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Das Armutsideal des Franziskus von Assisi. Eine neue Idee?

Title: Das Armutsideal des Franziskus von Assisi. Eine neue Idee?

Seminar Paper , 2001 , 18 Pages , Grade: 2+

Autor:in: Katharina Strohmeier (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Worin unterscheiden sich die vielen Orden und religiösen Gemeinschaften des Mittelalters? Diese Frage ist von zentraler Bedeutung für die Erforschung mittelalterlichen Klosterlebens. Vor allem bei den zahlreichen im Zuge der Bettelordensbewegung neu gegründeten Gemeinschaften mit ihren zum Teil sehr ähnlichen Zielsetzungen ist es überaus schwierig, Zielsetzungen und Forderungen nicht zu verwechseln. Diese Arbeit möchte einige Aspekte der obigen Fragestellung beleuchten.

In Reaktion auf tiefgreifende gesellschaftliche Umbrüche beginnen Stadtbürger im 12. Jahrhundert, ihre Lebensführung nach den Forderungen der Evangelien auszurichten. Besonders das urchristliche Ideal freiwilliger Armut inspiriert viele. Es entsteht eine Vielzahl von Gemeinschaften, die ihre materiellen Ansprüche auf das Notwendigste beschränken. Eine davon ist der Franziskanerorden, dem mein besonderes Interesse gilt. Franziskus von Assisi gründet den Orden um 1209, bemüht um die Schaffung einer neuen Lebensform in apostolischer Armut. Doch wie soll diese konkret aussehen? Und verfolgt er damit tatsächlich eine neue Idee? Antwort sollen die Analyse des Armutsideals des Franziskus und ein exemplarischer Vergleich seines Ordens mit anderen zeitgenössischen Armutsbewegungen geben. Bei den Dominikanern und den Waldensern, die ich dafür hinzuziehe, handelt es sich um zwei der einflussreichsten Bewegungen ihrer Zeit. In vielen Arbeiten werden die Franziskaner als ,,Nachfolger" dieser Gruppen behandelt.

Meine Arbeit behandelt die Gründungszeit der drei Bewegungen, da sie alle später ständig Veränderungen unterworfen waren, durch die die radikalen Ideen ihrer Gründer an Gewicht verloren und die strengen Vorschriften gelockert wurden.
Aus Platzgründen minimiere ich die Ordensgeschichten der Dominikaner und Waldenser und widme mich hauptsächlich ihrem Armutsverständnis.

Die Biographie des Franziskus beende ich mit der Bestätigung der Regula Bullata im Jahre 1223, da die nachfolgenden Ereignisse für die Beantwortung meiner Fragestellung irrelevant, fast kontraproduktiv sind. Zu diesem Zeitpunkt verliert der Ordensgründer zunehmend an Einfluss auf seine Bewegung, sein Ideal ist in der Regula Bullata kaum mehr erkennbar. Daher ziehe ich zur Erläuterung seiner Forderungen hauptsächlich die vorläufige Regel, die Regula non Bullata, heran.
Zu den Waldensern liegen mir leider keine Quellen vor. Daher basiert meine Analyse bezüglich dieser Bewegung auf wissenschaftlichen Abhandlungen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Armut und Armutsintentionen im 12. Jahrhundert

1.1 Wirtschaftliche Verhältnisse zur Zeit des Franziskus

1.2 Situation der Kirche um 1200

1.3 Die Armutsbewegung

1.3.1 Die Dominikaner

1.3.2 Die Waldenser

2 Das Armutsverständnis des Franziskus

2.1 Biographie des Franziskus

2.2 Entwicklung des Armutsideals im Zuge der Ordensgründung

2.3 Armut im Spiegel der franziskanischen Ordensregel

3 Die Armutsforderungen der drei Orden im Vergleich

Fazit

Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Armutsideal des Franziskus von Assisi im Kontext der mittelalterlichen Armutsbewegungen und analysiert, ob es sich dabei um eine neuartige Idee handelte. Ziel ist es, die spezifischen Armutsforderungen des Franziskanerordens zu erarbeiten und durch einen Vergleich mit den Dominikanern und Waldensern einzuordnen.

  • Wirtschaftliche und kirchliche Hintergründe im 12. Jahrhundert
  • Entwicklung des Armutsideals in der Gründungsphase des Franziskanerordens
  • Analyse der franziskanischen Ordensregeln bezüglich Armut und Geldverzicht
  • Vergleichende Untersuchung der Armutsauffassungen bei Dominikanern, Waldensern und Franziskanern

Auszug aus dem Buch

2.3 Armut im Spiegel der franziskanischen Ordensregel

Die Forderungen des Gründers durchziehen die Regel dennoch vom ersten Kapitel an, in dem es heißt, die Brüder sollen „leben [...] ohne Eigentum und der Lehre und der Fußspur unseres Herrn Jesus Christus folgen, der sagt (Mt 19, 21): ‚Willst Du vollkommen sein, so gehe hin und verkaufe alles, was du hast und gib es den Armen’“38 Konsequenterweise wird all denen, die sich dem Orden anschließen wollen, auferlegt, als erstes ihren gesamten Besitz zu verkaufen und den Erlös den Armen zukommen zu lassen.

