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Die Entscheidung zur Organspende: Moralische Verpflichtung oder unzumutbare Aufgabe?

Inwieweit dürfen die Toten für die Lebenden in Anspruch oder sogar in die Pflicht genommen werden?

Título: Die Entscheidung zur Organspende: Moralische Verpflichtung oder unzumutbare Aufgabe?

Trabajo de Seminario , 2011 , 25 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Susanne Lossi (Autor)

Filosofía - Práctica (etica, estética, cultura, naturaleza, derecho, etc.)
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„Weltweit triumphiert die Transplantationsmedizin über immer größere, immer unfaßbar anmutende Erfolge. Der Mensch ist zum Recyclingobjekt geworden. Das menschliche Organ zur Mangelware.

Dieses Zitat zeigt die essentielle Bedeutung der Transplantationsmedizin für die heutigen modernen Gesellschaften. Die tatsächliche Anzahl von Organspenden kann den stetig wachsenden Bedarf an Organen allerdings nur unzureichend erfüllen. Insbesondere die demografischen Entwicklungen in Deutschland offenbaren die Notwendigkeit eines konkreten politischen Handelns sowie einer offenen Diskussion innerhalb der breiten Bevölkerungsschichten bezüglich einer Erhöhung der Bereitschaft, Organe nach seinem Tod der Transplantationsmedizin zur Verfügung zu stellen.

Die Frage, inwiefern die Organspende einen Akt der christlichen Nächstenliebe darstellt und sich daraus eine moralische Verpflichtung zur Organspende ergibt oder ob wir nicht das Recht haben, eine Entscheidung derartigen Ausmaßes zu treffen, steht im Mittelpunkt dieser Arbeit.

In den Industrienationen steigt durch eine verbesserte medizinische Grundversorgung nicht nur die Lebensdauer der Menschen stetig an, sondern auch die Zahl derjenigen, die durch diese Entwicklung auf ein fremdes Organ angewiesen sind. Parallel sinkt jedoch durch die abfallende Geburtenrate die Zahl derjenigen, die als mögliche Organspender in Frage kommen würden. Die Debatte, wie sich die Organspenderanzahl erhöhen lässt, wird gerade in den gegenwärtigen Politikdiskussionen in Deutschland kontrovers geführt. Diese unvergängliche Relevanz begründet die aufgezeigte Fragestellung und rechtfertigt die ausführliche Beschäftigung mit diesem Themenbereich.

Der Hauptteil dieser Arbeit fokussiert sich auf die Erörterung der Fragestellung, inwieweit die Toten für die Lebenden im Hinblick auf die Organspende in Anspruch oder sogar in die Pflicht genommen werden dürfen. Um eine zufriedenstellende Antwort auf die dargestellte Problematik zu erhalten, wird zunächst das Verhältnis von Ethik und Recht in der Bundesrepublik Deutschland und die daraus resultierende Notwendigkeit der Verabschiedung eines Transplantationsgesetzes detailiert herausgearbeitet. Im Folgenden werden die unterschiedlichen Lösungsansätze für die rechtliche und ethische Legitimierung der Organspende hinterfragt, um anschließend mögliche Maßnahmen im Hinblick auf eine Erhöhung der Spendenbereitschaft differenziert bewerten zu können. [...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ethik und das deutsche Recht – Die Notwendigkeit eines Transplantationsgesetzes

3. Die Entscheidung zur Organspende – Moralische Verpflichtung oder unzumutbare Aufgabe?

3.1. Lösungsansätze für eine Legitimierung der Organentnahme bei Verstorbenen

3.1.1. Die Widerspruchslösung

3.1.2. Die Zustimmungslösung

3.1.3. Passive Zustimmung nach Information – Die Informationslösung

3.1.4. Die Erklärungslösung

3.1.5. Ergebnis

3.2. Lösungsansätze für eine Erhöhung der Organspenderzahl

3.3. Der Standpunkt der Katholischen- und der Evangelischen Kirche zur Organspende

3.4. Problem- und Diskussionspunkte innerhalb des deutschen Transplantationsgesetzes

3.4.1. Der Ablauf einer Organentnahme

3.4.2. Diskussionspunkt: Hirntodkonzept

4. Ergebnis und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ethische und rechtliche Problematik der Organspende in Deutschland. Dabei wird analysiert, inwieweit die Toten für die Lebenden moralisch in die Pflicht genommen werden dürfen und wie die Spendenbereitschaft ethisch vertretbar erhöht werden kann.

