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Welche gesellschaftlichen Folgen entfalteten die Familienverhältnisse auf die Nachkriegssituation in Deutschland?

Title: Welche gesellschaftlichen Folgen entfalteten die Familienverhältnisse auf die Nachkriegssituation in Deutschland?

Seminar Paper , 2009 , 20 Pages

Autor:in: Susanne Lossi (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
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Nach der bedingungslosen Kapitulation des nationalsozialistischen Reiches am 8. Mai 1945 lag Deutschland in Trümmern und Asche. Viele Landstriche wurden während des sechs Jahre andauernden Krieges von der völligen Zerstörung und der absoluten Verwüstung heimgesucht. Flüchtlinge und Vertriebene aus dem Osten strömten in die ausgebombten deutschen Städte und verschlechterten dort, die ohnehin schon angespannte Versorgungslage deutlich.

Durch den Krieg und seine Folgeerscheinungen änderten sich die Familienverhältnisse in den deutschen Nachkriegsjahren grundlegend. Für die Frauen, welche den größten Anteil der „Daheimgebliebenen“ ausmachten, begann nun endgültig der Kampf ums Überleben, welcher untrennbar mit der Versorgung der Familie verbunden war. Insbesondere die so genannten „Trümmerfrauen“, dessen enorme Bedeutung für den deutschen Wiederaufbau und den damit einhergehenden Wirtschaftsaufschwung bis heute stets betont wird, prägten das Bild der deutschen Nachkriegsjahre.

„Nach dem Kriege leisteten die Frauen Überlebensarbeit, das ist unbestreitbar.“1

Im Besonderen der Begriff des „Frauenüberschusses“ bzw. des „Männermangels“, welcher durch die zahlreichen, im Krieg gefallenen oder während der Kriegsgefangenschaft bzw. an ihren Auswirkungen verstorbenen Soldaten hervorgerufen wurde, symbolisierte den gesellschaftlichen Wandel in der neugegründeten Bundesrepublik Deutschland.2

Die folgende Arbeit beschäftigt sich auf der Grundlage dieser Überlegungen mit der Fragestellung: „Welche gesellschaftlichen Folgen entfalteten die Familienverhältnisse auf die Nachkriegssituation in Deutschland?“

Der Hauptteil dieses Aufsatzes fokussiert sich auf die Darstellung der Familienverhältnisse nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Speziellen wird hier auf die Alltagsbewältigung der Kriegerwitwen sowie auf die Situation der Kriegsheimkehrer und ihre gesellschaftspolitischen Auswirkungen eingegangen. Um jedoch eine zufrieden stellende Antwort auf diese Problematik zu erhalten, müssen zuvor die

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung – Trümmer, Tränen, Zuversicht

2. Die Familienverhältnisse im nationalsozialistischen Reich

3. Die Familienverhältnisse nach dem Zweiten Weltkrieg

3.1. „Frauenüberschuss“ bzw. „Männermangel“

3.2. Die Kriegerwitwen

3.3. Die Kriegsheimkehrer

4. Ergebnis und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die gesellschaftlichen Auswirkungen, die durch die veränderten Familienverhältnisse infolge des Zweiten Weltkriegs in der frühen Bundesrepublik Deutschland entstanden sind. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie die kriegsbedingte demografische Verschiebung und die veränderten Rollenbilder die Nachkriegssituation prägten.

  • Die Auswirkungen des „Frauenüberschusses“ und des „Männermangels“ auf die Gesellschaftsstruktur.
  • Die Lebensbewältigung von Kriegerwitwen zwischen wirtschaftlicher Not und gesellschaftlicher Erwartung.
  • Die Problematik der Wiedereingliederung von Kriegsheimkehrern in Familie und Gesellschaft.
  • Der Wandel des Familienleitbildes und erste Tendenzen zur Emanzipation der Frau.

Auszug aus dem Buch

3.3. Die Kriegsheimkehrer

Die deutschen Kriegsgefangenen wurden in meisten Staaten zur Arbeit im Rahmen der Wiedergutmachung herangezogen. Die Kriegsgefangenenfrage wurde im Verlauf des „Kalten Krieges“ instrumentalisiert, so dass die Tatsache der Inhaftierung von deutschen Kriegsgefangenen gegen die Sowjetunion eingesetzt werden konnte. Im Gegenzug wurden die deutschen Kriegsgefangenen während der Gefangenschaft allerdings für sowjetische Propaganda und Spionagezwecke ausbildet.

