Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - Theory of Science, Anthropology

Beispiel der normativ-praktischen Pädagogikkonzeption J. M. Langevelds

Title: Beispiel der normativ-praktischen Pädagogikkonzeption J. M. Langevelds

Term Paper , 1997 , 16 Pages , Grade: 2

Autor:in: Dipl. Päd., Andragogin Cornelia Leistner (Author)

Pedagogy - Theory of Science, Anthropology
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Bedeutsamkeit der Phantasiewelt und die Kraft des Märchens, ist meiner Meinung nach
eine Thematik, die in der heutigen Zeit keinen Platz mehr findet.
Doch sind es gerade die Phantasie - und Märchenwelten, die das Kind bei seinem
Entwicklungsprozeß zu einer reifen Persönlichkeit entscheidend unterstützen.
In meinen folgenden Ausführungen möchte ich, anhand der Thesen Langevelds und
Bettelheims und des Beispiels aus der Kinderliteratur, diese Behauptung erläutern. In seinen anthropologischen Studien verweist Langeveld ausdrücklich auf das Bedürfnis des
Kindes nach Freiraum und unbestimmten Dingen - „das Unbestimmte“ - um ihren
Bestrebungen einer individuellen Welt - und Selbstgestaltung nachzukommen.
Im Schutz der vetrauten Umgebung verbirgt sich die „verborgene Stelle“, die als Eingang in
eine fremde Welt anvanciert. Insbesondere Orte, die von der pragmatischen Apostrophierung der Erwachsenenwelt ignoriert
wurden, ermöglichen den Eintritt in die fremde Welt und die geheime Stelle.
Dachböden, tiefe und leere Wandschränke aber auch das Versteck hinter einer schweren
Gardine werden vom Kind bevorzugt als geheime Stelle in Besitz genommen. Diese
unbekannte Welt der geheimen Stelle gehört nur dem Kind und ist gewissermaßen isoliert
vom übrigem Haus - sie hat ihre eigene Dimension und ihr eigenes Leben . Nutzgegenstände
des Alltags wirken durch ihre Vetrautheit in der Phantasiewelt wesensfremd , doch sobald sie
ihre Relevanz im Alltagsgeschehen verlieren, wie die Gegenstände des Dachbodens, können
ihnen eine unbegrenzte Anzahl an Bedeutungen beigemessen werden.
Wird die geheime Stelle jedoch verlassen, so hüllt sie sich erneut in Schweigen und behütet
sorgfältig das Geheimnis des Kindes.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung in die Thematik

2. J. M. Langeveld : Die „geheime Stelle“ im Leben des Kindes

2.1 Einleitung

2.2 Der Dachboden

2.3 Die Zeit

2.4 Einsam ist man nur in der Welt

2.5 Die Stelle wird bestimmt

2.6 Körper und Raum

3. Bezug der wissenschaftlichen Theorien Langevelds zur modernen Kinderliteratur am Beispiel Astrid Lindgrens „Mio, mein Mio“

3.1 Stellung des Buches „Mio, mein Mio“ innerhalb der Kinderliteratur

3.2 Darstellung des Inhaltes

3.3 Vorkommen der Thesen Langevelds in der Kinderliteratur am Beispiel „Mio, mein Mio“

4.1 Die psychologische und pädagogische Notwendigkeit von Märchen - allgemeine Betrachtung

4.2 B. Bettelheim : „Kinder brauchen Märchen“

4.2.1 Einblick in die Thesen Bettelheims

4.2.2 Die Bedeutung des Märchens für die Psyche und das Leben des Kindes

4.2.1 Anregung der Phantasie

4.2.2 Entwicklung des Verstandes

4.2.3 Klärung von Emotionen

4.3 Die psychologische und pädagogische Notwendigkeit der Identifikation des Kindes mit dem Helden im Märchen

5. Resümee

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die pädagogische und psychologische Relevanz von Phantasiewelten und Märchen für den Reifungsprozess des Kindes, wobei die Theorien von J. M. Langeveld zur „geheimen Stelle“ und Bruno Bettelheims Thesen zu „Kinder brauchen Märchen“ im Zentrum der Analyse stehen.

  • Bedeutung des Rückzugs des Kindes in eine „geheime Stelle“ für die Persönlichkeitsentwicklung.
  • Analyse des Werks „Mio, mein Mio“ von Astrid Lindgren unter Anwendung von Langevelds Theorien.
  • Untersuchung der psychologischen Funktion von Märchen zur Bewältigung von Urängsten und Konflikten.
  • Herausarbeitung der Rolle der Identifikation mit Märchenhelden bei der Identitätsfindung.

