldspezifischer Konflikte.
5.1.2. Das sozial-emotionale Schülerverhalten: Kategorisierung von Störungen im schulischen Bereich und deren Kontextfaktoren.
5.2. Methoden der empirischen Untersuchung: Erläuterung der wissenschaftlichen Beobachtung als Methode zur Datengewinnung.
5.3. Auswertung der Beobachtungsergebnisse: Präsentation und Analyse der während des Hospitationszeitraums in der Klasse 8/1 gesammelten Daten.
5.3.1. Allgemeine Erkenntnisse: Auswertung der beobachteten Verhaltensauffälligkeiten und ihrer Häufigkeit.
5.3.2. Theorie und Empirie im Kontext: Abgleich der eigenen Beobachtungen mit den eingangs aufgestellten Thesen und der Fachliteratur.
5.4. Zusammenfassung der Erkenntnisse: Synthese der Ergebnisse hinsichtlich der Lehrer-Schüler-Interaktion.
5.5. Weiterführende Fragen an die pädagogische Theorie: Diskussion der Grenzen des pädagogischen Einflussbereichs und offener Fragen für die zukünftige Forschung.
5.6. Bilanz der Hospitation: Abschließende persönliche Reflexion über das Praktikum und die eigene Berufswahl.
Schlüsselwörter
Praktikumsbericht, Lehrerausbildung, Durchsetzungsvermögen, Unterrichtsstörung, Schülerverhalten, Konfliktmanagement, Schulpädagogik, Leistungssport, Hospitation, Beobachtungsmethodik, Lehrerpersönlichkeit, Gesamtschule, Disziplin, Sozial-emotionales Verhalten, Unterrichtsklima.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Praktikumsbericht?
Der Bericht dokumentiert ein zweiwöchiges Hospitationspraktikum an einer sportbetonten Gesamtschule, wobei der Fokus auf dem Verhalten von Lehrkräften in Konfliktsituationen liegt.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Themen umfassen die Rolle des Lehrers als Pädagoge, die Analyse von Unterrichtsstörungen, das sozial-emotionale Verhalten von Schülern sowie die Anwendung wissenschaftlicher Beobachtungsmethoden.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Untersuchung, ob ein geschlechtsspezifisches Durchsetzungsvermögen bei Lehrkräften erkennbar ist und wie dieses zur Gestaltung einer störungsfreien Unterrichtsatmosphäre beiträgt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin nutzt die wissenschaftliche Fremdbeobachtung, dokumentiert durch spezifische Kodierungsbögen und eine Analyse der auftretenden Disziplinprobleme im Unterricht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Konflikten und Schülerverhalten, die methodische Vorgehensweise, die Auswertung der gewonnenen Daten sowie eine kritische Reflexion der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind insbesondere Praktikumsbericht, Durchsetzungsvermögen, Unterrichtsklima, Konfliktmanagement und Lehrerrolle.
Wie unterscheidet sich die beobachtete Klasse von anderen Klassen?
Es handelt sich um eine spezielle „Fußballerklasse“ 8/1 an einer Eliteschule des Sports, die durch ein hohes Maß an Zusammenhalt und leistungssportliche Ambitionen geprägt ist.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Lehrerpersönlichkeit?
Die Autorin schlussfolgert, dass Souveränität und Fingerspitzengefühl effektiver für das Lernklima sind als ein rein autoritäres Auftreten, wobei die Wirksamkeit nicht primär vom Geschlecht abhängt.
- Quote paper
- Annabelle Senff (Author), 2003, Bericht zum Hospitationspraktikum an einer Eliteschule des Sports in Brandenburg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178833