Der zulässige Besitz ist im folgenden detailliert geregelt. Brüder, die das Gelübde abgelegt haben und damit vollwertige Mitglieder der Gemeinschaft sind, „sollen einen Habit mit Kapuze und, wenn nötig, einen zweiten ohne Kapuze haben, und einen Gürtel und Hosen.“39 Mehr als die Kleider am Leib dürfen die Brüder nicht besitzen, sie werden sogar ermahnt, „daran zu denken, daß wir von der ganzen Welt nichts zu haben brauchen, als, wie der Apostel sagt (1 Tim 6,8): ‚Wenn wir Nahrung und Kleidung haben, laßt uns damit zufrieden sein.’“40 Nicht einmal ein gemeinsames Haus ist den Brüdern erlaubt. „Wo immer die Brüder sich aufhalten, [...] sollen sie sich hüten, eine Niederlassung sich anzueignen [...].“41 Bücher dürfen nur die Geistlichen unter den Brüdern besitzen, und auch nur solche, „die zur Verrichtung ihres Offiziums erforderlich sind.“42 Nur denjenigen, die lesen können, ist der Besitz eines Psalters gestattet. Jedweder Besitz muss einen Zweck erfüllen, niemand darf etwas besitzen um des Besitzens Willen. Daher ist auch der Besitz von Gerätschaften zur Verrichtung der täglichen Arbeit erlaubt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der mittelalterlichen Ordensbewegungen und Definition der Fragestellung hinsichtlich des Armutsideals des Franziskus von Assisi.

1 Armut und Armutsintentionen im 12. Jahrhundert: Analyse der sozioökonomischen und kirchlichen Rahmenbedingungen des 12. Jahrhunderts sowie Überblick über die Entstehung der Armutsbewegungen.

2 Das Armutsverständnis des Franziskus: Darstellung des Lebensweges von Franziskus und Untersuchung, wie sich sein Ideal durch die Ordensregeln und die Ordensgründung konkretisierte.

3 Die Armutsforderungen der drei Orden im Vergleich: Gegenüberstellung der Armutspraktiken und -theorien von Franziskanern, Dominikanern und Waldensern.

Fazit: Beantwortung der Ausgangsfrage, wobei das Armutsideal des Franziskus als innovative und radikale Form der Frömmigkeit gegenüber zeitgenössischen Bewegungen bestätigt wird.

Literatur: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Franziskus von Assisi, Armutsbewegung, Mittelalter, Ordensregel, Apostolische Armut, Dominikaner, Waldenser, Bettelorden, Regula Bullata, Regula non Bullata, Geldverzicht, Kirchenreform, 12. Jahrhundert, Evangelienglaube, Wanderpredigt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle von Franziskus von Assisi innerhalb der mittelalterlichen Armutsbewegungen und analysiert seine spezifische Interpretation der apostolischen Armut.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die Arbeit behandelt die sozioökonomischen Umbrüche des 12. Jahrhunderts, die Situation der damaligen Kirche sowie die spezifischen Ordensideale von Franziskanern, Dominikanern und Waldensern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob Franziskus mit seinem Armutsideal tatsächlich eine neue und originäre Idee in die damalige religiöse Landschaft eingebracht hat.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine literatur- und quellenbasierte Analyse, die primär auf den franziskanischen Ordensregeln sowie wissenschaftlichen Abhandlungen zu den jeweiligen Orden basiert.

Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der zeitgenössischen Rahmenbedingungen, die Biografie und den ideologischen Werdegang des Franziskus sowie den direkten Vergleich der Armutsforderungen dreier einflussreicher Orden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören apostolische Armut, franziskanische Ordensregeln, Armutsbewegung, Bettelorden und das 12. Jahrhundert als Zeitraum des gesellschaftlichen Umbruchs.

Warum wird speziell die "Regula non Bullata" herangezogen?

Die Arbeit begründet dies damit, dass das ursprüngliche Ideal des Franziskus in der späteren "Regula Bullata" kaum noch deutlich erkennbar ist, während die "Regula non Bullata" seine ursprünglichen Forderungen besser abbildet.

Wie unterscheidet sich das Armutsideal des Franziskus von dem der Dominikaner?

Während die Armut bei den Dominikanern funktional als Beispiel für die Verkündigung dient, macht Franziskus die absolute Armut zum zentralen Mittelpunkt des Lebens und Voraussetzung für das Seelenheil.

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Details

Title
Das Armutsideal des Franziskus von Assisi. Eine neue Idee?
College
University of Potsdam  (Historisches Institut)
Course
PS: Mittelalterliches Klosterleben: Arbeiten hinter Mauern?
Grade
2+
Author
Katharina Strohmeier (Author)
Publication Year
2001
Pages
18
Catalog Number
V1790
ISBN (eBook)
9783638111010
ISBN (Book)
9783656448228
Language
German
Tags
Armutsideal Franziskus Assisi Eine Idee Mittelalterliches Klosterleben Arbeiten Mauern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Strohmeier (Author), 2001, Das Armutsideal des Franziskus von Assisi. Eine neue Idee?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1790
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