Auszug aus dem Buch

2.4 Einsam ist man nur in der Welt

Durch das Zurüchziehen in die geheimen Stelle signalisiert das Kind seiner Umwelt, daß es sich bewußt dem Alleinsein hingibt. Es ist ein Ort des Friedens, da hier keine menschliche Begegnung stattfindet. In dem Augenblick, da das Kind die geheime Stelle betritt, ist es in das Niemandsland eingetreten, es befindet sich auf der anderen Seite. Dieses Niemandsland kann nur der betreten, der bereit ist sich seinen Illusionen hinzugeben und in seiner Phantasiewelt dahinzufließen. Langeveld beschreibt dies als ein Moment, in dem „der Unterschied zwischen äußerer und innerer Welt in völliger Verschmelzung zu einer persönlichen Welt gelöst wird“ (Schule als Weg des Kindes : 89). Jene persönliche Welt ist die Phantasiewelt des Kindes, in der es friedliche Gefühle der Geborgenheit, Vertrautheit und der Inimität mit dem schon längst Bekannten erfährt. In dieser, von Vetrautheit und Geborgenheit geprägten Welt, begegnet das Kind sich selbst und seinen Urängsten, die es mit Hilfe seiner Phantasie bewältigt, und zwar nach den Normen der Phantasiewelt, die allerdings ihrem Wesen nach von der realen Welt sind ( vgl. auch 3.3). Die Welt ist dem Kind ausgeliefert und das Kind der Welt (vgl. Langeveld, Schule als Weg des Kindes : 92). Obwohl sich das Kind in seiner Phantasiewelt verliert, ist sie dennoch geordnet und systematisiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung in die Thematik: Die Autorin legt die Relevanz der Phantasiewelt für die kindliche Entwicklung dar und skizziert die methodische Vorgehensweise anhand der Theorien von Langeveld und Bettelheim.

2. J. M. Langeveld : Die „geheime Stelle“ im Leben des Kindes: Dieses Kapitel erläutert den anthropologischen Ansatz Langevelds zum Bedürfnis des Kindes nach einem geschützten, individuellen Rückzugsraum.

3. Bezug der wissenschaftlichen Theorien Langevelds zur modernen Kinderliteratur am Beispiel Astrid Lindgrens „Mio, mein Mio“: Hier werden die theoretischen Konzepte Langevelds auf das Kinderbuch angewendet, um die Funktionen von Phantasieräumen in der modernen Literatur zu belegen.

4.1 Die psychologische und pädagogische Notwendigkeit von Märchen - allgemeine Betrachtung: Es wird die historische und pädagogische Bedeutung des Märchens als Instrument zur Weltbewältigung und Vermittlung von Werten analysiert.

4.2 B. Bettelheim : „Kinder brauchen Märchen“: Dieses Kapitel vertieft die psychoanalytischen Ansätze Bettelheims hinsichtlich der Bedeutung von Märchen für die Identitätsentwicklung und emotionale Klärung des Kindes.

4.3 Die psychologische und pädagogische Notwendigkeit der Identifikation des Kindes mit dem Helden im Märchen: Der Fokus liegt auf der Bedeutung der Heldenfigur als Projektionsfläche für das Kind zur Überwindung von Ängsten.

5. Resümee: Die Autorin fasst zusammen, dass die Einsamkeit im Rückzug eine notwendige Voraussetzung für den individuellen Reifungsprozess und die Entwicklung von Selbstvertrauen darstellt.

Schlüsselwörter

Phantasiewelt, Märchen, Langeveld, Bettelheim, geheime Stelle, Kinderliteratur, Mio mein Mio, Identitätsfindung, Kindliche Entwicklung, Urängste, Selbstreifung, Projektion, Pädagogik, Psychologie, Geborgenheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Phantasiewelten und Märchen für die psychologische Entwicklung des Kindes aus pädagogischer Sicht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Zentrum stehen die Konzepte von J. M. Langeveld zur „geheimen Stelle“ sowie Bruno Bettelheims psychoanalytische Ansätze zur heilsamen Wirkung von Märchen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es, zu verdeutlichen, wie Phantasie- und Märchenwelten das Kind dabei unterstützen, eine reife Persönlichkeit zu entwickeln und existenzielle Ängste zu bewältigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoretische Analyse, bei der sie wissenschaftliche Konzepte der Pädagogik und Psychologie auf literarische Werke und allgemeine Entwicklungsprozesse des Kindes anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch Langeveld, die praktische Anwendung dieser Theorie am Beispiel von Astrid Lindgrens „Mio, mein Mio“ sowie die umfassende Betrachtung der Märchenpädagogik nach Bettelheim.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Phantasiewelt, geheime Stelle, Märchen, Identitätsfindung, kindliche Entwicklung, Urängste und Selbstvertrauen.

Wie dient der „Dachboden“ laut Langeveld als pädagogischer Ort?

Laut Langeveld fungiert der Dachboden für das Kind als ein isolierter, ungestörter Ort, der dem Kind ermöglicht, eine eigene, subjektive Welt zu gestalten, weit entfernt vom pragmatischen Zugriff der Erwachsenen.

Warum ist die Identifikation mit dem Helden im Märchen so wichtig?

Die Identifikation ermöglicht es dem Kind, durch die Erfolge des Helden unbewusste Ängste zu verarbeiten, das eigene Selbstvertrauen zu stärken und eine positive Zukunftsperspektive zu entwickeln.

Excerpt out of 16 pages  - scroll top

Details

Title
Beispiel der normativ-praktischen Pädagogikkonzeption J. M. Langevelds
College
Justus-Liebig-University Giessen  (Pädagogik)
Grade
2
Author
Dipl. Päd., Andragogin Cornelia Leistner (Author)
Publication Year
1997
Pages
16
Catalog Number
V17907
ISBN (eBook)
9783638223560
Language
German
Tags
Beispiel Pädagogikkonzeption Langevelds
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl. Päd., Andragogin Cornelia Leistner (Author), 1997, Beispiel der normativ-praktischen Pädagogikkonzeption J. M. Langevelds, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17907
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  16  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint