Sport als Mittel zur Stressprävention und Stressbewältigung


Hausarbeit, 2010
22 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Stress - Was ist das?

3 Körperliche Stressreaktionen

4 Auswirkungen von Sport

5 Gegenseitige Auswirkungen

6 Warum haben wir Stress?

7 Salutogenese

8 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die Wahl fiel auf das Thema „Sport als Mittel zur Stressprävention und Stressbewältigung“, da ich mir aus eigenem Interesse einen Vortrag von Andreas Bredenkamp, ehemaliger Deutscher Meister im Bodybuilding, Autor und Sportwissenschaftler, zum Thema Training, Ernährung und Stress angesehen habe und ich währenddessen die Idee hatte diesen Vortrag mit dem Seminar „Auswirkungen der Arbeit auf die Gesundheit“ zu verbinden.

Nach einer Einführung in die Thematik soll geklärt werden, ob Sport als Präventivmaßnahme und zur Bewältigung von Stress geeignet und sinnvoll ist. Darüber hinaus sollen auch die damit verbundenen Gefahren beleuchtet werden. Diese Hausarbeit bezieht sich nicht auf die passiven Aspekte des Sports wie Fankulturen, sondern soll ausschließlich die Auswirkungen von aktiv erlebtem Sport betrachten.

Es werden verschiedene Stressmodelle vorgestellt, um die Vorgänge, die beim Stress stattfinden, besser zu verstehen und die Effekte von Sport verständlicher darstellen zu können. Mit diesem Ziel werden außerdem die hormonellen Zusammenhänge von Stress und Sport erklärt. Darüber hinaus wird Stress in einen Kontext mit der Geschichte der Menschheit gebracht, um daran zu erklären, weshalb wir Stress empfinden und warum dieser auch eine nützliche beziehungsweise sogar überlebensnotwendige Funktion haben kann.

Im Kontext der Gesundheit wird das Salutogenese-Modell von Aaron Antonovsky beschrieben, welches im Zusammenhang mit dem Stressmodell von Richard Lazarus steht. Hierbei wird genauer auf die Ressourcen, die bei der Stressbewältigung zur Verfügung stehen und die Bewältigung von Stresssituationen begünstigen, eingegangen.

Mit dieser Themenauswahl soll ein für diese Hausarbeit angebrachter Einblick in die Thematik beschrieben werden.

2 Stress - Was ist das?

Als Stress wird der Zustand einer extremen physischen und psychischen Belastung, Spannung oder Schädigung bezeichnet, bei dem sowohl das Verhältnis zwischen der betroffenen Person und der sozialen Umwelt als auch das Wohlbefinden gestört werden können.[1] Es wird in Distress und Eustress unterschieden. Der Unterschied liegt im Erleben der Stresssituation. So wird der Distress als negative und der Eustress als positive Beanspruchung wahrgenommen.[2] Hierbei ist zu beachten, dass Eustress beispielsweise Sportlern zu Höchstleistungen verhelfen kann und somit notwendig und nützlich ist, sofern er temporär auftritt. Distress hingegen kann bei langanhaltendem Auftreten zu gesundheitlichen Schäden bis hin zum Tod führen.[3] Der Auslöser von Stress wird als Stressor bezeichnet.

Im Folgenden werden drei Stressmodelle vorgestellt, die das Thema „Stress“ aus unterschiedlichen Perspektiven darstellen sollen:

Das Stressmodell von Walter Cannon

Das Stressmodell des Physiologen Walter Bradford Cannon (1871 - 1945) beschreibt die Reaktion auf Stress als eine „Notfallreaktion“ in einer Ausnahme- beziehungsweise Notsituation, bei der zwei Alternativen zur Verfügung stehen: Kampf oder Flucht.[4]

Der phylogenetisch älteste Teil des Gehirns, das Stammhirn, reagiert reflexartig auf eine neue unbekannte Situation. Dieser Teil des Gehirns schätzt in weniger als einer Sekunde die Gefahr in einer Situation ein und entscheidet über die Wahl zwischen Kampf und Flucht. Nach dem Modell von Cannon werden durch Stress die möglicherweise betroffenen Organe im Körper auf eine eventuelle Aktivität vorbereitet.[5]

Bezieht man dieses Modell auf die Frage der Wirksamkeit von Sport zur Stressbewältigung, so fällt auf, dass körperliche Aktivität, ob Kampf, Flucht oder in der heutigen Zeit Sport, den Weg aus der Gefahren- beziehungsweise Stresssituation beschreibt. So wird beispielsweise durch Laufen, also eine tatsächliche körperliche Aktivität, der vom Gehirn erkannte Stress, durch den die Organe auf einen möglichen Einsatz vorbereitet werden, dem Modell entsprechend abgebaut.

