Neue Maßstäbe der politischen Kommunikation

Der Wahlkampf des Barack Obama


Hausarbeit, 2010
17 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung:

2. Chronologie des Wahlkampfs:

3. Obama und das Internet / Networking

4. Obama als Marke

5. Politische Kommunikation in Massenmedien

6. Das Web 2.0 als interaktives Massenmedium

7. Facebook

8. My Barrack Obama

9. Mail von Barrack

10. Twitter

11. Youtube

12. Fazit

13. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Change oder Wechsel, wie es der deutsche Bürger zu sagen pflegt, ist der Slogan, der sich in meinem Kopf zu Barack Obama eingebrannt hat. Nach zwei Amtszeiten von George W. Bush, dem Irak Krieg und der Finanzkrise, hat Barack Obama mit diesem Motto scheinbar genau den wunden Punkt der Amerikaner getroffen um sein Ziel, Präsident der USA zu wer- den, zu verwirklichen.

Ich habe mir speziell dieses Thema ausgesucht, weil ich ganz besonders von der Organisation und den neuen Methoden hinter dem eigentlichen Wahlkampf fasziniert bin.

In einem ersten Schritt werde ich einige Fragen zu Obamas Wahlkampf-Organisation formulieren, die dann, im weiteren Verlauf der Arbeit thematisiert werden. Mit welchen Mitteln konnte der Außenseiter Obama eine ganz klar favorisierte Hillary Clinton aus der Kandidatur drängen und letztendlich die Präsidentschaftswahl gewinnen?

Hat er mit seinem Wahlkampf neue Maßstäbe in der politischen Kommunikation gesetzt? Wie konnte er die Massen motivieren, sich in so großen Ausmaßen zu organisieren und zusammen zu finden? Welche Mittel hat er benutzt, um die vielen jungen und lebenslustigen Leute für sich zu gewinnen, die vorher kein Interesse an Politik gezeigt haben?

Welche Eigenschaften waren für den Gewinn der Wahl entscheidend? Waren es die positiven Eigenschaften wie: Sympathisches Auftreten, Glaubwürdigkeit, Visionen und Verantwor- tung? Kann man den Erfolg auf den meisterlichen Umgang mit neuen Medien in Verbindung mit Politik zurückführen? Ist es eine Kombination aus beiden Arten? Hat Obama neue Wege eingeschlagen, oder bereits vorhandene Wege der politischen Kommunikation perfektioniert? Wie konnte Barack Obama es von einem unwahrscheinlichen Sieg zu einem unausweichli- chen Sieg bringen?

Um diese Fragen beatworten zu können, werde ich in den folgenden Kapiteln dieser Hausarbeit den Wahlkampf Barack Obamas und die dafür verwendeten Medien näher beleuchten und deren Wirksamkeit analysieren.

Das Ziel dieser Analyse ist es genau differenzieren zu können, ob Barack Obama mit seinem Wahlkampf neue Maßstäbe der politischen Kommunikation gesetzt hat.

2. Chronologie des Wahlkampfs 2008

Um die Thematik in ihrer ganzen Komplexität darstellen zu können, stelle ich in diesem Punkt zunächst den chronologischen Verlauf der Wahl dar.1

Eine Besonderheit dieser Präsidentschaftswahl war, dass kein Amtsinhaber zur Wahl stand. George W. Bush durfte aufgrund der Verfassung nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten.

Wahlkampf 2007:

Am 20. Januar 2007 gibt Senatorin Hillary Clinton ihre Bewerbung als Kandidatin der Demokraten offiziell bekannt. Sie gilt aufgrund verschiedener Punkte als Favoritin der Demokraten. Darunter zählt z.B. ihre Vergangenheit als ehemalige First Lady neben Bill Clinton und ihre hohe Popularität in der Bevölkerung.

Nachdem Hillary Clinton bereits ihre Kandidatur angekündigt hat, erklärt der eher unbekannte Senator Barack Obama am 10. Februar in Illinois - vor 18000 feiernden Anhängern seine Präsidentschaftskandidatur für die Demokraten.

Im April zieht John McCain bei den Republikanern ins Rennen. Er hat sich bereits im Jahre 2000 versucht sich als Kandidat aufstellen zu lassen. Aufgrund seines Alters und seinen Erfahrungen im Krieg, sehen ihn die Amerikaner als einen wahren Patrioten an.

Wahlkampf 2008:

Der 3. Januar 2008 ist der Auftakt der Vorwahlen. Obama gewinnt überraschend im Bundesstaat Iowa mit 37,5 Prozent. Mike Huckabee, der direkte Konkurrent von John McCain, siegt bei den Republikanern mit 34 Prozent.

Am 7. Januar 2008 bricht Hillary Clinton im nationalen Fernsehen live in Tränen aus. Am nächsten Tag gewinnt sie überraschend die Vorwahlen in New Hampshire gegen Barack Obama.

Um seine Fans aufzumuntern, gestaltet Barack Obama aus seiner nächsten Rede am 8. Januar 2008 eine politische Predigt.2

Der bekannte „Super Tuesday“ am 5. Februar, mit ausstehenden Wahlen in 24 Bundesstaa- ten, zeigt keine deutliche Entscheidung zwischen Barack Obama und Hillary Clinton. Bei den Republikanern steigt der favorisierte Präsidentschaftskandidat Romney überraschend aus.

