Prävention von sexuellem Mißbrauch

Wieviel und/oder was ist sinnvoll?


Essay, 2011

11 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Was ist nun sexueller Missbrauch?

2. Formen der Prävention

3. Präventionsprogramme und ihre unterschiedlichen Ansätze
3.1 Allgemeine Vorüberlegungen
3.2 Kurzportrait ausgewählter Präventionsprogramme

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

6. Internetverzeichnis

1. Einleitung

Fast wöchentlich hört, sieht oder liest man von sexuellem Missbrauch an – in seltenen Fällen auch durch – Kindern und Jugendlichen. Erst jüngst wurde ein Fall bekannt, in dem ein Mann ein Baby mehrfach missbraucht haben soll1, davon ein Video aufzeichnete und dies dann ins Internet stellte. Diese Straftat nach § 176 StGB2 ist jedoch kein Phänomen bestimmter sozia- ler Schichten, Ethnien oder Religionen, sondern zieht sich quer durch die gesamte Gesell- schaft. Als Beispiele ist hier auf die Fälle am Canisius Kolleg Berlin3 oder die katholische Odenwaldschule4, beide von 2010, verwiesen.

Dieser Essay möchte zunächst einmal klären, was sexueller Missbrauch ist um zum einen einen gemeinsamen Konsens für mich und den Leser zu schaffen, auf dem die Arbeit fußt, und zum anderen für eine bessere Verständlichkeit zu sorgen. Anschließend Formen der Prä- vention beschreiben. Des Weiteren sollen Ansätze von Präventionsprogrammen dargelegt werden, bevor ich sie an drei ausgewählten Beispielen skizziere. Unter Prävention folgendes verstehen:

„Als Prävention (vom lateinischen praevenire für „zuvorkommen, verhüten“) bezeichnet man vorbeugende Maßnahmen, um ein unerwünschtes Ereignis oder eine unerwünschte Entwicklung zu vermeiden. Ganz allgemein kann der Begriff mit „vorausschauender Problemvermeidung“ übersetzt werden.“ 5

Prävention hat demnach das Ziel, negative Ereignisse vor ihrem Eintreten zu vermeiden und die Voraussetzung zu schaffen, das Risiko oder die Risiken, die möglicherweise Nachteile oder Schaden für die einzelne Person entstehen lassen, frühzeitig respektive rechtzeitig wahr- zunehmen und zu benennen, um dann gezielt entgegen wirken können6. Prävention per se straft und belohnt, droht und ermutigt, schreckt ab und belehrt, sammelt und sondert aus, ent- zieht Ressourcen und teilt sie zu, installiert technische Kontrollsysteme und nutzt soziale Netzwerke7.

Unter Missbrauch bei Kindern und Jugendliche allgemein ist folgendes zu verstehen:

gewaltsame psychische und/oder physische Beeinträchtigung von Kindern und Jugendlichen durch Eltern, Erziehungsberechtigte und Erwachsene in der näheren Umgebung8. Diese Be- einträchtigungen können – so die Autoren – „durch aktive Handlungen (z.B. körperliche Misshandlung, sexuellen Missbrauch, verbale Beschimpfungen und Entwertungen), aber auch durch Unterlassungen (z.B. physische oder emotionale Vernachlässigung) bedingt sein“9.

Missbrauch ist die falsche, unrechtmäßige, entgegen ihrem eigentlichen Sinn und Zweck oder die mit „böser“ Absicht ausgeübte Handlung gegen eine Person oder eine Sache, die zu deren Schädigung und Nachteil führt.

1.1 Was ist nun sexueller Missbrauch?

Sexueller Missbrauch eines Kindes liegt i.a.R. dann vor, wenn Erwachsene oder Jugendliche sexuelle Handlungen an oder vor einem Kind vollziehen. Dies geschieht gegen den Willen des Kindes – auch wenn es seinen eigenen Willen nicht äußern kann oder möchte, da es ent- weder nicht in der Lage oder im Besitz des dazu notwendigen Wortschatzes ist bzw. nicht über das nötige Wissen verfügt, um zu begreifen was gerade mit ihm geschieht – also auf- grund körperlicher, psychischer oder sprachlicher Unterlegenheit10. Das Kind kann aufgrund seines Entwicklungstandes nicht frei und überlegt zustimmen bzw. die Missbrauchshandlung ablehnen und vertraut dem Erwachsenen – den es i.d.R. gut kennt – dass er ihm nichts Böses will. Dabei nutzt der Erwachsene seine Macht- und Autoritätsposition aus, um seine Bedürf- nisse zu befriedigen. Weiterhin ist der Internetseite wildwasser.de zu entnehmen, dass neuer- dings die Bezeichnung „sexualisierte Gewalt“ anstatt „sexueller Missbrauch“ verwendet wird, um zu verdeutlichen, dass es sich nicht um Sexualität handelt sondern, um Gewalt, die vom Täter sexuell besetzt wird11.

2. Formen der Prävention

Präventionsformen und -methoden sind sehr unterschiedlich und meist in sich zusätzlich dif- ferenziert und/oder abgestuft. In Anlehnung an Amann und Wipplinger12 skizziere ich die drei folgenden Präventionsformen: die primäre Prävention, die sekundäre Prävention und die terti- äre Prävention.

[...]


1 Der Tagesspiegel, „Baby missbraucht - Handfeste Hinweise auf Täter“

2 Bundesministerium der Justiz, „§ 176 Sexueller Mißbrauch von Kindern“

3 Röbel/Wensierski, „Schulleitung wusste früh von Missbrauch“

4 Spiegel-Online (Hrsg.) (2010): Pädagogen teilten "sexuelle Dienstleister" fürs Wochenende ein

5 Wilhelm Kirch & Bernhard Badura, „Prävention - Ausgewählte Beiträge des Nationalen

Präventionskongresses Dresden 1. und 2. Dezember 2005“, S. 7

6 Christ/Nikolaev/Rahn, „Reflexion auf Prävention, Frühe Hilfen und den Fall Kevin“, S. 3

7 Bröckling, „Vorbeugen ist besser…Zur Soziologie der Prävention“, S. 38

8 Cierpka/Egle, „Missbrauch, Misshandlung, Vernachlässigung“, S. 370

9 Ebenda.

10 Wildwasser e.V., „Was ist sexueller Missbrauch?“

11 Ebenda.

12 Amann/Wipplinger, „Prävention von sexuellem Missbrauch“, S. 657

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Prävention von sexuellem Mißbrauch
Untertitel
Wieviel und/oder was ist sinnvoll?
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
11
Katalognummer
V179003
ISBN (eBook)
9783656012542
ISBN (Buch)
9783656012603
Dateigröße
395 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Prävention, sexuell, Missbrauch, Präventionsprogramm, sexueller Missbrauch
Arbeit zitieren
Daniel Rahn (Autor), 2011, Prävention von sexuellem Mißbrauch , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179003

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