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Die Stellung der Kirchen und Religionsgemeinschaften in Frankreich

Title: Die Stellung der Kirchen und Religionsgemeinschaften in Frankreich

Elaboration , 2009 , 9 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Susanne Lossi (Author)

Social Studies (General)
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Im heutigen modernen Frankreich ist, trotz der klaren Trennung zwischen Staat und Kirche, ein tolerantes Miteinander von staatlichen Institutionen und Religionsgemeinschaften entstanden. So ist eine Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Stellen und Kirchen, insbesondere in den Bereichen der Erziehungs-, Sozial- und Fürsorgetätigkeit, zu beobachten. Der französische Staat ist somit im beginnenden 21. Jahrhundert nicht mehr nur zur passiven und negativen Neutralität hinsichtlich des Umgangs mit den Religionsgemeinschaften gezwungen, sondern kann den Wunsch eines Großteils seiner Bevölkerung, welche eine religiöse Erziehung ihrer Kinder erbitten, entsprechen. Der antiklerikale Kampfgeist des 19. Jahrhunderts ist somit in der heutigen Religionspolitik Frankreichs dem Gedanken eines aufgeschlossenen und vorurteilsfreien Zusammenlebens gewichen.
Im Folgenden werden sowohl die historischen Grundlagen als auch die heutige Situation der Kirchen bzw. Religionsgemeinschaften im französischen Staat, bezüglich ihrer Stellung im öffentlichen Leben dargestellt. Abschließend wird eine kurze Zusammenfassung hinsichtlich des Einflusses der Kirchen im Frankreich gegeben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Der moderne französische Staat im Zeichen der Säkularisierung

2. Die historischen Grundlagen der Entwicklung von Kirchen und Religionsgemeinschaften in Frankreich

3. Die Stellung der Kirchen und Religionsgemeinschaften im heutigen Frankreich

3.1. Laizität – Der Leitbegriff einer modernen französischen Staatsauffassung

3.2. Die Kirchen und Religionsgemeinschaften im öffentlichen Leben Frankreichs

4. Die Gliederung des französischen Staates – ein idealtypisches Trennungssystem?

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung sowie die gegenwärtige Rolle der Kirchen und Religionsgemeinschaften im französischen Staat, wobei der Fokus insbesondere auf dem Prinzip der Laizität und dessen Auswirkungen auf das öffentliche Leben liegt.

  • Historische Entwicklung des Verhältnisses von Staat und Kirche in Frankreich
  • Analyse des Begriffs der Laizität als Kern der französischen Staatsphilosophie
  • Untersuchung der Religionsfreiheit in einem laizistischen System
  • Rolle von Religionsgemeinschaften in öffentlichen Institutionen wie Schulen und Krankenhäusern
  • Bewertung des französischen Modells als idealtypisches Trennungssystem

Auszug aus dem Buch

3.1. Laizität – Der Leitbegriff einer modernen französischen Staatsauffassung

Die Begrifflichkeit der Laizität beinhaltet sowohl die Prinzipen der Religions- und Gewissensfreiheit, als auch den Grundsatz der Trennung von Staat und Kirchen, welcher eng mit dem staatlichen Finanzierungsverbot von Kirchen und Religionsgemeinschaften auf der Grundlage des Trennungsgesetztes von 1905 verbunden ist.

Innerhalb des französischen Staates sind 51% der Bevölkerung katholischen Glaubens und 31% konfessionslos. Der französische Staat selbst ist konfessionslos. Obwohl die Religionsausübung in der Öffentlichkeit und in geschlossenen Räumen der Überwachung durch staatliche Behörden im Interesse der öffentlichen Ordnung untersteht, garantiert der französische Staat dennoch die Religionsfreiheit und verwirklicht diese für seine Bürger im alltäglichen Leben.

In Frankreich gilt der Grundsatz der Objektivität des Staates gegenüber allen Religionsgemeinschaften. Diese staatliche Neutralität ist im Paritätsgrundsatz des Artikels 1 der französischen Verfassung von 1958 verankert. Jener Verfassungsartikel besagt, dass niemand auf Grund seines Glaubens benachteiligt werden darf und der Staat in die Verantwortung genommen wird, alle Glaubensgemeinschaften zu akzeptieren. Jedoch ist es dem Staat strikt untersagt, religiöse Gemeinschaften oder kirchliche Aktivitäten finanziell zu unterstützen. So ist dem französischen Staatssystem beispielsweise die Einführung jedweder Kirchensteuer untersagt.