Anfang März, nach vielen weiteren Vorwahlen, ist John McCain der Sieg bei den Republikanern, aufgrund seines Vorsprunges, nicht mehr zu nehmen. Sein direkte Konkurrent Mike Huckabee tritt von seiner Kandidatur offiziell zurück. John McCain ist somit offiziell Präsidentschaftskandidat bei den Republikanern.

Im gleichen Monat werden Aufnahmen von Obamas Priester Jeremiah Wright über die Inter- netplattform Youtube verbreitet, die ihn während einer Hasspredigt gegen Amerika zeigen. Obama distanziert sich unverzüglich von dessen Aussagen und bricht das Verhältnis zu Wright ab.3

Im April / Mai sieht es immer mehr nach einem Sieg bei den Vorwahlen für Barack Obama aus. Überraschend triumphiert Hillary Clinton in den Bundesstaaten Pennsylvania und West Virginia. Der Vorwahlkampf geht spannend bis zur letzten Abstimmung weiter.

Am 3. Juni fällt letztendlich die Entscheidung. Mit Wahlsiegen in South Dakota und Montana gewinnt Barack Obama die Präsidentschaftskandidatur und ist somit der direkte Gegenkandidat von John McCain Ende Juli reist Barack Obama in den Nahen Osten und nach Europa. Er verspricht einen «Wandel» für die ganze Welt. Etwa 200 000 Menschen in Berlin lauschen seiner Rede und sind begeistert. Deutschland ist ab sofort im Obama-Fieber, die Amerikaner reagieren darauf verhalten.

Am 16. August treffen John McCain und Barack Obama in einer Kirche in Kalifornien auf einander. Obama umgeht die Frage nach dem «Beginn des Lebens» geschickt.

Am 23. August ernennt Barack Obama Senator Joe Biden in Springfield offiziell zu seinem Vizepräsidenten, falls er die Wahl gewinnt.

Auf dem Parteitag in Denver Ende August stellen sich Hillary und Bill Clinton demonstrativ stärkend hinter Barack Obama und fordern seine Wahl zum nächsten Präsidenten der USA.

28. August -Barack Obama hält seine Antrittsrede im Football-Stadion: 84 000 Fans und Anhänger feiern den Abschluss des Parteitags. Auf dieser Massenveranstaltung nimmt Obama offiziell die Nominierung als Präsidentschaftskandidat an.

August/September: John McCain ernennt Sarah Palin aus Alaska offiziell zu seiner Vizepräsidentin.

11. September - Sarah Palin droht bei ihrem ersten großen TV-Interview zu versagen. Sie präsentiert sich unprofessionell und weiß auf wichtige Fragen keine Antworten.

Mitte September - Der Wahlkampf bekommt einen neuen Mittelpunkt - die Finanzkrise. Aufgrund der Finanzkrise unterbricht John McCain seinen Wahlkampf.

26. September - Das erste TV-Duell zwischen den Präsidentschaftskandidaten findet statt. Barack Obama schlägt sich gut, laut Umfragen sieht die Mehrheit der amerikanischenBürger in ihm den Sieger.

Anfang Oktober - In Umfragen zieht Barack Obama erstmals John McCain davon.

2. Oktober - Sarah Palin im Fernseh-Duell mit Joe Biden: Der jungen Gouverneurin gelingt es, schlimmer Patzer zu vermeiden und ihre Standpunkte forsch vorzubringen. Viel mehr hatten die Republikaner nicht zu hoffen gewagt.

7. Oktober - Bei der zweiten TV-Debatte gibt McCain eine merkwürdige, zornige und eher wirre Figur ab - während Obama präsidial und gelassen wirkt. Weiteren Umfragen zufolge führt er das Rennen an.

15. Oktober - Die letzte Kandidaten-Debatte findet statt. McCain, besser und angriffslustiger als bisher, schafft es nicht Obama aus der Fassung zu bringen. «Joe, the plumber» findet Ein- gang in den Wahlkampf. McCain zitiert ihn immer wieder als Beispiel für einen Mann der Mittelklasse, den die Steuererhöhungen Obamas hart treffen würden.

[...]


1 Vgl. Rhein Zeitung online - Chronologie des Wahlkampfes: Im Internet unter der URL: http://rhein-zeitung.de/on/08/11/04/tt/t/rzo496080.html

2 Vgl. Tagesschau Online - Obamas ungeplanter Online-Hit: Im Internet unter der URL: http://www.tagesschau.de/ausland/obamasong4.html

3 Vgl. Spiegel Online - Obama verstößt langjährigen Freund. Im Internet unter der URL: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,541651,00.html

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Neue Maßstäbe der politischen Kommunikation
Untertitel
Der Wahlkampf des Barack Obama
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Politik und Medien im Wandel
Note
2,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
17
Katalognummer
V178926
ISBN (eBook)
9783656011989
ISBN (Buch)
9783656012115
Dateigröße
494 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
neue, maßstäbe, kommunikation, wahlkampf, barack, obama, politische kommunikation
Arbeit zitieren
Felix Petras (Autor), 2010, Neue Maßstäbe der politischen Kommunikation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178926

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