Friedrich Nietzsche - Der Wille zu Macht in "Also sprach Zarathustra"


Hausarbeit, 2009
19 Seiten, Note: 2,0
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Wille zur Macht in «Also sprach Zarathustra»
2.1 Die Makroebene des Willens zur Macht
2.1.1 Der Wille zur Macht als Prinzip des Lebens
2.1.2 Der Wille zur Macht als Wettstreitstifter
2.2 Die Mikroebene des Willens zur Macht
2.2.1 Der Wille zur Macht beim Philosophen
2.2.2 Der Wille zur Macht als Ursprung für «Gehorchen» und «Befehlen»
2.2.3 Der Wille zur Macht als Wille zur Selbstüberwindung

3 Schluss

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Das Streben nach Größe in Abhängigkeit von dem Willen zur Macht

Abbildung 2: Der Wille zur Macht als «Motor» der menschlichen
Entwicklung

1 Einleitung

In dieser Hausarbeit findet sich der Versuch Nietzsches Verständnis vom Willen zur Macht darzustellen, d.h. es soll verdeutlicht werden, was der Wille zur Macht ist und wie er wirkt. Bei meiner Literaturrecherche stellte sich aber die Frage, anhand welcher Texte bzw. Aphorismen ich diese Interpretation durchführen sollte, denn Nietzsche stellt sein Konzept des Willens zur Macht in diversen Werken vor bzw. erwähnt dieses in kurzen Abhandlungen. Die Auswahl wurde zudem erschwert durch den Umstand der Nachlass-Problematik[1]. Dabei handelt es sich um die Frage inwieweit Nietzsches unveröffentlichte Aufzeichnungen zu dem Verständnis des Willens zur Macht beitragen oder ob diese gar das eigentliche Verständnis des Willens zur Macht bilden. Eingeleitet wurde dieser Streit um die Relevanz des Nachlasses durch die Publikation der «Groß-Oktav-Ausgabe» in der das Buch mit dem Titel «Der Wille zur Macht» enthalten ist. Dieses Buch wurde editorisch aus den nachgelassenen, nicht veröffentlichten Aufzeichnungen Nietzsches zusammengestellt und wurde als Nietzsches philosophisches Hauptwerk postuliert. Die Wirkung dieses Buches hallt in der Nietzsche-Forschung bis heute nach. So bildeten sich grob gesagt drei Lager heraus: das eine Lager sieht in dem Nachlass die eigentliche Philosophie Nietzsches, d.h. die von Nietzsche zur Veröffentlichung autorisierten Werke seien stets eine Ankündigung, ein Vorspiel seiner eigentlichen Philosophie gewesen. Diese Richtung wird beispielsweise von M. Heidegger vertreten. Dieser Position steht das Lager - angeführt von K. Schlechta - gegenüber, welches die Auffassung vertritt, dass Nietzsche sein Konzept des Willens zur Macht eindeutig in den von ihm veröffentlichten Werken dargestellt hat und dass der Nachlass keine neuen Einsichten in das Verständnis desselben eröffnet. Ein Mittelweg wird z.B. von W. Müller-Lauter vertreten, der die Meinung vertritt, dass die autorisierten Werke Nietzsches „keine zureichende Grundlage für ein Verständnis des Willens zur Macht“ (Müller-Lauter 1999: 33) bilden und deshalb den Nachlass zur weiteren Klärung heranzieht.

Eine allumfassende Analyse schien im Rahmen einer Hausarbeit nicht möglich, daher beschränke ich die Ausführungen über den Willen zur Macht auf das veröffentlichte Werk «Also sprach Zarathustra», was meiner Meinung nach einen guten Einblick in das Verständnis des Willens zur Macht gibt. Ich würde sogar soweit gehen zu behaupten, dass es «zureichend» ist, d.h. Nietzsche hat in dem von ihm veröffentlichen Werk ein in sich geschlossenes, stimmiges Konzept des Willens zur Macht dargestellt. Die Frage ob der Nachlass, wie K. Schlechta behauptet, keine neuen Facetten oder Wesenszüge des Willens zur Macht eröffnet, muss ich als unbeantwortet stehen lassen, denn Ziel dieser Hausarbeit ist der Versuch einer Interpretation des Willens zur Macht auf der Textgrundlage des veröffentlichten Werkes «Also sprach Zarathustra» und nicht ein Versuch zur Beilegung des Streites um die Legitimität des Nachlasses.