Bis in die 50er Jahre komplettierten die heimkehrenden Kriegsgefangenen die durch den Krieg entzweiten Familien. Im Jahr 1955 gelang es dem deutschen Bundeskanzler: Konrad Adenauer die letzten deutschen Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion in die Heimat zurückzuholen. Dieser Erfolg wurde in der späteren Geschichtschreibung als sein größter außenpolitischer Verdienst bezeichnet. Viele Heimkehrer, welche die besten Jahre ihres Lebens im Krieg oder in der Gefangenschaft verbracht haben, hatten jedoch große Probleme sich in die neuen gesellschaftlichen Verhältnisse Deutschlands wiedereinzugliedern.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung – Trümmer, Tränen, Zuversicht: Das Kapitel erläutert die desolate Ausgangslage Deutschlands nach 1945 und führt in die Problematik des durch den Krieg entstandenen „Männermangels“ ein.

2. Die Familienverhältnisse im nationalsozialistischen Reich: Es wird die NS-Familienpolitik analysiert, die auf die Stärkung der konservativen Kernfamilie ausgerichtet war und Frauen primär in der Mutterrolle sah.

3. Die Familienverhältnisse nach dem Zweiten Weltkrieg: Dieser Hauptteil beleuchtet die gravierenden demografischen Verschiebungen, die prekäre soziale Situation von Kriegerwitwen und die schwierige Reintegration der Heimkehrer.

4. Ergebnis und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, wie der „Männermangel“ und die Notwendigkeit der Selbstversorgung durch Frauen unbeabsichtigt Prozesse der Emanzipation und gesellschaftlichen Mitbestimmung anstießen.

Schlüsselwörter

Nachkriegszeit, Familienverhältnisse, Frauenüberschuss, Männermangel, Kriegerwitwen, Kriegsheimkehrer, NS-Familienpolitik, Wiederaufbau, Emanzipation, Bundesversorgungsgesetz, Geschlechterverhältnisse, Rollenbild, Alltag, Alleinstehende Frauen, Deutschland.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die sozioökonomischen und gesellschaftlichen Bedingungen der Familien in der frühen Bundesrepublik Deutschland nach 1945.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf den demografischen Auswirkungen des Krieges, insbesondere dem „Männermangel“, sowie den Lebensbedingungen von Kriegerwitwen und Heimkehrern.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, welche gesellschaftlichen Folgen die durch Krieg und Gefangenschaft veränderten Familienstrukturen auf die Nachkriegssituation in Deutschland hatten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert primär auf der Textanalyse relevanter Fachliteratur sowie der Einbeziehung von Zeitzeugenberichten und statistischen Daten zur Bevölkerungsstruktur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Situation von Kriegerwitwen, die Auswirkungen des demografischen Ungleichgewichts und die Probleme bei der Reintegration der heimkehrenden Soldaten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Familienleitbild, Emanzipation, Partizipation, soziale Absicherung und das Spannungsfeld zwischen traditioneller Rollenverteilung und kriegsbedingter Notwendigkeit geprägt.

Warum war die Wiederheirat für viele Kriegerwitwen finanziell problematisch?

Eine Wiederheirat hätte den Verlust der staatlichen Rentenansprüche zur Folge gehabt, weshalb sich häufig „Onkelehen“ bzw. eheähnliche Lebensgemeinschaften bildeten.

Inwiefern hat die Nachkriegssituation die Emanzipation der Frau gefördert?

Durch die Abwesenheit der Männer waren Frauen gezwungen, ihren Lebensunterhalt selbst zu sichern, was die Notwendigkeit der Berufstätigkeit steigerte und langfristig zu einem gestiegenen Selbstbewusstsein führte.

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Details

Title
Welche gesellschaftlichen Folgen entfalteten die Familienverhältnisse auf die Nachkriegssituation in Deutschland?
College
University of the Federal Armed Forces München
Author
Susanne Lossi (Author)
Publication Year
2009
Pages
20
Catalog Number
V178854
ISBN (eBook)
9783656009597
ISBN (Book)
9783656010234
Language
German
Tags
folgen familienverhältnisse nachkriegssituation deutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Susanne Lossi (Author), 2009, Welche gesellschaftlichen Folgen entfalteten die Familienverhältnisse auf die Nachkriegssituation in Deutschland?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178854
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