In dieser Arbeit werde ich die „Kenning“ behandeln. Dieses spezielle Stilmittel prägt die altnordische Literatur und macht einen Teil ihres Reizes aus. Es gibt verschiedene Blickwinkel, mit welchen man Kenningar betrachten kann und über welche auch schon Werke vorliegen. Um den Charakter und die Seele eines Textes erfassen zu können, muss man auch die Werkzeuge, derer er sich bedient, verstehen. . Ich werde mich hauptsächlich auf die Kenning selbst beschränken und erklären was eine Kenning eigentlich ist, welche verschiedene Definitionen es gibt und wie sie aufgebaut ist. Zudem werde ich ihre Geschichte und ihren Ursprung erläutern, ihre Verwendung, ihre Aufgaben darlegen und ihren Charakter beschreiben.
Inhaltsverzeichnis
2. Einleitung
3. Das historische und literarische Umfeld der Kenning
3.1. Das historische Umfeld
3.2. Das literarische Umfeld
4.Die Kenning: Aufbau, Definition und Charakter
4.1 Definition, Aufgabe und Charakter der Kenning
4.1.1. Definition
4.1.2. Aufgabe und Charakter
4.2. Aufbau der Kenning
4.2.1. Die verschiedenen Kenningtypen
5.Schlusswort/Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das literarische Stilmittel der „Kenning“ in der altnordischen Dichtung, mit dem Ziel, deren Definition, historischen Ursprung sowie ihre funktionalen und strukturellen Merkmale zu erläutern. Die Forschungsfrage fokussiert sich dabei darauf, wie dieses spezifische Sprachphänomen den Charakter skaldischer Texte prägt und welche Rolle es bei der Vermittlung von Bedeutungszusammenhängen spielt.
- Historischer Kontext und Entstehung der Kenning
- Struktur und Definition innerhalb der Skaldik
- Unterscheidung verschiedener Kenningtypen
- Funktionen der Kenningsprache als ästhetisches Stilmittel
- Das Zusammenspiel von Spannung und Auflösung beim Vortrag
Auszug aus dem Buch
4.2. Aufbau der Kenning
Snorri Sturluson unterscheidet in seinem Skaldenlehrbuch, der Snorra Edda, zwischen „kent heiti“(auf Deutsch: gekennzeichneter Ausdruck) und „ókent heiti“ (dt. ungekennzeichneter Ausdruck). Der „ókent heiti“ ist der „eigentliche“ Heiti; eine eingliedrige Wortfigur zur Vermeidung von Wiederholungen und zur Akzentuierung z.B. von Personeneigenschaften. Er wird oft genutzt um Personennamen zu ersetzen, so wird Odin „Götterfürst“ oder „Heervater“ genannt.
Der „kent heiti“ ist der eigentliche Kenning. „Kent“ wird von altnordisch „kenna“ abgeleitet, was „kennzeichnen“ bedeutet, gemeint im Sinne von den verschiedenen Möglichkeiten, etwas zu bezeichnen und neue Ausrücke zu schaffen. Der „kent heiti“ ist ein 2-gliedriger Ausdruck, der aus einen Grundwort und einer nominalen Bestimmung besteht: „ótti jotna“ →“Schrecken der Riesen“ (= Thor). „Schrecken“ ist hier das Grundwort, während „der Riesen“ als nominale Bestimmung festlegt, wessen Schrecken es ist. Das dynamische Geschehen besteht darin, dass das Bestimmungswort dem Grundwort eine ungewohnte, sondersprachliche Bedeutungsweise aufzwingt (Marold, Kenningkunst, S.19): „meiðr brynju“→ „Baum der Brünne“ was so viel bedeutet wie Krieger. Dem Grundwort „Baum“ wird mit „der Brünne“ eine ungewohnte Bedeutung auferlegt, da ein Baum normalerweise nicht in Verbindung mit dem Kampf gebracht wird.
Zusammenfassung der Kapitel
2. Einleitung: Die Verfasserin erläutert ihr Interesse an der Kenning als prägendem Stilmittel der altnordischen Literatur und beschreibt die methodische Vorgehensweise ihrer Untersuchung.
3. Das historische und literarische Umfeld der Kenning: Dieses Kapitel verortet die Kenning historisch beginnend beim Stein von Eggjum und beleuchtet ihre Einbettung in die komplexe Gattung der Skaldik.
4.Die Kenning: Aufbau, Definition und Charakter: Hier erfolgt eine detaillierte Analyse der theoretischen Definitionen, der funktionalen Aufgaben sowie des strukturellen Aufbaus der Kenning anhand verschiedener Typen.
5.Schlusswort/Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel resümiert die Bedeutung der Kenning als essenzielles, vielschichtiges Stilmittel und unterstreicht die Notwendigkeit, sich trotz anfänglicher Schwierigkeiten mit dem Kenningsystem auseinanderzusetzen.
Schlüsselwörter
Kenning, Altnordische Literatur, Skaldik, Drótkvætt, Metaphorik, Snorra Edda, Sprachspiel, Bragi, Dichtkunst, Versmaß, Symbolik, Sprachgestaltung, Stilmittel, Nordische Philologie, Mehrdeutigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der „Kenning“, einem zentralen und komplexen Stilmittel der altnordischen Dichtung, und untersucht deren Wesen und Funktion.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen der historische Ursprung der Kenning, ihre Definition, ihre verschiedenen Ausprägungsformen (Kenningtypen) und ihr Beitrag zur Ästhetik der skaldischen Literatur.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, das Verständnis für die Struktur und die beabsichtigte Wirkung von Kenningar im skaldischen Dichtungskontext zu vertiefen und ihre Rolle als Instrument der poetischen Überhöhung darzulegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, bei der verschiedene wissenschaftliche Ansätze und Dissertationen zum Thema Kenning zusammengetragen, gefiltert und in einer strukturierten Weise von groben zu spezifischen Aspekten hin ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des historischen und literarischen Umfelds sowie in eine detaillierte Auseinandersetzung mit der technischen Definition, dem Aufbau und den unterschiedlichen Kategorien der Kenning.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Kenning, Skaldik, Metaphorik, Snorra Edda und altnordische Literatur charakterisiert.
Welche Rolle spielt der Hörer bzw. das Publikum bei der Kenning?
Die Kenning ist eng mit dem Vortrag verbunden; die Spannung entsteht durch die Verzögerung bei der Auflösung der Umschreibung, die vom Hörer eine aktive intellektuelle Beteiligung fordert.
Warum unterscheidet man zwischen „kent heiti“ und „ókent heiti“?
Diese Unterscheidung, die auf Snorri Sturluson zurückgeht, differenziert zwischen dem eigentlichen, 2-gliedrigen Kenning-Ausdruck und der eingliedrigen Wortfigur (Heiti), die primär der Vermeidung von Wiederholungen dient.
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- Nina Ratavaara (Autor), 2005, Die Kenning in der altnordischen Literatur, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178917