  • Rechtliche Grundlagen und Notwendigkeit des Transplantationsgesetzes
  • Analyse verschiedener Lösungsmodelle zur Legitimierung der Organentnahme
  • Theologisch-ethische Positionen der Kirchen zur Organspende
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem Hirntodkonzept

Auszug aus dem Buch

3.1. Lösungsansätze für eine Legitimierung der Organentnahme bei Verstorbenen

Die postmortale Spende von Organen hat sich im Verlauf der letzten Jahrzehnte zu einem funktionierenden Prozess entwickelt. Diese Entwicklung fand im Jahr 1997 durch die Verabschiedung des Transplantationsgesetzes ihren vorläufigen Höhepunkt. Das Gesetz positivierte die allgemein gebräuchlichen Arbeitsschritte in der Organtransplantation. Eine Erhöhung der Spendenbereitschaft und die damit einhergehende Hoffnung, einen Ausweg aus dem Organmangel gefunden zu haben, erfüllten sich hingegen nicht.

Im Folgenden werden die verschiedenen Lösungsansätze bezüglich einer Legitimierung der Entnahme von menschlichen Organen dargelegt und beurteilt. Im Einzelnen werden die Widerspruchs-, die Zustimmungs-, sowie die Informations- und die Erklärungslösung erörtert. Insbesondere das deutsche Modell der erweiterten Zustimmungslösung wird im Hinblick auf die derzeitig von vielen politischen- und sozialen Interessengruppen geforderte Entscheidungslösung kritisch hinterfragt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die medizinische Relevanz der Transplantationsmedizin sowie die ethische Fragestellung nach der moralischen Verpflichtung zur Organspende vor dem Hintergrund des Organmangels.

2. Ethik und das deutsche Recht – Die Notwendigkeit eines Transplantationsgesetzes: Dieses Kapitel erläutert die enge Wechselwirkung zwischen Ethik und Recht im Kontext der Organspende und verdeutlicht die Notwendigkeit gesetzlicher Regelungen zum Schutz von Verstorbenen.

3. Die Entscheidung zur Organspende – Moralische Verpflichtung oder unzumutbare Aufgabe?: Hier erfolgt eine detaillierte Analyse verschiedener Legitimierungsmodelle, Ansätze zur Erhöhung der Spenderzahlen sowie die theologischen Positionen und ethischen Diskussionspunkte wie das Hirntodkonzept.

4. Ergebnis und Ausblick: Das Fazit fasst die Notwendigkeit einer aktiven Informationspolitik zusammen und betont, dass eine Organspende auf freier Entscheidung basieren muss, um die Menschenwürde zu wahren.

Schlüsselwörter

Organspende, Transplantationsmedizin, Ethik, Rechtsgrundlagen, Hirntodkonzept, christliche Nächstenliebe, Zustimmungslösung, Erklärungslösung, Organtransplantation, Menschenwürde, Patientenautonomie, Organspenderausweis, Solidarität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den ethischen und rechtlichen Aspekten der Organspende in Deutschland und der Frage, ob eine Spende eine moralische Pflicht darstellt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die rechtliche Legitimierung von Organentnahmen, die Rolle christlicher Werte sowie die Debatte um das Hirntodkonzept.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Ziel ist es zu erörtern, inwieweit Verstorbene für die Rettung Lebender in die Pflicht genommen werden dürfen und wie man die Spenderzahlen erhöhen kann, ohne die Menschenwürde zu verletzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert primär auf einer Textanalyse einschlägiger Fachliteratur, ergänzt durch die Auswertung von Statistiken, Umfragen und kirchlichen Dokumenten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert verschiedene Lösungsmodelle wie die Widerspruchs- und Erklärungslösung, kirchliche Standpunkte und die Problematik des Hirntodkonzepts.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Organspende, Transplantationsgesetz, Bioethik, Menschenwürde und Hirntod.

Welche Rolle spielt die christliche Nächstenliebe in der Argumentation?

Sie dient als ethisches Motiv für Befürworter, wird aber von der Autorin kritisch hinterfragt, da sie nicht als rechtliche Verpflichtung zur Spende missbraucht werden darf.

Warum wird die Erklärungslösung kontrovers diskutiert?

Weil sie von jedem Bürger eine aktive Entscheidung verlangt, was aus Sicht einiger Kritiker die verfassungsrechtliche Freiheit des Einzelnen, sich nicht entscheiden zu müssen, gefährden könnte.

Final del extracto de 25 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Entscheidung zur Organspende: Moralische Verpflichtung oder unzumutbare Aufgabe?
Subtítulo
Inwieweit dürfen die Toten für die Lebenden in Anspruch oder sogar in die Pflicht genommen werden?
Universidad
University of the Federal Armed Forces München  (Theologie und Ethik)
Curso
Bioethik
Calificación
1,0
Autor
Susanne Lossi (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
25
No. de catálogo
V178847
ISBN (Ebook)
9783656009634
ISBN (Libro)
9783656010289
Idioma
Alemán
Etiqueta
Widerspruchslösung Zustimmungslösung Informationslösung Erklärungslösung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Susanne Lossi (Autor), 2011, Die Entscheidung zur Organspende: Moralische Verpflichtung oder unzumutbare Aufgabe?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178847
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Extracto de  25  Páginas
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