Das Stressmodell von Hans Selye

Der Mediziner Hans Selye (1907 - 1982) beschreibt in seinem Modell Stress als Anpassungsvorgang an eine unbekannte Situation, der durch angeborene Orientierungs­und Schreckreaktionen hervorgerufen wird. Diese stereotype Reaktion auf alle Reize, die die persönliche Balance aus dem Gleichgewicht bringen können, nennt Selye „Allgemeines Adaptionssyndrom“ (AAS). Diese Stressreaktion erfolgt in drei Phasen: der Alarmphase, der Widerstandsphase und der Erschöpfungsphase.[6]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- In der Alarmphase greift zunächst noch das Modell von Cannon, nach dem sich die Organe auf einen möglichen Einsatz vorbereiten. Die Cortisolausschüttung begünstigt die Wirkung des Adrenalin und des Noradrenalin.
- In der darauf folgenden Widerstandsphase werden die körperlichen Ressourcen aktiviert und die Flucht aus der Stresssituation angestrebt.
- Wenn der Stressor beseitigt wurde und sich der Zustand in der Erschöpfungsphase wieder normalisiert tritt die Erholung ein. Wurde der Stressor jedoch nicht beseitigt oder es tritt ein neuer Stressor auf, so beginnen die Phasen erneut, die Ressourcen der betroffenen Person zur Adaptierung werden aufgebraucht, die Symptome werden irreparabel und können letztendlich bis zum Tod führen. Bei diesem Modell wird die kognitive Ebene nicht mit einbezogen.

Genau wie bei dem Modell von Walter Cannon scheint auch hier Sport der Stressbewältigung dienen zu können, da auch in diesem Modell die Energieressourcen aktiviert werden, um der Situation zu entkommen. Hier fällt jedoch schon deutlich auf,
dass dies nachhaltig nur gelingen kann, wenn der Stressor beseitigt wird, da es ansonsten zu einer Wiederholung der Phasen kommt und bei chronischem Stress Folgeschäden beziehungsweise im schlimmsten Fall der Tod eintreten können.

Das Stressmodell von Richard Lazarus

In der transaktionalen Stresstheorie des Psychologen Richard S. Lazarus (1922 - 2002) wird Stress als ein komplexer Wechselwirkungsprozess zwischen dem Anspruch einer Situation und der betroffenen Person verstanden.[7] Es wird also nicht der Stressor als solcher festgelegt, sondern auch der kognitive und emotionale Bewertungsprozess betrachtet und mit einbezogen. Nach Lazarus kann dieser Prozess in drei Phasen eingeteilt werden:

[...]


[1] vgl. Hillmann, Karl - Heinz: S. 866

[2] vgl. Stippler, Maria: S. 37

[3] vgl. Nalezinski, Laura: S. 7

[4] vgl. ebd.: S. 14

[5] vgl. Stangl, Werner

[6] vgl. Stippler, Maria: S. 40

[7] vgl. Stangl, Werner

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Sport als Mittel zur Stressprävention und Stressbewältigung
Hochschule
Universität Kassel
Veranstaltung
Auswirkungen der Arbeit auf die Gesundheit
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
22
Katalognummer
V179236
ISBN (eBook)
9783656015277
ISBN (Buch)
9783656014980
Dateigröße
753 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stress, Sport, Antonovsky, Bredenkamp, Salutogenese, Cannon, Distress, Eustress, Stressmodell, Kampf, Flucht, Selye, Adaptionssyndrom, AAS, Alarmphase, Widerstandsphase, Erschöpfungsphase, Stressor, Auslöser, Adrenalin, Noradrenalin, Cortisol, Stressbewältigung, HEDE, Training, Gesundheit, WHO, Ressourcen, Lazarus, Erholung, Stresstheorie, Leistungsfähigkeit, Stressachse, Hypothalamus, Hypophyse, Nebennierenrinde, Hormon, Reaktion, Nervensystem, Affekt, Auswirkung, Stressauslöser, Überforderung, Stresssituation, survival of the fittest, Kohärenzgefühl, SOC, Verstehbarkeit, Handhabbarkeit, Herausforderung, Bedeutsamkeit
Arbeit zitieren
Anika Dungler (Autor), 2010, Sport als Mittel zur Stressprävention und Stressbewältigung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179236

Kommentare

  • Thomas Lindwurm am 28.11.2011

    Sehr gut geschrieben und wissenschaftlich fundiert.
    Für eine Hausarbeit weit über dem Durchschnitt.
    War mir eine große Hilfe zum Einstieg in die Materie und verweist auf alle elementaren Werke zur Weiterrecherche.

    Lob an die Autorin

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