2 Der Wille zur Macht in «Also sprach Zarathustra»

Nietzsche stellt das Konzept des Willens zur Macht bzw. dessen Wirkungsweise in den beiden Kapiteln «Von tausend und Einem Ziele» und «Von der Selbst-Überwindung» vor. In dem zuerst genannten Kapitel zeigt sich der Wille zur Macht als die treibende Kraft, welche hinter der Entwicklung von Moralsystemen einzelner Völker oder Gesellschaften steht, d.h. er ist für die moralischen Wertungen von gut und böse in der Wertevorstellung der Gesellschaft verantwortlich, da er diese hervorbringt. Auch in dem Kapitel «von der Selbst-Überwindung» ist der Wille zur Macht als eine produktiv schaffende Kraft charakterisiert, jedoch setzt diese bei den einzelnen Menschen an und nicht bei den unterschiedlichen Völkern.

Nietzsche nähert sich dem Phänomen des Willens zur Macht auf zwei Ebenen: auf einer Makroebene und auf einer Mikroebene. „Schaffende waren erst Völker, und spät erst Einzelne“ (Nietzsche 1883-1885: 72). Mit den «Schaffenden» meint Nietzsche diejenigen, welche durch den Willen zur Macht Vorstellungen über gut und böse, also moralische Systeme hervorgebracht und durchgesetzt haben. Also zuerst waren es Völker, die, getrieben durch den Willen zur Macht, Werte setzten und dann erst Einzelne, wie z.B. Philosophen. Daher geht Nietzsche auch gemäß dieser Überzeugung vor: zuerst zeigt er auf einer globalen Ebene auf, wie sich der Wille zur Macht zwischen den Völkern bzw. Ländern manifestiert (im Kapitel «Von tausend und Einem Ziele») und dann geht er zu einer innervölkischen, nationalen oder innergesellschaftlichen Betrachtung des Willens zur Macht über (im Kapitel «Von der Selbst-Überwindung»).

2.1 Die Makroebene des Willens zur Macht

Zu Beginn des Kapitels «Von tausend und Einem Ziele» heißt es: „Viele Länder sah Zarathustra und viele Völker: so entdeckte er vieler Völker Gutes und Böses“ (Nietzsche 1883-1885: 71). Nietzsche untersucht hier das Verhältnis der Völker bzw. Länder untereinander in Bezug auf deren Moralvorstellungen und kommt zu dem Ergebnis, dass diese sich in vielen Punkten unterscheiden bzw. sogar in einem krassen Gegensatz zueinander stehen: „Vieles, das diesem Volke gut hiess, hiess einem andern Hohn und Schmach: also fand ich’s. Vieles fand ich hier böse genannt und dort mit purpurnen Ehren geputzt“ (Nietzsche 1883-1885: 71). Hier beschreibt Nietzsche die Makroebene, indem er die Moralvorstellungen der Völker miteinander vergleicht und ihre Gegensätzlichkeit konstatiert. Diese Gegensätzlichkeit resultiert aus der Selbsterhaltung bzw. der Eigenschaft, dass die Völker sich voneinander abgrenzen wollen, um sich zu erhalten. „Leben könnte kein Volk, das nicht erst schätzte; will es sich aber erhalten, so darf es nicht schätzen, wie der Nachbar schätzt“ (Nietzsche 1883-1885: 71). Diese Aussage gibt einen tiefen Einblick in das Konzept des Willens zur Macht. Auf der einen Seite zeigt sich, dass der Wille zur Macht als Prinzip des Lebens verstanden wird, als etwas, dass das Leben erst ermöglicht. Auf der anderen Seite zeigt die Aussage den in einer Art Wettstreit mündenden Charakter des Willens zur Macht, der sich in der Abgrenzung, als Funktion zur Erhaltung, zu seinen nationalen Nachbarn bemerkbar macht.

[...]


[1]Folgende Erläuterungen über die Nachlass-Problematik sind sinngemäß übernommen. Siehe Müller-Lauter 1999: Kap. 2.2 – 2.4

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Friedrich Nietzsche - Der Wille zu Macht in "Also sprach Zarathustra"
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Institut für Philosophie)
Veranstaltung
Macht und Gewalt
Note
2,0
Jahr
2009
Seiten
19
Katalognummer
V178910
ISBN (eBook)
9783656011576
ISBN (Buch)
9783656011750
Dateigröße
490 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nietzsche, Wille zur Macht, Zarathustra, Wertesetzung, Entwicklung Moralsystem, Entwicklung Gesellschaft
Arbeit zitieren
Anonym, 2009, Friedrich Nietzsche - Der Wille zu Macht in "Also sprach Zarathustra", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178910

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