Im französischen Staat verfügen alle Religionsgemeinschaften über den Status einer privatrechtlichen Vereinigung. Folglich können sich jene lediglich auf die Grundsätze des Zivilrechtes berufen und sich auf dieser Grundlage legitimieren. Das Fehlen einer öffentlich- rechtlichen Stellung der Kirchen und Religionsgemeinschaften, wie sie in anderen europäischen Staaten anzutreffen ist, führt zu einer starken Privatisierung der Religion und zu einer Zurückdrängung des Glaubens in das Privatleben jedes Einzelnen französischen Staatsbürgers.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der moderne französische Staat im Zeichen der Säkularisierung: Einführung in die heutige tolerante Zusammenarbeit zwischen staatlichen Institutionen und Religionsgemeinschaften trotz strikter Trennung von Kirche und Staat.

2. Die historischen Grundlagen der Entwicklung von Kirchen und Religionsgemeinschaften in Frankreich: Analyse der historischen Entwicklung vom gallikanischen Staatskirchensystem über die Folgen der Revolution von 1789 bis hin zum Trennungsgesetz von 1905.

3. Die Stellung der Kirchen und Religionsgemeinschaften im heutigen Frankreich: Erörterung der aktuellen rechtlichen Stellung der Kirchen und der gelebten Laizität in der modernen französischen Republik.

3.1. Laizität – Der Leitbegriff einer modernen französischen Staatsauffassung: Untersuchung der Begrifflichkeit der Laizität, der Religionsfreiheit und des staatlichen Neutralitätsgebots gegenüber Glaubensgemeinschaften.

3.2. Die Kirchen und Religionsgemeinschaften im öffentlichen Leben Frankreichs: Betrachtung der Rolle von Religionsgemeinschaften in Schulen, Krankenhäusern und bei der Seelsorge.

4. Die Gliederung des französischen Staates – ein idealtypisches Trennungssystem?: Fazit über die heutige Bedeutung der staatlichen Neutralität und die Einordnung Frankreichs als idealtypisches Trennungssystem.

Schlüsselwörter

Laizität, Frankreich, Staat, Kirche, Religionsgemeinschaften, Trennungsgesetz 1905, Staatskirchensystem, Gallikanismus, Religionsfreiheit, Neutralität, Privatisierung, Zivilrecht, Seelsorge, öffentliche Ordnung, Konfession

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der spezifischen Ausgestaltung des Verhältnisses zwischen Staat, Kirchen und Religionsgemeinschaften in Frankreich unter Berücksichtigung der historischen Entwicklungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Geschichte des französischen Staatskirchenrechts, das Prinzip der Laizität, die rechtliche Stellung religiöser Gemeinschaften und deren Präsenz in staatlichen Einrichtungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie das französische System trotz einer strikten Trennung von Staat und Kirche eine Koexistenz und Kooperation ermöglicht, die der Religionsfreiheit gerecht wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Analyse historischer Rechtsdokumente sowie einer Auswertung politikwissenschaftlicher Literatur zum französischen Staats- und Kirchenverhältnis.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historischen Grundlagen, die Definition der Laizität als Verfassungsprinzip und die praktische Umsetzung der Religionsausübung im öffentlichen Sektor.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Laizität, Trennungsgesetz, staatliche Neutralität und Religionsfreiheit definiert.

Wie unterscheidet sich die Schulseelsorge von der Seelsorge in Krankenhäusern?

Während die Seelsorge in Krankenhäusern und Gefängnissen weitgehend unumstritten ist und auf hohe Akzeptanz stößt, führt die Schulseelsorge in allgemeinbildenden Schulen häufig zu gesellschaftlichen Diskussionen.

Warum existiert in Frankreich keine Kirchensteuer?

Das französische System untersagt dem Staat strikt, religiöse Gemeinschaften oder kirchliche Aktivitäten finanziell zu unterstützen, da alle Gemeinschaften nur privatrechtlich organisiert sind.

Welche Ausnahmeregelung gibt es für das Gebiet Elsass-Lothringen?

Im Gegensatz zum Rest Frankreichs ist im Gebiet Elsass-Lothringen der Religionsunterricht an staatlichen Schulen fester Bestandteil des allgemeinen Lehrplans.

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Details

Title
Die Stellung der Kirchen und Religionsgemeinschaften in Frankreich
College
University of the Federal Armed Forces München  (Öffentliches Recht)
Course
Stufen der Staatlichkeit im Vergleich
Grade
1,0
Author
Susanne Lossi (Author)
Publication Year
2009
Pages
9
Catalog Number
V178849
ISBN (eBook)
9783656009610
ISBN (Book)
9783656010265
Language
German
Tags
Säkularisierung Laizität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Susanne Lossi (Author), 2009, Die Stellung der Kirchen und Religionsgemeinschaften in Frankreich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178849
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