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Die Funktion der Träume im Rolandslied

Unter vergleichender Bezugnahme auf "Das Rolandslied des Pfaffen Konrad" und "Das altfranzösische Rolandslied"

Titre: Die Funktion der Träume im Rolandslied

Dossier / Travail , 2011 , 16 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Svenja B. (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Ancienne, Littérature Médiévale
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Résumé Extrait Résumé des informations

In dieser Arbeit werden die Träume des Herrschers Karl aus dem Rolandslied des Pfaffen Konrad sowie aus dem altfranzösischen Rolandslied untersucht. Die beiden Texte stehen zueinander in Beziehung, denn Konrad orientierte sich an der französischen Version. Das Rolandslied wird außerdem als Karlslied bezeichnet. Diese Aspekte werden im Verlauf der Arbeit an den Träumen ersichtlich.

Nach STEINMEYER existieren drei Traumkategorien im Mittelalter: der Traum, der von Gott gesandt und somit wahr ist, der trügerische vom Teufel verursachte Traum sowie der auf physiologischen Vorgängen basierende Traum. Dabei sind gottgesandte Träume auserwählten Persönlichkeiten, die ein intensives Verhältnis zu Gott haben, vorbehalten. Da der Herrscher Karl zweifelsfrei eine Persönlichkeit dieser Art ist, ist für diese Arbeit die erste Traum-kategorie relevant. Die Botschaft Gottes kann GEITH zufolge dem Träumenden verschlüsselt, aber auch klar und deutlich offenbar werden. Dabei sieht er die allegorische Verschlüsselung als typisch für die Träume im Mittelalter an. STEINMEYER betont, dass durch die Allegorien eine scheinbare Abweichung zwischen Trauminhalt und Traumsinn entsteht. Unter Allegorie versteht man „eine Form von Bildlichkeit, die sich in der Regel durch die Koexistenz zweier Bedeutungen oder Bedeutungsebenen auszeichnet“. Beim Symbol dagegen wird der „eigentliche Sinn des zeichenhaft stehenden Gegenstandes durch den symbolischen über-lagert“.

So wie die Allegorien typisch für die Träume sind, finden sich auch typische Themen des Mittelalters im Rolandslied verankert. Nach SPIEWOK sind das Kreuzzugsthema und das Herr-schaftsthema als zentrale Themen im Rolandslied auch kompositorisch erkennbar. Im Kern der Texte stehen die beiden Schlachten, die von Genelûns Verrat und Genelûns Prozess umrahmt sind. SPIEWOK spricht von einer „kompositorischen Viergliederung“, die von den vier Träumen als bewusste „Autorenstilisierung“ unterstützt wird. Nach diesem formalen Hinweis, der die Träume als wichtigen Bestandteil im Rolandslied wertet, soll nun auf die Vorgehensweise und Intention der Arbeit eingegangen werden.
Ziel der Arbeit ist es, die Funktionen der Träume in den beiden Rolandsliedern herauszu-arbeiten, dabei soll in der Schlussbetrachtung der Arbeit die Frage nach der Funktion der Träume möglichst eindeutig beantwortet werden können. Zu diesem Zweck werden die Trauminhalte analysiert und anschließend miteinander verglichen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Analyse und Vergleich der Träume

2.1 Traum 1: Genelûns Verrat

2.1.1 Kontext und Inhalt

2.1.2 Lanzensymbolik

2.1.3 Karl als christlicher Kaiser

2.1.4 Warnungs-, Vorhersage- und Vergeistlichungsfunktion

2.2 Traum 2: Schlacht bei Roncevaux

2.2.1 Karl als christlicher Kaiser

2.2.2 Tierallegorie

2.2.3 Vorhersage-, Vergeistlichungs- und Spannungsfunktion

2.3 Traum 3: Schlacht gegen Paligân

2.3.1 Kontext und Inhalt

2.3.2 Karl als christlicher Kaiser

2.3.3 Apokalyptische Bildersprache

2.3.4 Tierallegorie

2.3.5 Vorhersage-, Vergeistlichungs- und Spannungsfunktion

2.4 Traum 4: Prozess gegen Genelûn

2.4.1 Inhalt und Traumorte

2.4.2 Tierallegorie

2.4.3 Vorhersage-, Vergeistlichungs- und Spannungsfunktion

3. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Funktion der Träume von Karl dem Großen im Rolandslied des Pfaffen Konrad im Vergleich zum altfranzösischen Rolandslied. Dabei wird analysiert, wie diese Träume als Instrumente der Vorhersage, Warnung und Vergeistlichung dienen und inwieweit sie das Bild Karls als christlicher Herrscher prägen.

  • Vergleichende Analyse der vier zentralen Traumszenen.
  • Die Funktion von Gebeten als Rahmung und Vergeistlichung.
  • Entschlüsselung von Tierallegorien und apokalyptischen Traumbildern.
  • Unterscheidung zwischen offenem und geschlossenem Ausgang der Traumvisionen.
  • Die Rolle der göttlichen Vorsehung im Weltbild des Mittelalters.

Auszug aus dem Buch

2.1.4 Warnungs-, Vorhersage- und Vergeistlichungsfunktion

In diesem ersten Traum ist die Funktion der Warnung am deutlichsten. Der Traum ist in beiden Texten Warnung vor der geplanten List von Genelûn, die schließlich auch in der Realität aufgeht. Die Warnungsfunktion ist in diesem Traum deshalb so offensichtlich, da der Traum eine konkrete Ortsangabe enthält. Aufgrund dieser Ortsangabe erkennt Karl den Traum in seinem vollen Ausmaß, als er mit Naimes über die Pyrenäen bei Size geht, da er sofort an seinen Traum erinnert wird und sein Klagen groß ist. Ebenso wie die Ortsangabe erleichtert auch die konkrete Namensangabe Genelûn Karl die Deutung seines Traumes.

Die Eindeutigkeit des Traumes führt zu der Frage, warum Karl keine Gegenmaßnahme ergreift. BURLAND zufolge versteht Karl die Botschaft in seinem Traum, denn als er hört, wie Roland in sein Horn bläst, verurteilt er Genelûn. Sie erklärt Karls Untätigkeit damit, dass der Traum nicht explizit den direkten Grund für die Bedrohung seines Reiches zeigt. Hier scheint also die Diskrepanz zwischen Trauminhalt und Traumsinn der Deutung im Wege zu stehen. Andererseits könnte Karl auch machtlos sein, da die Fürsten einstimmig Roland für die Nachhut bestimmen und er sich diesem Beschluss unterwerfen muss. Diese Annahme unterstützt OTT-MEIMBERG, da nach ihrer Ansicht das Mitspracherecht der Fürsten die kaiserliche Machtvollkommenheit einschränkt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Themas und der theoretischen Grundlagen zu Traumkategorien im Mittelalter sowie des Rolandslieds als literarisches Werk.

2. Analyse und Vergleich der Träume: Detaillierte Untersuchung der vier Traumszenen inklusive Kontext, Allegorien und ihrer Funktion für das Gesamtwerk.

3. Schlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse zur Vorhersage- und Vergeistlichungsfunktion und Beantwortung der Frage nach der Handlungsunfähigkeit des Herrschers.

Schlüsselwörter

Rolandslied, Pfaffen Konrad, Karl der Große, Traumdeutung, Mittelalter, Allegorie, Symbolik, Vergeistlichung, Vorhersage, Genelûn, Kreuzzug, Christliche Herrschaft, Tierallegorie, Literaturwissenschaft, Epik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Funktion der Träume Karls des Großen in zwei unterschiedlichen Fassungen des Rolandslieds und vergleicht diese hinsichtlich ihrer narrativen und symbolischen Bedeutung.

Welche zentralen Themen werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Traumdeutung, die Darstellung Karls als christlicher Herrscher, die Bedeutung des Verrats durch Genelûn sowie der Einfluss religiöser Vorstellungen auf die literarische Gestaltung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Funktionen der Träume (Warnung, Vorhersage, Vergeistlichung) herauszuarbeiten und zu ergründen, warum Karl trotz der Traumbotschaften nicht aktiv in den Lauf der Ereignisse eingreift.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die literaturwissenschaftliche Analyse und den komparativen Vergleich der Trauminhalte beider Rolandslied-Fassungen unter Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur zum mittelalterlichen Traumverständnis.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden vier spezifische Träume (Genelûns Verrat, Schlacht bei Roncevaux, Schlacht gegen Paligân, Prozess gegen Genelûn) in ihren jeweiligen Kontexten analysiert und deren Symbolik entschlüsselt.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie allegorische Traumbilder, christliche Herrschaftsideologie, göttliche Vorsehung und die spezifische "kompositorische Viergliederung" des Rolandslieds.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen dem Rolandslied des Pfaffen Konrad und dem altfranzösischen Rolandslied eine Rolle?

Der Vergleich ist wichtig, da das Rolandslied des Pfaffen Konrad durch Gebetsumrahmungen eine stärkere "Vergeistlichung" aufweist, während die französische Version stärker auf Spannung durch einen offenen Traumausgang setzt.

Welche Bedeutung kommt der Tierallegorie in den Träumen zu?

Tiere wie Bären, Leoparden oder Jagdhunde dienen als allegorische Stellvertreter für historische Akteure (z.B. Marsilie, Roland, Genelûn) und verdeutlichen Konflikte, Verrat oder göttlichen Beistand.

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Résumé des informations

Titre
Die Funktion der Träume im Rolandslied
Sous-titre
Unter vergleichender Bezugnahme auf "Das Rolandslied des Pfaffen Konrad" und "Das altfranzösische Rolandslied"
Université
University of Stuttgart  (Institut für Literaturwissenschaft - Abteilung für Germanistische Mediävistik)
Cours
Karl der Große in der Literatur des Mittelalters
Note
1,0
Auteur
Svenja B. (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
16
N° de catalogue
V179111
ISBN (ebook)
9783656013921
ISBN (Livre)
9783656014256
Langue
allemand
mots-clé
funktion träume rolandslied unter bezugnahme pfaffen konrad
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Svenja B. (Auteur), 2011, Die Funktion der Träume im Rolandslied, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179111
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Extrait de  16  pages
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